Warum werden Hunde "Leinenaggressiv"

  • Hallo,
    ich lese hier von vielen Problemen mit der Leinenaggression und habe mir da mal dazu Gedanken gemacht. Warum ist es so und an wem liegt das.

    Oft wird gesagt, das der Hund öfter an der Leine angegriffen wurde und nun mit Aggressivität antwortet.

    Unsere Hunde sind nicht leinenaggressiv trotz mehrerer Attacken von freilaufenden Hunden, sie sind unterschiedlich groß und besitzen unterschiedliche Charakteren. Fussel war durch diese Ereignisse, eine zeitlang, sehr unsicher – schaute sich ständig um und schaute jedem Hund skeptisch entgegen und so wechselte ich in der ersten Zeit öfter auf die andere Straßenseite wenn mir ein Hund nicht koscher vorkam und wenn Hunde meinten angeprescht zu kommen, blockte ich sie ab. Er ist nun wieder sehr entspannt und hat keine Leinenaggression entwickelt.

    Bitte nicht falsch verstehen, ich möchte hier nicht den „Perfekten HH“ raushängen lassen, doch es muss doch einen Grund geben warum unsere Hunde nicht kläffend in der Leine hängen / stehen, wie so viele Hunde hier bei uns um den Block.

    Ich habe mal dazu im Internet recherchiert und bin auf interessante Seiten gestoßen, unter anderem dieser Link:

    http://www.straussherbert.at/leinenaggression.html

    Liegt es einzig und allein am Verhalten / Umgang des HH mit dem Hund.

    Wie ist eure Meinung dazu?

    LG Sabine

  • Meine wurde aggro weil sie erwachsen wurde, permanent von dummen Kötern angebäfft wurde, ihren richtigen Schutzinstinkt bekam und ich zu langsam geschalten hab (bzw. anders geschaltet hab als ich hätte tun sollen =)).
    Wirklich, in fieser Absicht, angegriffen wurde sie bisher nur ohne Leine. Daran liegt es also bei uns net.

    Also ja, ich war Schuld. Aber bei meiner wurd das ratzfatz zum selbstbelohnendem Verhalten gepaart mit "Boah, lass mein Frauchen in Ruh Du A****". Da sie das heute auch noch extrem bei einigen Hunden (mittlerweile haben wir das ja schon stark eingeschränkt *freu*) zeigt und eben immer wieder gewinnt *seufz*, werden wir wohl noch ein Weilchen zu tun haben. Allerdings hab ich jez einen neuen Ansatz der bisher recht gut funktioniert hat.
    Beim nächsten Hund weiß ich jez aber wie ich was wann wie machen muss - ausserdem bin ich wieder der Mensch der ich bei Emma die ganze Zeit hätte sein sollen.
    Aber aus Fehlern lernt man ja bekanntlich ;)

  • Meine wurde aus Unsicherheit Leinenagressiv. Wir hatten sie in eine Hundepension gegeben (einmal die Woche) und schätzen, dass sie dort gelernt hat, dass Angriff die beste Verteidigung ist und so Hunde einschüchtern und loswerden kann. Dadurch ist sie wahrscheinlich leinenaggreiv geworden. Sie musste erst wieder lernen, das Menschen das regeln und ich sie beschütze.

  • Meinen hab ich ja aus dem TH, er hatte anfangs noch kleine Brötchen gebacken.

    Trotzdem wär das Leinenpöbeln zu verhindern gewesen. Hauptproblem war ich hab ihn zu allen Hündinnen anfangs an der Leine gelassen um zu gucken wie verträglich er ist und er zeigte keinerlei Aggresionen.

    Nur irgendwann fing dann eben die Erziehung an und der Bindungssaufbau. Leider in falscher Reihenfolge...

    Mein Jack hat Frust geschoben das er nicht mehr zu anderen Hunden hin drufte. Ich wurd immer Unsicherer, weil er aufeinmal so Aggro wurde und nahm die Leine immer Straffer, wurd immer Unsicherer...

    ... naja mehr brauch ich wohl nicht zu erzählen. Das Pöbeln entwickelte sich so schneller wie der Bindungs aufbau.

  • Meiner ist an der Leine etwas schwierig, nachdem sein Vorbesitzer nach den ersten kleinen Pöbelversuchen des Jundhundes an die falschen Trainer geriet. Ergebnis war ein Hund, der schon bei einem Punkt am Horizont durchdrehte und seinen Besitzer für einige Zeit in Krankenhaus brachte.
    Heute ist er führbar, aber man muss ihn führen und ihm Hilfestellung geben. Dann kommt man entspannt überall vorbei.

    LG
    das Schnauzermädel

  • Grisu hat versucht zu pöbeln, da war er so rund 10 Monate alt. Ich denke, es war eine Mischung aus jungrüdenhaften "du machst mich an? was guckst du...?! Na warte!!" und fehlender Frustrationstoleranz: da ist ein Hund, er will irgendwie reagieren/kommunizieren, kann/darf aber nicht so wie er will an der Leine... Und es brauchte ein Ventil. Und da kommt es dann sicher auf den Menschen an, es zum einen nicht schlimmer zu machen, zum anderen für Sicherheit zu sorgen und auch "Ersatzventile" zu schaffen.

    Ich denke, es gibt Hunde, die pöbeln einfach aus Frust. Das kann auch Frust sein, den anderen Hund nicht begrüßen zu dürfen (oder abchecken zu dürfen). Dann ein anfängliches aufbauschen, die Körperhaltung, Stress des Menschen, unklare Situation --> einige Hunde reagieren darauf stärker, als andere.

    Aus Unsicherheit... das müssen für mich entweder Erfahrungswerte sein (ich explodiere, der andere geht) oder ein Hund neigt eh zum aufbrausen in unklaren Situationen (das muss ja nicht mangelnde Führung des Menschen sein, aber die verstärkt das dann). Wenn der Hund wirklich Angst hat und/oder denkt, sein Mensch hat das im Griff, explodiert der doch nicht freiwillig in Richtung anderer Hund :???:

    Mein persönlicher Eindruck ist auch, ob fremde Hunde prinzipiell eher positiv oder eher negativ wahrgenommen werden, trägt nicht ausschlaggebend zur Leinenagression bei. Eher der Punkt: umgehen mit Konflikten, Vertrauen auf den Menschen, umgehen mit Frustration

  • Zitat

    Meinen hab ich ja aus dem TH, er hatte anfangs noch kleine Brötchen gebacken.

    Trotzdem wär das Leinenpöbeln zu verhindern gewesen. Hauptproblem war ich hab ihn zu allen Hündinnen anfangs an der Leine gelassen um zu gucken wie verträglich er ist und er zeigte keinerlei Aggresionen.

    Nur irgendwann fing dann eben die Erziehung an und der Bindungssaufbau. Leider in falscher Reihenfolge...

    Mein Jack hat Frust geschoben das er nicht mehr zu anderen Hunden hin drufte. Ich wurd immer Unsicherer, weil er aufeinmal so Aggro wurde und nahm die Leine immer Straffer, wurd immer Unsicherer...

    ... naja mehr brauch ich wohl nicht zu erzählen. Das Pöbeln entwickelte sich so schneller wie der Bindungs aufbau.

    Danke für deine ehrliche Einschätzung! :gut:

    Ich werde Morgen mal einen Fall in näherer Umgebung schildern und ich überlege wie ich dem Hund / Menschgespann helfen kann. Es ist der zweite Hund von der Dame und sie fängt wieder die gleichen Fehler an, leider. :sad2:

    LG Sabine

  • Barry fing ein paar Wochen, nachdem er eingezogen war, zu merken das er ein Hund ist. Und fand es toll jetzt anderen Hunden seine Meinung sagen zu können. Bis ich ihm überzeugt hatte das er das nicht nötig hat und das er sich Freiheit verdienen muss.

    Ashkii "meckert" an der Leine wenn er nicht zu dem anderen Hund kann. Er ist einfach nur frustriert.

    Und Carlos findet sich einfach toll. Allerdings pöbelt er nicht so direkt. Er baut sich auf und ist manchmal froh das er an die Hunde (meist hinterm Zaun) nicht ran kommt.

    Würde ich das bei meinen Power-Jugendlichen nicht unterbinden, würde es wohl nicht lange dauern und ich hätte Leinenaggressive Hunde.

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