Verhalten bei Hundebegegnungen

  • Das freut mich Laura :smile:

    Ich hatte gerade ein sehr gutes als auch ein sehr schlechtes Erlebnis.

    Ich habe mit Balu zufällig ne Freundin mit deren Hund getroffen, hab sie gesehen als sie noch 50m weit weg waren. Balu war dann natürlich ziemlich aufgeregt, ich musste ein paar Richtungswechsel machen. Und dann, lange Rede kurzer Sinn, hab ich es geschafft mit einem ruhigen, nicht zerrenden Hund an der lockeren Leine zum anderen Hund zu gehen :D :D Da wurde kräfiig gelobt.

    Wir haben uns dann auch unterhalten und Balu war währenddessen aber ziemlich aufgeregt...
    Und wie es kommen musste, kam nach 5 Minuten ein weiterer Hund. Und dann hat das, was kurz vorher noch geklappt hat, gar nicht mehr funktioniert. Balu zerrte und stand auf 2 Beinen sodass die Vorderpfoten die ganze Zeit unruhig über den Boden "kratzten" .
    Um es mal zu verdeutlichen : Die anderen HH müssen denken, Balu wolle sich totaaal auf ihren Hund stürzen um ihn zu töten. :verzweifelt: Ich würde da wahrscheinlich auch komisch gucken....

    Und danach war er wieder total hibbelig und aufgeregt und ich weiß auch nicht, wie ich ihn da wieder beruhigen soll..

  • Freu dich über den Erfolg, Rückschläge gibt es immerwieder :)
    Wie du ihn beruhigen kannst, kann ich dir leider nicht helfen...
    Ich "schleife" Shira einfach an anderen Hunden vorbei, wenn sie rumspinnt (man, das klingt als wäre ich der Tierquäler des Jahres *hust*) und ignoriere sie so gut es geht. Einfach weitergehen, garnicht drauf eingehen ("Hund? Welcher Hund?") und wenn sie irgendwann wieder zu sich kommt, gibts fettes Lob (fürs Auf-Frauchen-Achten).

  • Zitat

    Freu dich über den Erfolg, Rückschläge gibt es immerwieder :)
    Wie du ihn beruhigen kannst, kann ich dir leider nicht helfen...
    Ich "schleife" Shira einfach an anderen Hunden vorbei, wenn sie rumspinnt (man, das klingt als wäre ich der Tierquäler des Jahres *hust*) und ignoriere sie so gut es geht. Einfach weitergehen, garnicht drauf eingehen ("Hund? Welcher Hund?") und wenn sie irgendwann wieder zu sich kommt, gibts fettes Lob (fürs Auf-Frauchen-Achten).

    Ja, das mache ich auch. Es ändert sich aber auch seit 2 Jahren nicht :hust:

  • Ups... na das ist ne harte Nuss :-/ Krass...Da kann ich dir leider nicht helfen, ich bin froh dass es bei uns BISHER ganz gut funktioniert, hoffendlich, bevor Madame noch schwerer und kräftiger wird *hüstel*

  • Zitat

    nicht zerrenden Hund an der lockeren Leine zum anderen Hund zu gehen :D :D Da wurde kräfiig gelobt.

    Das ist super und durchaus lobenswert aber wie sieht dieses "kräftig loben" aus. Leider sehe ich zuviele Hundehalter die in den höchsten Tönen (quietsch quietsch) ihre Hund kräftig streicheln und "toll hast du das gemacht, suuuuper mein Schatz" usw. belohnen. Ich weiß nicht, wie du es machst, sollte es von der Tendenz in diese Richtung gehen, dann würde ich hier schonmal ansetzen und das ändern. Du kannst in deiner normalen üblichen Tonlage mit deinem Hund sprechen und besser als obiges wäre, z.B. gar nix sagen und nur ruhig 2-3 x übers Fell streicheln oder ein kurzes "gut gemacht" und kurz übers Fell streicheln. So hältst du ihn emotional auf einen niedrigen Level und puscht ihn nicht unnötig auf.

    Zitat

    Wir haben uns dann auch unterhalten und Balu war währenddessen aber ziemlich aufgeregt...

    Da würde ich schon ansetzen. Das er in der Situation unruhig ist spricht für eine niedrige Frusttoleranz, deshalb würde ich das immer mal wieder konsequent üben .... er muss lernen auch mal eine für ihn langweilige und unschöne Situation auszuhalten.


    Zitat

    Und wie es kommen musste, kam nach 5 Minuten ein weiterer Hund. Und dann hat das, was kurz vorher noch geklappt hat, gar nicht mehr funktioniert. Balu zerrte und stand auf 2 Beinen sodass die Vorderpfoten die ganze Zeit unruhig über den Boden "kratzten" .

    Da er in der Situation eh nicht ansprechbar sein wird (falls doch korrigiere mich) würde ich ihn kommentarlos schnappen und weitergehen und wie hier schon genannt wurde, auch durchaus hinter mir herziehen. Ein Kind was nicht ansprechbar ist und was unbedingt zur Spielwarenabteilung zerrt, sich auf den Boden wirft und Rabatz macht erklärst du ja auch nicht nett, dass du das grade nicht ganz so toll findest. Schnapp ihn dir so emotionslos wie dir möglich, und gehe einfach an dem Hund vorbei ... es gibt keinen anderen Hund und ein anderer Hund ist nix interessantes oder besonderes, weshalb man durchdrehen müßte ... du drehst nicht durch, also warum sollte es dein Hund tun.

    Zitat

    Um es mal zu verdeutlichen : Die anderen HH müssen denken, Balu wolle sich totaaal auf ihren Hund stürzen um ihn zu töten. :verzweifelt: Ich würde da wahrscheinlich auch komisch gucken....

    Vollkommen uninteressant was andere denken. Ich kenne das aus eigener Erfahrung, wenn es auch schon länger her ist ... schaffe dir eine Scheißegal-Einstellung an, dann klappt es deutlich besser mit der Erziehung. Du hast dir absolut nix vorzuwerfen, denn du arbeitest am Problem, was andere denken, kann dir Banane sein.

    Zitat

    Und danach war er wieder total hibbelig und aufgeregt und ich weiß auch nicht, wie ich ihn da wieder beruhigen soll..

    Wichtig in dem Moment nicht streicheln oder durch zureden versuchen ihn zu beruhigen. Bei vielen Hunden hilft es, wenn man ein kurzes Stück mit ihnen joggt ... sie kommen dann wieder runter. Wenn er dann ruhig ist kannst du ihn wieder möglichst ruhig und nicht aufputschend streicheln.

    Ich hatte so einen Irren, wie du es beschreibst vor einem Jahr noch an der Leine ... einfach konsequent dranbleiben ... heute lächele ich über den damaligen Streß.

    Wichtig ist, dass du nicht nur an der Situation selber arbeitest, da sich da nix ändern wird, wenn du dich nicht änderst. Du mußt in deiner Führung souveräner werden, im häuslichen Bereich fängt das ganze an, dann arbeite an der Frusttoleranz und ganz wichtig suche Trainingssituationen ...realistische .. gehe keinem Hund aus dem Weg sondern suche die Situation. Wird er ruhiger nach der Begegnung, drehe um und verfolge andere Hunde ... geh hinter ihnen her, vor ihnen ... neben ihnen usw. .. er soll nicht lernen, dass er durch seinen Rabatz die anderen Hunde vertrieben hat, deswegen umdrehen und hinter dem Hund in einem gesunden Abstand hergehen.

  • Danke für die Antwort! :smile:

    Zitat

    Das ist super und durchaus lobenswert aber wie sieht dieses "kräftig loben" aus. Leider sehe ich zuviele Hundehalter die in den höchsten Tönen (quietsch quietsch) ihre Hund kräftig streicheln und "toll hast du das gemacht, suuuuper mein Schatz" usw. belohnen. Ich weiß nicht, wie du es machst, sollte es von der Tendenz in diese Richtung gehen, dann würde ich hier schonmal ansetzen und das ändern. Du kannst in deiner normalen üblichen Tonlage mit deinem Hund sprechen und besser als obiges wäre, z.B. gar nix sagen und nur ruhig 2-3 x übers Fell streicheln oder ein kurzes "gut gemacht" und kurz übers Fell streicheln. So hältst du ihn emotional auf einen niedrigen Level und puscht ihn nicht unnötig auf.

    Ja, so sieht das Loben auch bei uns aus :hust: Bisher dachte ich auch, dass es genauso sein muss. Bzw. gibt es ja auch ganz viele andere Meinungen, zb. dass man sich halt echt totaal freuen soll, so wie ichs halt oben geschrieben habe.
    Wobei es da sicher auf den Hund ankommt... Ich kann es ja bei Balu mal eher ruhiger probieren.

    Ich dachte, dass er sich nicht richtig bestätigt fühlt, wenn ich das so "ruhig" sage. ;)

    Zitat

    Da würde ich schon ansetzen. Das er in der Situation unruhig ist spricht für eine niedrige Frusttoleranz, deshalb würde ich das immer mal wieder konsequent üben .... er muss lernen auch mal eine für ihn langweilige und unschöne Situation auszuhalten.


    Das fällt ihm so schwer...Also speziell in solchen Situationen. Er sitzt, aber plötzlich spurtet er los weil ers nicht mehr aushält. Ich flieg dann hinterher. Oder er fängt an zu jaulen.
    Ich weiß ehrlich nicht so recht, wie ich das handhaben soll :/


    Diese Scheißegal-einstellung brauch ich unbedingt :roll: In allen Bereichen.

    Ich hab ja selber nen Selbstbewusstsein von 10%...

  • Zitat

    Ich dachte, dass er sich nicht richtig bestätigt fühlt, wenn ich das so "ruhig" sage.

    Ich weiß, dass die Meinungen da massiv - wie bei allem in der Hundeerziehung - auseinandergehen. Ich toleriere da jeden Ansatz, wenn er auf Mensch und Hund paßt und man sich selber damit gut fühlt und .. ganz wichtig .. wenn es dann den erwünschten Erfolg bringt.

    Für Hunde die schnell hochfahren sollte man halt schauen, dass man so ruhig wie möglich alles angeht. In der Ruhe liegt die Kraft ist hier wörtlich zu nehmen, deswegen würde ich das einfach mal ausprobieren (schaden kann es ja nix und du wirst ja sehen, ob du damit klar kommst).
    Das dein Hund sich nicht richtig bestätigt fühlt ist so nicht richtig. Er ist dann eher bei dir, als wenn du ihn so überschwänglich lobst.

    Ich persönlich halte es für einen Irrtum, dass der Hundehalter quietschend durch die Gegend rennen muss und den Hund in den höchsten Tönen loben muss. Loben ja .. absolut und gerne aber genauso wie wir lernen, wie Hunde funktionieren, lernen Hunde ja (und das viel besser als wir, denn sie haben den ganzen Tag Zeit uns zu studieren), wie wir funktionieren. D.h. du mußt dich als Mensch nicht verstellen damit dein Hund dich wahrnimmt, das fängt ganz wo anders bei kleineren Dingen an.

    Zitat

    Das fällt ihm so schwer...Also speziell in solchen Situationen. Er sitzt, aber plötzlich spurtet er los weil ers nicht mehr aushält. Ich flieg dann hinterher. Oder er fängt an zu jaulen.
    Ich weiß ehrlich nicht so recht, wie ich das handhaben soll

    Dann fang im kleinen an. Zuhause beim Fernsehen oder lesen nimmst du ihn an die Leine, legst ihn neben dir ab, trittst auf die Leine und beachtest ihn nicht. Wenn er aufsteht und weg will, dann nimmst du ihn kommentarlos und führst ihn ruhig auf die Ursprungsposition zurück. Das übst du und wenn du siehst er nimmt es zuhause an, dann geh einen Schritt weiter und übe draußen, wo wenig los ist ... nach und nach steigerst du das dann.

    Zitat

    Diese Scheißegal-einstellung brauch ich unbedingt :roll: In allen Bereichen.

    Grade wenn man einen etwas problematischeren Hund an der Leine hat, ist das sehr hilfreich. Natürlich muss immer sichergestellt sein, dass andere Mensch/Hunde nicht durch den eigenen Hund über das Maß strapaziert werden aber wenn dein Hund austickt und du hältst ihn sicher, dann hast du dir nix vorzuwerfen, denn du arbeitest ja dran.

    Zitat

    Ich hab ja selber nen Selbstbewusstsein von 10%...

    [/quote][/quote]

    Das ist ein wichtiger Punkt ;) ... wenn das Selbstbewusstein bei dir schon nicht soooooo ausprägt ist, dann wird es natürlich auch schwieriger vom Hund als souveräner Hundeführer wahrgenommen zu werden. Von daher versuche an dir zu arbeiten, an deiner Einstellung ... Brust raus, Arsch rein, grade Körperhaltung und du gehst deines Weges ;) das wird schon :gut:

  • Zitat


    Dann fang im kleinen an. Zuhause beim Fernsehen oder lesen nimmst du ihn an die Leine, legst ihn neben dir ab, trittst auf die Leine und beachtest ihn nicht. Wenn er aufsteht und weg will, dann nimmst du ihn kommentarlos und führst ihn ruhig auf die Ursprungsposition zurück. Das übst du und wenn du siehst er nimmt es zuhause an, dann geh einen Schritt weiter und übe draußen, wo wenig los ist ... nach und nach steigerst du das dann.

    Danke, das werde ich mal üben :smile: Ich probier es auch aus, ihn ruhiger zu loben. Wenn es nicht klappt,krieg ich das ja mit.

    Zitat

    Das ist ein wichtiger Punkt ;) ... wenn das Selbstbewusstein bei dir schon nicht soooooo ausprägt ist, dann wird es natürlich auch schwieriger vom Hund als souveräner Hundeführer wahrgenommen zu werden. Von daher versuche an dir zu arbeiten, an deiner Einstellung ... Brust raus, Arsch rein, grade Körperhaltung und du gehst deines Weges ;) das wird schon :gut:

    Ich werd es versuchen! :D

  • Guten Morgen,

    ich wollte mal von unseren Fortschritten erzählen :) Es lief gestern richtig richtig super und heute früh beim Gassigehen mit Vorbeigeh-Hunden und Spielen ebenfalls - ich glaube, es geht vorran!

    Erstmal an der Leine:

    Vorher - riesen gezerre schon auf große Entfernung, nicht ansprechbar, beim näherkommen springen, jodeln, sofort toben wenn der andere Hund in Reichweite ist.

    Im Moment - es wird geguggt, eventuell auch mal kurz gezogen (aber nicht wie Geisteskrank), kein "Lärm" mehr und vorbeigehen auf 2-3 Meter entfernung ist gut machbar. Zweimal wars schon möglich, sich kurz zu unterhalten und Shira hat ruhig geschnuppert und sich dann absetzten lassen!

    Schleppleine:

    Vorher: Gezerre, gejaule, großer Terz

    Im Moment: Ruhe, zwar neugierig hin, aber großteils abrufbar. Kommt der andere Hund näher, nehme ich sie meist fürs vorbeigehen an die kurze Leine oder führe sie am Geschirr. Läuft dann wie oben: Kurz guggen, aber nach 2-3 Metern wieder super ansprechbar.

    Freilauf mit anderen Hunden:

    Vorher: Null abrufbar, völlig "taub"

    Im Moment: Seit gestern richtig super (ich hoffe, das bleibt so), bleibt in Sichtweite, super Abrufbar in Spielpausen oder mit ruhigen Hunden, mitten im Spiel erwarte ich im Moment garnicht - da warte ich eben oder hole sie

    Also ich sehe super Fortschritte und bin zuversichtlich :)

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