Ich bin so frustriert und Elli merkt es, was tun???

  • Hallo Ihr,
    ich hab lange überlegt, ob ich überhaupt hier schreibe, denn wahrscheinlich werde ich in der Luft zerrissen, aber manchmal hilft ja schreiben...
    Ich bin zu ungeduldig mit Elli. Ich weiß es, aber ich kann es nur schwer ändern. Kurz die Infos: Elli ist jetzt2 Monate bei uns. Wir sind in der Huschu, ich finde das interessant, außerdem beruhigt es mich, dass alle Hunde da grad nicht hören und mit 9 Monaten halt auch grad ein seltsames Alter ist :D
    Elli ist nach deren Meinung ein absolut souveräner Hund, der total schnell entspannen kann. Ich bin ja der Meinung, da kommen die Herdi-Gene raus. Rufe ich sie (ohne Ablenkung), kommt sie langsam an, schaut nach allen Seiten, erst mal, warum ich überhaupt rufe, setzt sich dann 1 m von mir entfernt hin und schaut demonstrativ an mir vorbei. Klar, der Abruf während dem Spiel klappt nicht, dass lass ich mittlerweile auch, mach mich nämlich nur zum Obst.
    Wenn sie "sitz" machen soll, legt sie sich nach 5 sek hin und schaut mich gelangweilt an, der Spruch "komm ich heut nicht,komm ich morgen" ist genau für Elli gemacht. Das blöde ist, bis vorletzte Woche ging es einigermaßen(oder ich hab mir nicht so viel Druck gemacht). Dann kam ein neuer Hund in die Huschu ( der ist sowas von durchgeknallt, kann nicht an der Leine gehen, bellt 2 Std ohne Unterbrechung usw) und als sie ohne Leine waren (ich wollte das eigentlich nicht, hatte da so ne Ahnung), waren Elli und er weg.....ca. 30 Min. Verstecken, weglaufen u.ä. hat ja nix gebracht, sie waren ja eh schon weg und irgendwann haben wir sie gefunden (spielend). Seit dem glaub ich, Ellli hat gemerkt, dass sie letztendlich zu schnell für mich ist.
    Seit gestern hab ich sie wieder an der Schlepp. Kommandos werden im Haus, im Garten, auf dem Feld an der Schlepp geübt. Es klappt ganz gut, aber ich werde das GEfühl nicht los, sie macht es nur, weil sie muss, aber nicht weil sie überzeugt ist, dass es gut ist, dass es Spaß macht zu mir zu kommen und all sowas. Wir spielen auch an der Leine, ab und zu mag sie kurze Suchspiele nach Leckerchen(sie musste das alles lernen, fand es anfangs doof). Ich bin aber so ungeduldig, meine Erwartungshaltung ist hoch und Elli kann sie gar nicht erfüllen. Irgendwie hab ich bei ihr das GEfühl, alles perfekt machen zu müssen und vergesse die normalen tollen Momente mit ihr, bzw kann sie gar nicht genießen, weil ich sofort wieder analysiere, ob ich mir damit Respekt abnehmen lasse, ob ich sie verwöhne usw. Das ist anstrengend und blöd von mir!!!!
    Ich sehe Hunde, die sofort zu Herrchen kommen, auch aus dem Spiel und ich steh dann da und frag mich, ob ich jemals da hin kommen werde. Auch wenn mir dann alle sagen, dass sie bestimmt nach 2 Monaten auch nicht so weit waren....Vielleicht sollte ich mit Yoga anfangen um mal locker zu werden. Am meisten nervt es mich, dass ich so gezwungen handle, denn eigentlich bin ich eher relaxed und locker....
    Also, bringt mich ruhig wieder auf den Boden, auch wenn es weh tut :sad2:

  • Ich denke nicht, dass man dich zerreisen sollte. Tipps sind hier wohl eher angebracht!

    Du musst ganz schnell aufhören, dich an anderen HH zu messen!
    Du weißt nicht, wie sie ihren Hunden dieses Verhalten beigebracht haben. Du weißt nicht wie alt die Hunde sind und welche Erfahrungen beim HH vorhanden sind.

    Deine Maus ist sooo jung und noch nicht lang bei dir. Vielleicht solltest du lieber aufhören, mit dem ständigen üben und erstmal mehr mit ihr spielen. Dann lernt sie vielleicht, wie cool es ist, sich mit dir zu beschäftigen.

    Schraub ganz schnell deine Erwartungen runter und richte deinen Blick ausschließlich auf deinen Hund, denn jeder Hund ist anders und du musst den für deine Maus und dich richtigen Weg finden.

    In meinen Augen solltest du deinem Hund erstmal die Möglichkeit geben, richtig anzukommen und Junghund sein zu dürfen. Dann kommt das gezielte Training.

    Ich kann verstehen, dass du große Erfolge sehen willst. Dabei übersiehst du aber die Kleinen!

    Schalte einen Gang zurück, genieße die ausgelassene Zeit mit ihr und trainiere einfach nur ganz ungezwungen mal zwischendurch (mal abgesehen vom Hundeplatz - (bei uns dürfen Hunde in dem Alter nicht auf dem Platz zusamme spielen!), da wird gearbeitet!

    Fühl dich aber mal gedrückt ... wenn du dir darüber klar wirst, werlcher Weg der richtige ist, dann werden ihr bestimmt ein gutes Team!

    LG, Henni und Cheyenne ... die den Ehrgeiz auf ein Minimum reduziert haben!

    :streichel:

  • So ist das halt mit ... nennen wir sie "Charakterhunde" :D
    Selbstständiges handeln und Unabhängigkeit hat bei solchen Dingen halt seine Nachteile, bringt aber andere Vorteile. Mach Dich nicht verrückt, genieße Deinen Hund :)

  • Wie warst du denn in dem Alter, wenn dich deine Eltern gerufen haben? Siehst du, es kommt alles auf einen zurück ;) .

    Immer langsam mit den jungen Hunden, das kommt schon. Üben, üben, üben.

    Du kannst ihr auf zwei Wegen erst einmal beibringen, dass du nicht scherzt und, ob sie es einsieht oder nicht, sie wird ohne zu murren gehorchen.

    Stelle einen Teller mit Wurst- und Käsebroten sowie Würstchen auf den Boden und setze dich daneben. Wenn Elli jetzt ankommt, schiebe sie mit dem Unterarm weg und sage "Nein, Meins". Das machst du so lange, bis du ungestört mit dem Hund neben dem Teller essen kannst.

    Ich nehme mal an, dass Elli 4 Monate alt ist und das Platz kennt. Wenn du ihr ihr Futter gibst, lasse sie sich ablegen (Platz) und lasse sie so lange liegen bis du ihr das Futter freigibst. Steht sie auf, nimmst du die Schüssel hoch und sagst Platz. Liegt sie wieder, setzt du die Schüssel auf den Boden. Immer wieder auf und nieder, bis sie liegen bleibt. Warte noch so ein, zwei Minuten und gib ihr dann das Futter frei. Später variiere die Wartezeit, es dürfen auch mal (MAL) 5 Minuten oder auch nur 30 Sekunden sein.

    Dann gehe ich mal davon aus, dass sie in nächster Zeit auch mal ein Hühnerbein oder so klauen wird. Du musst sie unbedingt dabei erwischen und ihr die Beute sofort abnehmen. Sie darf auf keinen Fall erfolg haben! Deshalb auch ruhig mal eine Situation schaffen, in der du sie auch wirklich auf frischer Tat ertappst. Nach 2 - 3 erfolglosen Versuchen hat sich das Thema dann erledigt. Dann kann in der Küche sonstwas herumstehen, sie wird nicht drangehen. Meine beiden (14 Monate und 2 1/2 Jahre alt) waren vorgestern gut 4 Stunden allein im Haus, hatten Zugang zur Küche, aber sie haben weder ihr Futter noch ihr Schmalz angerührt. Sowas geht also.

    Sprich viel mit Elli und bei allem, was sie richtig macht, ordentlich und fleißig loooben!!! Und halte die Übungseinheiten kurz, maximal 20 Minuten am Stück. Wobei mir das zu blöd wäre, weshalb ich die Übungen in die Spaziergänge einbaue. Immer mal kurz, auch mal in ein Spiel verpackt.

    Elli wird sich sicher auch Dinge wie Socken, Schuhe usw. aneignen. Ist auch normal. Man kann dann natürlich schimpfen. Bin ich in solchen Fällen kein Freund von. Man kann auch strafen. Das mache ich, wobei ich den Hund zur Strafe die Dinge wieder dahin zurücktragen lasse, wo er sie her hat. Aufräumen ist eben doof, auch für Hunde.

  • Atme mal gaaanz tief durch und mach dich & Ellie bloß nicht mit Vergleichen mit Schulnachbars Superhund fertig - der hat garantiert auch seine Schwächen! Nobody (-dog) is perfect - aber liebenswert sind sie dabei alle. UND Ellie ist noch sooo jung, da erwartest du einfach zuviel!

    Ich kann deinen Frust manchmal sehr gut verstehen, weil ich Dickschädel-Jungterrier auch nach einem Jahr noch nicht mal halbwegs zivilisiert leinenführig bekommen habe. Eine Ablenkung, und PENG - da könnte man manchmal schon...

    ABER: Dafür hat diese kleine Temperamentsrakete eben auch den weltschnellsten Appell, sogar aus dem Spiel, und letzte Woche ist sie frei bei mir geblieben, obwohl vor uns ein Hase hochsprang. Das war absolut genial, das hätten ihre wunderbar leinenführigen Vorgänger in dem Alter nie geschafft.

    Will sagen: Gerade die Eigensinnigen haben genauso große Stärken wie Schwächen. Ich wette, deine Ellie hat in Wirklichkeit sehr viel mehr Momente, in denen dir das Herz aufgeht, als solche, in denen du den sturen Köter am liebsten verleugnen würdest!

    Was für dich schwerer wiegt, die Schwächen oder die Stärken, ist einfach deine eigene Entscheidung. Wenn du die einmal bewußt getroffen hast, kannst du deutlich gelassener und freundlicher mit dem Hunde-Kind arbeiten - und dabei viel Glück für euch beide!

  • Hallo,

    Du schreibst, dass Deine Kleine ein HSH Mix ist.
    Diese Hunde sind sehr eigenständig, denn dafür wurden sie gezüchtet. Sie haben tagelang auf sich selbst gestellt Vieh beschützt und selbständig ihre Entscheidungen getroffen.

    Einen Herdenschutzhund erzieht man nicht wie einen "normalen" Hund, vielmehr muss man sie überzeugen, dass es für sie von Vorteil ist auf Dich zu hören. Nur wenn sie das einsehen, hören sie auch!

    Kennt sich Deine Hundeschule mit Herdis aus?
    Es ist ganz wichtig, dass man hier auf die Rasse eingeht und Dir zeigt wie Du mit ihr arbeiten sollst.

    Sie ist in einem schwierigen Alter, noch dazu könnte sie läufig werden, wenn sie es nicht schon war und vergiss nicht: Herdenschutzhunde sind erst mit 3-4 Jahren (je nach Rasse) erwachsen.
    Von daher hast Du noch sehr viel Zeit und setz Dich nicht unter Druck. Nur weil Du einen Herdenschutzhund hast wird er nicht die Macht an sich reißen wollen.

    Lass mal fünfe grade sein und wenn Du das Gefühl hast, dass Du jetzt lockerer sein solltest, dann sei es.

    Liebe Grüße

    Steffi

  • Zitat


    Sie ist in einem schwierigen Alter, noch dazu könnte sie läufig werden, wenn sie es nicht schon war ...

    Wiiie? Mit 4 Monaten schon einmal läufig gewesen oder Läufigkeit steht kurz bevor???? :lachtot: Da steht der Zahnwechsel an, wenn sie den nicht gerade durchlebt. Und sorry, mir ist weder beim Menschen noch beim Tier ein Fall bekannt, in dem die erste Läufigkeit während des Zahnwechsels auftrat, immer erst danach.

    Das mit den HSH und sonstwas Spezialausbildungen halte ich für Unsinn. Du musst immer auf den jeweiligen Hund eingehen, egal ob Dackel oder Dogge, ob Herdenschutz-, Hüte- oder Jagdhund. Alle Hunde sind 100%ig wie wir Menschen - Dickköppe, Dummköppe, Intelligenzbestien, Diener ihres Herren, Führer, Geführte, Nachteulen, Frühaufsteher, Morgenmuffel, Spaßvögel, Rambos, Rambowskis (Hauptmann Rambowski war die russische Antwort auf Rambo und witzigerweise das genaue Gegenteil von Rambo, schmächtig, ebenso mutig aber nett und hilfsbereit ohne Haudraufaktionen), Angsthasen ...

    Der Rest ist eine Nullaussage wie alle Neger sind schwarz und in der Nacht schlecht zu erkennen oder Oma ist die älteste. Stimmt zwar, bringt aber keinen wirklichen Erkenntniszuwachs, weshalb ich das als Unsinn bezeichne.

    Egal ob Grund- oder Berufsausbildung, es kommt immer darauf an, dass dem Hund der Unterrichtsstoff so nahegebracht, dass er so an seine Aufgabe so herangeführt wird, dass er es versteht. Und ich muss ihm zeigen, dass ich ein Interesse daran habe, dass er dies oder jenes tut oder lässt. Dann wird jeder Hund seine Aufgaben auch freudig ausführen.

    Nenne es inkonsequent, aber meine haben ihre Fänge von den Schuhen zu lassen. Dennoch lasse ich mir meine Stiefel bringen. Da kommt Freude auf beim Hund, denn gleich geht es raus.

    Die beiden Übungen, die ich genannt habe in Bezug auf die Tischmanieren, kann und sollte man jedem Hund beibringen. Und jeder Hund, egal wie er geistig ausgestattet ist oder wie er charakterlich tickt, kann die begreifen. Wenn der Hund nicht gerade kurz vor dem Verhungern steht, wird er sich bei der Übung mit der Futterschüssel freiwillig schon dann ins Platz begeben, wenn er hört, dass es gleich Futter gibt.

  • Zitat


    Wiiie? Mit 4 Monaten schon einmal läufig gewesen oder Läufigkeit steht kurz bevor???? :lachtot:


    Vielleicht kennst Du ja den Hund, aber die TS hat folgendes geschrieben:

    Zitat

    Wir sind in der Huschu, ich finde das interessant, außerdem beruhigt es mich, dass alle Hunde da grad nicht hören und mit 9 Monaten halt auch grad ein seltsames Alter ist :D

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