mal wieder Leinenführigkeit: verlange ich zu viel???

  • Hallo, wir sind neu hier.

    Seit drei Wochen wohnt Maja bei uns (12Wochen- Cocker-Mix).

    Mit ihr klappt eigentlich alles erstaunlich gut und sehr schnell....Stubenreinheit, Welpenstunde, Sitz, Platz, Komm, Nein...
    Ich kann sie sogar im Gelände schon frei laufen lassen :roll: ...sie läuft dann 7Meter vor, bleibt stehen, guckt zu mir und läuft weiter, wenn ich sie abrufe komm sie bei jedem kleinsten Pfiff aus jedem Winkel angestürmt! Sie ist auch sehr aufmerksam, guckt mich an, achtet auf mich...

    Naja pefekter Hund!

    Nur eine Sache, will mir, trotz intensiver Literatur und Internetrecherche nicht richtig gelingen, die Leinenführigkeit!

    Also es ist so, an manchen Tagen klappt das tadellos, aber gerade wenn wir mal im Wald waren und sie frei laufen durfte, gibt es beim nächsten Gassigang wieder neue Leinenprobleme... (will auf ihre Freilaufzeiten nicht verzichten...finde das so toll und wichtig, dass sie mal Hund sein darf und nich wie ne Musterschülerin streng neben mir her trotten muss)...

    Zur Situation:
    wir haben eigentlich zwei Probleme

    a) sie rennt ab und zu ständig von links nach recht und wieder hin und her (führe sie links, aber das interessiert Maja nich, wenn rechts am Wegesrand was besseres rumliegt, zack is se drüben)...
    das is nervig, weil ich sie immer fast trete, weil sie mir vor den füßen rumspringt und außerdem schwer abzutrainieren, weil sie so neugierig (Welpe halt) is und immer überall gleichzeitig schnuppern will...mich nervts aber voll an, vor allem wenn wir mal nicht "nur" auf unserem Dorfweg langgehen, sondern mal in die Stadt gehen, wo der Hund wie Kraut und Rüben kreuz der Quere läuft...

    b) manchma (haben wir schon gut in Griff gekriegt durch die Stehenbleiben und Warten bis sie sich entspannt- Methode)
    zieht sie wie eine Irre an der Leine (besonders schlimm ist der Gassi-Rückweg, weil sie da unbedingt schnell heim will: is das normal? gefällts ihr draußen nich??)
    dann mach ich das mit dem Stehenbleiben...aber sobald wir wieder weitergehen, freut sie sich so übers Weitergehen, das sie wieder freudig losstürmt und sozusagen wieder am Ziehen is...

    Mein eigentliches Problem :hilfe: ergibt sich aber aus beiden Teilproblemen zusammen:

    Ich würde normalerweise das Hin und Herlaufen mit na kurzen Leine und nem Leckerli in der Hand mit Fußgehen-Üben bekämpfen...wenn ich aber die Leine Kurz nehme und sie dann wieder lieb normal links läuft, führt die kurze Leine dazu, dass sie gar nicht richtig schnuppern kann und aufgrund dessen (weil sie mehr bewegungsraum braucht) wieder zieht....
    Andersherum, wenn ich die Leine normal lang (kann sie zwischen 1,40 bis 2,80 verstellen, hab sie meist auf 2,0m) lasse und sie nicht so zieht, weil sie genug Platz zum laufen hat und schnuppern kann, kommt sie wieder in die Verlockerung kreuz der Quere zu laufen und mal dahin mal dahin...mir wieder vor die Füße und ich krieg wieder die Krise...

    Hab das Gefühl ich könnte nur gegen eines dieser Teilprobleme ankämpfen, weil sie für beide gleichzeitig noch zu verspielt und zu aufgeregt ist...aber habe Angst wenn ich das dulde (und warte bis sie ruhiger wird) hat sich das eingeschliffen und ich hab schon nen Tennisarm und werd das Problem ni mehr los...
    :hilfe:

    Verlange ich zu viel von ihr? Ist es zu früh alles perfekt zu wollen und überfordere ich sie..??

    Wie gesagt, beide Sachen einzeln abstellen klappt, aber aus dem einen ergibt sich das andere...und umgekehrt...

    Hätte gern euren Rat und freu mich über Tipps, Meinungen.

    Sophie

  • Hallo Sophie,

    der Satz ist in meinen Augen der Richtige:

    Zitat

    Verlange ich zu viel von ihr? Ist es zu früh alles perfekt zu wollen und überfordere ich sie..??

    Ich finde, ein Welpe bzw. Junghund darf seine Gegend kennenlernen. Ein Hund mit 12 Wochen kann noch nicht perfekt an der Leine gehen, es sei denn, er ist total uninteressiert an der Umgebung und nur auf den Dosenöffner fixiert, was ich wiederrum nicht gut finden würde.

    Ich würde ihr Raum geben, aber das Ziehen mit stehenbleiben unterbrechen. Das aber konsequent, so daß sie merkt, wenn sie zieht, dann geht es eben nicht weiter.

    Das sie auf dem Weg nach Hause zieht, kann unterschiedliche Gründe haben. Fütterst Du sie nach dem Spaziergang gleich?

    Grüzzle

    Bianca

  • Ja...du verlangst schon ein bisschen viel... ;)

    Aber trotzdem würde ich das Thema Leinenführigkeit auch jetzt schon, so wie du es ja auch tust, intensiv trainieren, denn das ist so eine der wichtigsten Sachen und Fehler schleifen sich da schnell ein.

    Das Problem ist allerdings, dass die Konzentrations- und Aufnahmefähigkeit eines Welpen extrem begrenzt ist! 5 Minuten sind da schon viel...von daher KANN ein Welpe gar nicht länger gesittet an der Leine laufen! Daraus ergibt sich natürlich die FRage, was macht man in der restlichen Zeit, in der Hundi sich nicht mehr konzentrieren kann, aber trotzdem an der Leine laufen muss...

    Ich würde es heute folgendermaßen machen:
    Leinenführigkeit trainiert wird nur über kurze Zeitspannen. Der Hund trägt dabei ein Halsband und du achtest peinlich genau darauf, dass sie weder zieht noch von rechts nach links springt...gutes Verhalten wird natürlich entsprechend bestärkt.
    Das machst du am Anfang minutenweise und dehnst die Zeiten nach und nach aus.
    In der restlichen Zeit läuft der Hund entweder frei und wo das nicht geht machst du sie an ein Geschirr und lässt sie machen.
    Klar achtest du ein bisschen darauf, dass sie dich nicht von den Füßen holt, aber da kann geschnüffelt werden, da kann von rechts nach links gelaufen werden und da kann auch mal gezogen werden.

    Geschirr und Halsband nutzt du in der Situation, um dem Hund die Unterscheidung einfacher zu machen.
    Und vor allem ist es mit dieser Methode sowohl für dich, als auch für den Hund weit weniger frustrierend. Denn du kannst die Trainingszeiten schön "welpenangepasst" kurz halten...machst dir aber in der Zwischenzeit nicht das "gesittet am Halsband laufen" kaputt!

    Es gibt mit Sicherheit noch 100 andere Methoden, aber die würde ich bevorzugen!

  • Hallo,

    mein Welpe war die ersten sechs Monate fast nur ohne Leine unterwegs und wenn er an der Leine war dann an einer drei Meter langen, weil ich der Meinung bin, dass Welpen ihre Umwelt untersuchen sollen dürfen. Ich finde das wichtig. Kurze Leine gibts bei uns erst seit er die ersten pubertären Auswüchse gezeigt hat, da hab ich dann beschlossen, dass er jetzt mehr leisten kann.

    Das mit dem perfekten Welpen kenn ich übrigens auch gut. Aber keine Sorge, das hört wieder auf :D

  • Zitat


    Das mit dem perfekten Welpen kenn ich übrigens auch gut. Aber keine Sorge, das hört wieder auf :D


    :D

    Kurze Leinenübungen habe ich mit meinen Welpen von Anfang an gemacht und da auch wirklich aufs Detail geachtet. Aber eben nur wirklich kurz. Ansonsten habe ich die ins Auto verfrachtet und auf die Wiese/in den Wald gefahren. Wenn das nicht möglich ist, würde ich Sleipnirs Vorschlag ausprobieren - hört sich praktikabel an.

  • Zitat

    Das Problem ist allerdings, dass die Konzentrations- und Aufnahmefähigkeit eines Welpen extrem begrenzt ist! 5 Minuten sind da schon viel...von daher KANN ein Welpe gar nicht länger gesittet an der Leine laufen! Daraus ergibt sich natürlich die FRage, was macht man in der restlichen Zeit, in der Hundi sich nicht mehr konzentrieren kann, aber trotzdem an der Leine laufen muss...

    Wir haben genau das bei unserer Nelly so gelöst (die ist zwar schon 14Monate, hat aber die Aufmerksamkeitsspanne von nem Welpen, insofern... ;) ):
    Du sagst ja, dass du ne verstellbare Leine hast. Ich würde also an deiner Stelle den Hund erst mal auf der längsten Stufe laufen lassen. Wenn du dann die Leinenführigkeit trainieren willst, holst du Maja neben dich und machst ganz in Ruhe die Leine ne Nummer kürzer. Ab da ist dann Aufmerksamkeit von ihrer Seite gefragt. Du trainierst also n paar Minuten und holst sie dann wieder neben dich und machst die Leine wieder lang. Dann kann sie wieder machen, was sie will.
    Nelly hat das superschnell geschnallt. Wenn ich die Leine jetzt kürzer mache, hab ich jetzt den aufmerksamsten und auf mich fixiertesten Hund, den man sich vorstellen kann! :gut:

  • Zitat

    Verlange ich zu viel von ihr? Ist es zu früh alles perfekt zu wollen und überfordere ich sie..??

    Kurz und knapp - JA.

    Ein Hund in dem Alter ist wie ein Baby/Kleinkind. Die menschlichen Kiddis dieser Altersklasse können sich auch noch nicht lange konzentrieren, warum sollte man das von einem Hundebaby/kleinkind erwarten können?

    Leinenführigkeit erfordert für einen Welpen in dem Alter verhältnismässig viel Konzentration. Wenn auch nicht die gleiche Konzentration wie prüfungsmässige Fußarbeit.

    Trotzdem kann ein Welpe diese Konzentration unter Ablenkung einfach noch nicht aufbringen. Und Ablenkung gibt es in dem Alter genug.

    Andererseits - wenn Welpe in diesem Alter lernt, dass er einfach nur in eine Richtung ziehen muss und schon kommt er da hin ...... erzieht man sich einen Leinenzieher.

    An der Leine ziehende Hunde werden nicht geboren, sie werden gemacht/"erzogen".

    So - und jetzt denkst Du sicher "was soll der Quatsch, die wiederspricht sich doch selbst". Stimmt.

    Deshalb laufen meine Welpen/Jungspunds so viel wie möglich ohne Leine. Sollte Leine doch mal notwendig sein, haben sie ein BRUSTGESCHIRR an. Am Brustgeschirr dürfen meine Hunde ziehen.

    Gleichzeitig übe ich zunächst mal in ablenkungsfreier, da bekannter, Umgebung (Wohnzimmer, Flur, ........) mit HALSBAND und Leine die Leinenführigkeit.

    Und da heisst es "an lockerer Leine mitgehen". Sobald die Leine straff wird, verwandelt Frauchen sich in einen Baum, aber wirklich einen Baum. Auch kein Nachgeben mit dem Arm.
    Straffe Leine = nichts geht mehr vorwärts.

    Gleichzeitig wird an lockerer Leine gehen bestätigt. Aber nicht indem ich Welpe/Jungspund mit Leckerlie mitlocke. Sondern indem in unregelmässigen Abständen Click und Leckerlie kommt, wenn die Leine durchhängt. Zu Anfang sehr häufig - so jeden 1-3. Schritt. Dann langsam ausbauend.

    Später dann nehme ich den Jungspund gezielt mit raus, zunächst in bekannter Umgebung und trainiere dort gezielt Leinenführigkeit. Aber nur, wenn ich wirklich Zeit habe und nicht schon der Arzttermin oder die Geburtstagsfeier der Erbtante im Nacken sitzen.
    Wobei ich zu Anfang auch nur ein paar Minuten trainiere. Idealerweise nach einem Spaziergang, wenn das Jungspund schon etwas runtergefahren ist.

    Wenn das klappt, geht das Halsband mit auf Spaziergänge (kann man prinzipiell auch schon in der oben angeführten Phase machen). Und dann wird zwischendurch mal Brustgeschirr ausgezogen und Halsband an. Und dann gilt "Baummethode". Also sobald Leine straff wird, geht nichts mehr vorwärts. Erst wenn Hund sich selbst korrigiert hat und die Leine wieder locker ist, geht's weiter.
    Wenn Hund auf diese Weise in der Lage ist, mal 500m oder mehr an lockerer Leine zu laufen, fange ich an, das von Beginn an einzufordern - dann eben von Beginn an mit Halsband.

    Wobei meine Hunde inzwischen soweit sind, dass sie auch im Brustgeschirr so gut wie nicht ziehen. Sie laufen sowieso fast nur noch im Geschirr.

    Aber generell ist das mE für die Hunde mit der einfachste Weg zu lernen. Für den Hundehalter natürlich mit etwas Aufwand verbunden.

  • danke leute für die vielen antworten innerhalb der kurzen zeit =)

    Ich habe mir das auch schon gedacht, wenn in mit ihr das Bleib übe, dann auch nur kurze Zeit und dann wieder spielen und toben,
    aber wie gesagt, wenn ich mit ihr an der Leine laufe, dann hatte ich bisher Angst, dass sie denkt Frauchen is inkonsequent, wenn ich das nur kurze Zeit "durchziehe" :D

    das mit den untschiedlichen Methoden (Halsband vs.Geschirr) finde ich ne tolle Idee, dann merkt sie auch dass es ni Inkonsequenz is, sondern "was anderes"...

    nur muss ich erstma ein Geschirr kaufen (die die ich bisher anprobiert hatte, da is sie immer gleich rausgeschlüpft, weil sie noch so mini ist) und finden was ihr auch passt...
    denke das nehmen wir morgen mal in Angriff...

    Auf die Frage zurückzukommen, warum sie so doll und meistens nur auf dem Heimweg zieht...mhmm...also Futter kriegt sie da nicht so oft...(gehen 6-7 mal für 10min Gassi und sie kriegt ja nur 3 Mal Futter), aber nach dem PippiGang spielen wir immer no auf dem Hof, dann lass ich sie wenn wir an der Grundstücksgrenze ankommen sitzen und wenn sie brav ruhig sitzt, leine ich sie ab und sie darf noch paar Minuten "frei" im Schnee tollen...
    Vielleicht zieht sie deshalb, weil sie sich aufs Toben freut? :???:

    Naja, jedenfalls ist sie sonst sehr gelehrig und aufmerksam, mit den Tipps werden wir das auch gelöst bekommen...

    Danke schon mal---
    Sophie

  • Bei Bandit ists ja noch nicht soo lange her... :D

    Vom ersten Tag an durfte er NICHT beliebig von rechts nach links, wenn dann nur nach Aufforderung, alles hab ich über Körpersprache dirigiert, d. h. dem Welpi den Weg versperrt und mit dem Arm / der Hand gezeigt, wo er laufen soll.

    Jegliches Verhalten, was er mir angepasst hat, hab ich natürlich gelobt.

    KEIN Ziehen durchgehen lassen, die ersten Male hab ich ihn nach Hause getragen :headbash: , da waren wir ja eh nicht weit weg von zu Hause.

    Leinenführigkeit immer nur kurz trainiert, den Rest ist Hundi frei gelaufen.

    Auch ein so junger Hund kann mit EINDEUTIGEN Signalen schon schnell kapieren, was von ihm verlangt wird. Und einiges auch schon umsetzen, wenns natürlich nicht zuviel ist.

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