sie tickt völlig aus...

  • Hallo,

    für Protheus mal folgenden Link (seit Jahren immer wieder gerne von mir verlinkt...):

    https://www.dogforum.de/ftopic58152.html

    Mir sträuben sich die Nackenhaare bei solchen Ratschlägen. Zumal es hier um einen Welpi geht (19Wochen?).

    Und wir sind hier sicherlich nicht die Rosa-Wattebausch-Fraktion... :headbash:

    Daß mich mein Hund in bezug auf Freßbares nicht anknurrt, hat was mit Sicherheit und Vertrauen zu tun, NICHT mit Züchtigung oder Macht oder Unterwerfung.

    In einem Hunde- oder Wolfsrudel dürfen auch die kleinen Schnösel ihr Fressen verteidigen. Wenn es ihnen von Ranghöheren überlassen wurde, gehört es ihnen und das dürfen sie auch deutlich machen. Da hagelt es keine Stubbser oder Schüttler oder sowas.

    Meine Ronja ist jetzt 3 Jahre. Ich habe ihr nie irgendwas weggenommen, was sie von mir bekommen hat. Heute (eigentlich schon immer) vertraut sie mir da vollkommen. Letztens hatte sie einen Markknochen (nen Highlight für jeden Hund). Sie hatte ihn zwischen den Pfoten und lutschte dran rum. Ich konnte ohne eine Regung von ihr unter ihr durchgreifen zwischen ihre Pfötchen und die Splitter einsammeln, die sich nicht fressen wollte. Dabei hab ich sogar kurz den Knochen angehoben, weil einer drunter lag. Und das habe ich ganz ohne Nackengriffe und Co. erreicht.

    Anders sieht das aus, wenn SIE etwas findet, was sie nicht fressen soll. Das habe ich schließlich nicht freigegeben. Aber auch das haben wir geübt und trainiert, sodaß ich ihr heute ohne Probleme gegen einen Tausch alles abnehmen kann, was sie draußen findet.

    Liebe Grüße

    BETTY und Ronja

  • Es sagt ja niemand, daß es nicht wichtig ist und man es nicht üben soll -meine Hündin gibt mir ihre Kauknochen wieder, ich kann ihr das Futter wegnehmen, etc.
    Ist auch nicht ganz unwichtig, wenn hier häufiger die Nachbarshündin oder Urlaubshunde sind, denn da kommt es schonmal vor, daß einem anderen Hund der Knochen vor der Nase weggeschnappt wird, wenn der eigene aufgefressen ist und DAS lass ich nicht durchgehen. Was ich gegeben habe, darf aber in der Regel auch gefressen werden, da hab ich es nicht nötig, jeden zweiten Tag zu kontrollieren, ob es noch klappt. Ich hab es anfangs ein paarmal trainiert (indem ich erstmal was in den Napf, der am Boden stand, dazugetan habe und danach hab ich den Napf weggenommen und zusätzlich etwas reingetan) und vertraue drauf, daß es noch sitzt.
    Meine Hündin ist mittlerweile sogar soweit, daß sie ankommt, wenn ihr ein Büffelhautknochen oder ähnliches zu groß ist und es mir in den Schoß fallen läßt, so nach dem Motto:"Frauchen, pack das mal weg, damit mir das keiner klaut, ich fress dann irgendwann anders weiter".

    Klar sollte man es üben, aber eben nur für den Notfall, daß eben wirklich mal ein Glas kaputt geht oder so. Und damit der Hund lernt, welche Hand ihn füttert (was ich persönlich Quatsch finde, mein Hund hat Spaß mit mir, wir beschäftigen uns gemeinsam etc., da geht es nicht nur ums Futter), würde ich dann auch eher Handfütterung vorschlagen, als ständig den Napf wegzunehmen.
    Und genauso ist es mit dem Stubsen oder wie Du es ausgedrückt hattest, meine Hündin wäre auch genervt, wenn sie ständig 'nen Fuß in die Seite bekommt oder so. Also darf sie entweder bei uns liegen und wir achten drauf, daß sie keine Tritte oder ähnliches abbekommt oder wir schicken sie auf ihre Decke (z.B. auch der Fall, wenn Besuch kommt und einfach mehr Menschen und dadurch Füße da sind).


    Protheus: Bach-Blüten-Therapie ist was völlig anderes und gewaltfrei hat nichts mit antiautoritär zu tun, man kann sowohl Kindern als auch Hunden Grenzen geben und aufzeigen (Erziehung ohne Grenzen ist nämlich sowohl für Kinder als auch für Hunde extrem schwer, die brauchen sie sogar), aber dafür brauch ich keine Gewalt.

    Wie meinte mein Hundetrainer noch ganz am Anfang: "Was bringt mir denn ein Hund, der noch mit auf mich draufgeht, wenn ich überfallen werde, weil er endlich mal die Möglichkeit hat, sich gegen mich zu wehren. Wenn man gut zu den Tieren ist, sind sie auch gut zu "ihren" Menschen und man muss sie nicht erst "abrichten", damit sie gehorchen. Erziehen schon, aber nicht erstmal brechen und dann versuchen, gewünschtes Verhalten aufzubauen!"

    DAS war der Grund, warum ich mich für diese Hundeschule entschieden habe, der nächste Hundeplatz hier ist ein Schäferhundverein "vom alten Schlag", wo die Hunde und Menschen gedrillt werden, wo Kommandos gebrüllt werden, die Hunde alle mit Stachler laufen usw. und darauf kann ich in meiner Freizeit gut verzichten, Brüllen kann ich auch, wenn mein Hund nicht erzogen ist, dafür brauch ich dann keinen Hundetrainer.

    Und gerade Diensthunde (Polizei, Zoll, etc.) werden mittlerweile häufig auch im Haus gehalten, als im Zwinger, brauchen kein Stachelhalsband, etc., weil eben die Freude an der Beschäftigung mit/durch den Menschen wichtig ist, um den Hund zu motivieren.

  • Das man/frau einem Hund alles wieder abnehmen können sollte, halte ich auch für wichtig. Aber für den Hund muss das ganze positiv verlaufen.
    Für Emmy ist es das größte wenn ICH mich freue.
    Vom Welpenalter an habe ich sie dazu animiert mir ihre "Fundsachen" zu zeigen.
    Sie legt es in meine Hand und wartet auf Reaktion von mir. Meist ist es Freude die ich zeige und dabei wird gelobt.
    Wenn sie mir denn mal was zeigt was nichts für sie ist, sag ich zu ihr : "Gib mir das mal" in ganz ruhigem Ton, steck es in die Tasche o. entsorge es.
    Da positive Reaktionen von mir viel häufiger sind als negative hat sie kein Problem damit wenn sie mal was nicht zurück bekommt. Wenn sie mich jetzt nach einer Stunde Büffelhautknochen nagen nervt, geh ich Wortlos zu ihr, nehme den Knochen und pack ihn weg. Kein murren oder sonst eine Reaktion von ihr. Sie nimmt es als gegeben hin.
    Mit ihrem Futter habe ich es ähnlich gemacht.
    Hingestellt - mich daneben gehockt - Napf zu mir gezogen - ganz doll gefreut - Napf wieder zu ihr - gefreut - wieder zu mir usw.
    Das aber alles in ersten Lebenswochen. Ich denke dadurch hat sie Vertrauen in mich gefunden und das wenn ich ihr was wegnehme nicht schlimmes passiert, im Gegenteil, mein Mensch freut sich.

    Zu dem Nackenschütteln von dem "Trainer" sag ich besser nichts. Hab hier im Schäferhundverein Ortsgruppe ********* auch was zum schütteln gasagt und hab da seitdem Hausverbot :roll:

  • Zitat

    Hallo meine Sia wird jetzt die Woche 19 Wochen.
    Mein Freund kümmert sich auch um sie, aber nicht so intensiv wie ich.
    Heut hat er ihr fressen hingestellt und wollte es ihr weg nehmen (ich kann das), da hat sie ihn versucht zu beißen.
    Oder wenn sie am Wohnzimmertisch liegt und dann will man vorbei und schuckelt sie irgentwie an beim vor bei gehen, dann knurrt sie und schnellt vor und will zwicken oder so.
    Aber das macht sie auch bei mir.
    wie soll ich mich verhalten?was kann ich da machen....hab ein bisel bammel hab ja ein 3 jähriges Kind.

    lg Sanne :hilfe:

    Ich finde es auch gut, wenn man in der Lage ist, seinem Hund das Futter wegnehmen zu können. Muss man ja nicht immer machen, aber möglich sein sollte es schon. Mir ist es mal passiert, dass ich vergessen hatte, Tabletten unters Essen zu mischen. Ich musste Hundi den Napf also wegnehmen, die Tabs untermischen und wieder hinstellen.

    Wenn du ihr ohne Probleme das Essen wegnehmen kannst, dann versuch dich daran zu erinnern, wie du es ihr beigebracht hast und trainiere das dann gemeinsam mit deinem Freund.

    Die Übung dazu würde ich ohne Fressnapf aufbauen und das "Abgeben" an sich spielerisch üben (zB über Tauschgeschäft) und parallel ein Signal dazu aufbauen. So lernt sie, dass sie keinen Nachteil hat, wenn sie dir Dinge überlässt. Des weiteren könntest du ihr über Impulskontrolle das essen erst nach "Freigabe" erlauben. Du stellst den Napf hin, sie steht/sitzt/liegt daneben und darf erst nach deinem "nimm's" (o.ä.) an das Essen.

    Das Knurren würde ich niemals unterbinden sondern eher versuchen rauszufinden, warum sie so reagiert. Knurren an sich ist ein Warnsignal. Wenn ihr das verbietet, dann warnt sie demnächst nicht mehr und geht stattdessen gleich nach vorn.

    Es klingt, als wäre Sie der Meinung, ihr Futter oder den Platz am Sofa vor euch verteidigen zu müssen. Evtl. ist das auch eine Reaktion, die durch Angstverhalten motiviert ist. Google mal nach "Angstphasen"... aufwachsende Hunde machen da einiges durch bis sie "erwachsen" sind (was sie ja nie so richtig werden ;-) ). Von daher ist es evtl. nur eine Momentsache, die nach ein paar Wochen wieder verschwindet. Du wirst einige Tipps finden, wie du dich verhalten kannst, ohne die Sache zu verschlimmern. Den Hund im Nacken schütteln ist übrigens kein Tipp, der in meinen Augen sinn macht. Wenn es tatsächlich nur eine Angstphase ist, dann verstärkst du sie dadurch nur und machst aus einer Mücke einen Elefanten. Nerven bewahren und ruhig auf deinen Hund einwirken, dann musst du dir auch keine Sorgen um dein Kind machen.

  • Ist es nicht ganz normal, dass ein Hund (ohne Vorgeschichte), der Vertrauen zu seinem Frauchen hat, nichts gegen die Hand am Napf einzuwenden hat?

    Schara hat leider ihre Vorgeschichte. Musste sich die ersten 3 Lebensjahre ihr Fressen erbetteln und von anderen streitig machen. Das hat sie geprägt. Dazu kommt ihr Taubheit. Im Tierheim sagte man uns, nie von hinten überraschen, nie Fressen wegnehmen. Dann würde sie schnappen.

    Ich habe sie lange nur aus der Hand gefüttert. Später habe ich ihren Napf hingestellt und sie durfte erst auf mein Kommando hin gehen. Mittlerweile sitzt das Kommando so gut, dass ich sogar den Raum verlassen kann.
    (sie ist jetzt bald 4 Monate bei uns).

    Ich habe ihr den Napf aber noch nie streitig gemacht. Wozu auch? :???:
    Ein Schweinsohr kann ich ihr wegnehmen, wenn ich zügig und resolut vorgehe. Sobald ich es ängstlich und zögernd versuche knurrt sie michan.
    Draussen habe ich ihr auch schon mal was aus dem Maul genommen, wenn ich nicht wusste was es war. Das ging problemlos.

    Ach so, und ihre Taubheit haben wir natürlich von Anfang an respektiert und sie niemals von hinten überraschend angefasst oder im Schlaf berührt.


    http://www.youtube.com/watch?v=yzjsLn_i2fw

  • Zitat


    Daß mich mein Hund in bezug auf Freßbares nicht anknurrt, hat was mit Sicherheit und Vertrauen zu tun, NICHT mit Züchtigung oder Macht oder Unterwerfung.

    Im übrigen ist in diesem Zusammenhang auch interessant, das bei Wölfen sich diejenigen als Führungspersönlichekeiten herausstellen, die souverän und gelassen sind - nicht die, die bei jeder Gelegenheit aus der Rolle fallen. Der dominate Wolf straft meist durch Ignoranz, nicht durch Gewalt.

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