Mein Hund hat mich gebissen

  • Zitat

    Ich würde aus der Reaktion der Halter jetzt kein Drama machen. Meine Güte, der Hund wurde unsanft rausgeworfen, er wird es überleben..

    Ich würd schauen, dass sie lernt, sich sowas gefallen zu lassen. Nicht weil es sonst Ärger gibt, sondern weil nichts passiert! Es ist ok, sich überall bekrabbeln zu lassen o.ä. Wäre es ein nichts, wäre es ok für die Hündin, hätte sie nicht gedroht und nicht zugebissen. Ergo ist es nicht ok und das würde ich ändern :nixweiss:


    :gut: :gut: :gut:

  • Chandrocharly: So wie die TS das beschrieben hat, hat der Hund mehrfach zu- bzw. nachgebissen, so dass ihre Wange geblutet hat. Ich würde das schon als beißen bezeichnen.

    Und der Hund soll nicht zum Schmusen gemacht sein .... :???: Also meine fordert das Schmusen regelrecht ein, und sie ist verschmuster als jeder Mensch. Sie kommt von sich aus und kuschelt ihren Kopf an meinen Kopf, und wenn ich zurückweiche, kommt sie hinter mir her und möchte weiter kuscheln. Meine möchte am liebsten permanent angetatscht und gestreichelt werden, egal wo und egal von wem ....

    Daher finde ich nicht, dass man das verallgemeinern kann.

  • Naja, so schlimm kann es ja mit dem Biss nicht gewesen sein, sonst wäre die Threaderstellerin wohl kaum direkt in ein Forum gegangen und hätte hier geschrieben, sondern sie würde dann wohl beim Arzt in Behandlung sein.

    Ich denke, du solltest allgemein deine Einstellung zum Hund mal überdenken. Ein Hund ist kein Plüschtier sondern ein Lebewesen mit Eigenarten, Instinkt und auch eigenem Kopf.


    Mach dir dies in Zukunft deutlicher Bewußt und hör auf den Hund zu vermenschlichen - (wieso muß man seinen Hund abknutschen?) und beschäftige die mehr mit dem Ausdrucksverhalten von Hunden. Ich möchte nämlich wetten, dass dein Hund schon lange vorher Beschwichtigung und Ablehnung bei diversen Aktionen gezeigt hat und dies jetzt nur der Gipfel war, nachdem alles vorher von dir ignoriert (weil nicht wahrgenommen) worden ist.

    Übrigens, wenn deinem Hund anfassen an der Pfote bzw hochheben der Pfote unangenehm ist, können auch Schmerzen der Grund sein, wenn keine Offensichtliche Verletzung sichtbar ist. es kann etwas in der Pfote sein oder auch ausgehend vom Ellbogen etc.

    Also tue es nicht einfach ab, nur weil du keine Verletzung siehst.

    gruß
    sabine

  • Ich persönlich glaube ja, dass es nicht unbedingt um die Pfoten ging, sondern der Hund ungehalten war, weil er endlich sein Käse-Leckerlie haben wollte, auf dass er gewohnheitsmäßig gewartet hat. Da hatte er keinen Bock auf irgendwelche Spielchen ;)

    Wenn du eh im Netz unterwegs bist wegen Körpersprache des Hundes, googel doch auch mal nach "Frustrationstoleranz" und "Impulskontrolle".
    Entsprechende Übungen, um die Impulskontrolle zu verbessern, könnten deinem Hund gut tun. Dass er lernt, mit Frustration umzugehen, die auch auszuhalten und nicht auszuagieren. Gerade bei sensiblen und umtriebigen Rassen wie BC ist hier häufig erhöhter Bedarf.


    Was deine bisherigen Erfahrungen mit Hunden angeht: Die kann dir niemand absprechen. Es ist nur so, dass die neuere Verhaltensforschung neue Erkenntnisse erbracht hat. Sprich HH müssen umlernen oder auch Neues lernen, wenn sie "up to date" sein wollen bei der Erziehung.
    (Ich meine damit keine vorübergehenden Trends, sondern Erziehung aufgrund neuer Erkenntnisse über hündisches Verhalten, insbesondere das hündische Sozialverhalten.)

  • Hi,

    durftest du denn früher deinen Hund "knutschen"? Barni z.B. mag es garnicht und zieht dann sofort den Kopf weg. Ich respektiere das, weil ich weiß, dass er es nicht mag. Wenn ich aber jetzt wüsste, dass er es mag/kein Problem damit hat, würde ich das auch machen.
    Das mit der Pfote ist komisch. Vielleicht hat sie sich verlegen oder so. Probier es doch einfach wenn bei euch wieder "Ruhe" eingekehrt ist nochmal. Wenn sie immer noch "komisch" reagiert, musst du vielleicht mal ein TA draufgucken lassen.

    Zum Bestrafen: Natürlich war es nicht okay. Aber ich weiß auch von mir selber, dass man manchmal einfach nicht weiß was man machen soll, weil man überfordert oder vom Hund enttäuscht war. Ich hatte selber vorgestern eine Situation, wo ich nicht ganz richtig reagiert hab, aber das tut ja jetzt nichts zur Sache.
    Du weißt ja, dass es nicht ganz in Ordnung war und machst es nächstes Mal besser! Ich meine natürlich in der nächsten Situation wo du sie für irgendwas bestrafen musst, ich will ja nicht hoffen, dass sie dich nochmal beisst ;)

  • Hallo,
    im großen und ganzen sehe ich das so wie alle anderen hier.
    Hunde sind nunmal Tiere, die ihre Instinkte zum überleben brauchen. Über die Pfoten werden Hunde in freier Wildbahn (oder auch bei Wölfen) bewegungsunfähig gemacht bzw. eingeschränkt. Bei einem Biss in den Nacken eines Hundes wird dieser im Normalfall nicht am Überleben gehindert, anders sieht es aus, wenn die Pfoten verletzt werden. Viele Hunde sehen den übergriff auf die Pfoten als Angriff an und der pure Instinkt übernimmt die Oberhand.
    Wenn Hunde sich beißen kann man häufig beobachten, das die Angriffe gezielt auf Pfoten und/oder Bauch gerichtet sind. Hier ist ein Hund am verletzlichsten.
    Also nicht verzagen, auf den Hund achten und lernen Signale zu erkennen und solche Situationen vermeiden.
    Vielleicht besorgst Du Dir mal ein Buch über die Körpersprache der Hunde, es kann ganz interessant sein die Unterschiede zwischen Mensch und Tier zu erforschen. Also ein bisschen "Hundisch" lernen kann nicht schaden.

  • Zitat

    Chandrocharly: So wie die TS das beschrieben hat, hat der Hund mehrfach zu- bzw. nachgebissen, so dass ihre Wange geblutet hat. Ich würde das schon als beißen bezeichnen.

    Genau das meine ich. Erstens, lese mal nach, mehrfach nachschnappen ist gar nicht so selten.
    Hat nichts bösartiges.

    Und wirklich, ein BISS sieht anders aus.

    oder fehlt ein Teil Wange ? Oder das Ohr ?.

    Immer wenn es nach einem Abschnapper blutet, wird von einem Biss geredet.

    Blödsinn

    Ich bin ja nun gerade am Bein gebissen worden. Und ja, das war ein Biss, mit 4 cm tiefen Löchern.
    Aber wenn der Hund mich hätte richtig verletzen wollen, dann sähe das noch ganz anders aus.

    Und selbst ich habe noch Verständnis für diesen Hund gehabt, hat sein eigenes Frauchen, mein Hund und ich zuletzt selber ihn ja richtg gehend in Rage gebracht. Naja, bedingt, einen Orden bekommt er von mir nicht.

    Aber es hat alles seinen Grund. Und wenn ein Hund richtig beisst, auch mit genau diesem Vorsatz, dann sieht das schon anders aus

  • @La_Bella: Hunde sind verschieden. wenn deiner Schmusen liebt gibt es trotzdem genug Hunde die sich dabei unwohl fühlen und ich finde das sollte man dann schon respektieren und den Hund nicht dazu zwingen das mitzumachen.
    Dann schreibst du, dass es in solch einer situation legitim ist den Hund am Nacken rauszuzerren. Der Punkt ist aber der, dass ein Hund dieses menschliche Verhalten nicht versteht. Das ist genau wie das auf den Rücken drehen ect. Und im Endeffekt bringt es also nichts ausser, dass der Hund noch mehr verunsichert ist und das Vertrauen noch mehr drunter leidet weil der Mensch für den Hund unberechenbar erscheint.
    Wäre es also für die Beziehung nicht besser für den Hund klar und verständlich zu handeln anstatt eine Handlung zu vollziehen die alles noch schlimmer macht?
    Ich würde also schon versuchen meine eigene Wut anders in den Griff zu kriegen als körperlich zu werden.
    Dass der Hund kurz ausgeschlossen wird finde ich gar nicht mal so schlecht, gerade bei einem sensiblen BC.
    Ich hab ja selbst einen sheltie der auch sehr sensibel ist und die schnell verunsichert ist wenn ich sauer bin. Da ist es dann finde ich besser sich kurz zu sammeln, einige Minuten durchzuatmen, das eigene Verhalten zu reflektieren und dann dem Hund wieder gesammelt gegenüber zu treten.
    Nur genügt hier ja auch den hund in ein anderes Zimmer zu sperren...Naja...

  • Ich persönlich denke, dass Hunde durchaus mehr verstehen, als uns die "moderne" Tierforschung weismachen will. Auch der "neuste Stand der Forschung" wird irgendwann revidiert werden, und dann wird wieder etwas anderes gelehrt werden. Ich bin überzeugt, dass ein Hund versteht, wenn er zu weit gegangen ist (womit auch immer) und deshalb bestraft wird (wie auch immer).

    Und nicht nur der Mensch ist dann für den Hund unberechenbar. Auch ein Hund, der zuschnappt wird für mich als Mensch unberechenbar ... JA, er HAT gewarnt durch Knurren. Aber was, wenn ich beim Raufen oder Spielen zufällig an die Pfoten komme und der Hund dann wieder schnappt, und vielleicht eine schlimmere Verletzung die Folge ist?

    Ich habe das Gefühl, dass von manchen hier Hunde über den Menschen gestellt werden. Und das sehe ich einfach anders. Natürlich ist es besser, dem Hund behutsam beizubringen, dass es nichts Schlimmes ist, wenn man an seine Pfoten kommt. Und natürlich würde ich einen Hund nicht gegen seinen Willen permanent beschmusen und bekuscheln. Ich sagte nur, dass man dies nicht verallgemeinern kann, dass Hunde nicht zum Kuscheln gemacht sind, da es einfach sehr viele Hunde gibt, die Schmuseeinheiten sogar dringend brauchen und auch extrem einfordern.

    Und trotzdem bin ich der Meinung: Ein Hund darf nicht um sich schnappen, wenn ihm etwas nicht passt. Wie schnell ist es passiert, dass man einem Hund versehentlich auf die Pfoten tritt oder dass, wie gesagt, beim Raufen oder Spielen Berührungen vorkommen, die dem Hund nicht gefallen oder auch kurz weh tun. Wenn ich immer damit rechnen müßte, dass der Hund in so einem Moment zuschnappt, sorry, dann wäre dieser Hund die längste Zeit mein Hund gewesen.
    Selbstverständlich sollte man versuchen, an der Impulskontrolle und an der Frustrationstoleranz des Hundes zu arbeiten. Aber ein Schnappen dieser Art tolerieren würde ich niemals.

  • Häufig ist das Schmusen - oder Nicht-Schmusen-Wollen auch Situationsabhängig. Wir haben hier ein Exemplar die eigentlich auch gern schmust, aber auch weiss dass es nach dem Abendessen immer ein Stückchen Käse gibt. Wenn ich da versuche Madam vorher zu kraulen dreht sie den Kopf weg und schaut mich nur auffordernd an "wo bleibt mein Leckerchen"... Also ist es notwenig sich ein bisschen mit der Hundesprache auseinanderzusetzen und zu lernen den Hund "zu lesen". Dieser hat deutlich gewarnt und gezeigt, dass er das in dem Moment nicht wollte. Allerdings darf sich meiner Meinung nach kein Hund gegen seinen Besitzer wenden sondern für mich sollte das immer in Rückzug durch den Hund enden - diese Möglichkeit muss er natürlich haben. Insofern wäre hier wohl mal ein guter Trainer angesagt, der sich das Verhalten mal anschaut?

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