Staubsaugererziehung für Stresskeks & Co.

  • Hallo Stresskeks,

    vielleicht magst Du mir bzw. uns ja die Umstände in denen Du mit deinem Beagle lebst etwas näher erklären. Vielleicht kann ich - oder die anderen die mitlesen, dir ja ein paar Tipps geben, wie Du deinen Hund etwas fitter in Sachen Erziehung bekommst.

    Liebe Grüße

    Storyboard

  • Hallo storyboard und natürlich alle anderen,

    erstmal fühle ich mich geehrt, dass mich mal wer ernst nimmt und dann sogar einen Thread für mich auf macht. Danke! :knuddel:

    Also, Barni und ich...
    Barni lebt bei Oma und Opa, ich wohne direkt über ihnen. Er schläft in seinen eigenen Sessel und wird gerade von Oma total verwöhnt (z.B. soll er morgens und Abends 90g Futter bekommen, neulich hab ich nachgewogen => 114g). Davon lässt sie sich aber nicht abhalten =(
    Bekommen haben wir Barni für meinen Opa, damit er mal aus seinem Fernsehsessel erhebt. Das hat aber leider nicht geklappt, jetzt gehe ich mit ihm...
    Ich gehe zweimal am Tag mit ihm: Einmal Mittags zu meinem Pflegehund, den rauslassen. Dann könnten die da im Garten toben, aber Barni will nicht, er knurrt ihn seit neustem nur noch an.
    Und dann gehe ich noch Abends mit ihm. Das ist eigentlich das größte Problem. Wir gehenimmer in einer Gruppe mit zwei Labradoren, einem (großen) Mischling und halt Barni. Da ist dann auch mein Pflegehund und sein Frauchen und meine Freundin mit ihrem Hund dabei. Und die können alle ihre Hunde frei laufen lassen =( Nur Barni ist immer an der Schleppleine (8 Meter Longe, extra weich für meine Hände und die Beine der anderen). Erstmal sind es etwa 150 Meter Straße und so 500 Meter Wiese bis zu unserm Treffpunkt. Da rennt er nur rum, schnüffelt, ist nicht "ansprechbar". Wenn wir dann die anderen treffen spielt er auch nicht (nur manchmal und dann sehr grob) und knurrt wieder meinen Pflegi an. Auf dem Rückweg ist er manchmal "bei mir". Dann guckt er mich an und achtet auf mich. Dann kann ich sogar die Schleppl abmachen, dann läuft er nicht weg. Diesen "Zustand" krieg ich vorher aber nicht hin...
    An der kurzen Leine geht er jetzt meistens einigermaßen bei Fuß.
    In der HuSchu machen wir Agility und Treibball. Treibball klappt meistens ganz gut, aber manchmal tut er so, als wüsste er überhaupt nicht wüsste was ich von ihm wollte...
    Beim Agility ist er auch... Die Hindernisse klappen nahezu perfekt, aber die Wege dazwischen... Er hat nur die Nase auf dem Boden und ignoriert mich... Jetzt muss ich ihn immer an der Leine lassen und wenn er wieder die Nase auf dem Boden hat soll ich stehen bleiben und warten, das er mich anguckt. Wenn er dann immer noch nicht guckt mache ich so ein Leinenführspiel, was wir auch in der HuSchu gelernt haben. Wenn er öfter nicht guckt, muss ich auch schonmal eine Runde abbrechen, weil das so ja keinen Zweck hat. Ich bin dann immer soooo frustriert!
    Zuhause ist Barni genau das Gegenteil. Da wo ich bin ist er auch. Er verfolgt mich auf Schritt und Tritt. Ich "darf" nichtmal auf Klo gehen, dann sitzt er vor der Tür und winselt. Meistens ignoriere ich ihn dann.
    Auch ein Problem ist der Garten. Sobald er alleine ist, bellt er. Oma und Opa kommen dann sofort und holen ihn. Deshalb hat er gelernt, Bellen = Ich werde beachtet, jemand kommt mich holen.
    Drinnen alleine bleiben klappt gut, aber es ist selten, dass er alleine bleiben muss.
    Dann gibt es noch ein Riesen Streit-Thema zwischen meinem Opa und mir: Die Flexi-Leine ("Flitsch-Leine"). Ich HASSE sie und bin auch überzeugt davon, dass sie mir alles was ich an der Schleppleine mit ihm übe, wieder kaputt macht! (Deshalb übe ich nicht mehr so viel wie früher, macht ja eh keinen Sinn). Mein Opa hat aber in (m)einem Beagle-Buch gelesen, dass ein Beagle, wenn er am Ende der Pubertät immer noch Jagdtrieb hat, an der Flexi-Leine bleiben muss. Aber 1. ist Barni noch nicht am Ende der Pubertät und 2. macht er mir damit den Traum kaputt, Barni frei laufen zu lassen. Das habe ich ihm schon erklärt und unsere Trainerin in der HuSchu auch. Aber er sieht es nicht ein, weil er sagt, dass wir Barni eh nie freilaufen lassen können. Warscheinlich hat er sogar Recht... =(
    Noch kurz zu mir: Ich hatte ja vor Barni schonmal ein Stückchen Hund. Enno, ein Altdeutscher Schäferhund. Er wurde am 16.3.2009 eingeschläfert und ich trauere bis heute um ihn und mache mir große Vorwürfe, weil ich mich nicht von ihm verabschieden konnte.
    Er war so ein toller Hund!!!

    So, das war warscheinlich mal so das wichtigste. Ich freue mich auf eure Antworten, ihr müsst allerdings auch mit dem ein oder anderen ABER von mir rechnen (wie die Leute aus dem Zhs-Teil schon feststellen mussten)

    Lg, Kira

    PS: Hab ich eigentlich schonmal irgendwo geschrieben, dass Barni "Angst" vorm Staubsauger hat?

  • Hallo Kira,

    ernst genommen zu werden ist, zumindest für mich, keine Frage von Alter sondern von Haltung und Auftreten.

    Vielen Dank für deinen ausführlichen Beitrag, der schon recht konkret auf das Problem schließen lässt. Ich würde sagen: Mit "deinem" Hund ist alles in Ordnung, mit deinen Großeltern nicht. Deine Baustellen lagern also erst einmal in der so genannten Familienpolitik.

    Im Augenblick verhält es sich so, dass der Hund eine Sache ganz genau weiß: "Ich kann machen was ich will und es ist in Ordnung.".

    Kurz zur Verdeutlichung:

    Wenn ich dich jetzt fragen würde, ob Du mein Auto waschen willst und dir 20 EUR anbiete. Würdest Du es tun?

    Und wenn ja, würdest Du es auch noch tun, wenn Du kurz vorher im Lotto gewonnen hättest und 1 Million Euro besitzen würdest?

    Lange Rede, kurzer Sinn: Warum sollte "dein" Hund etwas arbeiten, wenn er auch so alles bekommt, was er haben möchte?

    Es mag nun etwas hart klingen und vielleicht schwierig werden, aber ich würde folgendes Vorschlagen: Trete in den Streik.

    Geh nicht mehr mit dem Hund raus, nicht mehr in die Hundeschule, kümmer' dich nicht mehr um ihn und sag deinen Großeltern, dass Du erst wieder damit anfängst, wenn Du ihn vernünftig erziehen darfst. - Das schließt die Sache mit Futter natürlich ein.

    Meine Hoffnung ist, dass Ihnen der Hund dann ganz schnell gewaltig auf die Nerven gehen wird, weil er einfach nicht mehr ausgelastet ist und Du freie Bahn bekommst. Alles andere hat keinen Zweck. Der Hund hat meiner Meinung nach keinerlei Anreize irgendetwas zu tun, er lebt in einem solchen Überfluß an Futter, Spiel, Aufmerksamkeit, das er nur so vor sich hindödelt und es okay für ihn ist.

    Was sagst Du dazu? Was sagen die anderen dazu?

    Liebe Grüße

    storyboard

  • Hi

    Ich pflichte Storyboard unbedingt bei.

    Bei einer derartigen Überversorgung
    wird auch der beste Hund zum Stoffel.

    Ich bin mal gespannt ob Du etwas
    verändern kannst und ich wünsche
    Dir viel Erfolg !!!

  • Tut mir leid Leute, das kann ICH nicht.
    Ich kann nicht ohne Hund...
    Auch wenn er noch so viel Mist macht, es ist auch für mich Auslastung mit ihm zu gehen.
    Ich bin zwar danach oft gefrustet, aber wenn ich nicht gehe, fehlt mir was.
    Außerdem hab ich schon so oft Oma und Opa angedroht nicht mehr zu gehen, Antwort: <<Dann geh doch nicht>>
    Das haben sie ja auch die zwei Wochen die ich im Urlaub war "überlebt", wärend ich unter "Hunde-Entzug" gelitten hab...

    Gibts denn keine friedliche Lösung?

  • Zitat

    Gibts denn keine friedliche Lösung?

    Die hast Du doch schon. Sie machen was sie wollen, der Hund macht was er will und Du nimmst die Leine. Es ist ja offenbar eine Situation die "funktioniert", die einzige die unzufrieden damit zu sein scheint, bist Du - demnach bist Du auch die einzige, die hier im Zugzwang steht. Wenn Du nichts tust, wird sich nichts verändern - und der Frieden ist gewahrt. Allerdings musst Du dann auch mit deiner Frustration leben lernen, weil ändern wird sich meiner Meinung nach nichts.

    Man kann einfach nicht trainieren, wenn man keine Motivation schafft. Und diesen Hund kann man meiner Meinung nach nicht motivieren, weil er einfach mitten im Schlaraffenland lebt. :)

  • ich geb meinen vorrednern ähhh- schreibern recht.

    was mir aber noch einfällt was evtl. helfen könnte. wir haben auch einen
    beagle auf dem hupla. nase nuuuuuuuur am boden. also ...... nasenarbeit
    auch beim spaziergehen. lass ihn dinge suchen (am besten wäre sein futter-dann aber zuhause nix mehr) oder eben dinge die nach dir riechen.

    verlier doch einfach mal was und 3 meter später fällt es dir auf und such zusammen mit deinem hund......

    vielleicht verbessert dies die aufmerksamkeit auf dich.

    ansonsten. viel glück. und respekt ....


    gruss petra

  • Hmm, seine Nase ist zwar super, Nasenarbeit liegt ihm allerdings nicht so. Er ist zu unkonzentriert. Zu schnell ist eine Spur "Out" und eine andere viel besser. Ich hab ja schon ziemlich viel ausprobiert...

    Gibt es nicht irgendwas, das ich mit ihm unabhängig von allen anderen trainieren kann, so wie ich es mit diesem Supersignal versucht hatte?

    Außerdem ist da noch eine Sache: Vielleicht ist es albern, aber ich muss einfach mal fragen... Barni liegt im Sessel immer so krumm, weil er zu groß ist um sich länglich auf die schmale Seite vom Sessel zu legen. Kann es nicht passieren, dass davon sein Rücken krumm wird oder so? Vielleicht ist es albern, aber ich mache mir da irgendwie Sorgen...

    Ach ja, noch an Storyboard: Wie bist du eigentlich auf Staubsaugererziehung gekommen?

  • Hallo Kira,

    ich habe ja immer wieder in dem ZHS Thread mitgelesen.

    Weißt Du, was ich machen würde.
    Such Dir einen Verbündeten, Deine Mama oder Deinen Papa.
    Dann berufst Du eine Familienkonferenz ein.
    Alle dabei, Schwester, Bruder :ka: Mama, Papa, Oma und Opa.

    Vorher machst Du eine Liste.
    Schreib auf, wie Du Dir Hundehaltung vorstellst.
    Wie ein Hund in Deinen Augen richtig ausgelastet wird.
    Wie man es schaffen kann, dass ein Hund auch frei läuft.
    etc.

    Was mir noch einfällt, Du kannst es schaffen, dass Barni bei Dir frei läuft, was aber nicht bedeuten muss, dass er das auch bei allen anderen kann. Soll heißen, nur wer auch mit dem Hund arbeitet, kann auch den Lohn bekommen für die Arbeit.

    Mein Rat wäre, ein Hausprogramm aufstellen.
    Hund wird ignoriert, wenn er fordert
    Hund bekommt nicht mehr aus dem Napf, sondern nur noch draußen auf den Spaziergängen (Handfütterung)
    Erkundige Dich mal nach longieren in Deiner Umgebung, ob das jemand anbietet
    Dann würde ich Dir zum Ignoranzkarree raten:
    https://www.dogforum.de/viewtopic.php?…r=asc&&start=10
    Beitrag von Fluffy auf Seite 2.

    Nutz seine natürlichen Instinkte.
    Mach Spurensuche mit ihm.
    Zum Beispiel Verlorenensuche.
    Beispiel, Du nimmst einen Handschuh mit und lässt den fallen, erstmal eine kleine Entfernung.
    Dann schickst Du ihn suchen, lass ihn an Deinen Händen riechen und schick ihn los.
    Versuch mehr mit seinem Instinkt zu arbeiten.

    Gruß
    Bibi

  • Zitat

    Hmm, seine Nase ist zwar super, Nasenarbeit liegt ihm allerdings nicht so. Er ist zu unkonzentriert. Zu schnell ist eine Spur "Out" und eine andere viel besser. Ich hab ja schon ziemlich viel ausprobiert...

    Gibt es nicht irgendwas, das ich mit ihm unabhängig von allen anderen trainieren kann, so wie ich es mit diesem Supersignal versucht hatte?

    Außerdem ist da noch eine Sache: Vielleicht ist es albern, aber ich muss einfach mal fragen... Barni liegt im Sessel immer so krumm, weil er zu groß ist um sich länglich auf die schmale Seite vom Sessel zu legen. Kann es nicht passieren, dass davon sein Rücken krumm wird oder so? Vielleicht ist es albern, aber ich mache mir da irgendwie Sorgen...

    Ach ja, noch an Storyboard: Wie bist du eigentlich auf Staubsaugererziehung gekommen?

    Du kannst mit ihm alles trainieren was Du möchtest. Das Grundproblem ist in deinem Fall einfach die Motivation. Du musst ihn quasi "mit irgendwas" dazu bringen, Freude an dem zu entwickeln, was er da tut bzw. tun soll. Natürlich hat er schon Freude am Schnuppern - das haben fast alle Hunde und natürlich inbesondere Nasenhunde wie Beagle, aber er soll ja nicht nur "rumstöbern", sondern mit auf ein Ziel hinschnuppern. Was Du mal versuchen könntest ist ZOS, also "Zielobjektsuche", benutz' einfach mal die Suche des Forums, es gibt hier einen gigantischen Thread zu dem Thema.

    Am leichtesten ginge es eben bei "Staubsaugern" (wie Beagle nunmal sind, weil sie alles essbare aufsaugen, wenn man nicht aufpasst) mit Futtermotivation. Bei mir geht das komplette Training über Spaß (Raufen/Zerrspiele/Rumspringen) oder über Futter (Trockenfutter mit Roulette, also immer mal wieder was superleckeres zwischendrin).

    Was die Sache mit dem Sessel angeht, kann ich dir jetzt nicht viel sagen, aber ich denke, wenn's unbequem wäre, würde er anders liegen. Mal ganz davon abgesehen das in meinen Augen ein Hundebett geeigneter wäre, aber vielleicht bin ich da einfach nur ein bisschen altmodisch. ;)

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