Hund apathisch aber aggressiv, urplötzlich.

  • Hallo erstmal zusammen!
    Ich fang hier einfach mal so an, weil ich echt nicht vorwärts und rückwärts weiss.
    Als Halter von 2 Hunden macht einer bzw eine davon grad ne üble Phase durch:
    Gestern abend fing es an, sie kratzte exzessiv die Läufer und Badezimmerteppiche zu Knäueln, versucht das sogar mit dem Badewanneneinleger (ja, sie saß in der Wanne). So extrem hat sie das noch nie gemacht. Naja, meine Frau und die Kinder haben sie dann ins Körbchen (eigentlich ne Box) geschickt, dort hat sie gleich weitergemacht. Naja.
    Ich komm nach Hause, erfahre dies. Noch bevor ich mich wundern kann, fängt sie wieder mit einem Läufer an. Ich guck den Hund an, frag sie, was das werden soll. Sie guckt mich an, und erstarrt zur Salzsäure. Ich lasse sie erstmal, denke, sie wird wohl nun in die Box flüchten. Sie bleibt aber stehen. Ich beachte sie erstmal nicht weiter. Nach so 20min steht sie da immer noch. Ich rufe sie, keine Reaktion. Gehe zu dem Tier, sie klemmt den Schwanz ein, reagiert gar nicht, verharrt in ihrer Position. Ich nehme sie hoch, kraule sie, sie bleibt apathisch. Auf dem Sofa spüre ich, wie der Herzschlag sehr niedrig wird. Bei Bewegungen meinerseits bessert sich die Herzfrequenz, der Hund bleibt apathisch. Ins Körbchen gelegt, bleibt sie ruhig. Letzter Gassi-Gang: Sie läuft sehr seltsam, wackelig. Geht ein paar Meter bis zu einer kleinen Wiese, pinkelt, zurück trage ich sie.
    Lege sie ins Körbchen, sie wirkt erschöpft. Ich überlege, ob sie wohl sich arg verausgabt hat, nachmittags waren die Kinder mit ihr radeln. Oder sich vlt vertreten hat, das kenne ich von meinem Rüden.
    Nächster Tag:
    Nachts hat sie an der Tür gekratzt, hat sie noch nie gemacht. Liegt vor der Tür. Verhält sich weiter seltsam, wirkt apathisch, geht wackelig und nur wenige Meter.
    Da sie ja nicht selbst zum Wassernapf geht, halte ich ihr eine Schale hin, sie trinkt vorsichtig etwas. Mein Rüde guckt, und will natürlich sofort was mithaben. Das ist nichts besonderes, die Hunde trinken sonst sogar gemeinsam gleichzeitig. Also halte ich die Schale so, dass er auch dran kann. Die Hündin stürzt sich daraufhin mit gefletschten Zähnen auf meinen Rüden, ohne Vorwarnung. Ich hab sie sofort zurückgehalten, er ist abgeflitzt, keine körperlichen Schäden. Ich war herbe überrascht, das habe ich noch nie von ihr erlebt. Sie ist eigentlich eine eher zurückhaltender, ängstlicher Hund, versteckt sich gern hinter dem Rüden.

    Tierärztin:
    Klinisch soweit kein Befund, neurologisch kann sie nichts Genaues sagen. Sie vermutet ein Ereignis, welches eine Art Schock/ Panik auslöste. Das könne aber alles sein. Alternativ könne ein Hirntumor Ursache sein, ich soll das Tier 1-2 Wochen Beobachten, wenn keine Besserung eintritt, zum Schädel-CT.

    Wieder zuhause:
    Hund läuft etwas besser, warum auch immer.
    Im Gesamtverhalten ist sie verlangsamt.
    Aus dem Nichts ging sie plötzlich erneut auf meinen Rüden, konnte wieder dazwischen. Der schiebt jetzt Panik vor ihr, kennt er nicht.
    Sie ist mit mir allein los vorhin, oder besser ich mit ihr. Laufen etwa 500m, Pause, weiter. Langsam für ihre Verhältnisse.

    Eifersucht? Kann etwas sein, denn er darf etwas mehr, was sie aber auch selten einfordert. Sofa z.B.
    Ansonsten hat jeder mal mehr Aufmerksamkeit. Bei ihr ist das Verhältnis zu meiner Frau etwas gespannt, aber das gleicht sich meist durch die Kinder aus.

    Und nun such ich gute Ideen!!!
    :hilfe: :hilfe: :hilfe: :hilfe: :hilfe:

  • Hallo,

    hat die Tierärztin auch die Wirbelsäule / Hüften untersucht und Blut abgenommen?

    Ist eventuell irgendetwas bei der Radtour mit deinen Kindern geschehen?

    Es kann ein neurologisches Problem sein aber auch andere Erkrankungen, schwer aus der Ferne zu sagen.
    Die Aggressionen gegen den Rüden können auch unterschiedliche Gründe haben wie, Schmerzen, neurologisches Geschehen im Gehirn oder auch bakterielle Ursachen.

    Wenn das Verhalten anhält würde ich nicht 1-2 Wochen warten, sondern eine Klinik aufsuchen und alles sofort abklären lassen.

    Gute Besserung für Cassy! :gut:

    LG Sabine

  • Hallo,

    du solltest dir eine zweite Meinung in einer größeren Tierklinik einholen, dort sind erfahrungsgemäß mehr Spezialisten vor Ort, es muss einiges untersucht werden, damit man nichts übersieht.
    Sie ist 10 Jahre alt und wenn sich plötzlich so ein Verhalten einstellt, denke ich zuerst an gesundheitliche Probleme.

    Ich würde jetzt darauf achten, dass sie ihre Ruhe hat und dass der Rüde ihr nicht zu nahe kommt.

    Ist nichts vorgefallen, woran sich jemand aus der Familie erinnern kann?
    Schrecken? Rauferei? Sturz?

    Gruß
    Leo

  • Danke für schnelle Antworten!
    Es ist nichts ungewöhnliches passiert, habe die Kinder(16) mehrmals gefragt, sie würden sowas auch so nicht verschweigen.
    WS und Hüfte abgetastet, Lauftest.
    Blut meinte sie, wäre erstmal abzuwarten, sie tippt auf was psychisches.
    Pico macht nen grossen Bogen, der Schreck sitzt tief. Er hat sie sozialisiert, sie war nen Fellhaufen Angst, als ich sie bekam. Ich war nur Dosenöffner.
    Habe überlegt, ob das auch da herkommt, denke schon an Trennung der HUnde, aber...

  • Hallo.
    Hat der TA das Herz untersucht? Du sagtest, ihr Herz hätte langsam geschlagen und sich dann gebessert. Vielleicht sackt der Kreislauf öfter ab. Du kannst zuhause ihren Puls messen und öfter mal die Schleimhäute auf ihre Farbe kontrollieren. Gute Besserung für deine Hündin.

  • hm.

    ich weiss nicht. wenn ihr die hündin schon 9 jahre gemeinsam mit dem rüden habt - dann ist das wohl nix zwischen den beiden - wenn bisher nie was war.

    ich möchte mich dem tipp anschliessen: lass bitte alles nochmals von einem anderen TA - besser tierklinik - abchecken. inkl. blutbild ect. "WS und Hüfte abgetastet, Lauftest" alleine sagt gar nix.

  • Sie ist so lange bei euch und es war bis jetzt nichts auffälliges unter den Hunden, dann glaube ich nicht das sie den Rüden auf einmal nicht mehr leiden kann.

    Ein Hund der plötzlich einen wankenen Gang hat und Aggressionen zeigt, da würde bei mir Alarmglocken angehen und ich wäre in der Klinik.

    Doch das ist bei mir ein Bauchgefühl wenn unsere drei Hunde etwas haben und genügt mir die Diagnose meines TA nicht, suche ich einen Zweiten auf oder fahre gleich in eine Klinik.

    Da es auch Erkrankungen gibt, die solche anfänglichen Symptome zeigen, ist eine Blutuntersuchung unumgänglich, meiner Meinung nach.

    Ich hoffe das der Fellnase geholfen werden kann!

    LG Sabine

  • Ich würde auch in eine Klinik fahren und alles abklären lassen.
    Auf jeden Fall ein großes Blutbild, allein schon um Entzündungen im Körper auszuschließen.
    Außerdem würde ich die Augen überprüfen lassen.
    Gut wäre, wenn die Klinik auch einen Neurologen hätte.

    Wenn möglich solltet ihr die Hunde mit einem Gitter trennen. So kann der Rüde die Hündin sehen, aber sich eben auch zurück ziehen und die Angriffe würden vermieden werden.

    Alles Gute für Euch. =)

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