Operation oder "Erlösung"?

  • Hallo liebe Hundefreunde,

    meinem Hund geht es bereits seit einiger Zeit recht schlecht. Ich möchte kurz den Krankheitsverlauf schildern:

    Vor ca. 4 Wochen begann mein Hund, sein Hundefutter zu verweigern. Da er Leckerlies und Fleisch, Nudeln, Kartoffeln etc. weiterhin liebend gerne annahm, dachte ich, dass die Sache nur vorübergehend sei. Dieser Verdacht sollte sich allerdings nicht bestätigen. Der Hund fraß immer weniger. Dafür trank er Unmengen (ca. 4 mal soviel wie üblich). Der TA ging zunächst aufgrund einer erhöhten Temperatur von einer bakteriellen Magen-Darm Infektion aus und behandelte den Hund mit Antibiotika. Das ganze half allerdings nicht. Der Hund konnte nicht essen, wobei es nicht so war, dass er nicht wollte. Oft nahm er sein Leckerchen freudig in den Mund, um es dann wieder auszuspucken.
    Daraufhin wurde Blut abgenommen und nach der Gabe eines Kontrastmittels auch geröngt. Die Blutwerte waren bis auf die Zuckerwerte allesamt erhöht (ich muss dazu sagen, dass mein Hund auch schon seit Jahren Knubbel am Körper hat, die ihn aber nie gestört haben).
    Auf dem Röntgenbild waren zwei nebeneinander liegende Stelle des Darms sehr verdickt.
    Um eine weitere mögliche Ursache auszuschließen wurden ihm am selben Tag die Zähne, die leicht entzündet waren, unter Vollnarkose "bearbeitet". Ich war froh, dass er diesen kleinen Eingriff heil überstanden hat, denn er hatte zum Zeitpunkt der OP bereits eine Woche lang überhaupt nichts zu sich genommen. Zwei Tage nach der OP nahm der Hund seine Lieblingsspeisen wieder zu sich (Leberkäs, Frikadelle, Nudeln). Hundefutter etc. rührte er weiterhin nicht an. Er kam jedoch wieder zu Kräften und man konnte auch wieder länger mit ihm spazieren gehen ohne dass er vor Schwäche zusammenbrach.
    Mittlerweile ist es der 4. Tag nach "Überarbeitung" der Zähne. Der Hund war bis heute morgen weiterhin auf dem Weg der Besserung. Leider hat er weiterhin Bauchschmerzen. Er kriegt manchmal Zitteranfälle und dreht sich oft in seinem Körbchen. Hierbei stöhnt er ständig und atmet schwer. Heut Morgen hatte er zudem einen Krampf, eine Art epileptischen Anfall, bei welchem er auch kotete und urinierte.
    Da die Behandlung mit Sab Simplex, um eventuell vorhandene Luft im verdickten Darm abzutransportieren, nicht anschlug, bleibt jetzt wohl nur noch die Möglichkeit einer Operation. Die Tierärztin vermutet eine Darmverschlingung.
    Jetzt steh ich vor der schwierigen Entscheidung, ob ich das dem Hund wirklich antun soll oder ob ich ihn von seinem Leiden erlösen soll. Er ist mittlerweile 14 Jahre alt, wird in diesem Jahr 15. Zudem ist er durch die vielen Medikamente und die lange Hungerzeit (hat 20% seines Gewichts verloren) geschwächt. Natürlich besteht die Möglichkeit, dass der Hund nach einer solchen OP wieder gesund wird und noch ein halbes Jahr oder vielleicht auch ein Jahr schmerzfrei leben darf.
    Das Schlimmste wäre aber, wenn er durch die OP nocheinmal solche Qualen erleiden muss und im Endeffekt doch stirbt. Ich weiß einfach nicht was ich tun soll. Ich hätte so gerne eine Glaskugel die mir sagt, ob diese OP wirklich erfolgreich sein würde.

    Ich möchte nicht, dass er seine letzten Tage mit Schmerzen durch die OP erlebt, wenn er im Endeffekt dann doch stirbt.
    Auf der anderen Seite will ich ihn aber auch nicht einfach einschläfern lassen denn ich würde nie erfahren, ob eine OP ihm nicht vielleicht doch geholfen hätte.

    Sicher kann mir diese Entscheidung niemand abnehmen. Über eure Meinungen, Ratschläge und Tipps würde ich mich dennoch sehr freuen.


    Vielen Dank für eure Hilfe
    Jason

  • Es ist wirklich eine schwere Entscheidung, ich würde aber schnell handeln, egal wie du dich entscheidest, denn der Hund hat Schmerzen.

  • Zitat

    Ich denke, man kann mehr sagen, wenn man sieht, was "drinnen" los ist.

    Im Zweifel würde ich aufmachen lassen, den Hund aber unter Umständen nicht mehr aufwachen lassen.


    Ja...so wuerde ich auch vorgehen.

  • Ganz ehrlich, ich würde einen fast 15 Jahre alten Hund nicht mehr operieren lassen.
    Die Futterverweigerung und die Zitteranfälle(Schmerzen!!) sind Zeichen, dass dein Hund eine ernsthafte Erkrankung hat.
    Vielleicht kann ein Ultraschall gemacht werden, wo man evtl eine Ursache erkennen kann.
    Die Entscheidung kann dir niemand abnehmen, es ist die schwerste, die ein Hundehalter treffen muß.

  • Oje, dass ist nicht schön und Du stehst vor einer schweren Entscheidung. - Was sagt Dein Bauchgefühl ? Es klingt vielleicht etwas blöd, aber bis anhin habe ich bei solchen Entscheidungen mein Bauchgefühl "mitreden" lassen.

    Ohne Deine Fellnase zu kennen und ohne weitere Hintergründe zu kennen, würde ich Dir wohl zu einer OP raten... Aber wie Du schon selber sagst, eine Entscheidung kann Dir leider keiner abnehmen.

    Ich würde auch nochmals das Gespräch mit dem Tierarzt suchen. Vielleicht kann er Dir seine Erfahrungen über die weitere Lebensqualität, über die Changen für schmerzfreie Monate mitteilen.

    Ich wünsche Dir und Deiner Fellnase alles Gute, viel Kraft und die Energie, den richtigen Weg zu gehen.

    Gruss
    Sabine

  • Ich stand 2008 vor der gleichen Entscheidung und genau wie AlinMaus würd ich einen zweite oder sogar dritte Meinung einholen.

    Ich hab meine Hündin nach 3 Wochen verloren ... Aber ich hab sie nicht einfach aufgegeben und weiß genau das ich alles mögliche versucht hab.

    Viel glück und LG

  • Ich würde eine 2.Meinung einholen und dann die entsprechend Heilungschance aufzeigen lassen und danach dann überlegen, was das richtige ist.

    Das ist keine leichte Entscheidung und man kann sie niemanden abnehmen.
    Aber Liebe heißt auch, jemanden gehen zu lassen.

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