kastration-erfahrungsberichte

  • also bisher verhält er sich super, aber er ist auch erst knappe fünf monate. mal sehen, wie er sich also entwickelt.
    habt ihr vielleicht ein paar tips, wie wir uns als herrchen richtig verhalten können bei seiner entwicklung?
    also besteigungen unterbinden machen wir ja schon (wenn der andere hund das nicht tut).
    wie verhalte ich mich richtig, wenn er z.bsp. einen anderen rüden anknurrt (sollte dies dann nicht mehr spielerisch gemeint sein)? wenn er angeleint ist, kann ich ja weitergehen, aber wenn es z.bsp. auf einer freilauffläche passieren sollte? (falls er nicht auf abruf kommt in dem moment)
    und was kann ich sonst noch machen, um ihn positiv zu beeinflussen?

    sorry für die vielen fragen!!!! :headbash:

  • Hallo,
    hier mal mein Erfahrungsbericht (Grund der Kastration, Verlauf und Folgen):

    Ich habe meinen Hund vor gut einem Jahr kastrieren lassen, hauptsächlich deswegen, weil

    1. in unserer Siedlung massenhaft Weibchen unterwegs sind und der Arme jedesmal furchtbar gelitten hat, wenn die alle läufig waren, und ich wollte auf keinen Fall, dass er sich fortpflanzt (er ist selber ein Mischling aus dem Tierheim und davon gibt es ja nun wirklich genug),

    2. er ständig von anderen Rüden angegriffen und mehrfach richtig übel gebissen wurde (bei der Gelegenheit habe ich auch zwei Bissverletzungen abbekommen). Da die Hunde sich meist ohne zu zögern auf ihn gestürzt hatten (einmal kamen zwei Rüden quer über einen Acker gelaufen und bissen sofort zu, bevor sie direkt wieder wegrannten), habe ich den Verdacht gehegt, dass Sean ein besonders provokanten Geruch ausströmte, der ihn direkt zum Rivalen jedes anderen Rüden abstempelte. Keine Ahnung, ob das wirklich so war...
    Da er recht unsicher und eher scheu ist (er rennt nie auf fremde Hund zu, sondern legt sich meist hin), haben die Beißattacken sein Verhalten zunächst auf negative Weise geändert, d.h. er reagierte bei jeder Fremdbegegnung immer ängstlicher oder aggressiver und neigte auch zum Zuschnappen; bei einer Begegnung mit 2 Leonbergern ist er voller Panik abgehauen und war fast 4 Stunden verschwunden.

    Die Kastration verlief total problemlos.
    Sean bekam im Behandlungszimmer eine Betäubungsspritze, dann sind die Helferin und ich mit ihm ganz schnell in den OP-Raum gelaufen, bevor ihm die Beine wegsackten. Dort fiel er fast von selbst auf eine Tragdecke, mit der wir ihn dann auf den Tisch hoben.
    Dann bin ich gegangen. Bei der Kastration meines vorigen Hundes bin ich dabei gewesen, habe mich aber als eher im Weg stehend empfunden. Der TA war logischerweise sehr pingelig mit der Hygiene und ich musste höllisch aufpassen, im Raum nichts anzufassen oder mich womöglich am Instrumententisch abzustützen. Daher habe ich diesmal auf meine Anwesenheit verzichtet.

    Ein paar Stunden später habe ich ihn abgeholt. Er lag im Aufwachraum auf einer weichen Unterlage, die Augen zwar schon offen, aber er hat offensichtlich gar nichts mitbekommen.
    Die TA-Helferin und mein Freund haben ihn mit der Bahre zum Auto getragen und dort auf die vorbereitete Decke gelegt. Man konnte den Wagen bis direkt an die Hintertür der Praxis fahren.
    Unser Hund ist mit 45 kg ziemlich groß und schwer und kann daher nur von 2 Mann mit einer Decke vernünftig getragen werden.

    Am Unterleib hatte Sean zwei kleine frischvernähte Schnitte, vielleicht 3-4cm lang.
    Den Rest des Tages hat er auf der Decke seine Betäubungsrausch ausgeschlafen und dabei mehrmals herzzerreißend gewinselt. Unser Tierarzt sagte, dass er in dieser Phase so eine Art Halluzinationen haben könnte, verursacht durch das Betäubungsmittel.
    Ins Körbchen wollten wir ihn nicht legen, weil ich dachte, dass ein relativ ebener großer Untergrund besser ist für eine frische Wunde am Bauch. Im Körbchen hätte er womöglich komisch gelegen oder sich am Rand aufschrabben können.
    Erst am Abend bin ich mit ihm einmal vor die Tür gegangen, wo er sich sofort gelöst hat. Er war noch seeehr wacklig auf den Beinen.
    Am nächsten Morgen war er wieder ganz der Alte.

    Statt eines Plastikkragens haben wir ihm die nächsten 10 Tage eine altes T-Shirt falschrum angezogen, also Ärmellöcher für die Beine, Halsausschnitt für den Schwanz, so dass er nicht an der Wunde rumlecken konnte. Das Shirt hat ihn nicht gestört. Zum Gassigehen haben wir es natürlich ausgezogen.
    Uns wurde gesagt, dass wir im Falle einer Entzündung nicht eigenmächtig Salbe draufschmieren, sondern erstmal beim Arzt nachfragen sollten.
    Sean hat aber anscheinend gar nicht gemerkt, dass er eine Wunde unterm Bauch hatte, denn er hat nie versucht, an die Wunde zu gehen. Sein Verhalten war ab dem Tag nach der OP genau wie immer.
    Heilungsschmerzen scheint er auch nicht gehabt zu haben. Er wollte direkt am Tag nach der OP wie immer draußen rumtoben, ins Unterholz hüpfen und spielen. Wir haben ihn darum nicht von der Leine gelassen, bis die Fäden gezogen waren. Verstanden hat er es natürlich nicht.
    Die Nachkontrollen haben eine gute Heilung gezeigt, keine Rötungen oder Nässung. Nach 10 Tagen wurden die Fäden gezogen und das war's.

    Das war nicht der erste Hund, den ich habe kastrieren lassen, aber hier ist es extrem unproblematisch verlaufen.
    Sonst haben die Rüden immer versucht, an die Wunde zu kommen und daran rumzulecken oder zu -knabbern.

    Bis jetzt haben wir keine negativen Veränderungen an dem Hund festgestellt; er ist weder dicker geworden noch ruhiger, eher im Gegenteil, Sean ist ziemlich quirlig.
    Läufige Weibchen findet er immer noch interessant, er schnuffelt freudig, aber dann verliert er auch schnell das Interesse.
    Das Beste ist für uns aber, dass er jetzt keine Probleme mehr mit anderen Ründen hat. Die lassen ihn in Frieden, beschnüffeln ihn höchstens mal kurz und er selbst verhält sich mehr und mehr gelassen bei Fremdbegegnungen. Beißereien hatten wir gar nicht mehr und Sean ist schon richtig souverän im Umgang mit anderen Hunden geworden.

    Unser Tierarzt ist ein pragmatischer "Landtierarzt", der allgemein als sehr guter Operateur gilt. Von der Narbe ist heute gar nichts mehr zu sehen. Die OP hat ca. 80,- gekostet.


    Bisher habe ich ausschließlich gute bis sehr gute Erfahrungen mit der Kastration gemacht; keiner der Hunde hat sich negativ verändert, wurde fett und träge und wurde auch nicht anderen Rüden bestiegen (das habe ich bisher nur hier im Forum gehört, kennen sonst niemanden, der die Erfahrung machen musste).
    Vielleicht haben wir einfach nur Glück gehabt, aber bereut habe ich bis dato noch nie. Habe aber von anderern HH gehört, dass ihr Hund danach eine echte Schlaftablette geworden wäre.

    Kleine Anekdote am Rande:
    mein TA erzählte mir, dass eine Hundehalterin die Hoden ihres Hundes haben wollte, um sie zu trocknen und als Ohrschmuck zu verwenden ... :headbash:

  • Zitat

    wurde auch nicht anderen Rüden bestiegen (das habe ich bisher nur hier im Forum gehört, kennen sonst niemanden, der die Erfahrung machen musste).

    Leider kenne ich das zu genüge.....und bei manchen Hunde entstehen auch erst dadurch Aggressionen gegen Rüden.

  • Zitat

    Leider kenne ich das zu genüge.....und bei manchen Hunde entstehen auch erst dadurch Aggressionen gegen Rüden.

    jep! Und DAS ist ein nicht zu verachtender Punkt. Siehe meine Posting. Ein unsicherer Hund kann durch sowas erst recht verhaltensauffällig werden! Das ist nicht selten so!

  • Hier jetzt noch meine Erfahrungen...
    Ich hatte ebenfalls ( @ schrecker : DITO ) mit einsetzen der Geschlechtsreife einen dauererrigierten, aggressiven ( JEDER andere Rüde ob ehemals Freund oder nicht) bespringenden (JEDE andere Hündin, ob 14 Jahre alte Omi oder Jungspunnt) Rüden... Dazu kam dann in der Hochphase Verweigerung der Nahrung, wenn denn doch gefressen wurde, sofortiger Durchfall, kein Spieltrieb mehr ( du konntest ihm den Ball vor die Füße rollen - nichts !) und das Schlimmste - er hat nicht mehr geschlafen...Tagsüber rannte er nur zwischen Terrassentür und Haustür hin und her , Nachts saß er vor der Hausttür und HEULTE wie ein Wolf......
    er wurde auch so mit 1,5 Jahren kastriert und es war die beste Entscheidung.
    Sein Verhalten normalisierte sich völlig, obwohl er so extrem war.
    Er hatte zeitlebens ein gutes Verhätnis zu Rüden (er suchte sich seine Freunde zwar aus, war aber keiner der von sich aus Ärger suchte oder machte) und Hündinnen. Wurde nie in irgendeinerweise von anderern Rüden bedrängt oder gar bespungen etc.
    Er ist weder fett noch lahm oder sonst irgendwie verändert gewesen, außer eben das dieses extreme Verhalten sich normalisiert hatte.
    Die Kastration an sich verlief super, er ist am nächsten Tag zwar etwas breitbeinig aber wedelnd in die Klinik gegangen....

    Also ich kann definitiv nur positives Berichten....

  • Also ich habe ein Rüde, 13 Monate alt...
    Habe von Anfang gesagt, dass ich ihn nicht kastrieren lassen möchte, so lange es nicht unbedingt nötig ist... und bis jetzt ging auch alles gut...
    Er hatte noch nie eine Besserei oder sonst was, wir haben wenig läufige Mädels, da die meisten kastriert sind und selbst wenn eine mal läufig ist, hört er noch "relativ" gut...spätestens wenn ich rufend wegrenne, kommt er mir nach...
    Das Einzige, was mich momentan stutzig macht, ist dass ers mit gleichaltrigen Rüden oder jüngeren Hunden nicht mehr sooooo gut hat wie auch schon... er knurrt sie z.T an und zeigt immer: Ich bin der Chef. Daher lasse ich ihn momentan ungern zu jüngeren Hunden ran...bei Rüden, die älter sind als er ist das hingegen kein Problem...
    Gründe für eine Kastration sind mir dadurch noch nicht gegeben und finde es auch gut so =)

  • Also ich kann vom hören her auch nur empfehlen zu warten solange es geht.
    Jedoch sollte man wirklich überlegen ob man nicht erziehungstechnisch noch etwas ändern kann das der hund sich ändert?
    Ich hatte meinen Ta angesprochen ob es normal seie das unser Rüde mit 4 Monaten andauernt seinen (pipimann) ausfährt und auch anfänge rammel versuche zu starten. Da meinte er wissen sie was nächstes Jahr machen wir ienen termin dann kastrieren wir ihn dann wirds besser :schockiert:
    Da war ich erstmals baff ein Hund mit 5 Monaten katrieren lassen? Ich weiss nicht so rehct also es stört schon gerade wegen der Kinder ist es nciht so toll. Aber was will man machen er ist 5 Monate mir kommt es auch von tag zu tag schlimmer vor. Dennoch denke ich warten und viel gedult mit sich bringen könnte auch noch ein positives ereignis bringen?!

  • balu besteigt auch alles mögliche, was wir natürlich unterbinden. seinen lulli fährt er auch jeden tag aus, es war sogar schon ab und zu sperma dran. aber in dem alter denk ich, das es dominanzverhalten ist. also mit fünf monaten würde ich balu AUF GAR KEINEN FALL kastrieren lassen, frühestens ab einem jahr (wir lassen es aber-wenn überhaupt-erst machen wenn er circa zwei jahre ist).
    gibt´s denn ein paar tips, wie wir sein verhalten positiv beeinflussen können?

  • Weder ist das Dominanzverhalten ;) (bitte informiere dich mal was Dominanzverhalten ist), noch ist es unnormal. So gut wie jeder Rüdenbub fährt seinen Dödel ständig aus, dass ist nicht weil sie ständig erregt sind ;) .

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