Kann Tiffany geistig behindert sein?

  • Zitat

    *räusper*... ich muss grad mal fachfräulich klugscheißen: ein Hauptzeichen von Autismus ist die fehlenden "theory of mind", der Mensch ist nicht empathiefähig, kann keinen Bezug zu den Gedanken des anderen herstellen...
    Also nach einer menschlichen Autismusdefinition kann es also keinen Autismus beim Hund geben...
    ABER: dass es geistige Behinderungen, Wahrnehmungsstörungen etc. bei Hunden gibt, kann ich mir sehr gut vorstellen, nur einen mit Menschen vergleichbaren Autismus kann es nicht geben.

    So, jetzt hör ich auf mit der Klugscheißerei :)

    Danke für die Info!
    :gut:

    Aber vielleicht gibt es etwas vergleichbares beim Hund! :???:

    Naja, jedenfalls finde ich die Theorie "Überforderung" auch nicht zu verachten!
    Was macht ihr so mit der Nase, sie ist ja auch noch nicht so lang bei euch.

    LG, Henni!

  • Also komisch klingt es für mich schon und ich würde auch abklären lassen, ob alles in Ordnung ist, mein allererster gedanke war auch ob er richtig hören und sehen kann.
    Ich habe auch eine Hündin, die wahrscheinlich von geburt an nicht richtig sehen konnte und was jetzt im Alter natürlich auch schlimmer geworden ist. Aber sie kommt damit zurecht.
    Zum Thema geistig behinderte Hunde oder Autisten, es gibt geistig behinderte Hunde, wenn man googelt findet man schon einiges. Und es gibt schon Hunde, die autistische Verhaltensweisen zeigen, immerhin gibt es verschiedene Formen von Autismus. Ich selber betreue ein autistisches Kind (Asberger) und zumindest Asberger beim Hund denke ich schon, das es das gibt.

    Lg, Nicky

  • Bis jetzt erst mal an alle. DANKE
    Ich muss sagen Autismus (auch wenn es das bei Hunden in Menschlicher Form nicht geben kann) habe ich auch zuerst dran gedacht, weil ich eben auch weiß das es so eine ich sage mal "leichte" Form davon gibt.
    Und ein paar paralelen zu dem einen bestrieben Fall von Bordernäschen finde ich.
    Zum Beispiel kann Sie sich wenn Sie STress hatte, ÜBERHAUPT NICHT mehr konzentrieren. Sie schaltet dann ab.
    Allerdings könnte das vieleicht auch daran liegen das Sie die ersten 5 Monate ihres Lebens nur so vor sich hin gelebt hat und NICHTS kennen gelernt hat.

    Weiß einer von euch wie man geistige Störungen beim Hund misst? n EKG macht man wohl kaum oder?

    Ach ja und es ist bei Tiffi auch so das man es eigentlich draußen nicht merkt nur halt manchmal, dann aber deutlich.
    Und verschmußt ist Sie auch und Sie hat wie ich am Anfang erwähnte einen unbändigen zerstörer drang.
    Sie zerbeißt alles und unausgelastet kann Sie eigentlich nicht sein, wir machen viel mit ihr auch Kopfmäßig.

  • Ich habe mir dem anderen Thread auch durchgelesen, schreibe aber hier weiter, weil es neuer ist.

    Viele der Dinge die hier beschrieben werden hat/tut Schara auch und sie ist definitiv taub. Ihre Taubheit würde jemand anders nicht auffallen. Wir haben jedoch durch eine Audiometrie die Gewissheit, dass es so ist. Es ist bei ihr so, dass das Gehör im Gehirn nicht so verarbeitet wird, wie es soll. Die Gehirnströme kommen nicht dort an wo sie sollten.
    Wahrscheinlich hatte sie Sauerstoffmangel bei der Geburt. Da sie ein Strassenhund ist, wird man es nie wissen.
    Ob sie intelligent ist kann ich nicht sagen, ich finde eher nicht. Sie hat in der kurzen Zeit schon einiges gelernt, manchmal steht sie aber auch mit "leerem" Blick da. Spielen, etwas apportieren, einem Ball hinterher rennen, kennt sie alles nicht und versteht sie auch nicht. Vielleicht kommt das noch.
    Hasen, Katzen usw. jagen versteht sie. Sie merkt sich auch wo die Stellen sind, wo einmal Rehe standen und ist dort aufmerksam.
    Sie weiss dass ich raus gehe, wenn ich meine Handtasche nehme, meine Jacke anziehe. Ist das intelligent? Keine Ahnung.

    Oftmals wird doch gesagt, das ist ein ganz besonders intelligenter/lernfähiger Hund. Dann kann es das doch auch andersrum geben, oder? Warum sollte es keine geistig benachteiligten Hunde geben?

  • Hallo,

    es kann wirklich auch stressbedingt sein, denn Hunde reagieren unterschiedlich auf Stress.
    Manche drehen auf, sind nicht zu kontrollieren und andere fallen regelrecht in sich zusammen und "versteinern".

    Dieses Versteinern konnte ich bei Filou beobachten als ich anfing an seinem Futterproblem zu arbeiten.
    Er war überfordert und versteinerte. Von jetzt auf gleich fiel er in sich zusammen, also er rutschte mit den Vorderpfoten vor (aus der Sitzposition) und blieb halb liegend, halb sitzend in der Position. Sein Blick war leer und starr.

    Er reagierte auf nichts mehr.
    Erst sanftes an mich drücken und ruhiges streicheln brachte ihn zurück.

    Da war mir klar, dass dieser Hund ein Trauma bezüglich Futter aus Spanien mitgebracht hat und seine Aggressionen/oder Meideverhalten, je nach Situation, nichts mit wirklicher Ressourcenverteidigung zu tun hatte.

    Er war auch in seinen Aggressionen nicht bei sich. Hier konnte ich ihn aber herausrufen, auch als ich an der Wand stand und er knurrend, sprungbereit vor mir!
    Plötzlich drang meine Stimme zu ihm durch und er begrüsste mich schwanzwedelnd.

    Ich hab das nach zwei Jahren, mit ettlichen brenzligen Situationen, durch komplett andere Fütterung in den Griff bekommen.

    Von daher kämen eben auch Stress und Traumata für mich als Auslöser in Frage, erst Recht wenn Du nicht weist was sie erlebt hat. Manchmal reichen bestimmte Signale (Geräusche, Bewegungen, oder Situationen) um beim Hund Klick zu machen.

    Lass sie mal von einem Neurologen durchchecken und achte mal auf das Umfeld und Dich selbst wenn sie wieder neben sich steht. Vielleicht findest Du einen Auslöser.

    Liebe Grüße

    Steffi

  • erstmal an Abessinierin:
    Ja ich mochte ihn sehr. Er hieß Davey und kennen gelernt habe ich ihn als ich ein Praktikum bei Gesa Kuhn gemacht habe. Er war so ein Schatz...ein sehr süßer :ops:

    Ich, persönlich, fand den Unterschied, zwischen "geistig anders " :D und taub/ blind eigentlich relativ offensichtlich. :???:

    Vergleiche ich mal einen Hund, der blind und taub ist mit einem "autistischen" Hund, dann kann man den Unterschied ganz klar erkennen.
    Der taube/ blinde Hunde geht ja ganz anders mit seiner Umwelt um. Er kann nichts hören, nichts sehen, dafür aber die anderen Sinne wahrnehmen und mit seinem Gehirn noch, joa logische Schlüsse ziehen. Er kann sich auf etwas konzentrieren. Würde man zum Beispiel bei dem Hund einen Knochen im Gras verstecken, wäre dieser noch fähig, sich darauf zu konzentrieren und das er seinen Plan, nämlich das finden des Knochens, auch ausführen kann.
    Ein geistig behinderter Hund hat zwar noch alle Sinne, ist also in der Hinsicht nicht eingeschränkt, aber, jetzt zum Beispiel bei dem Hund den ich kennen gelernt habe, bei ihm zeigte sich, dass er eben nich einen Plan richtig verfolgen kann. Und da kann man ja wieder einen Unterschied sehen, zum Beispiel an den Augen. Die gucken einfach ins Leere, sind in einer anderen Welt. Bei anderen Hunden reagieren diese ja noch irendwie. Die Ohren wackeln, wenn man redet, die Haut zuckt kurz wenn man sie berührt. Bei ihm aber nicht wirklich. jedenfalls...ach wie soll ich das beschreiben. Ich rufe seinen Namen und er guckt mich an. Manchmal guckte er mich auch wirklich an...jedoch nie länger als 1 Millisekunde...aber manchmal guckte er einfach durch mich durch. Als wär er auf einer sehr weit entfernten Insel
    Er war einfach immer schnell verwirrt und hat sein Vorgehen manchmal auf einmal ohne weiteres abgebrochen. Dieser Hund kam auch zum Beispiel nicht mit Veränderungen gut zurecht. Er brauchte immer einen festen Standort, zu dem er fliehen konnte oder ähnliches.

    Ich kann ja mal beschreiben. Zum Beispiel morgens. Ich bin aufgestanden, wollte die Hunde begrüßen. Davey ( der "Autist") ist erstmal direkt schon am morgen "arbeiten" gegangen :D Sprich er ist immer wieder sprunghaft in andere Handlungen übergesprungen.
    Zum Beispiel flitzt er erst rum, geht eine Runde um die Hunde und rast wieder in sein Versteck, dreht sich da einmal, legt sich kurz hin, und geht dann draßen wieder eine Runde, entdeckt mich, kommt mich begrüßen, hält auf einmal still und geht wieder seiner "Arbeit" nach, ob es jetzt im Versteck sitzen, schlafen, essen oder sonst was war, er wirkte immer wie ein wichtiger Geschäftsmann, bis er schließlich wieder plötzlich inne hielt.
    Er hatte auch einige Ticks
    Zum Beispiel Decken schreddern, und wenn Hunde draußen rumrennen im Versteck sitzen und in Richtung der Wand bellen um dann wieder rauszustürmen.
    Auf Gassigängen war er eher ruhig, aber eben...anders
    Aber ich bin wirklich schlecht im beschreiben...<__<

    Er war jedenfalls ein Schatz ohne Ende und er roch immer angenehm Baby-haft ^_^

    Für mich jedenfalls, war klar, dass er geistig nicht 0-8-15 ist...ich könnte mir sein ganzes Verhalten niemals mit irgendwelchen Erziehungsfehlern oder Stress erklären...

    Hm aber trotzdem solltest ihr vielleicht nochmal andere Tierärzte befragen. was sie dazu denken, oder bei der Tierklinik mal nachfragen. irgendwo muss doch einer sitzen der Ahnung hat

  • Ich finde das Thema sehr interessant.

    Ich frage mich jedoch auch grad was es bringt, wenn ich jetzt einen Experten finde, der mir sagt "ja dein Hund ist nicht ganz auf der Höhe, oder Autist oder ähnliches"? Gut, dann weiss ich es. Aber ändern kann ich dann auch nichts.
    Gibt es Experten die wissen wie man mit solch einem Tier umgeht? Sicher irgendwo befasst sich bestimmt jemand damit, aber wahrscheinlich nicht einmal in Deutschland.
    Aus den Erzählungen meine ich zu hören, dass man intuitiv das richtige macht. Dem Hund nichts aufzwingt und vor allem ihn liebt so wie er ist.

    Ich wusste bei Schara dass sie (fast) nichts hört. Wollte aber auch noch die Gewissheit und habe die Audiometrie machen lassen. Okay jetzt weiss ich, dass sie definitiv taub ist und man auch nichts machen kann. Aber anders ist jetzt nichts.
    Ich kann es schon verstehen, dass man die Gewissheit durch einen Experten sucht.

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