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Beiträge von Tanzbaerin

    Ich mache im Winter gerne Bratapfelkonfitüre. Da kommen sowohl Rumrosinen als auch Nüsse rein. Die dürfen dann auch gerne mal wochenlang vorab baden..... Der Qualität des Ergebnisses ist das eher zuträglich..... Ich hatte schon mal eingelegte Nüsse, die waren ein ganzes Jahr alt.


    Gruss

    Gudrun

    Ich mag an diesem Thread gerade die Vielfalt. Manchmal ist man in seiner Lesegewohnheit etwas eingefahren und bekommt hier doch den einen oder anderen Tipp, der neugierig auf andere Lesewelten macht. Auch unsere Altersunterschiede können eigentlich nur "bereichern", denn sehr junge Leser*innen bekommen vielleicht auch mal Lust darauf, etwas "Erwachsenes" zu lesen - und umgekehrt. Ich greife immer mal wieder zu einem Buch, das eigentlich für eine jüngere Klientel gedacht ist. Würde ich das nicht tun, hätte ich z. B. Harry Potter nie kennengelernt....


    Gruss

    Gudrun

    Hallo ihr Lieben,


    aus den Listen Mittagsstunde und Winter People könnt ihr mich streichen. Die Winter People habe ich günstig erwerben können, die Mittagsstunde habe ich letzte Woche von Kathrin bekommen.....


    Liebe Grüsse

    Gudrun

    Ich bin auch katholisch aufgewachsen, aber der Mittwoch war bei uns kein "Fasttag" - ausser dem Aschermittwoch.... Aschermittwoch und Karfreitag waren sogar "Fast- und Abstinenztage", d. h. es wurde verbreitet, man solle sich nur einmal richtig satt essen (fleischlos) und Alkohol gab es schon gar nicht. Da bei uns in der Familie niemand Fisch ass, gab es freitags meist Nudeln, Griess-/Kartoffel-/Mehl-Klösse mit Weckmehl in Butter (Semmelbrösel) und Apfelmus oder anderes Kompott, gerne auch mal gekochtes Trockenobst (was ich nicht mochte).


    Gruss

    Gudrun

    (äh, ja, Kölner Raum, man kann zu fast allem Apfelmus essen |)) o

    Heute geht ja der Trend wieder in die Richtung, möglichst wenig wegzuwerfen - aber dennoch sind die Mülltonnen voll.

    Bei uns gab es auch zu vielen Dingen Apfelmus - da der Garten voller Bäume stand, war das immer verfügbar. Fritten mit Apfelmus, Pfannkuchen mit Apfelmus, Griess-/Kartoffel-/Mehlklösse oder Nudeln mit brauner Butter und Apfelmus, Apfelmus zum Sauerbraten, auch mal Apfelmus auf dem Brot..... das ging immer.
    Bei uns gab es zum Eintopf immer Kartoffelpuffer (Grumbereschniedcher), Apfelpfannkuchen oder Waffeln. Ein Glück für mich, denn diese "Beilagen" konnte ich wenigstens essen....


    Gruss

    Gudrun


    PS: Ich stamme aus Trier.....

    Ich bin in den 50ern geboren und habe in Sachen Ernährung einiges mitbekommen, was heute teils exotisch klingt, teilweise aber schon wieder modern wird.

    Wir hatten wenig Geld, Vater war der einzige Verdiener. Wir lebten in 2 kleinen Zimmern (Wohnküche + Schlafzimmer) mit Ofenheizung im Haus der Grosseltern. Bad und Toilette wurden von insgesamt 8 Personen benutzt - im Bad wurde auch die Wäsche im grossen Kessel gemacht.
    Im Sommer bestand das Abendessen schon mal aus Erdbeeren aus dem Garten mit Keksbruch aus dem Laden der anderen Grosseltern. "Richtiges" Fleisch gab es eigentlich nur sonntags, den traditionellen Braten. Unter der Woche waren für meine Mutter und ich Kartoffeln, Nudeln, Gemüse, Griessbrei, Brötchenauflauf usw. die Regel. Für Papa gab es ein Stück Wurst dazu oder auch mal eine Frikadelle. Morgens Brot mit Butter (nein Margarine gab es nicht, lieber nur eine dünne Schicht Butter) und selbstgekochte Marmelade. Abends wieder Brot - mit Gurke, Tomate, Apfelscheiben usw. und für Papa etwas Wurst oder Käse.

    Es wurde fast alles selbst gemacht, Fertiggerichte gab es sowieso kaum.
    Suppengemüse: Für Fleischbrühe wurde mit dem Fleisch Suppengemüse mit aufgesetzt, damit die Brühe auch Geschmack bekam. Meist wurde dann später noch zusätzlich ein Stück Sellerie und ein paar Möhren mitgekocht, die später mit den Fleischresten (die am Stück kaum essbar gewesen wären) zu einem "gemischten Salat" verarbeitet wurden. Ich fand den immer eklig und mochte den gar nicht essen. Wahrscheinlich kommt daher auch meine Antipathie gegen Sellerie.

    Pfannkuchen für die ganze Familie wurden aus 2 Eiern, viel Mehl, etwas Milch und etwas Wasser gemacht. Sie waren dünn und fest - ich habe sie besonders geliebt, wenn sie kalt waren und die Ränder leicht knusprig wurden. Die Milch wurde teilweise extra stehen gelassen, um Dickmilch zu erzeugen. Am Wochenende gab es eigentlich auch immer einen Kuchen, meist eher einfache Hefekuchen, da die Zutaten billiger waren als für Rührkuchen. Der Gipfel des Genusses war und ist für mich der gedeckte Apfelkuchen aus Hefeteig mit Zimt in der Apfelfüllung und ganz dünnem Zuckerguss. Besonders am zweiten Tag war der dann etwas weich geworden... lecker.

    Heute kann ich nachvollziehen, was meine Mutter geleistet hat, um uns jeden Tag sättigende Mahlzeiten zu liefern - damals war ich schon manchmal neidisch, wenn die Nachbarskinder sich fast täglich ein Teilchen beim Bäckerwagen oder auch ein grösseres Eis beim Eismännchen holen durften. Dafür hatten wir aber tolles Obst im Garten....

    Bei den Grosseltern väterlicherseits ging es etwas üppiger zu - sie hatten auch einen kleinen Laden "Lebensmittel - Kohlen". Da gab es immer Kaffee, Wurst, Käse, Keksbruch, etwas zähe Mohrenköpfchen, die so nicht mehr verkauft werden konnten, restliche weisse Brötchen, Obst mit Druckstellen usw. Meine Mutter hat dort für sehr wenig Geld ziemlich regelmässig ausgeholfen, durfte aber selten etwas mitnehmen.

    Fleisch wurde am Wochenende "bestellt", denn der Cousin der Oma hatte eine Metzgerei. Ich glaube allerdings nicht, dass es da Preisnachlässe gab. Vielleicht befand sich in der Tüte mal eine Zugabe.... Streichwurst, Salami oder mal ein Schinkenendstück.

    Die Abfalltonne war für die 8 Personen so gross wie heute die normale Biotonne - und war oft nicht voll, wenn der Müllwagen kam, denn es wurde eigentlich alles verarbeitet. Eine Todsünde war es, Brot wegzuwerfen.


    Die Ernährung zu dieser Zeit und teilweise auch noch während meiner Schulzeit war sicher nicht die ausgewogenste und beste Form. Wir haben aber nichts vermisst und waren weitestgehend gesund. Mir hat die Zeit eine fatale Vorliebe für Süsses beschert - das hat sich dann auch in der entsprechenden Körperform gezeigt, die ich bis heute nicht ablegen konnte, obwohl ich mich inzwischen deutlich besser und gesünder ernähre.


    Ich bewundere im Nachhinein das Talent unserer Eltern und Grosseltern, aus sehr wenig etwas Gutes zu machen, auch wenn ich einiges nicht mochte und bei Linsen- und Erbsensuppe eher gefastet habe, als das zu essen (hat aber auch nix genutzt). Heute geht ja der Trend wieder in die Richtung, möglichst wenig wegzuwerfen - aber dennoch sind die Mülltonnen voll.


    Gruss

    Gudrun

    Das klingt wirklich interessant. Notiere ich mir mal auf meiner Merkliste, genaus wie das von Tanzbaerin oben empfohlene Buch. Und zu den vielen anderen...

    Wie gesagt: Da ich das Buch hier als gelesenes Leseexemplar auf dem Weg zum Bücherschrank stehen habe, kann ich es gerne weitergeben - eventuell über den Wanderthread, falls noch jemand interessiert ist. Es geht um William Boyd - Blinde Liebe.


    Gruss

    Gudrun

    Vpm Kathrin (LeserinmitHund) habe ich "Blinde Liebe" von William Boyd bekommen - sie hat es wärmstens empfohlen.


    Ich kann es ebenfalls nur empfehlen - eine schöne Liebesgeschichte, die Anfang des 20. Jahrhunderts an verschiedenen Schauplätzen spielt, aber nichts süssliches. Ein schönes Buch, für mich eine willkommene Abwechslung zu blutrünstigen Thrillern. Es ist ein Leseexemplar - ich könnte es auch gerne auf die Reise schicken.



    Gruss

    Gudrun

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