• @ Biomais
    Volle Zustimmung. Nur im konkreten Fall tendiere ich doch zum Würger mit ordentlich eingestelltem Zugstop. Mit Geschirr wäre mir die Gefahr zu groß, dass der Hund die ganze Fuhre doch mal eben diagonal über den Acker zieht.

    Die Betätigung des Panikhakens oder das Loslassen der Leine ist ja nur die letzte Rettung vor dem Krankenhaus. Eigentlich soll es ja nicht sein, weil der Hund lernen soll, dass Marsch Marsch ist und auf dem Marsch nichts weiter interessiert. Und er soll lernen, dass das wirklich so gemeint und durchgesetzt wird. Er darf auf keinem Fall Erfolg haben mit dem Durchstarten, weil er sonst auf den Gedanken kommt, dass er ja Gewalt seiner Kraft ...


    Noch ein Punkt, wenn das Laufen am Rad erst einmal nicht durchführbar sein sollte: Schwimmen. Egal ob Streckenschwimmen (Hunde sind da sehr ausdauernd, sie können aber auch absaufen, also Vorsicht!) oder ob "eine Stunde Stöckchenretten". Auch hierbei kann sich ein Hund auspowern. Insbesondere bei hohen Temperaturen ersetze ich gerne mal die Fahrradtour durch einen Badetag.

  • Viel Spaß, wenn dann ein anderer Hund kommt :roll: Genau mit etwas Glück läßt er das Wild links liegen.. und wenn nicht? Testen wir das Bike aus, oder wie? Hund ausbremsen? Soll ich dir meine Lee mal geben ;D Mein Rad hat gute Bremsen (muß es haben), das juckt den Hund einfach mal nen feuchten Dreck.. Keine Sorge ich kann sie bremsen, aber sicher nicht über die Bremsen am Rad..

    Der gute Hund würde hier über Nasenarbeit gearbeitet werden und zusätzlich in Geländen mit Zaun drum rum rennen dürfen. Und zwar solange bis er kontrollierbar ist (egal ob nun Thema jagen oder Leinenaggression) :nixweiss:

    EDIT: schwimmen find ich auch ne gute Idee...

  • Das mit dem Radfahren ist wirklich gefährlich. Außerdem ist die körperliche Auslastung doch nur ein Baustein hier. Der Hund muss auch geistig ausgelastet werden (ich glaub auch, der wär doch sicher was fürs Fährten oder Trailen), ein sicherer Abruf muss aufgebaut werden, um ihn im Notfall aus dem Jagen abrufen zu können.

    Liebe TS, magst du vielleicht erzählen, was ihr mit der neuen Trainerin so macht?

  • ich würde mit diesme hund auf keinen fall fahrrad fahren.

    1. finde ich viel zu gefährlich für den fahrer, den hund und die umwelt
    2. bringt es meiner meinung nach nix, den hund durch ewig langes rennen am fahrrad auch noch hochzuputschen. i

    ich würde ebenfalls nasenarbeit machen (z.b. mantrainling), gehorsamsübungen, ruhige spaziergänge etc.

    warum muss der hudn psychopharmaka bekommen?

  • Gesunder Körper und gesunder Geist. Völlige Übereinstimmung. Nur, wenn ich aus dem Büro komme, bin ich zwar auch geschafft, aber körperlich in keiner Weise ausgelastet. Da fehlt noch was. Ist beim Hund auch nicht anders.

    Ist jetzt wohl über die Fahrrad- und Lauffrage etwas in den Hintergrund geraten, dass ich auch Unterordnungstraining erwähnt hatte. Das gehört unbedingt dazu, sonst ist das Paket nicht vollständig.

    Andere Hunde, Wild, Katzen ... Ich bekomme es sehr wohl mit, wann gute und wann weniger gute Zeiten sind für Begegnungen oder Nicht-Begegnungen. Da unterstelle ich mal, dass das der TS auch hinbekommt.

    Wenn das Unterordnungstraining vor der Radtour stattfindet, dann kann das in beide Richtungen positiv wirken. Weil der Hund gerade seine Unterordnungsübungen absolviert hat geht er besser am Rad und ist beherrschbarer, und, weil der Hund Aussicht auf einen "richtigen" Auslauf hat, gibt er sich bei der Unterordnung mehr Mühe. Ich würde es so angehen.

    Klar, man kann sehr viele weitere Arbeiten für den Hund finden, sollte das auch machen. Aber doch nicht alles auf einmal. Erst einmal gibt es doch den Teufelskreis, dass mangelnde körperliche Auslastung und mangelnde Unterordnung angegangen werden müssen. Sind diese Grundprobleme erst einmal gelöst, sind auch wieder Kapazitäten (auch beim Hund!) vorhanden, um weitere Dinge zu lernen und damit die Zeit zu gestalten. Ich sehe es genauso wie Biomais: Weil der Hund nicht pariert, fällt die körperliche Auslastung flach und weil die körperliche Auslastung fehlt, pariert er nicht.

  • Zitat

    Testen wir das Bike aus, oder wie? Hund ausbremsen? Soll ich dir meine Lee mal geben


    Nicht? :ops: Ich kann meinen Beagle mit Rad zwar auch nicht ausbremsen, aber ich dachte das liegt am Rad, das ist nicht so doll und auch schon älter... Ich dachte mit richtig guten Bremsen kriegt man das schon hin...

    Wichtig finde ich halt auf jeden Fall dass der Hund sich mal richtig auspowern kann. Ich sehe das nicht als hochputschen, sondern als Energieabbau und ich kann jedenfalls bei meinem Hund beobachten dass sein Gehorsam mit der körperlichen Auslastung auf jeden Fall steigt. Wenn wir Rad fahren (egal ob er zieht oder neben her läuft) hört er perfekt, lässt sich von jedem Kaninchen abrufen, ignoriert andere Hunde, geht nicht zu fremden Menschen hin. Manche Hunde brauchen eben einfach Laufen, Laufen und nochmal Laufen um glücklich zu sein, aber da ich einen Laufhund habe hängt es vielleicht damit zusammen :D

    Wenn Rad fahren bei Laszlo ausgeschlossen ist würde ich ein eingezäuntes Gelände klar machen auf dem man ihn bewegen kann. Entweder dort widerum mit Fahrrad oder mit Dummyarbeit und dergleichen. Schwimmen ist natürlich auch klasse, wenn man dazu eine Möglichkeit hat.

    Ich kenne außerdem noch einen Pointerhalter der immer ganz früh (damit er niemandem begegnet) mit dem Hund Motorrad fährt... Manche Hunde brauchen meiner Meinung nach das Rennen bis zur körperlichen Erschöpfung, damit sie sich überhaupt auf andere Dinge einlassen können. Wenn man aber erstmal aus dem Teufelskreis "zu wenig Bewegung und daher ungehorsam was widerum zu zu wenig Bewegung führt" raus ist dann gehts leichter. Mein Hund verzeiht mir schon mal ein zwei ruhige Tage ohne nenneswerte GEhorsamkeitseinbußungen. Aber man merkt halt dass er erst richtig glücklich ist wenn er wieder an meiner Seite galoppieren darf. Und ab 40 km/h hört er sogar auf zu bellen :D

  • Da muss ich mich kurz einklinken.

    Mein Foxterriermix war SEHR jagdlich ambitioniert. Kaum war irgendwo eine Katze war der Hund weg.. aber so richtig. Wenn sie einen Hasen auf dem Feld sah, dann durfte ich hinterherrennen um die Richtung zu sehen, wo ich sie überhaupt suchen darf. Klasse!

    Jetzt: Kann ich sie von Hasen abrufen, an Katzen schnuppern lassen, ohne Leine an denen vorbeigehen und sogar ein Reh darf in 2 Meter Abstand stehen und dann abhauen, ohne dass sie hinterher hetzt.

    Zeitdauer: 1 Jahr

    Wir haben das über geistige und körperliche Auslastung in den Griff bekommen.

    Körperlich: Zughundesport. Sie ist ein Jagdhund und ich habe ihr das Ziehen genau über diesen Instink beigebracht. Wenn sie Zughundesport macht ist sie auf Hetzjagd. Da kann sie ihren Bewegungsdrang abarbeiten und auch im Kopf arbeiten. Wie Biomais schon schrieb: Das Jagen an sich, wenn irgendwo dann doch Wild kam hat sie nicht mehr interessiert. Hauptsache vollpower ziehen und vorwärts gehen.

    Geistig: Wir haben Schutzdienst gemacht > Kontrolle in hohen Trieblagen und auch Obedience > haargenaue Unterordnung :) Ihr Gehorsam steht jetzt über ihrer Triebigkeit, in allen Lagen. Sei es der Ball der vor ihrer Nase tanzt oder ein Karnickel. Wenn Frauchen Platz sagt, ist Platz und fertig.

    All dise Faktoren haben sie zum Anti-Jagdhund gemacht :)

    Ich kann dir nur raten die Hoffnung nicht aufzugeben und deinen Hund in der Sparte Arbeiten zu lassen in der er zuhause ist! Ein Jagdhund ist nunmal für die Jagd gezüchtet und sollte das auch ausleben dürfen. Kommt drauf an was ihm mehr Spaß macht.. Nasenarbeit (Mantrailing wurde schon angesprochen,...) oder wenn er mehr der Hetzjäger ist evtl. Reizangel. Allerdings würde ich ihn zwischendrin auch immer Beute (Beisswurst, Ball,..) packen lassen, damit der Trieb auch befriedigt wird. Das aber nur als Bestätigung für vorangegangen Gehorsam.

    Bezüglich der Leinenaggression hab ich keine Erfahrungswerte.

  • @ Biomais :lol:
    Ausbremsen bis zum Stillstand wohl kaum, aber seeehr deutlich bis ins langsame Schrittempo runterbremsen ist kein Thema, sicher auch nicht bei dir, denke ich.

    Wichtig ist, dass der Hund sich richtig auspowern kann. Laufen ist in der Tat sehr gut für die Ohren :D . Aber bis zur völligen Erschöpfung laufen / auspowern? Muss nicht sein, würde auch kaum gehen. So viel Zeit hat kaum ein Mensch täglich.

    Im Urlaub machen wir auch schon Mal einen Ausflug mit dem Motorrad. Es geht da jedesmal bis auf 50 km / h im Galopp zur Sache. Aber eben als kurzer Sprint, die normale Geschwindigkeit ist auch da der mittlere Trab, wobei ich dann immer den Dreck von den Hunden ins Gesicht geschmissen bekomme. Macht einfach mal Spaß (ja, insbesondere den Hunden!), ist aber nichts für alle Tage und jede Umgebung finde ich.

    Für mich ist für solche Scherze (Motorrad oder Auto) allerdings Grundvoraussetzung, dass ich den Hund durch Zuruf dirigieren und (die Bremsen sind immer das wichtigste!) auch anhalten kann. Dürfte in dem Fall hier also eher was für die Zukunft sein.

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