Der Lebenstraum wird wahr

  • Ich finde, das hört sich gar nicht so schlecht an wie du es geplant hast, wobei ich die erste Woche noch gar nichts machen würde, außer zuhause zu bleiben und mit ihm Gassi zu gehen und so eine Beziehung aufzubauen. Bürobesuche würde ich erst in der 2. Woche machen.
    Futter würde ich ihm die nächten 2-3 Wochen das geben, was er bisher im Tierheim bekommen hat und dieses auch als Leckerlie hernehmen. Wenn er sich dann eingelegt hat, dann kannst du immer noch das Futter umstellen oder aufpeppen, wenn du das möchtest.
    Der Hund muss sich an so viel Neues gewöhnen, da ist es oftmals nicht gut, wenn man auch noch das Futter umstellt, da es eh schon aufgrund der ganzen Veränderungen zu Durchfall kommen könnte, wobei das bei einem erwachsenen Hund eher selten vorkommt, dass der gleich mit Durchfall reagiert.

  • ja, Futter bekommen wir für die ersten 4 Wochen mit - das wollte ich bis kurz vorm aufbrauchen verwenden und dann langsam ein anderes mit rein mischen.


    Leinenführigkeit ist tatsächlich auch ein Thema - der kleine Knopf war bei unserem Spaziergang sehr aufgeregt, ist nur mit gespannter Leine gelaufen..
    Aber - naja, ich war ja auch aufgeregt :)


    Aber er ist sehr feinfühlig - ich hab einmal nur leicht (wirklich nur ganz leicht!) gegengezogen und sofort kam er zurück nach dem Motto "uups, da ist ja wer am anderen Ende der Leine - hatte ich ganz vergessen" :D :D *hach* ich bin verliebt

  • Achso - Plan B
    nu ja - da ich halt leider arbeiten muss um Geld zu verdienen ist Plan B eine Ganztages-Hundebetreuung oder als Alternative eine Diskussion mit dem Chef, dass ich teilweise im Home Office arbeiten kann und nur teilweise das Dogsitting brauche.
    Aber das ist eben nicht optimal, deshalb ist es mir schon wichtig, dass es bereits von Anfang an so gut wie möglich klappt.

  • Da ich ja auch einen Hund vom Tierheim hatte, kann ich glaube ich auf einige Fragen antworten, wobei man auch bedenken muss, dass jeder Hund anders ist.


    Wegen der Stubenreinheit, ich würde am Anfang alle 2 - 3 Stunden mit ihm rausgehen. Dabei lernt er ja, das er die Möglichkeit hat draußen zu machen, etwas was er im Tierheim nicht hatte.


    Zum Füttern, ich würde sooft füttern wie das Tierheim gefüttert hat. Mit der Zeit kommt man dann drauf, was der Hund lieber hat.


    Der Plan ist für die ersten Wochen finde ich jetzt zu straff. Ich würde eher schauen, dass er am Vormittag eine Stunde bekommt, und dann in 2-3 Stunden Abständen eine Pinkelrunde bekommt. Wenn du siehst, er ist stubenrein, dann kannst du die Dauer langsam erhöhen. Tricks und Spielen würde ich am Anfang gar nicht, wenn du den Hund besser kennst, dann weißt du auch wie er so drauf ist, wie er am Besten lernt und was ihm beim Spielen überhaupt Spaß macht.


    Besonders würde ich achten, dass zu Hause Ruhe ist. Kuscheln ist gut, aber ich würde nicht spielen oder Tricks üben. Er soll lernen dass drinnen ein Ort der Ruhe ist. Ich finde es ist für den Hund viel leichter, wenn von Anfang an das Klar ist. Normalerweise sind die Hunde zu Hause eher ruhiger, besonders in den ersten Wochen.


    Hunde können auch später viel lernen, man muss halt aufpassen, dass man nur das erlaubt, was er auch später machen darf. Nicht manche Sachen zulassen, die später dann verpönt sind. Dafür würde ich eher zum Managment greifen als zur Erziehung, sprich , wenn er nicht in einem Raum darf, Tür zu, wenn er nicht herumlaufen darf, Leine dran, etc.

  • Wegen dem festen Platz, den er später im Büro einnehmen sollte, ein kleiner Tipp, der bei uns prima funktioniert hat:


    Kleine Decke mitnehmen, ausbreiten: PLATZ und BLEIB sagen, dann gibts einen Lang-Kauartikel, einen Napf mit Wasser nicht vergessen. Zusätzliche Sichtzeichen sind eine große Hilfe - Platz = flach ausgestreckte Hand die nach unten führt.


    Das mit der Decke muss man natürlich vorher zuhause,im Garten, im Biergarten usw. üben, ein Hund kapiert das schnell: Decke = mein Platz. Mit Leckerli (gekochte Pute ist eine super besondere Belohnung) belohnen, wenn er Platz macht. NEIN sagen, wenn er aufstehen möchte. Zeitspanne langsam vergrößern, bevor es Leckerli gibt. Immer loben und freundlich und ruhig bleiben. Die Übung max 3 mal hintereinander am Stück. Geduld haben, das wird, Tag für Tag besser klappen.


    Freigabe-Signal gleich miteinüben, dass heißt, Hund darf auf Kommando wieder aufstehen. Bei uns heißt das einfach: Komm Charly, wir gehen. Er lernt dabei, dass er nicht zu entscheiden hat, wann er seinen Platz verlässt - das ist ganz wichtig und sollte von Anfang an mit ins Training eingebaut werden.


    Nach dem Leckerli noch einen Langzeit-Kauartikel (da musst Du testen auf was Dein Hund steht - bei uns ist es ein Kauknochen mit Fischfüllung) gibts mit der Zeit aber erst, wenn er auch mal 10 Minuten bleibt, obwohl Du nicht mehr daneben stehst. Er hat dann Beschäftigung und das ist auch wichtig. Steht er nach zwischendurch auf, NEIN sagen und ihn wieder zu seiner Decke führen, gleiches Ritual - nur diesmal ohne Kauartikel, nur ein Leckerli.


    Ziel ist, dass der Hund auf seinem Platz bleibt - ob Du da bist oder nicht, erwarte nicht gleich Perfektion, dass kann Monate dauern. Er darf liegen, schlafen oder auch mal sitzen - anfänglich natürlich an der geeigneten Leine, wenn Du ein Geschirr verwendest, achte unbedingt darauf, dass es in sämtlichen Positionen auch wirklich bequem ist und nicht einschnürrt. Wir nahmen Charlys Deckchen mit ins Restaurant, zu Familienfeiern, zu Festen ... wird es länger als eine Stunde, legen wir sein geliebtes Plüschkissen dazu, dass wird eingesabbert und dient auch als Kopfkissen. Funktoniert überall, wenn der Hund erstmal kapiert hat, was von ihm erwartet wird. Vorher natürlich für ausreichende Auslastung und Lösemöglichkeit sorgen, damit er auch wirklich ruhig bleiben bzw. dösen/schlafen kann.


    Die Kollegen im Büro würde ich bitten, den Hund möglichst innerhalb des Gebäudes nicht groß zu beachten, Füttern ist natürlich auch absolut tabu. Schläft er auf seiner Decke, wird er nicht angesprochen und nicht gestreichelt, auch nicht von Dir. Das ist seine kleine Intimzone, wo er sicher nicht gestört und abgelenkt wird.

  • Zum Thema Füttern scheiden sich die Meinungen.
    Unsere bekommen nur 1x am Tag ihr Fressen, und zwar vormittags.
    Vorher ne Runde laufen, dann fressen, dann ruhen.
    Abends geb ich nichts, weil ich keine Lust habe, mitten in der Nacht geweckt zu werden, weil sie raus müssen.

  • Wir füttern zweimal, einmal am Vormittag nach der ersten großen Gassirunde und am Abend, nach der zweiten etwas kürzeren Gassirunde. Beide Portionen sind in etwa gleich groß. Vor dem Schlafengehen, so gegen 23 Uhr gehts noch kurz in den Garten zum letzten Pippi.


    Charly hat uns - außer wenn er mal Durchfall-Phasen hatte - noch nie geweckt. Seine Geschäfte können (seit er etwa ein Jahr ist) warten, bis wir wieder mit ihm rausgehen, meist so gegen 9 Uhr und selbst dann ist es noch nicht wirklich dringend, sondern er lässt sich Zeit den richtigen Platz im Freilauf zu suchen.

  • Ich füttere morgens nach dem Aufstehen (unter der Woche um 5.45 Uhr am Wochenende später), da darf Tamy vorher kurz in den Garten zum Lösen. 2-3 Std. später gehen wir eine große Runde auf die Felder. Nachmittags gehen wir wieder eine große Runde und dann bekommt sie um ca. 15.30 Uhr ihr Futter. Gekackt wird morgens und nachmittags. Abends kommt sie zum letzten Mal um ca. 20.00 Uhr in den Garten, da macht so nochmal Pipi und dann hält sie problemlos aus bis zum nächsten Morgen.


    All unsere Hunde bekamen morgens und abends/nachmittags ihr Futter und keiner von ihnen musste nachts raus zum Lösen.

  • Ich würde ihm fürs Büro einen Kennel holen, ich mag am liebsten Faltboxen. Solange du da bist, bleibt er offen (und der Hund kann natürlich auch mal raus und sich bewegen, klar!)
    So hat der Hund Ruhe vor fremden Händen und neugierigen blicken.


    Wenn du mal kurz raus musst, kannst du die Tür der Box für ein paar Minuten zu machen.


    Wichtig ist, dass er von Anfang an zur Ruhe kommt im Büro und lernt, dass dort keine Action ist. Und dass er immer einen ungestörten Rückzugsort hat.

  • Nachträglich gesehen hätte ich meinem Hund noch viel mehr Zeit und Ruhe gönnen sollen. Ich bin gleich nach zwei Wochen mit ihm zum obligatorischen Sachkundenachweis. Es war eben noch ein Platz frei im Kurs.


    Ich kann dir sehr das kleine Büchlein von Patricia McConnell empfehlen: "Love Has No Age Limit: Welcoming an Adopted Dog Into Your Home".

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