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Einschläfern - was ich bis heute nicht verstehe

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    Im November mussten wir unsere Bella einschläfern lassen, ein Bordercollie -Jack Russel Mix. Sie wurde 15 Jahre und 30 Tage alt.


    Einige Sachen gibt es da, die ich bis heute nicht verstehen kann:
    Einen Tag bevor sie 'ging', war sie noch lustig und spielte mit mir - ließ sich von mir jagen und so. Obwohl sie ansich schon sehr, sehr schwach war.
    Warum?


    Als der Termin am Abend beim TA feststand, saß ich spätnachmittags so auf dem Fußboden an der Heizung und plötzlich stand sie auf und kam auf mich zu und wir sahen uns lange in die Augen.
    Ich streichelte ihr über den Kopf und heiße Tränen rollten mir über die Wangen.
    Dann drehte sie sich nach einer ganzen Weile um und ging wieder in ihr Körbchen.


    Was hatte das zu bedeuten, das sie zu mir kam und wir einander so lange in die Augen sahen?
    Hat sie gespürt, was kommt?


    Was meint ihr?
    Habt ihr vielleicht schon ähnliches erlebt?


    LG Bettina

    Lieber Gruß! Bettina und Miki
    mit Bella im Herzen

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  • Hallo Bettina,


    erstmal tut es mir leid, daß du deinen Hund gehen lassen mußtest - aber fünfzehn gemeinsame Jahre sind wirklich was ganz Besonderes, Kompliment!


    Nachdem ich auch einige Tiere gehen lassen mußte, zu denen ich einen sehr engen Draht hatte, würde ich sagen: Ja, sie hat es gespürt, und ja, es war ein bewußter Abschied. Ich habe genau das - diese Mischung aus Sich-Zurückziehen, auch immer mehr Insichgekehrtsein, und dem Suchen von besonders engem Kontakt bei mehreren Hunden erlebt, als es aufs Ende zuging, und sogar bei einem sonst eher coolen Pferd.


    Ich denke wirklich, es ist ihre Art Abschied zu nehmen, und mehr noch: Es ist ihre Art, zu zeigen, daß es ein ruhiges, also für sie ein gutes Ende ist. Du beschreibst es ja selbst genau: Einerseits hat deine eigentlich schon sehr schwache Hündin noch mit dir gespielt, hat diesen intensiven Kontakt aufgenommen - andererseits ist sie dann aber auch wieder ruhig in ihren Korb gegangen. Ich hatte in so einer Situation wirklich immer das Gefühl, daß die Tiere den bevorstehenden Abschied sehr wohl spüren, daß sie aber auch völlig damit im Reinen sind. Das hat's mir wenigstens etwas leichter gemacht: Es fühlte sich, bei allem Kummer, alles "richtig" an.


    Genau das, glaube ich, kannst du dir jetzt auch sagen: Dein alter Hund hatte eine so enge Beziehung zu dir, daß er dir beides signalisiert hat: Es geht jetzt zu Ende - und für mich ist es gut so. Mehr kannst du als Halter für deine Zuwendung eigentlich nicht zurückbekommen, und so weh es sicher tut: Es war ein ganz großes Geschenk!

  • Ich denke, dass (viele) Hunde spüren, wenn was mit dem Herrchen/Frauchen nicht stimmt und dass sie diese Reaktion vielleicht deswegen gezeigt hat, weil sie versucht hat dich "aufzumuntern".
    Allerdings hat man bei unserer Labradorhündin damals ganz genau gemerkt, dass es für sie "okay" war, als wir sie einschläfern ließen, ich weiß aber nicht, ob das damit zu vergleichen ist. Deinem Hund scheint es ja noch bedeutend besser gegangen zu sein.

    “Dogs are great. Bad dogs, if you can really call them that, are perhaps the greatest of them all.”


    ― John Grogan, Marley and Me: Life and Love With the World's Worst Dog

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  • Hallo Bettina,


    es ist so unglaublich schwer, seinen Hund für immer gehen zu lassen.


    Hunde sind oft ein Spiegelbild ihres Besitzers und merken, wenn es ihm schlecht geht. Daher mobilisieren sie selbst ihre letzten Kräfte, egal wie schlecht es ihnen selber geht, um ihre Besitzer glücklich zu stimmen und schaffen es sogar, plötzlich nochmals munter einen Tag freudig und verspielt zu verbringen, obwohl ihre Zeit schon angezählt ist.


    Das Ganze hat auch einen Grund heraus aus der Evolution des Hundes, denn ein Wildtier darf sich nicht anmerken lassen, dass es krank, alt und schwach ist, denn ansonsten ist es nicht nur leichte Beute, sondern wird auch aus dem Rudel ausgestoßen.

    42 ist das kürzeste und bekannteste Zitat und die Antwort auf alle Fragen.

  • Wenn ich eure Zeilen so lese, dann kommen mir gleich wieder die Tränen....
    Warum ist es nur so schwer, ein Tier zu verlieren?
    Obwohl wir nun den süßen Miki haben, ist es mir immernoch schwer ums Herz....

    Lieber Gruß! Bettina und Miki
    mit Bella im Herzen

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    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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  • Du hast das richtige getan. Es war ein friedlicher Abschied.


    Hatte ja mal als Aushilfe in einem TH/Tierpension gearbeitet und dort gabs ne 17 Jährige Hündin. Nur weil sie auch ab und zu solche momente hatte wo sie zu ihrem Besitzer hinging und all ihre kräfte zusammen nahm um richtig agil und Fit zu erscheinen wurde Sie nicht erlöst.
    Der Hund rannte im grunde nur noch im Kreis, fiel ständig hin, hatte ständig offene Stellen von den stürzen und nur weil der Hund ab und zu solche Momente hatte wo Sie wieder wie Jung wirkte wurde sie nicht erlöst...


    Sich richtig zu verabschieden und auch erkennen wann der Zeitpunkt gekommen ist, dazu gehört schon viel Mut und Liebe zum Tier zu.
    Sein altes Tier zu Erlösen welches man so lange zeit so sehr geliebt hat ist eine der Selbstlosesten Handlungen die wir tun können bei alten Tieren. Sie haben es verdient nicht Leiden zu müssen und friedlich im Schlaf über die Regenbogenbrücke zu gehen, das sind wir ihnen doch Schuldig für al die Jahre der Treue und Zuneigung.

  • Als ich den Artikel las, kamen mir wieder die Tränen.
    Wir mussten schon nach 9 gemeinsamen Jahren Abschied nehmen.
    Unser Podenco-Rüde hatte eine Bauchspeicheldrüsenentzündung, Schmerzen trotz echten Medikamentenhammern. Er legte sich nicht mehr hin etc. Ich habe ihn mit Haferflocken ernährt, weil er die Steaks nicht wollte.
    Wir haben den Termin vereinbart und just als wir los mussten stellt er sich in den Flur:
    Die Leine - ergo es kann nur raus gehen. yepea Spaziergang!!!!
    Er hat glaube ich nicht gemerkt, wie schlecht es ihm eigentlich ging.
    Er fehlt mir so sehr und ja es tut schrecklich weh.

  • ich drücke dich mal....mir kommen auch die tränen,wenn ich das lese....mein süßer ist erst 1,5jahre alt,und wir haben hoffentlich auch so viele jahre vor uns....dran denken möchte ich nicht,es würde mir das herz brechen

  • Als wir damals unsere Labrador-Mix-Hündin einschläfern lassen mussten (hieß auch Bella) war es ähnlich.
    Sie litt lange Zeit schon unter einem schweren Herzklappenfehler. Sie hatte nie einen Jagdtrieb. Am Tag "davor" spurtete sie plötzlich Kaninchen hinterher wie ein junger Hund.
    Am nächsten morgen lief sie nochmal durch alle Zimmer, blieb kurz stehen, als wenn sie sich nochmal alles genau anschauen und Abschied nehmen möchte.
    Gegen Mittag konnte sie dann plötzlich nicht mehr aufstehen. Es war nun also an der Zeit.....das war das erste Mal in den 10 Jahren (sie wurde 14), dass sie sich freute, als wir die Tierarztpraxis betraten....


    Ich denke, Hunde merken das. So im Nachhinein denke ich mir, vielleicht wollte sie am abned zuvor einfach nochmal "Die Sau" rauslassen...am nächsten Tag merkte sie dann morgens schon: Nun ist es Zeit Abschied zu nehmen.

    LG Miri


    Breandán vom Kaabusch - Irish Wolfhound (*01.12.2010)
    MC Red Copper - Australian Shepherd (*14.04.2001)
    Sally - ChowChow-Border-Kelpie-Mix (*31.10.1999)


    Django & Broomhilda - Maine Coon (*23.02.2013)


    ~*Für immer im Herzen: *~
    Teddybär (12.04.1996-24.07.2012)


    Die Chaotentruppe

  • Oh, wie du das so schreibst von eurer Bella.... Mir wird ganz warm ums Herz....


    Ich habe nun schon öfter gehört, und hier ja in den Antworten gelesen, das die Hunde vorher noch 'aufdrehen'.
    Schwierig ist es dann, zu sagen: "Ja! Es IST JETZT der richtige Zeitpunkt!" Weil man halt denkt, dem Hund gehts doch gut! Den kann man doch nicht einschläfern lassen!

    Lieber Gruß! Bettina und Miki
    mit Bella im Herzen

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