Wie und was macht Ihr bei Besuch?

  • Hallo,

    Fiete hat früher den Besuch sehr genervt - wir hatten allerdings auch selten welchen.
    Mittlerweile ist er zwar anfangs noch etwas hibbelig, springt aber nicht mehr und beruhigt sich nach eins, zwei Minuten. Wenn der Besuch ihn dann ignoriert, verzieht er sich relativ schnell und verhält sich unauffällig.

    Geholfen hat es bei uns, ihn zumindest bei der Begrüßung an der Leine zu haben und ihn erst an den Besuch zu lassen, wenn er sich beruhigt hat. Die Leine, da ich ihn nicht blocken konnte, darauf hat er in solchen Situationen wenig reagiert und war einfach zu schnell, hat sich also immer wieder selbst belohnen können.

    Einen festen Platz hat er hier nicht, denn den bräuchte ich tatsächlich nur bei Besuch.
    Hat er allerdings rumgenervt, gab es eine Verwarnung, hat er die missachtet, wurde er aus dem Raum geschickt, hat er das missachtet, war die Tür eben zu.
    War für ihn auch nicht allzu schlimm, denn das waren in der Regel Situationen, in denen er eh sehr hochgedreht war und Ruhe brauchte. Ich hätte es eher kontraproduktiv gefunden, ihn den Stress aussitzen zu lassen. Nach kurzem Gemecker hat er sich dann auch zum Schlafen zurück gezogen. War er ruhig, ging die Tür wieder auf und er durfte teilhaben, wenn er mochte.

    Da bin ich ziemlich kompromisslos, er hat fremde Leute nicht zu nerven und ich werde nicht wochenlang rumdiskutieren, zumal eine Freundin von mir auch Angst vor Hunden hat.

    Gerade die hatte es ihm aber sehr angetan, da haben wir nochmal extra an verschiedenen Orten geübt, dass sie tabu ist, ob sie nun rumhampelt, Essen in der Hand hat, auf dem Boden sitzt oder rumrennt.
    Klappt super und mittlerweile traut sie sich sogar, ihn zu streicheln, weil er ganz ruhig bleibt.

    Liebe Grüße

  • Zitat

    ich habe meinem Hund strikt verboten den besuch zu begrüßen.
    Der besuch ist mein Besuch und da hat er erstmal nichts dran verloren bis es ihm gestattet wird. Ich habe ihn nicht am Platz angeleint. Bevor Leute mein Haus betreten werden sie instruiert den hund zu ignorieren, es gibt keinen Hund bei mir, er ist Luft und sollte er im Weg stehen wird durch ihn hindurch gegangen.

    Ging er auf den besuch zu, auch wenn es nur schnüffeln war, wurde er von mir geblockt und es ertönte "nein". Hielt er sich daran nicht, wurde er geblockt und körperlich von meinem Besuch zurückgedrängt, bis ihm wieder einfiel das ich ja gerad was gesagt habe. nach einiger zeit maschierte er dann fruistriert ins bett.

    Der Besuch und ich standen allerdings immer noch im Flur und kamen vlt 2 Schritte weiter richtung WZ.

    Dazu gab es dann immer das kommando welches ihm signalisiert, das er auf seinen Platz gehen soll. Sprang er wieder auf, ging ich hin, nahm ihn und brachte ihn wortlos zurück auf seinen Platz.

    Dazu muss man aber auch sagen, das der Besuch da mitspielen muss. Sind es Leute die davon genervt sind, dann haben die in der ersten "schlimmen" Zeit nichts da zu suchen. Mein Besuch hielt sich zu 90% an die Anweisung des Ignorierens.

    :gut: Genau! Es ist Dein Besuch, nicht der vom Hund. Besucher sollen den Hund erstmal strikt ignorieren (was bei einem dreijährigen natürlich schwer ist. Der Besuch sollte Euch ausführlich begrüßen und den Hund links liegen lassen. Außerdem, auch ganz wichtig und Schritt 1: Wenn ihr nach Hause kommt solltet ihr auch erstmal alle anderen Familienmitglieder überschwänglich begrüßen und dann den Hund erst ganz zum Schluss, Euch sollte er auch nicht anspringen. Ich weiß, das hört sich total affig an, funktioniert aber nach einer Weile. Anleinen würde ich ihn nicht, davon lernt er nichts, regt sich vermutlich nur noch mehr auf.

  • Zitat

    Wenn ihr nach Hause kommt solltet ihr auch erstmal alle anderen Familienmitglieder überschwänglich begrüßen und dann den Hund erst ganz zum Schluss, Euch sollte er auch nicht anspringen. Ich weiß, das hört sich total affig an, funktioniert aber nach einer Weile. Anleinen würde ich ihn nicht, davon lernt er nichts, regt sich vermutlich nur noch mehr auf.

    Also das klingt für mich völlig logisch, dennoch wüsste ich es nicht umzusetzen, sodass es produktiv ist. Wenn ich nach Hause komme, oder Besuch kommt und der Hund wird ignoriert und ist nicht angeleint, springt er am Besuch/an mir hoch und versucht so jegliche Aufmerksamkeit zu bekommen. Er soll ja aber nicht an Leuten hochspringen (fällt ihm bei so ner Aufregung noch sehr schwer), deshalb die Leine...funktioniert das für Paul immernoch nicht, dann klaut er Sachen die rumliegen, weil er genau weiss (haben wir gut anerzogen :headbash: ) dass er dann Aufmerksamkeit bekommt, wenn auch negativ....

  • Lilie, mein Hundetrainer (der 8. der uns dann endlich helfen konnte ;-) ) sagte mal zu mir, Aufmerksamkeit nimmt der hund in erster Linie übers ansprechen wahr. Wenn du den hund aber weder ansprichts, noch anschaust, sondern einfach "durch ihn hindurch gehst" wird der Hund sehr verblüfft sein.

    Klaut er sich was, dann steh einfach auf, schau ihn nicht an, sprich ihn nicht an, nimm ihm das Objekt weg und bring ihn am Geschirr/Halsband/Hausleine wieder auf seinen Platz zurück.

    Springt er an deinem besuch hoch (das problem hatten wir teilweise auch) musst du einfach schneller sein als er. Denn wenn er schon die gelegenheit hat hoch zu springen, dann ist er eindeutig zu nah an dem besuch dran. Block ihn vorher ab, schneide ihm den Weg ab. Oder wenn er es doch geschafft hat, rempel ihn an und "stoße" ihn weg.

    Ich weiß ja, die Freude über den besuch ist so groß das das Hirn im Hundebett vergessen wurde und die Ohren angeklappt sind ;-)

    aber mit Konsequenzt kommt man da echt weit.

    Edit:
    Wenn du nach hause kommst, schaust du so sehr in die Luft das es dir in die nase regnen würde, sollte Wasser von der Decke kommen. Lauf einfach weiter, zieh dir die Hausklamotten an, koch dir nen Kaffee und nimm dir dann nen Keks. Dein hund ist gar nicht da. Du hast keinen Hund. Aber sobald er sich hinlegt und "entspannt" dann kannst du ihn begrüßen und Kraulen.
    Diese entspanntheit muss man aber ausbauen/erweitern. Anfangs reichte es wenn franz sich nur hinlegte, dann wurde er begrüßt. Mittlerweile muss er solang warten bis mein Kaffee durchgelaufen ist. Sobald ich mit tasse am Sofa angekommen bin lauert er schon auf seine Begrüßungsknuddelei. Gut das mit dem kaffee ist bei uns nun so ein Ritual ;-)

  • Zitat

    Wenn ihr nach Hause kommt solltet ihr auch erstmal alle anderen Familienmitglieder überschwänglich begrüßen und dann den Hund erst ganz zum Schluss, Euch sollte er auch nicht anspringen. Ich weiß, das hört sich total affig an, funktioniert aber nach einer Weile. Anleinen würde ich ihn nicht, davon lernt er nichts, regt sich vermutlich nur noch mehr auf.

    Er lernt durch die Leine, dass er auch in einer solchen Situation kontrolliert wird.
    Denn wenn der Hund springt und der Angesprungene ihm auch nur einen Blick würdigt oder ein Geräusch macht, hat er ja zumindest im Ansatz erreicht, was er wollte.
    Klar, die Leine muss ausgeschlichen werden, aber ich fand es äußerst sinnvoll. Meinen kleinen, extrem schnellen Hund kann ich z.B. ab einer bestimmten Reizschwelle nicht mehr blocken, da muss ich ihn erst heranführen.
    Regt er sich übrigens noch mehr auf oder beruhigt sich einfach nicht, nehme ich ihn aus der Situation, denn ab einem bestimmten Stresslevel lernt er auch nichts mehr.

    Das überschwängliche Begrüßen finde ich hingegen nicht sehr günstig, denn das ist einfach unnatürlich (zumindest bei mir) und regt Herrn Hund noch mehr auf. Gebracht hat es nichts, denn wenn ich wie blöde angesprungen werde, reagiere ich irgendwie, ob ich will oder nicht.

  • Das geht schon. Versuch außerdem mal, Dich leicht vorgebeugt mit nach vorne gestreckter Hand vor Deinen Hund zu stellen (eine Art Abwehrbewegung) und sage dabei "unten" wenn er Dich anspringt. Nicht anschreien, aber mit fester Stimme.

    Und, ignoriere anfangs Deinen Hund und begrüße erst alle anderen in der Wohnung. Wenn Du ihn dann begrüßt kannst Du auch in die Knie gehen, dann muss er nicht springen.

  • Zitat

    Lilie, mein Hundetrainer (der 8. der uns dann endlich helfen konnte ) sagte mal zu mir, Aufmerksamkeit nimmt der hund in erster Linie übers ansprechen wahr. Wenn du den hund aber weder ansprichts, noch anschaust, sondern einfach "durch ihn hindurch gehst" wird der Hund sehr verblüfft sein.

    Klaut er sich was, dann steh einfach auf, schau ihn nicht an, sprich ihn nicht an, nimm ihm das Objekt weg und bring ihn am Geschirr/Halsband/Hausleine wieder auf seinen Platz zurück.

    Springt er an deinem besuch hoch (das problem hatten wir teilweise auch) musst du einfach schneller sein als er. Denn wenn er schon die gelegenheit hat hoch zu springen, dann ist er eindeutig zu nah an dem besuch dran. Block ihn vorher ab, schneide ihm den Weg ab. Oder wenn er es doch geschafft hat, rempel ihn an und "stoße" ihn weg.

    Jawoll so wirds gemacht! Vielen Dank!

    Manchmal frage ich mich ob aus diesem kleinen Stinker mal n erwachsener vernünftiger Hund wird :lol:

  • Zitat

    Das geht schon. Versuch außerdem mal, Dich leicht vorgebeugt mit nach vorne gestreckter Hand vor Deinen Hund zu stellen (eine Art Abwehrbewegung) und sage dabei "unten" wenn er Dich anspringt. Nicht anschreien, aber mit fester Stimme.

    Das würde bei mir sicher funktionieren, hab das schon mit Kombi aus wegdrehen und weggehen probiert und bei mir klappt das ganz gut (meistens). Naja bloss der Besuch machts halt nicht. Die wenigsten ignorieren wirklich wenn ich sie drum bitte und drehen sich weg, einer oder zwei, ja...aber der Großteil hat genauso keine Ohren wie der Hund :D

  • Zitat

    Naja bloss der Besuch machts halt nicht. Die wenigsten ignorieren wirklich wenn ich sie drum bitte und drehen sich weg, einer oder zwei, ja...aber der Großteil hat genauso keine Ohren wie der Hund :D

    dann pick dir genau ie 2 Menschlein raus die das machen worum du sie bittest und frag sie ob sie als trainingsobjekte zur verfügung stehen würde.

    Man kann Übungs-Besuch wunderbar mit kaffee und Kuchen oder auch mit Bier und Grillwurst bestechen ;-)

  • Zitat

    Das überschwängliche Begrüßen finde ich hingegen nicht sehr günstig, denn das ist einfach unnatürlich (zumindest bei mir) und regt Herrn Hund noch mehr auf. Gebracht hat es nichts, denn wenn ich wie blöde angesprungen werde, reagiere ich irgendwie, ob ich will oder nicht.

    Ich will Dir ja nicht zu nahe treten, aber Dein Hund sagt doch im Moment: Wenn Frauchen kommt, muss ich springen, ob ich will oder nicht. Wenn Du jetzt sagst, dass Du Dich auch nicht beherrschen kannst sondern reagieren musst :???: Das kann doch nicht sein. Einer von Euch muss sich zuerst in den Griff kriegen.

    P.S. Wenn Du mich kennen würdest, wüßtest Du, dass überschwängliche Begrüßungen anderer Leute für mich sehr unnatürlich sind. Ich habe mich überwunden, ist ja nicht für immer :D

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