Abrufkommando anscheinend verlernt!

  • Zitat


    Und wenn dann wie beschrieben nichts passiert? Hund schnuppert weiter? Ignoriert dich?


    Ich kann der Beschreibung nicht entnehmen, ob der Hund den Menschen tatsächlich ignoriert, oder eben nicht wahrgenommen hat, weil er in seiner Welt versunken ist. Und ich bin ziemlich sicher, dass Shoppy die Bitte nicht einfach genau wie beim ersten Mal wiederholen würde, sondern dafür sorgt, dass sie bessere Chancen hat, wahrgenommen zu werden.

    Ich werde übrigens im Moment auch öfters von meinem pubertierenden Querkopf "ignoriert", und ich bin meistens sehr sicher, dass mein Ruf gar nicht in seinem Bewusstsein angekommen ist. Drum macht er auch nichts falsch....


  • Interessante Überlegungen zum Thema Ignorieren, gibt es die amerikanische Studie irgendwo zum Nachlesen? Insbesondere das Zeitfenster ist spanned, unzählige Trainer empfehlen immer wieder das tagelange Ignorien des Hundes, was ich immer mehr als nur heftig gefunden habe.

    Ein Problem sehe ich allerdings: um Ignorieren als Strafe zu empfinden, muss der Hund in dem Moment an sozialer Interaktion mit mir interessiert sein. Ist er gerade in ein Mauseloch versunken, oder sonstwie tief in seiner Hundewelt, so wird er die drei Sekunden ignoriert werden gar nicht registrieren....

  • Naja - ehrlich gesagt. Mir ist egal ob der Hund mich bewusst ignoriert oder einfach in seiner Welt versunken ist oder oder oder. Mein Hund muss abrufbar sein. Egal wo und wie. Wenn ein Traktor um die Ecke geschossen kommt auf dem Feldweg, oder ein Auto, oder andere Spaziergänger....für seine und meine Sicherheit und auch für die der Umwelt.


    Wenn der Hund gerade gar nicht an einer Kommunikation mit mir interessiert ist weil er in einem Mauseloch hängt sitzt ja auch der Rückruf noch nicht 100%. Das muss ich trainieren. Ich bin interessanter, besser, toller als der ganze Rest. Dies kann ich nur wirklich trainieren in dem ich dem Hund keine Chance gebe sich durch selbstbelohnendes Verhalten zu bestätigen. Rückruf trainieren gerade am Anfang hat auch viel mit dem richtigen Timing zu tun! ;)
    Bestrafen und brüllen nutzt meist auch nicht viel. Wenn ich allerdings kommentarlos hingehe und ihn anleine wird er wieder "aufgeweckt" und bekommt eine neue Chance wenn ich ihn wieder laufen lasse. Somit komme ich nicht in die Gefahr das der Hund irgendwas falsch verknüpft oder in der Situation eher noch auf abstand geht.
    Wobei ich sowieso denke das ein Hund das erste Jahr ruhig nur an der Schlepp laufen kann! So lange es kein eingezäuntes gebiet ist!

  • Wenn er auf mich nicht reagiert ignoriert er mich.
    Relativ einfach :-)

    Ich verbiete nicht das schnuppern, sondern das ignorieren meines Signals. Das möchte ich auch klar als FALSCH kommunizieren.
    Daher unterbreche ich die Handlung schnüffeln.
    Ich will dass er alles was er tut einstellt wenn ich es sage. Ich finde das lebenswichtig.
    Und rabiat sein Job auf mich zu achten.
    Dafür kriegt er Futter ;-)

  • hej,

    irgendwas mache ich falsch, Eure Antworten erscheinen bei mir nicht in der richtigen Reihenfolge, so dass ich auf ganz andere Sachen antworte, wie ihr schreibt :headbash:

    So, ich bleibe mal bei den Bildern, die ich gebraucht habe.
    Viele Frauen können wohl aus Erfahrung bestätigen, dass es nicht viel nützt, den Mann zu ignorieren während er in der Kneippe sitzt und sich voll laufen lässt.
    Natürlich muss ein Hund bemerken können, dass er ignoriert wird, sonst darf man dies auch Tagelang machen, den Hund wird es nicht stören, wenn er wirklich anderweitig beschäftigt ist.
    Man ignoriert einen Hund diese drei Sekunden, wenn man den Fehler korrigiert hat oder der Hund ihn selber korrigiert hat.
    Konkret, nachdem man ihn angeleint hat oder wenn er von alleine kommt.

    Was nun das angeht, dass der Hund total selbstvergessen sein kann.
    Dies halte ich zwar für natürliches Verhalten aber es ist wirklich lebensgefährlich für einen Hund.
    Am heftigsten passiert dies in der Regel, wenn ein Hund etwas hetzt.
    Wenn man dies nicht unter Kontrolle bringen kann, kann man einen Hund nur noch unter kontrollierten Verhältnissen frei laufen lassen, weil sonst die Verletzungsgefahr zu gross ist.
    Wenn wir nicht so stark mit der Zucht herumgepfuscht hätten, würde ich behaupten, dass jeder Hund lernen kann, auf einen zu achten, ohne dass deswegen seine Lebensqualität eingeschränkt werden muss.
    Tatsache ist aber, dass wir so Trieb-starke Hunde gezüchtet haben, dass ich mir nicht uneingeschränkt sicher bin.
    Trotzdem, der Abruf ist kein Spiel und wenn er nicht funktioniert, dann muss man darauf reagieren.

    Was diese drei Sekunden angeht, ich weiss nicht mehr sicher, woher ich die habe, dafür habe ich leider zu viel gelesen.
    Allerdings ist es so, dass vielleicht ein anderer Agilitytrainer mehr darüber schreiben kann, denn dies ist im Agility tatsächlich üblich.
    Wenn ich raten sollte, so würde ich auf Patricia McConell tippen und zwar entweder Das andere Ende der Leine oder Liebst du mich auch?
    Das sind aber dicke Bücher und es würde eine Weile dauern, bis ich die Stelle gefunden hätte, wenn ich richtig Tippe.

    Was das Tagelange, Stundenlange oder schon nur Minutenlange Ignorieren der Hunde angeht, ich habe schon geschrieben, was für Wirkungen das bei uns Menschen hat und etwas weniges auch, wie es unseren Hunden dabei ergeht.

    Liebe Grüsse aus dem Norden

  • unter ignorieren verstehe ich "bewußt nicht darauf reagieren".
    Bei Hunden ist es meiner Meinung nach viel öfter so, dass sie es einfach nicht mitbekommen haben, oder etwas anderes wichtiger ist, oder sie einen anderen, wesentlichen Grund haben, warum sie grad nicht tun, was wir wollen...

    NATÜRLICH wollen wir alle einen Hund, der möglichst immer abrufbar ist. Wenns dann mal nicht klappt (oder sogar öfter nicht), dann muß man rausfinden woran es liegt:
    muß man den rückruf "pimpen"?
    gibt man widersprüchliche Signale? (man sagt das Wort für Kommen, aber die Körpersprache sagt "halt Abstand!"??
    Konnte das Signal gegen die Umwelt des Hundes überhaupt wahrgenommen werden?
    Wurde es von wichtigeren Sinneseindrücken überlagert?
    Sagt irgendein Umweltsignal "Bleib weg"?
    Treffen mehrere Punkte gleichzeitig zu?
    Was kann man gegen jeden "Kommen nicht möglich"-Grund unternehmen?


    Beispiel - Crispel hat einen sehr guten Rückruf ausser ;)

    - er schnuppert gerade an einer Pippistelle (besonders von Mädchenpippi ist es ziemlich unmöglich, ihn abzurufen. Warum??? Er HÖRT das Signal nicht - ich meine nicht, dass er nicht gehorcht - er kann mich nicht hören - das merke ich dann daran, dass er sich richtg erschreckt, wenn ich ihn dann leicht berühre... er war in seiner Welt unterwegs, und da war "hören" grad mal auf "Standby" geschaltet...

    - ich stehe in einer Gruppe anderer Hunde - es wäre unter Hunden extrem unhöflich, da einfach hindurch zu rasen - also kommt er - aber langsamer oder er wartet, bis ich aus der Gruppe raus bin - oder er läuft einen Bogen drumrum. Er ignoriert mich nicht - aber er muß andere Sachen beachten.

    - ich habe mich erschreckt, und oder Angst (weil er vielleicht vor ein Auto laufen könnte. DANN macht er typisches hundliches "bitte sei nicht sauer"-Verhalten - und kommt nicht, oder nur langsam...

    Das sind nur ein paar Beispiele, für nur einen Hund.
    Für den Gandhi gäbe es beispielsweise noch mehrere Gründe, warum "Kommen" grad nicht geht - wenn er z.B. grade völlig im Hinterhirnmodus ist, weil sein Jagdverhalten ausgelöst worden ist - wichtigeres Umweltsignal.


    Ich analysiere, und ich ziehe Rückschlüsse für mein ZUKÜNFTIGES Verhalten.
    IN DER SITUATION, kann ich nur versuchen, dass ich wahrgenommen werden kann - ich könnte näher ran gehen, statt eines Rufs den Pfiff verwenden, weg gehen, mich verstecken, hingehen und den Hund einsammeln, Schleppleine in die Hand nehmen, und einfach so lange warten, bis ich bemerkt werde...

    Strafen kann ich nicht, denn der hund hat nichts "falsch" gemacht - es war nur einfach nicht das, was ich wollte, was er tut.

    Hunde sind keine Automaten. Manchmal können sie einfach nicht tun, was man ihnen sagt...

  • Zitat

    Wenn er auf mich nicht reagiert ignoriert er mich.
    Relativ einfach :-)

    Ich verbiete nicht das schnuppern, sondern das ignorieren meines Signals. Das möchte ich auch klar als FALSCH kommunizieren.
    Daher unterbreche ich die Handlung schnüffeln.
    Ich will dass er alles was er tut einstellt wenn ich es sage. Ich finde das lebenswichtig.
    Und rabiat sein Job auf mich zu achten.
    Dafür kriegt er Futter ;-)


    Du hast das was ich irgendwie umständlich versuchte auszudrücken, konkret auf den Punkt gebracht. Fast genausowas wollte ich sagen!

  • Wunderbar.
    Jetzt sind wir endlich dort, wo Du hin wolltest.
    Beschäftige Dich mal mit dem Thema negativer Verstärker und überlege Dir, wie gemein Du zu einem Hund bist, wenn Du nicht klickst und ihm deshalb kein Leckerli gibst.
    Man kann sich auch an Worten aufhängen.

    Vielleicht solltest Du bedenken, wie schlimm ein drei Sekunden langes ignorieren für einen Hund wirklich ist, bevor Du mit so vielen aber kommst.
    Glaubst Du wirklich, Dein Hund könnte in dieser Situation nicht wählen und dann sogar bewusst wählen, dass man ihn so kurz ignoriert?

    Was nun "Mädchenpipi" angeht bei Deinen Beispielen, ja, da könnte man etwas machen und das wäre nicht besonders gemein, würde aber die Zusammenarbeit von Deinem Hund unglaublich verbessern.
    Was die anderen Gründe angeht, niemand hat davon geschrieben, dass der Hund langsam kommt.
    Und was den Jagdmodus angeht, auch hier kann ein Hund bewusst ignorieren und der Jagdmodus ist wirklich hoch gefährlich, deshalb keine Nachsicht von mir in dieser Situation.
    Ich gebe zu, ich leine dann einen Hund an und ignoriere ihn dann drei Sekunden, so brutal bin ich.

    Ich finde es arrogant indirekt zu unterstellen, wir würden nicht analysieren und lernen.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!