Ich bin so frustriert und Elli merkt es, was tun???

  • Hallo,

    so wie ich es aus den Beiträgen der TS gelesen habe ich der Hund nun 9 Monate alt. Es wäre ja auch komisch einen Hund von 4 Monaten mit einem Hund von 9 Monaten zu vergleichen, oder?
    Und: mit 9 Monaten wäre es nicht sonderlich verwunderlich wenn sie läufig werden würde.

    Ich finde es nicht als Unsinn, denn man muss mit einem Herdenschutzhund anders umgehen als mit einem anderen Hund!
    Welche Rassen wurden so sehr auf Eigenständigkeit gezüchtet wie ein Herdenschutzhund?
    Klar muss ich auf die verschiedenen Rassen und deren Eigenschaften eingehen wenn ich sie ausbilde, das hab ich auch nie bestritten.

    Für mich ist es auch nicht inkonsequent mir meine Schuhe bringen zu lassen, noch mein Telefon oder die Fernbedienung. Ist aber doch auch ein Unterschied ob ich einen Hund etwas holen schicke, oder er etwas nimmt und zernagt.
    Allerdings würde ich meinen Hunden nie alte Schuhe zum zerlegen geben und erwarten, dass sie neue Schuhe in Ruhe lassen.

    Die TS wird bestimmt noch Licht ins dunkel bringen was das Alter angeht.

    Liebe Grüße

    Steffi

  • @ Steffi E.
    Zucht hin, zucht her, du wirst jedes Kind, das eine lange Ahnenreihe von Raufbolden hat, zum Priester machen können. Das haben die Isländer schon im 800 n.Chr. zu Papier gebracht, dass UMWELT und Genetik das ausmachen, was aus einem Wesen einmal wird. Lies mal die Edda.

    Umwelt ist in diesem Zusammenhang die Erziehung. Sturköppe hast du immer. Doch auch unter den Selbständigkeitskünstlern wie HSH aber auch Dackeln, die ja auch im Bau selbständig arbeiten müssen, wirst du sone und solche finden.

    Rasse ist sowas von uninteressant in diesem Zusammenhang, du erziehst schließlich nicht eine Rasse sondern einen individuellen Hund. Du musst auf das konkrete Tier eingehen, nicht auf die Rasse. Oder bist du in der Schule anders unterrichtet worden als deine Mitschüler, weil du eine andere Herkunft hast, sagen wir aus einer Bauernfamilie oder einer Arztfamilie. Das ist doch lächerlich!

    Steffi, das bezieht sich jetzt nicht auf dich. Aber manchmal komme ich mir bei den ganzen Posts über Rasse, Reinerhaltung der Rasse usw. vor wie bei Adolfs Nachlassverwaltern. Natürlich gibt es Rassen, natürlich unterscheiden sich die Rassen. Aber man kann jedem Hund nahezu alles beibringen, sofern es seine Anatomie zulässt. Man muss es ihm nur vermitteln, was man von ihm will. Man muss ihn an die Aufgabe heranführen. Da ist es dann egal ob diese oder jene Rasse, der konkrete Hund stellt die Anforderungen an den Ausbilder. Da kann ein geistig minderbemittelter Pudel (nichts gegen Pudel!) bei der rassebedingten Paradeaufgabe Männchen machen grandios versagen, während ein HSH das blitzschnell binnen kürzester Zeit mit Freude macht. Rassefrage? Nö, absolut nicht.

  • Meine Hündin ist auch sehr selbständig, dazu kommt, dass sie nicht schon als Welpe bei uns eingezogen ist, sondern erst mit 5 Monaten. Sie war ein Straßenhund.

    Es gibt viele Dinge, die sie nicht konnte und die jetzt klappen, wenn auch oft genug genauso langsam wie bei deiner Ellie. An manchen Tagen habe ich das Gefühl, meiner ist es schlicht zu doof, Platz oder Sitz zu machen.

    Ich trainiere NICHT täglich, sondern je nach Lust und Laune. Auf 4 - 5 Tage pro Woche kommen wir im Schnitt trotzdem. Ich mache es so, dass sie nie weiß, ob wir trainieren gehen oder einen einfachen langweiligen Spaziergang, indem ich immer das Trainingsequipment mitschleppe (Futterbeutel, Schleppleine, Pfeife). Manchmal trage ich es einfach nur 2 Stunden durch den Wald und Ayla darf leinenführig hinter mir herlatschen. Zur Belohnung darf sie zweimal den Beutel apportieren und kriegt auch ein Leckerchen daraus.
    Ich trainiere nie alles auf einmal, sondern immer nur ein bis zwei Dinge. Die Trainingseinheiten sind kurz. Ich integriere Pausen in Form von gemeinsamen Herumsitzen auf Bänken oder Baumstämmen. (Findet meine öde, hilft ihr aber runterzukommen.) Belohnungen finden in Form von Spielen gepaart mit Leckerchen statt. Neue Anforderungen werden natürlich öfter und schneller belohnt als bekannte Kommandos.
    In der Wohnung wird sie von mir weitestgehend ignoriert.
    Futter (im Napf) wird grundsätzlich mit einem Kommando freigegeben.

    Ich sag dir, ich bin oft verzweifelt gewesen, weil ich dachte, ich krieg meinen Hund nie auf mich geeicht und sie wird mich immer ignorieren. Vor einem halben Jahr - mit ca. 9 Monaten - schien sie, und vor allem ich, in meinen Augen ein hoffnungloser Fall.
    ABER - und den Tipp meiner Trainerin gebe ich gern weiter - erst mit 2,5 bis 3 Jahren fällt nochmal ein Schalter beim Hund. Viele scheinen dann wie ausgewechselt. Und das gibt mir persönlich Hoffnung und Mut weiterzumachen.

    Nachtrag: Meine Trainerin sagte mir auch, dass es mit einer richtigen Bindung auch noch dauern wird, weil mein Hund halt selbständig war und "Jagd"erfolge hatte. Und ich hab sie nun schon 10 Monate bei mir.

  • Zitat

    Wiiie? Mit 4 Monaten schon einmal läufig gewesen oder Läufigkeit steht kurz bevor???? :lachtot: Da steht der Zahnwechsel an, wenn sie den nicht gerade durchlebt. Und sorry, mir ist weder beim Menschen noch beim Tier ein Fall bekannt, in dem die erste Läufigkeit während des Zahnwechsels auftrat, immer erst danach.

    Meine Hündin war mit ca. 4-5 Monaten läufig (ganz genaues Alter ist unbekannt) und definitiv war sie zu dieser Zeit im Zahnwechsel.

    Zwischen Mensch und Hund liegt in diesem Bereich wohl doch ein kleiner Unterschied... ;)

  • Vielen Dank schon mal für Eure Zeilen!!!

    Es waren noch ein paar Fragen ungeklärt, Elli ist 9 Monate alt, seit 2 Monaten bei uns, direkt aus der Türkei. Hatte dort keine gewaltsamen Erfahrungen erleben müssen und zusammen mit 25 anderen Hunden hat sie bei einer deutschen Pflegestelle auf einem gesicherten Grundstück gewohnt. Sie ist super sozialisiert, was andere Hunde angeht, aber hat halt noch nicht so viel Erfahrungen mit Menschen gemacht.
    DSH Bauer: vielen Dank für die beiden Aufgaben, ich bin ganz ehrlich grad ganz stolz gewesen, denn gerade das mit dem Essen haben wir von Anfang an gemacht. Elli bekommt Fressen hingestellt, setzt sich hin und wartet auf mein OK. :D
    In der Huschu haben wir auch gesagt bekommen, Leckerchen nehmen, sie zeigen aber nicht fressen lassen. Jetzt sind wir so weit, Fleischwurstbrocken können um sie herum gelegt werden, wenn wir dabei sind hat sie jede Menge Übersprungshandlungen (gähnen, auf den Rücken legen, seltsame Töne von sich geben) aber sie frisst sie nicht. Gehen wir allerdings raus, haben wir verloren.
    Meine Huschu hat schon mit einigen HSH gearbeitet, in Elli ist auch noch ein Schäferhund (am ehesten Belgischer) mit drin. Ich hab heute mal bewußt geschaut, was sie alles toll kann, wo ihre Stärken für uns sind und da ist schon einiges.
    Um noch mal einen drauf zu setzen: Elli wurde schon in der Türkei kastriert, vor der ersten Läufigkeit. So ist es nun mal, ob ich oder wir hier das gut oder schlecht finden, ist nicht mehr wichtig, denn ändern kann ich es eh nicht.
    Mal ne blöde Frage: machen die dann ganz normal die Pubertät durch? Oder wie ist das denn, so mit ohne Läufigkeit? Fällt mir grad so ein, hab mir noch nie Gedanken darüber gemacht. Bin weiterhin für alle Tipps und Ratschläge offen und dankbar, da ich mich manchmal selbst blockiere :sad2:

  • Ich schätze mal, dass Elli Zeit Lebens etwas welpenhaft sein wird. Das muss nicht nachteilig sein, denn erwachsen wird sie trotzdem, nur eben mit einem sonnigen, verspielten Gemüt.

    Im biologischen Sinne wird sie kaum eine Pubertät durchmachen, im Sinne ihrer persönlichen Reifung, ihres Erwachsenwerdens, kann ich mir das jedoch durchaus vorstellen.

    Wie schon geschrieben wurde, Erwachsenwerden dauert, beim Hund nicht so lange wie beim Menschen, aber auch beim Hund gehen Jahre ins Land. Und jeder Hund ist anders.

    Bei meinem Rüden hat es z.B. zwei Jahre gedauert bis er von jetzt auf sofort aus heiterem Himmel auf Entfernung sauber Platz gemacht hat (vorher kam er immer erst zu mir). Die Hündin hatte es einfacher, denn der Rüde half ihr, so dass sie das mit einem Jahr brachte. Dafür hat mein Rüde in seiner "wilden Zeit" weniger Unsinn gemacht und war von Anfang an viel vernünftiger. Sie ist dagegen vom ersten Tage an bis heute viel schmusiger und auch führiger als er. Beide Schäferhunde und doch jeder eine eigene Persönlichkeit. Und keinen von beiden möchte ich anders haben, denn ohne Vernunft wäre z.B. seine Dominaz unerträglich, ebenso wie ihre niedliche Frechheit ohne ihre Führigkeit und Verschmustheit einfach daneben wäre. Sinn ist es nicht den rassetypischen Hund zu erziehen, Sinn ist es die Eigenschaften zu fördern, die erwünscht sind, so dass man den Hund hat, mit dem man vernünftig arbeiten und zusammenleben kann.

    Vergleiche Elli auch nicht mit anderen Hunden. Was bei denen alles für Leichen im Keller liegen, wirst du bestenfalls zufällig erfahren. Na ja, und der Vergleich der kann das und der dies und der jenes, Elli aber nur selbiges ist eh unfair.

  • Huhu Balouzi,
    meine Große war auch Straßenhund, kommt aus Spanien und ist seit fast 4 Monaten bei uns.
    Sie ist auch sehr selbständig, macht draußen gern "ihr Ding" und geht auch schonmal allein Gassi, wenn sie mal wieder über den Zaun gesprungen ist, den wir ständig höher und stabiler machen.
    Daneben jagt sie gerne, und befolgt Kommandos auch nur, wenn SIE es für richtig hält, sprich, wenn sie z.B. sieht, dass Frauchen ein Stück Fleischwurst in der Hand hält. :D
    Im Gegensatz zu dir mache ich mir glaube ich, manchmal etwas zu wenig Druck und Stress. Ich sage mir: Gut Ding will Weile haben, und übe vermutlich etwas zu selten mit ihr. In einer HuSchu waren wir auch noch nicht.
    Trotzdem muss ich sagen: Es wurde jetzt von Monat zu Monat besser. Sie hört immer öfter, auch draußen. Ich habe das Gefühl: Je länger sie da ist, desto mehr "möchte sie gefallen". Im Haus war das schon immer so, unsere Baustelle ist draußen.

    Daher würde ich sagen: Geduld!!!!!! Nimm dir und dem Hund den Druck.

    Ich genieße meine Hunde sehr, beide gehen für ihr Leben gern Gassi, wir spielen dabei und auch im Garten, wir kuscheln enorm viel, und die Bindung wächst und wächst.

    Ich glaube, was du schreibst, wird sich alles legen mit der Zeit. Lass deine Maus ganz ankommen, habt mehr Freude zusammen.

    (PS: Ich mache übrigens bereits seit 17 Jahren Yoga :D )

  • Zitat

    Du musst ganz schnell aufhören, dich an anderen HH zu messen!
    Du weißt nicht, wie sie ihren Hunden dieses Verhalten beigebracht haben.

    Dazu fällt mir ein:

    Sagte eine Bekannte, die einen ca. 8 Monate alten Hund hat neulich zu mir: Wenn Deine Große MEIN Hund wäre, die würde nicht mehr ständig ausbüchsen.

    Darauf ich: Wieso sollte sie bei dir nicht ausbüchsen??? Solange sie nach wie vor Lücken in der Umzäunung findet, würde sie auch bei dir stiften gehen.

    Darauf sie: Nein, nie im Leben, wenn sie das bei mir machen würde, würde ich ihr so eine ordentliche Tracht Prügel verpassen, dass sie das nie wieder tut ...

    :???: :sad2:

  • :hilfe: Sorry, aber an den Baustellen würde ich ganz schnell bauen, damit der Hund nicht überfahren wird. Es muss ja nicht ein E-Zaun sein wie bei mir, aber ein Zaun, den der Hund nicht untergraben kann und der oben nach innen abknickt sollte es schon sein. Lieber etwas weniger Ausgang als ein ganzes Leben tot.

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