Beiträge von Juline

    Zitat

    Schade, dass es bei Dir nicht so gut läuft.


    Nein, so ist das nu auch nicht... ich habe gelernt, Herausforderungen zu lieben :smile:


    (was blieb mir denn auch anderes übrig)


    Der Schutz"trieb" (der ja genaugenommen kein Trieb ist) ist das, was mir und manchen Wällerbesitzern, die ich kenne, am meisten Probleme bereitet. Ich nenne es mal hohe Wachsamkeit + große Verteidigungsbereitschaft.
    Klar, Briard und Aussie waren nicht nur zum Treiben und Hüten da, sondern auch zum Schutz der Herden und in ihrer "Freizeit" vielleicht auch des Hofes. Zudem haben viele von ihnen eine gewisse Scheu Fremden gegenüber in den Genen stecken, sowohl gegenüber unbekannten Menschen als auch anderen Hunden (Scheu ist zum guten Teil erblich, darin sind sich die Verhaltensforscher einig), was in den Rassebeschreibungen beschönigend als Misstrauen gegen Fremde oder auch Distanziertheit beschrieben wird. Für ihre Arbeit war das gut -man stelle sich nur mal den Hütehund vor, der dem potentiellen Schafsdieb mit Stöckchen im Maul freudig entgegen rennt... :lol:


    Doch genau das kann in unsere dichtbesiedelten Welt Probleme bringen, wenn der Wäller irgendwen oder -was als bedrohlich einstuft und selbständig entscheidet, den oder das jetzt lautstark und vehement einschüchtern oder vertreiben zu müssen.
    Jule hat als Teenager schon einzelne fremde Menschen in 10m Entfernung angeknurrt, fremde Hunde sowieso.
    Heute sind wir ziemlich über`m Berg, was ihr Misstrauen und ihre Scheu betrifft, aber als grundsätzlicher Wesenszug wird das immer in ihr sein.


    Klar hat sie auch ganz tolle Seiten, sie ist arbeitsfreudig, gut zu motivieren, lernt gern, kann sehr charmant sein.
    Freundlich zu Fremden und weltoffen wird sie sicher nie, aber damit kann ich leben. Nur -den Wäller als einfach zu händelnden Familienhund kann ich wahrlich nicht vorbehaltlos empfehlen.


    Tscha, mein Senf.




    Zitat

    Es gibt klare und recht strenge Zuchtbestimmungen, dazu gehören eine Vielzahl an gesundheitliche Untersuchungen sowie die charaktlerliche Eignung als Zuchtier (jeder Zuchthund muss die Begleithundeprüfung abgelegt haben und es der Zuchtwart überprüft die Wesenstauglichkeit)


    Was sagt eine BH? So gut wie nichts über das Wesen eines Hundes. Hat meine auch locker bestanden. Das Verhalten auf dem Hundeplatz repräsentiert nicht unbedingt das Verhalten in freier Wildbahn.
    Der Zuchtwart überprüft die Wesenstauglichkeit? Wie? Warst du schon einmal bei einer Zuchtzulassung dabei? Das interessiert mich jetzt sehr, vielleicht hat sich da etwas geändert.
    Bei Jules Mutter hat`s vor 4 Jahren noch gereicht, dass die Halterin sagte:


    Zitat

    mein Hund ist ein ganz lieber ;)


    :/

    Ich habe auch eine Wällerin, inzwischen 3,5 Jahre alt.
    Zu all den Argumenten gegen die Verpaarung Briard und Aussie, die ich hier las, kann ich leider mit dem Kopf nicken. Ja, ich bin inzwischen sehr skeptisch geworden, sowohl was die Idee der "neuen Rasse" betrifft als auch gegenüber der Praxis der Verpaarungen.
    Es gibt zu dort mMn zu viele rosa Brillen.


    Meine ist KEIN leichtführiger Familienhund, sie ist trotz bester Sozialisierung nicht sonderlich freundlich zu fremden Menschen und Hunden, eher unsicher /scheu, ihr Aggressionspotential kostet Nerven, sie ist alles andere als leicht erziehbar. Unsicherheit, Schutz- und Verteidigungsbereitschaft gepaart mit der unseligen Neigung, bei der kleinsten vermeintlichen "Bedrohung" nach vorne zu donnern. Territorial ist sie auch, und das kann nach 15 Sekunden rund um die Bank sein, auf die ich mich setze. Ich mag mir nicht vorstellen, wie es gekommen wäre, wenn dies mein erster Hund gewesen wäre.
    Sicher habe ich auch Fehler gemacht, habe sie einfach unterschätzt, mit einem solchen Hund war ich bisher nicht konfrontiert gewesen...
    Das klingt jetzt, als sei sie ein Monster -nein, ist sie natürlich nicht, und ich bin nach wie vor von ihr fasziniert und habe sie fest in mein Herz geschlossen :smile:
    Aber ich musste viel dazulernen, um mit ihr klar zu kommen.


    Ich kenne etliche Wällerbesitzer -die meisten sind glücklich mit ihrem Hund. Es gibt auch wirklich sehr nette, einfach zu führende Exemplare. Aber eben auch nicht ganz wenige, die ich als schwierig und verdammt anspruchsvoll bezeichne.
    Hier wieder ein Kritikpunkt an den Zuchtverbänden (leider gibt es zwei, die sich überhaupt nicht grün sind), die den Wäller mal so locker-flockig als allgemein freundlichen, unkomplizierten, leichtführigen Familienhund bezeichnen. Wie kann das denn sein bei diesen zwei Ausgangsrassen. Das mag das Zuchtziel sein mit der Betonung auf Ziel. Erreicht ist es in meinen Augen noch lange nicht, und ich hege Bedenken, ob es überhaupt erreichbar ist.


    Meines Erachtens wird bei den Verpaarungen viel zu wenig Augenmerk auf das Wesen gelegt. Schon bei der Zuchtzulassung fehlt die ausführliche Befragung des Halters bez. des Verhaltens.


    Ich wünsche mir nur, dass sie nicht in Mode kommen (wunderschön sind sie ja, finde ich jedenfalls).


    Jemand hat sich Bilder gewünscht?
    Hier ein paar von meinem Satansbraten ;)








    @ jachyama
    wie alt ist dein Hund? Oder hab ich das überlesen?

    2 Verdachtsfälle in 64625 Bensheim:


    Rattengift - Frolic, Wurst mit Nägeln
    Eselsbrücke
    (Brücke zwischen Berliner Ring und landwirtschaftlichem Weg Richtung Erlache)


    Rattengift - Frolic, Wurst mit Nägeln
    Wamboltersand
    (Wiese /Grillplatz am oberen Ende der Schönberger Straße, Nähe Parkplatz zum Fürstenlager)


    Quelle
    http://www.giftkoeder-radar.com/karte.html

    Hallo Jackie,


    wenn ich nochmal einen Welpen ausbilde, dann mach ich mir auch vorher mehr Gedanken!


    Ich würde Sitz und Platz sehr bald ohne den gewohnten Kontext üben -also ohne immer wieder kehrende Signale, die außen herum gesendet werden -z.B. Frauchen zieht die Augenbrauen hoch, guckt mich von oben herab an, hebt den Finger, sagt was (SITZ???), steckt schon die Hand in die Tasche zum Leckerli...usw.


    Das Wortsignal an sich sollte sehr bald zum diskriminierenden Reiz werden, so dass nur es allein das Verhalten "auslöst". So dass du es auch geben kannst, wenn du mit dem Rücken zum Hund stehst, einen Meter entfernt bist, neben ihm auf dem Boden liegst etc.


    Viele Hunde reagieren mehr auf den Ablauf, das gewohnte Drumherum als auf das Signal selbst.
    Und ich denke, wenn schon der Welpe in der Lernphase begreift, dass es wirklich NUR dieses Wort ist, auf was es ankommt, alles andere variabel ist, wirst du später weit weniger Probleme haben, es auch auf Entfernung oder in ungewöhnlichen Situationen einfordern zu können.

    Hallo,


    nachdem ich nun fast alles gelesen habe, interessiert mich -fernab der Diskussionen über Maulkorb, Kastra und HuSchu- ob du wirklich weißt, was die Ursache seiner (Leinen-)Aggressionen ist.
    Der Titel des Threads lautet Frustrationstoleranz, das ist eine Ursache von vielen möglichen.
    Woher kommt diese "Diagnose"?


    Wie verhält sich der Rüde sonst gegenüber anderen Hunden -oder hat er außer diesen Begegnungen an der Leine gar keine Kontakte?
    Wie verhält er sich dir gegenüber, wie ist sein Wesen, wie sein Gehorsam?

    Bei uns war es ähnlich wie bei Tante Flauschig.
    In ihrer schlimmsten Zeit (etwa 1 bis 1,5 Jahre) wurde jeder Mensch verknurrt und verkläfft, der es wagte sie nur anzuschauen.
    Nachdem auch ich anfangs überfordert war und versuchte, ihr dieses Verhalten zu verbieten (was es verschlimmerte), gingen meine Bemühungen dann dahin, dass ich ihr klar machte, dass es keinen Grund zur Aufregung gibt.
    Wir trainierten zB Platz mit liegenbleiben auch in Stress-Situationen, so dass ich sie etwas entfernt "parken" konnte, um ein wenig mit dem gefährlichen Menschen zu plaudern. Auf meine Bitte gab mancher ihr einen Keks, wenn sie nach einer Weile ruhig war und dazu kommen durfte.
    Auch das Signal "hinter-mir", sorgfältig eintrainiert, hat ihr sehr viel Sicherheit gegeben, wenn wir an ihr suspekten Leuten vorbei gingen. Hinter mir ist sie still, nicht völlig entspannt, aber das ist ok so.


    Heute ist sie fast 3 und muss nur noch selten hinter mir laufen, eigentlich nur noch wenn uns in der Dämmerung eine einzelne Person entgegen kommt.


    Kopf hoch, die Zeit geht vorbei.

    Zitat


    Übrigens wäre ein Hütehund ein ziemlich unbrauchbarer Hütehund, wenn er das Vieh wegjagen würde :lol:


    Naja der Hüterich will ja nicht das Vieh wegjagen, sondern die Viehfeinde. Wölfe, Bären und andere Schafdiebe :smile:


    Ich habe schon den Eindruck, dass viele Vertreter der Hütehundrassen -besonders wenn die Rasse auch Schutzaufgaben hatte wie beim Briard, Aussie, Cattle etc.- oft eher misstrauisch oder ablehnend gegen alles Fremde eingestellt sind, sei es Mensch oder Hund. Könnte eine potentielle Gefahr für die Herde sein.
    Ein Hütehund, der schwanzwedeln jeden Fremden freudig begrüßt hätte, wäre als nicht tauglich "aussortiert" worden.

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    Zwei Hunde liefen da ohne Leine rum, also hab ich sie auch losgemacht, damit sie spielen können. Meine Fina ist gleich hin und als die Besitzer dazu kamen, hat sie diese nur noch angebellt und gar nicht mehr aufgehört. Im Biergarten natürlich gar nicht gut. Ok, dann habe ich sie an die Leine genommen und bei mir Platz machen lassen - wer Leute anbellt, kann halt dann eben nicht spielen. Pech gehabt.
    Hat aber dieses Mal nicht geholfen. Sie fing dann nämlich an, die beiden Hunde durchgehend anzuknurren, wenn sie in ihrer Nähe waren.


    [...] Hat sie Angst und macht einen auf großen Macker, damit die Leute nicht näher kommen?


    Hallo Judith,


    so aus der Ferne vermute ich mal, dass sie mit der Situation überfordert war und nach ihrer Vorgeschichte war wahrscheinlich auch Angst und Unsicherheit im Spiel. Ihre Individualdistanz konnte sie durch die Enge im Biergarten nicht herstellen, also musste Plan B her: vertreiben. Was auch nicht gelang.


    Ich habe zwar auch eine Hütehündin, denke aber nicht, dass das etwas mit Hüteverhalten zu tun hat.
    Sie reagiert(e) oft ähnlich, wenn es ihr zu eng /zu nah wurde. Ich stelle dann mehr Abstand her, d.h. ich gehe mit ihr aus der Situation, so weit weg und so lang, bis sie sich beruhigt hat. Dann nähere ich mich langsam wieder, wenn ich es für sinnvoll halte, belohne dabei jedes ruhige Verhalten. Dabei lenke ich sie nicht ab, sie soll ja lernen, mit der Situation umzugehen und sie auszuhalten.
    Es ist Fingerspitzengefühl nötig, um den Hund zu fordern, aber nicht zu überfordern.

    Hallo Sonja,


    habt ihr mal an Facialislähmung gedacht?


    Die Hündin meines Arbeitskollegen hatte letztes Jahr eine sehr schlimme Lähmung der Gesichtsmuskeln, und eines der Symptome war, dass sie das Maul nicht weit öffnete beim Hecheln. Auch konnte sie die Mundwinkel nicht zurück ziehen.


    Deiner Hündin scheint es gar nicht gut zu gehen. Das ist ein schwerer Schritt, irgendwann vielleicht eine Entscheidung treffen zu müssen. Ich wünsche dir einen möglichst klaren Kopf dabei, und Kraft.