Wieviel Beschäftigung täglich ist gut?

  • Hier wiedermal eine Frage, nachdem sich nun alles etwas eingespielt hat:
    Wie lange sollte man einen 8 Monate alten Hund bewegen/beschäftigen?

    Zu unserem Tagesablauf:

    Inzwischen stehe ich so gegen 8 Uhr früh auf, dann grunzt Happy auch noch in ihrem Körbchen. Dann gibts erstmal so 5-10 Min. eine Kuschelrunde, bevor ich mich fertigmache und wir ca. 1 Stunde rausgehen. Wobei ich bei der Morgenrunde außer gelegentlich ein paar Sitz/Platz-Übungen und Belohnung, wenn sie mich anschaut, noch nichts weiter abverlange und relativ gechillt laufe und sie schnüffeln lasse.

    Danach gibts Futter und so 3-4 Stunden Ruhezeit. In dieser Zeit geht Frauchen nochmal ins Bett (weil derzeit Urlaub) oder schaut etwas fern, wäscht Wäsche und kocht und isst Mittag.
    Zwischendurch gibts immer mal so 5 Minuten Kuscheln und Streicheln im Vorbeigehen, wenn Happy wach ist und Lust hat.

    Dann gehts so 1-1,5 Stunden raus, ganz gemütliches Laufen zu einem geeigneten Plätzchen, wo dann abgeleint wird, ein paar Sitz/Platz/Bleib-Übungen und so 5-10 Min. Tobespielchen mit dem Kong oder Tau gemacht werden, bevor wir ganz gechillt wieder zurücklaufen.

    Dann sind eigentlich wieder so 3-4 Stunden Ruhe angesagt mit abundan mal Streicheln oder einem Raufspiel mit Herrchen, falls er Lust hat. Dann gehts noch so 1 Stündel gemütlich raus. Gemütliches Laufen und Schnuppern und auf einer Wiese so 10 Min. Leckerli suchen, Sitz/Platz/Komm üben.

    Danach gibts dann Futter und dann sollte eigentlich Ruhe sein, aber da kommt das Problem: leider ist keine Ruhe!
    Nach dem Fressen wird nochmal gebellt und aufgedreht was das Zeug hält und sie braucht dann noch ca. 1 Stunde, bis sie wirklich ruht. Ist das normal?
    Um die Ruhe reinzubringen haben wir uns um die Uhrzeit dann konsequent nicht mehr auf Spiele eingelassen, sondern immer wieder Streicheleinheiten angeboten, ihr einen Knochen gegeben, sie zu ihrem Körbchen begleitet und bei Aufdrehen ein paar Minuten Auszeit verpasst. Ist das richtig, oder sollten wir lieber nochmal auf ein Spiel eingehen und es dann beenden?

    Und vor allem: ist die Beschäftigung täglich so ausreichend?

    Was versteht ihr alles unter "Beschäftigung"? Ist es in Ordnung, in diesen jeweils 3-4 Stunden Ruhezeit auch Ruhe zu verlangen? Also dass sie auch wenn sie nicht schläft sich zu den Füßen legt oder wohin sie mag und chillt? Oder müsste sie dann eigentlich schon irgendwie ausgelastet werden? Irgendwie klingt das arg lang, wenn man mal durchrechnet, dass ich so eigentlich um die 18 Stunden täglich ruhig sein/chillen verlange...

    PS. Auf Anraten unserer Tierärztin gibts jetzt Handfütterung...draußen beim Üben oder auch bei kleinen lobenswerten Dingen (wie dass sie mich regelmäßig anschaut) und nur den Rest dann in der Wohnung noch mit etwas Sitz/Platz/Bleib-Übungen.

    Vielen Dank an alle, die sich die Mühe machen, meine Romane zu lesen und zu beantworten :)

    lg Lily

  • Also das Programm ist schon recht knackig für einen so jungen Hund.
    Das sind ja mindestens 3,5 Stunden täglich plus das ein oder andere in der Wohnung.

    Ich hab nen Aussie. 10 Monate.
    Morgens gehts ca. 45Minuten (max. 60Minuten) raus. Nur Schnüffeln und lösen, mal ein bissel den Futtersack suchen und ein bißchen UO eingebaut.

    mittags geht's nur 20-30 Minuten raus. Nur lösen und schnüffeln und Beine vertreten

    abends dann ne große Runde mind. eine Stunde. Im Moment fahren wir öfter an den Rhein zum schwimmen. Abends wird dann auch mal ein bissel Dummy gemacht und ein wenig Futter erarbeitet.

    In der WOhnung ist grundsätzlich immer Ruhe angesagt, da gibt es auch kein Aufdrehen. Wenn aufgedreht wird, dann schick ich ihn in die Kudde.

    Wahrscheinlich war dein Programm schon zu viel, deshalb fordert er natürlich im steigenden Alter auch mehr.

    ich meine ich merke bei Joker langsam auch, dass er mehr Input (mehr AUfgaben braucht) aber nicht in der WOhnung. In der Wohnung merke ich ihn kaum. Auf den Spaziergängen braucht er mittlerweile etwas mehr Beschätigung, weil er sich sonst verselbständigt.

    Fahr dein Program mal etwas runter, mach mehr ruhige Arbeit mit ihm und zuhause wirklich nur Ruhe.

    EDIT: EIn Hund sollte ab und an auch einfach mal einen Tag dabei haben, wo außer Löserunden nichts passiert. Auch das muss ein junger Hund lernen. Es kann ja immer mal was sein, dass man halt nur 3x am Tag ne halbe Stunde raus kann. Dann sollte der Hund nicht die Wohnung zerlegen aus Langeweile ;)

  • Also, ich bin auch erst Anfänger ;-), aber für einen 8 Monate alten Hund erscheint mir euer Tagesprogramm zu üppig. Euer Hund kommt auf gute 3 Stunden Bewegung.
    Wir hatten mit unserem Flat-Mäderl, als sie im gleichen Alter war, ähnliche Probleme und unser Hundetrainer hätte uns fast den Kopf abgerissen, als wir unseren Tagesablauf, der eurem sehr ähnlich war, schilderten.
    Hunde unter einem Jahr brauchen sehr viel Ruhe. Er hat uns empfohlen, kürzere Bewegungseinheiten draußen (insgesamt nicht mehr als 1,5 Stunden pro Tag, im Idealfall auf 3x eine halbe Stunde aufgeteilt) und daheim so wenig Action wie möglich. Keine Rauf- und Zerrspiele zwischendurch, keine lustig geworfenen Kauseile beim Vorbeigehen, kein gemeinsames Herumbalgen am Teppich - das waren lauter so Kleinigkeiten, mit denen wir unseren Hund erst so richtig aufputschten. Seit wir uns an diese Tipps halten, ist Juno wesentlich ruhiger geworden und aktzeptiert, dass man in der Wohnung sich auch ruhig verhalten kann und nicht dauernd einen Animateur braucht.

  • Ich mach es kurz: ich finde Dein Unterhaltungsprogramm für einen so jungen Hund absolut übertrieben. Da wundert es auch nicht, dass sie Abends nicht zur Ruhe kommt. Nein, es ist nicht normal, dass ein Hund eine Stunde braucht um runterzufahren.

  • Also meint ihr es sind 18 Stunden Ruhe verlangen nicht zu viel, sondern im Gegenteil noch zuwenig und es könnten lieber so 20-21 Stunden werden?

    Und einfach konsequent Ruhe fordern, auch wenn Hundi permanent um Aufmerksamkeit buhlt?

    Wie gesagt, wir haben sie ja erst 5 Tage und sind blutige Anfänger, da ist es noch schwer, alles richtig einzuschätzen...

    lg Lily

  • Zitat

    Und einfach konsequent Ruhe fordern, auch wenn Hundi permanent um Aufmerksamkeit buhlt?

    Jup! So sieht es aus ;)

    Zur Not im Körbchen anleinen oder in einen Kennel ( darüber hab ich anfangs gearbeitet)

    Was meinst du was Joker sich alles hat einfallen lassen. Er wollte auch immer meinen Gismo zum spielen animieren, der auch einfach seine Ruhe wollte. Ab in den Kennel.
    Keine Spielzeuge rumliegen lassen, keine Knabbersachen.

    Und ansonsten ganz klar, Aufforderungen ingnorieren. Action ist draußen angesagt, nicht in der WOhnung.
    Fahr dein Programm runter, sei konsequent darin, dann versteht er das auch recht schnell :gut:

  • Und was genau macht ihr so mit euren Hunden im Haus? Etwas schmusen und kuscheln und sonst?

    Wie gesagt...täglich nur so 1,5 Stunden raus, aber drinnen konsequent Ruhe fordern...sind so rund 2 Stunden täglich Beschäftigung des Hundes...klingt arg wenig oder brauchen die wirklich nicht mehr???

    Noch etwas...wenn ich sie in die Stube stecke, weil sie Bambule macht, eigentlich mit dem Sinn, dass sie dann ruht, soll ich nach 5-10 Min. immer und immer wieder die Tür aufmachen und versuchen, ob sie von allein ruhig bleibt und sie falls nicht wieder rüberstecken?

    Oder besser einfach zulassen und gut? Aber lernt sie es dann irgendwann von allein ruhig zu sein?

    lg Lily

  • Wenn dein einstündiger Spaziergang ein entspanntes durch die Gegend laufen ist, dann finde ich die Zeit nicht zulange. Da der Hund aber neu bei euch ist, wird jeder Weg vermutlich noch sehr interessant und mit vielen neuen Eindrücken verbunden sein. Da kann der Hund abends natürlich überdreht sein.
    Gerade jetzt, wo du Urlaub hast, könntest du die Zeiten und Längen variieren, "Unberechenbarer" machen, damit auch der Hund flexibel bleibt und nicht diesen Rhytmus 3 Stunden ruhen, 1 Stunden laufen einfordert.

    Zitat

    Zwischendurch gibts immer mal so 5 Minuten Kuscheln und Streicheln im Vorbeigehen, wenn Happy wach ist und Lust hat.

    Mag ich auch falsch interpretieren (aber Hundehalter sind alle gleich :D), liest sich aber nach "Wann immer sie mich anschaut schmelze ich dahin und bespaße sie !"
    Das würde ich aufgrund des Abendproblems einschränken und sie zwischendurch nicht beachten oder in den Korb schicken. Sie soll lernen, nicht immer im Mittelpunkt zu stehen, sondern auch mal zurückzustecken und warten zu müssen.

    Gruß, staffy

  • Das ist echt eine gute Frage!
    Unser Pitu bekommt nicht so ein ausgedehntes Bespaßungsprogramm...
    Morgens eine Pipirunde (ca. 20 Minuten)...dann ist er 3 Stunden allein und pennt...mittags gehts ab in den Garten zum Pipi machen und schaun und schnüppeln...bis nachmittags ist er dann wieder allein und denn gehen wir entweder zur Hundeschule (Schule, Agility oder Dogdancing) oder drehen eine große Runde in denen ich immer Tricks oder "Gehorsam" einbaue. Es gibt auch immer mal wieder Tage an denen er einfach nur "Hund" sein soll...dann kommt sein Kumpel zu uns oder umgekehrt und die Beiden raufen stundenlang im Garten.
    Ein guter Abend ist, wenn er frisst und sich dann grunzend in eine Ecke verzieht und seeling schläft...dann weiß ich, dass er herrlich ausgelastet und müde ist (dass er nicht zuviel macht, dafür passen wir und die Hundetrainerin schon auf). Achso...mein Stinker ist übrigens drei Jahre...

    staffy: ich auch...muss das unbegingt abstellen, dass er mich mit seinen Kuschelwünschen so im Griff hat! ;)

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