Verhalten bei Hundebegegnungen

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    Huhu,

    das "Problem" bekomme ich auch recht häufig vorgestellt. oft on Leuten, die mit ihrem hund in einer Welpenstunden waren, wo es mit "Leine ab, erstmal spielen" losging.
    Da lernt der Hunde nämlich gleich "wunderbar" :headbash: , dass "anderer Hund erscheint = SPIELEEEEEEEEEEEEEEEEN!"
    bedeutet.
    Wenns Welpi dann wächst, und sowieso die Welt entdeckt, ist es dann um so schwieriger, den Hund zu überzeugen, dass NICHT jeder andere Hund nur kommt, um mit ihnen zu spielen...
    .

    Da weiß ich ja, warum Balu sich über jeden Hund soooo sehr freut, den er sieht :roll: :muede2:

    Mal was anderes... Hier wird ja auch geschrieben, dass man den Hund dafür bestätigen soll, wenn er erstmal ruhig bleibt sobald er einen anderen Hund sieht.

    Bei uns würde das so aussehen: Sieht Balu einen anderen Hund von weiter weg, werden die Ohren steif und er fixiert ihn.
    Und ich denke, dieses Verhalten sollte man wenn möglich auch nicht bestätigen?

    Ich lob ihn, wenn er in dieser Phase noch zu mir schaut wenn ich es sage oder sich auch noch absitzen lässt. Kommen wir näher dran, klappt das ja auch nicht mehr, ist ja altbekannt :roll:

  • Zitat

    Ich lob ihn, wenn er in dieser Phase noch zu mir schaut wenn ich es sage oder sich auch noch absitzen lässt. Kommen wir näher dran, klappt das ja auch nicht mehr (...)

    Genau so siehts hier auch aus. Absitzen, anschauen - Lob. Wenn nicht - tja... Wobei sie sich von selbst setzt, wenn ein anderer Hund im Blickfeld auftaucht und erst aufsteht, wenn er wirklich schon sehr nah ist (so unter 10 Meter) und auch dann startet sie nicht durch sondern "schleicht" sich an. Was das genau soll (sitzen, warten, langsam machen) weis ich selbst nicht *hüstel* Aber es ist besser als voll durchstarten...

  • Hi,
    das Problem, ganz genauso, habe ich mit meinem Murphy auch. Und ich muss dazu sagen, dass wir KEINE Welpenspielstunde besucht haben. Abgerufen wird er nur noch mit Pfeiffe und das klappt auch super, egal in welcher Situation. Aber sobald ein Hund an der Leine in Sichtweite kommt, bin ich Luft. Murphy pöbelt nicht, hat er noch nie getan. Aber er quietscht, springt in die Leine usw., weil er uuuunbedingt zu jeeedem Hund hin möchte. Wie bei dir bringt auch ein Richtungswechsel nichts... :/

  • Zitat

    Da weiß ich ja, warum Balu sich über jeden Hund soooo sehr freut, den er sieht :roll: :muede2:

    Mal was anderes... Hier wird ja auch geschrieben, dass man den Hund dafür bestätigen soll, wenn er erstmal ruhig bleibt sobald er einen anderen Hund sieht.

    Bei uns würde das so aussehen: Sieht Balu einen anderen Hund von weiter weg, werden die Ohren steif und er fixiert ihn.
    Und ich denke, dieses Verhalten sollte man wenn möglich auch nicht bestätigen?

    Ich lob ihn, wenn er in dieser Phase noch zu mir schaut wenn ich es sage oder sich auch noch absitzen lässt. Kommen wir näher dran, klappt das ja auch nicht mehr, ist ja altbekannt :roll:


    Doch klar kannst Du das noch bestärken - das ist schließlich besser, als Panzermäßig über den anderen Hund drüberzuwalzen.

    Man muß sich dazu nur klar machen, welches Verhalten man grad hat, welches man schlimmstenfalls haben könnte (Panzer... ;) ), welches man haben möchte, und wie man da hingelangen kann. Man könnte einen 8 Meter Weitsprung über von einem hochhaus zum anderen über eine vielbefahrene Straße versuchen und nur die paar Möglichkeiten belohnen, wo der Hund zufällig ganz genau da macht, was wir "ideal" finden ("ihn loben, wenn er in dieser Phase noch zu mir schaut, wenn ich es sage oder sich auch noch absitzen lässt..." ).
    Oder man nimmt die Treppe, im derzeitigen Haus runter, zu fuß über die Straße, und im "Wunschhaus" die Treppe wieder rauf. Sprich - viele kleine einzelne Schritte, die aber alle jederzeit für den Hund machbar sind.

    Fixieren ist nicht Plattwalzen, ist also markierbar und nun der Trick, Click für Aktion (fixieren, angucken...), Füttern für Position. Wenn der Hund lernen soll, sich vom anderen Hund abzuwenden, kann man sich das locker formen, indem man darüber nachdenkt, WIE man das Leckerchen gibt.
    Wenn man erwartet, dass sich der Hund für den Keks umdrehen kann, kann man wahrscheinlich zum Sanktnimmerleinstag warten. Wenn man das Leckerchen aber direkt vor die Schnüss hält und dann nur ein Millimüh zur Seite oder z.B. nach unten zieht, geht die Schnüss viel wahrscheinlicher den Millimeter mit und kann den Keks nehmen. Jetzt braucht man sich nur noch Schritt für Schritt (Treppenstufe für Treppenstufe) den "Nasendrehwinkel" etwas größer Formen. Und das ganze klingt so aufgeschrieben viel aufwändiger, als es tatsächlich ist.

    Training ist ein Prozess, während dessen man Details
    [welches Verhalten man als "noch markierbar" definiert (anfangs ist "fixieren" okay, später möchte man z.B. Blickkontakt vom entspannt stehenden Hund, dann möchte man einen sitzenden Hund, der dem anderen den Rücken zu dreht, oder einen der an lockerer Leine mit Blickkontakt am anderen vorbei geht, oder der, wenn dreißig andere Hunde um den Agilityparcours rumlaufen trotzdem einen Null-Fehler-run hinlegt...),
    - wie man dem Hund hilft, Fortschritte zu machen (z.B. indem man durch die Wahl wie und wo (und welches) man das Leckerchen gibt, wo man sich selber hinstellt, ob und wenn ja wie man Alternativverhalten einsetzt, um das Fixieren zu unterbrechen (anfangs kurz, später länger, oder erst gar kein fixieren mehr]
    verändert, bis man hat was man wollte.
    Aber man muß eben da beginnen, wo man grad ist, und nicht erst da, wo man HIN WILL - das KLAPPT einfach nicht.

    Und, mindestens genauso wichtig - man muß die Zwischenschritte so klein machen, dass der Hund das locker hinbekommt, damit man sich nicht gegenseitig frustriert, weil der Hund nicht leisten kann, was er leisten soll.

    Der Hund kann sich diese Zwischenschritte weder ausdenken, noch aussuchen, da ist das Hirnschmalz des Menschen gefragt, angeblich hat er davon ja genug...

  • :gut: Das hört sich super an, das probiere ich aus.

  • Ich kann mich mit Einreihen: Wir haben extakt das gleiche Problem.
    Wenn Felix an der Leine ist macht er Theater. Ich versuche schon IMMER ihm beizubringen, an der Leine sind andere Hunde tabu. Aber die Omis mit ihren Hündchen an der 10m-Flexi versauen mir alles :evil: JEDES MAL schreie ich sofort, an der Leine bitte nicht, nehmen sie ihren Hund weg, die sehen doch ich trainiere mit ihm, aber nö Flexi wird halt dann über die gesamte Straße lang gelassen, hauptsache wir werden wieder belästigt. Mich bringt das noch zum ausrasten.
    Und im Freilauf will er auch zu jedem hin, ich bin auch sicher, dass er das aus der Welpenstunde hat. Wir üben es bis jetzt so, einen kleinen Erfolg gibt es schon: Er sieht den anderen Hund, ich rufe ihn, kommt er nicht geh ich weg und ziehe die Schlepp mit. Wenn er beim rufen kommt gibt Leberwurst. Ich versuche ihn nicht mehr wegrennen zulassen, passiert es doch kommt er an die Leine und es gibt kein Spielen.
    Ich möchte wenn das Wetter besser ist probieren, dass ich das Rad mitnehme und präparierte Hunde (also unsere Gassikumpels) an Stellen zu platzieren. Rennt er hin, fahre ich ganz schnell weg. Mal schauen ob's klappt, langsam bin ich ratlos und hab die Schlepp satt. :dead:

  • Zitat

    Ja danke :smile:


    Ich hab halt bisher immer gedacht, wenn ich ihn lobe während er fixiert, dass er sich in dem Moment dafür bestätigt fühlt, das weitere Verhalten aufzubauen :ops:

    Genaugenommen stimmt das ja auch. Aber es enthält auch den Denkfehler, dass jegliches Verhalten nur in eine richtung verändert werden könnte. Was man stärker formen kann, kann manch auch schwächer, kürzer, später, oder gnz weg formen, einfach indem man eben die immer schwächeren, kürzeren Versionen des Verhaltens auswählt und markiert. Da ist bestimmt die Bezeichung "Verhalten Bestärkung" dran schuld - das wird ja genau impliziert, dass es immer nur stärker geht.


    Aber man läßt ja erstens nicht stundenlang fixieren, sondern unterbricht es mit dem Markersignal so schnell wie möglich (und natürlich markiert man sowieso ALLES, was NICHT fixieren ist), und zweites kommt der primäre Bestärker so, dass das Fixieren beendet werden muß (daher die Aktion mit dem Leckerchen, das die Nase aus der Blickrichtung zieht)
    Zweitens formt man das Verhalten nicht in richtung "früher, länger stärker fixieren" sondern in "kurz gucken, sofort zum Menschen umorientieren, Alternativverhalten (das umorientieren ist schon eins) ausführen (z.B. sitzen, Nasentouch ausführen, die "beiFuß"-Seite wechseln, sonstwas. Das ist aber eben erst Schritt 10/25 oder 96 und nicht Schritt eins ;)
    zuerst die Treppe runter steigen = das Fixieren wegformen =)


    Hier mal ein kleines Filmchen, wie man aus einem planlosen, wilden ziemlich heftigen Pfotendraufhauen, ein sehr gezieltes, langsames konzentriertes Anzeigeverhalten formen kann - in zwei Sessions in insgesamt ungefähr drei Minuten: http://www.youtube.com/watch?v=eRuEyGC5gds und wie ihr bemerken werdet, sind da auch "Fehlclicks" bei - macht gar nix...

    und SO: http://www.flickr.com/photos/caneami…57625968241535/ sah das im ersten Versuch mit den Schälchen aus.... fliegende Untertassen :D

  • Guten Morgen ihr Lieben,

    ich wollte nur mal berichten, was sich so getan hat :)

    Was ich verändert habe:
    - erstmal darf sie nichtmehr mit (fast) jedem Hund spielen, den wir sehen, ich nutze viel öfter die Gelegenheit zum üben, statt zum toben.
    - bei Hundesichtung (auf größere Entfernung) versuche ich Shira so lang wie möglich auf MICH zu fixieren, jedes stehenbleiben, auch nur leicht zu mir schauen wird hoch belohnt.
    - bei Näherung wird die kurze Leine eingeklinkt, Vorbeigehen selbst meist schweigend, gezerre etc wird ignoriert
    - gelobt wird, wenn sie den Blick nach dem Vorbeigehen abwendet und zu mir schaut

    Ergebnisse bisher:
    - es wird wirklich besser! Sie ist ansprechbarer, schaut zwar, aber die Chance, dass sie auch zu mir schaut, ist höher geworden
    - wir können mitlerweile mit 5m Abstand zum anderen Hund vorbeigehen, ohne dass sie völlig ausflippt. Sie zieht zwar kurz hin, aber zumindest STILL (kein Geschrei mehr) und lässt auch viel schneller das Fixieren wieder sein

    Und ein total tolles Erlebnis (für mich toll, für viele Andere sicher total normal):

    Shira ist an der Schlepp, läuft um eine unübersichtliche Kurve, bleibt stehen. Ich schaue - uns kommt ein Hund entgegen. Ich nehme sie zu mir, sage den anderen HH dass kein Leinenchaos (also kein Hallo-Sagen) erwünscht ist - wurde auch akzeptiert. Shira abgesetzt, kurz mit den anderen HH unterhalten - deren Hund stand ca 2 Meter von Shira entfernt und sie blieb gut eine Minute sitzen. Interessiert, aber ruhig!! *Jubel*

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