Bellen ist keine Aussage
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Hallo,
ich hoffe, dass meine Beiträge zu dem "Wörterbuch" so allgemein und doch verständlich sind, dass auch Laien sie verstehen können - und das trotz aller individueller Färbungen, die bei jedem Hund nun einmal vorhanden sind. Ich denke ferner, dass damit auch verständlicher geworden ist, was ich mit diesem Vorhaben meine.
Manche Dinge, etwa die aufgestellte Bürste oder das Anspannen des Körpers beim Warnknurren, habe ich ganz bewusst weggelassen, wenn diese nicht typisch sind. D.h. aber auch, hier könnte bzw. müsste noch weiter differenziert werden.
Mir ist gestern aufgefallen, dass es schwer ist aus dem Gedächtnis aufzuschreiben. Man weiß es zwar, aber die lieben Details. Deshalb denke ich, dass es sinnvoll ist die jeweiliegen Äußerungen frisch aufzuschreiben. Wir haben ja Zeit.
Doch nicht nur bei den Hunden gibt es individuelle Unterschiede, auch bei uns Menschen. Wer sich nicht mit einer genauer "Übersetzung" einbringen kann oder möchte, dem wäre ich sehr dankbar für Hinweise (z.B. achte mal auf das ... wenn ...) und Ergänzungen (z.B. beim ... kommt noch ein ... hinzu).
Ich denke, wenn wir das so angehen, kommen wir mit viel Spaß an der Sache auch gut zum Ziel. Es dient ja auch einem guten Zweck, denn Fremdsprachenkenntnisse sind nie von Nachteil.

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Hallo,
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Ich hätte noch ein "Ich-freu-mich-das-du-da-bist-Bell-Jaulen"
Das macht Nele wenn sie auf bekannte Hunde oder Menschen zurennt und diese dann begrüßt.
Erst wird sehr hoch gebellt (wenn sie noch nicht erkannt hat wer das ist, fängts erst tief an und wird dann immer höher), dann gehts zu einem Bell-Jaulen über und dann wird nur noch gejault.
Insgesamt alles sehr hoch und schnell.Ist das einigermaßen verständlich und reicht es als Beschreibung?
Achja, dann gibts auch noch so einen "Ich-bin-grad-so-aufgeregt-und-glücklich-Beller". Besteht nur aus einem Bellen, der ist aber sehr lang für nen Beller. Ich versuchs mal niederzuschreiben
Wuuaooo!!!
Wieder eher hoch, beginnt aber tiefer.
Soll auch so ein bischen ausdrücken, dass es jetzt endlich losgehen soll.
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Zitat
Imponierknurren im Spiel:
Lefzen sind in Normalstellung, die Rute wedelt. Dieses Knurren ist meist laut.Das macht mein Großer, wenn er etwas anzeigt und dann als Warnung und hat rein nichts mit Imponieren oder Spielen zu tun.
Zitat
Ich mag das nicht Knurren:
Lefzen werden leicht angehoben, Nasenrücken aber nicht kraus. Das Knurren ist leise und kurz, wird oft mehrmals wiederholt.Das macht unser großer eher zum imponieren
Zitat
Warnungsknurren:
Lefzen sind ganz hochgezogen, die Waffen liegen blank, der Nasenrücken ist kraus. Dieses Knurren kann laut sein, muss es aber nicht.Und das ist bei uns eher das Ich mag das nicht, hau ab Gesicht und meist sogar noch mit tonlosem Gurgelgeräusch.
Das zeigt doch mal wieder wie unterschiedlich Hunde kommunizieren.
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Ja, das kann man sehen, aber vieleicht ist es ja rassespezifisch?
Ich kann meine Hera (DSH) in der DSH-Bauer Beschreibung wieder erkennen; im gegensatz zu Cerris Hund würde sie nie knurren, wenn sie was anzeigt.
Bei Ihr gibt es noch das Nasenrückenrunzeln mit Lefzenziehen ohne Ton, sieht echt gefährlich aus, ist aber nur ein: Ey, Pudel du nervst, wobei da noch nie was aggressives danach kam.
Wenn dazu aber Ton kommt, dann Holla die Waldfee, das ist echt die letzte Warnung, die aber bisher noch jeder Hund verstanden hat.
Ich finde diese Kommunikationsformen spannend, die halt weit über die reine Laut-Beschreibung hinausgehen. Aber ich finde, versuchen kann mans ja.
Meine DSH bellt übrigens so gut wie gar nicht, ich dachte lange, die kann das nicht.
LG
Arnie
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Mit Verlaub finde ichs eher gefährlich eine solche Beschreibung als "Nachschlagewerk" ins DF zu stellen.
Es gibt genug Halter, die sich an soetwas orientieren würden und die Folgen könnten fatal werden.Alleine Knurren als Drohgebärde variiert enorm, es sind feinste Nuancen, die zwischen dezenter Warnung und bitterem Ernst liegen. Wer sich da verschätzt, der kann ernsthaft verletzt werden.
Ebenso die Körpersprache bei Begegnungen. Imponierverhalten und Drohen, allein die Richtung des Blickes sagt schon viel aus ...
Der Umfang eines aussagekräftigen Ethogramms beträgt nicht umsonst den einer Doktorarbeit ;-)
Hundesprache ist so fein, so variabel, so diffizil und rassespezifisch, die kann man nicht vereinheitlichen. Rassen wie die Nordischen z.B. kommunizieren so klar und deutlich, die Asiaten mit kühler Distanz sind viel verhaltener und manch Terrier hat ein angezüchtetes Pokerface, da würden die meisten Laien überhaupt nichts draus lesen können.
Nicht umsonst gibt es immer wieder die "meiner hat doch gar nichts gemacht" Sprüche.Wenn schon Erklärungen, dann müßte man Videosequenzen nehmen und beschreiben, was der Hund zeigt !
Gruß, staffy
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Ich will Euch ja nicht den Spaß nehmen, aber es gibt ein Büchlein mit beiliegender CD dazu:
Turid Rugaas, Das Bellverhalten der Hunde.
Sicher nicht komplett (wie auch?), aber das wichtigste ist drin MIT Beispielen...
Zum Rest: Da muß ich ausnahmsweise mal staffy beipflichten..

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Zitat
Kurze, abgehackte Hä, Hä Laute werden als Spurläuten bezeichnet. Hunde geben diese Laute ab, wenn sie (Wild) jagen, aber auch Schlittenhunde äußern sich so, wenn es losgeht.
... Wä, Wä, Wä verulke). ...
Zitatgulaterales Bellen
Mit solchen Beschreibungen kann ich ersönlich gar nichts anfangen. Von meinem Hund kenne ich das nicht, und kann mir auch nicht vorstellen wie das klingt. Aber meine bellt eh recht wenig.
Ich denke, für die Leute, für die so etws interessant sein könnte, weil sie ihre Hunde nicht so gut lesen können nutzt das eh nix. Die werden solche Beschreibungen erst recht nicht verstehen. Und wenn doch, dann bedeutet das bei ihrem Hund vielleicht etwas ganz anderes.
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Zitat
im gegensatz zu Cerris Hund würde sie nie knurren, wenn sie was anzeigt.
Och der Kleinen macht das auch nicht.

Aber bei Feyd ist dieses "Gefahrknurren" sehr deutlich, aber auch in der Körpersprache.
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Wenn das alles so rassespezifisch ist, verstehe ich nicht, warum Hunde dann ganau auf die Art untereinander kommunizieren (und das auch verstehen!) und warum Menschen (jedenfalls die, die ich kenne) ein Bellen o.ä. alle gleich deuten, unabhängig von der Rasse des Hundes.
Wenn es denn der Sache dient, warum nicht auch rassespezifisch. Und sei es nur, um festzustellen, dass die Unterschiede von individuellen Einzelausnahmen abgesehen vernachlässigt werden können.
Wie soll denn hier eine Frage wie "Mein Hund bellt im Garten" vernünftig beantwortet werden können, wenn nicht ein Mindestmaß an Beschreibung des Bellen vorhanden ist? Wie kann schriftlich ein Bellen herübergebracht werden, wenn nicht ein Mindestmaß an gleicher Deutung eines Begriffes oder einer Beschreibung herrscht?
Die babylonische Sprachverwirrung im www ist mir bei einem anderen Thema richtig deutlich geworden. Es hieß sinngemäß "ich nehme den Hund aus der Situation heraus". Was ich verstanden habe, war "Hund weg, etwa ins Haus, und raus ist er aus der Situation". Gemeint war etwas ganz anderes, das ich beschrieben hätte als "Hund in der Situation belassen und ein erwünschtes Verhalten durchsetzen". Wir meinten beide haargenau das gleiche, drückten es aber so aus, dass keiner den anderen verstand.
Und wenn jemand ein "Hau ab, sonst Beule oder Kantholz"-Knurren nicht verstehen kann, dann sollte er sich bitteschön besser keinen Hund zulegen bevor er sich durch Augenschein erst einmal richtig sachkundig gemacht hat. Sorry, aber so etwas ist fahrlässig.
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Zitat
Wenn das alles so rassespezifisch ist, verstehe ich nicht, warum Hunde dann ganau auf die Art untereinander kommunizieren (und das auch verstehen!) und warum Menschen (jedenfalls die, die ich kenne) ein Bellen o.ä. alle gleich deuten, unabhängig von der Rasse des Hundes.
Das warum kann ich dir gerne noch einmal erklären, weil hatte ich ganz am Anfang schon.
Es ist nicht nur die Lautäußerung, sondern es ist der ganze Hund und die gesamte Situation zu betrachten. Die Augen, die Ohren, der Schwanz, die Schwanzwurzel, die Körperstellung, die Körperhaltung, der "Energiefluss", die Körperspannung, die Bewegung, die Geschwindigkeiten und so weiter und sofort.
Hunde achten genauso auf den gesamten Hund und nicht nur auf die Lautäußerung und entsprechend können sie sich sehr gut verständigen.
Vielleicht ist dir aber auch schon mal aufgefallen, das bestimmte Rassen auch mal missverstanden werden von anderen Hunden oder gar nicht verstanden werden, weil sie die Lefzen nicht hochbekommen, oder die Augen nicht zusehen sind oder ähnliches. Diese Kommunikationsschwierigkeiten gibt es nämlich auch.Der Mensch sieht auch den ganzen Hund und versteht dann die Situation und kann dann entsprechend handeln.
Nur an einem Bellen, kann man nur sagen könnte das oder jenes sein, aber nicht das ist dieses und nichts anderes.Auch wenn ich mit Staffy nicht oft einer Meinung bin, aber es birgt gefahren, zu sagen, wenn der Hund das macht, dann ist es nicht dramatisch. Ein Anfänger nimmt dann vermutlich andere Signale nicht mehr wahr und zahlt dann ein teures Lehrgeld.
Es ist auch nicht zuletzt aus diesem Grund immer wieder der Rat: hol dir einen Trainer. Wir können in einem Forum nicht entscheiden, warum der Hund im Garten bellt und selbst bei einer genauen Beschreibung kann man nur vermuten. Sichergehen kann man nur, wenn man es sieht. - Vor einem Moment
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