Beiträge von WorkingDogs

    Der ausschlaggebende Punkt war nun die Aussage in Claudis Thread (sinngemäß!) "mir tun die Leute in der HuSchu manchmal echt leid mit Hütehund im Gegensatz zu den Leuten mit Jagdhund"

    Das war ja meine Aussage. Und die ist auch wahr, haha. Kommt natürlich auf den Jagdhund drauf an, da gibts ja auch enorme Unterschiede. Und jede Medaille hat zwei Seiten. Immer.

    Hütehunde haben auch ganz viele tolle Seiten. Man muss halt wissen was man will.

    Hütehunde gehen einfach anders mit Außenreizen um und lassen sich da sehr gut von ihren Besitzern beeinflussen. Negativ wie positiv. Da kommt auch oft dieses „du musst den Hund führen“ her, was man auch bei Gebrauchshunden gut gebrauchen kann. Grade bei unsicheren Menschen oder Perfektionisten können diese Hunde sehr anstrengend werden. Jagdhunde sind da einfach in der Regel bissl abgekoppelter. Außerdem hat man da selten Themen mit Wach und Schutztrieb und die „hibbeln“ anders.

    Aber wenn du die Hunde kennengelernt hast und dir das gefällt, ist das doch super. Es muss für einen selbst passen, nicht für andere. Meine Schäferhunde würden auch viele in meinem Umfeld nicht geschenkt haben wollen. Ich finde die Großartig, obwohl auch objektiv anstrengend.

    Gibt hier im Forum doch auch sehr zufriedene Colliebesitzer, sie Rasse passt doch für viele. Hütehund umfasst ja viele Rassen, wir haben hier mehr den Aussie und AAH.

    Meine Mädels sind derart verfressen, dass ich sie problemlos relativ unmittelbar vor'm Training füttern kann und sie mir trotzdem beim Training begeistert an der Futterhand hängen - versehentlich getestet, weil irgendjemand nicht bedacht hat, dass es gleich zum BH-Training geht. Mehrfach |) Falls es noch einen Beweis brauchte, dass meine Hunde klüger sind als ich - das ist er vmtl.

    Das hat doch damit überhaupt nichts zu tun.

    Ich esse doch vor dem Dauerlauf auch keinen Döner und grade im Aufbau landen ja auch nicht nur 3 Stücke im Hund, sondern gut und gerne eine ordentliche Portion.


    Hier bekommen Welpen und Junghunde fast nur im Training, einfach weil die sonst viel zu viel zu fressen bekommen würden (mit der Motivation hat das wenig zu tun). Die Erwachsenen Hunde bekommen im Training nur noch kleine Mengen, der Fokus verändert sich einfach. Da gibt es dann eine Mischung aus gekocht, roh und fertig. Eher Kohlehydratlastig, damit fahren meine am besten.

    Ich denke schon, dass das für viele befremdlich ist, habe aber sowieso das Gefühl dass in unser Wohlstandsgesellschaft da kein gesundes Maß und Verständnis mehr existiert. Fettleibige Hunde werden oft als ok befunden, und es ist ganz schlimm wenn der Hund was „für sein Fressen tun muss“. Dass Training mit Sinn und Verstand nicht daraus besteht, den Hund im Training zu gängeln und hungern zu lassen wird oft sowieso nicht verstanden.

    Ich habe halt den Eindruck ihm fehlen die Nerven. Zuhause, wenn er sehr aufgeregt ist, weil meine Mädels mit ihren Männern kommen, schaltet er auch gerne mal sein Hirn ab und dreht endlos auf. Das kann ich inzwischen postwendend abstellen. Ebenso, wenn ich ihn mit im Unterricht habe und die Teilnehmer, die an ihm üben, ihn zu überschwänglich loben und er ihnen dann ins Gesicht springen will. Aber wenn er im Dunkeln zb los kreischt habe ich keine Chance. Ich bin sicher er nimmt mich nicht wahr.


    Ne, grundsätzlich beißen tut er nicht beim Futtertreiben. Sondern er hat halt einmal in meine Hand gehackt, weil er hektisch war und der Keks, den er nach dem Marker kriegen sollte an meiner angesabberten Hand kleben geblieben ist. Und der Trainer meint auch nicht es wäre gut, wenn der Hund mich beißt, sondern wenn er mit Elan dabei ist und eben fordernd an der Hand hängt, aber natürlich ohne zu beißen.

    Vielleicht mal weg von der Schiene, dass du erzieherisch alles falsch machst: Dinge sind auch schon genetisch oder Charakter. Begleithunde-Sportzuchten erlebe ich oft als schwierig. Bei manchen Typen muss man sich irre viel erarbeiten, das bringen andere einfach mit.

    Wenn ich mit Jagdhund in der Hundeschule bin, tun mir die Leute mit Hütehund auch immer etwas leid. Die machen ja gar nichts falsch oder eher ich mache nichts richtiger. Aber deren Hunde sind einfach anstrengender (ich darf das sagen, ich hab auch Schäferhunde und die sind genauso anstrengend :D ). Also, je nachdem was man anstrengend findet, natürlich. Aber sowas wie Standard-Deckentraining ist mit denen schon echt nervenraubend im Vergleich.

    Da greift einfach Genetik, so gemein das ist. Manche Bilder wird man mit gewissen Hunden nie erfüllen können. Ein Havaneser wird niemals ein Bringholz über eine Meterhürde bringen, auch nicht wenn ich bei den Weltbesten Trainern trainiere.

    Wofür würde denn das für industriell hergestellte Tiernahrung verwendete Fleisch eingesetzt werden wenn nicht für Hunde- und Katzenfutter? Viele Teile des Schlachtkörpers werden bei uns kaum noch für die menschliche Ernährung nachgefragt. Gäbe das dann Dünger, Wärme, Biogas?

    Ist das bei euch so? Hier ist die Nachfrage so hoch, dass man mittlerweile alles bezahlt und selber Innereien lohnen sich kaum noch für die Hunde weil alles nachgefragt wird und entsprechend teuer ist. Selbst sowas wie Zunge oder Herz. Lunge, Pansen,Blättermagen wird alles nachgefragt und kostet. Früher wurde das verschenkt. Und es sind einfach sehr viele Hunde und Katzen.

    Wir schlachten ganze Schweine da bleibt an Abfall das Gedärme und Fett. Der Rest lässt sich weitestgehend Verwursten. Selbst sowas wie Schnauze wird nachgefragt.

    Wohin damit wenn nicht ins Futter?

    Als Jäger hast du da aber ja auch eine ganz andere Quelle die die meisten Hundehalter so nicht haben. Finde ich auch ganz paradox. Meine Hunde fressen problemlos selbst geschlachtetes, verkauft bekomme ich das Fleisch aber kaum. Royal Canin hat bei mir auch noch nicht angefragt, wie werden ihr Fleisch wohl von den Großschlachtereien beziehen.

    Eine Welpenkäuferin von mir Barft, der Hund bekommt täglich 700g Fleisch. Wie soll man das bitte über Abfälle decken? So viel essen wir mit zwei Personen in einer Woche nicht an Fleisch. Und ja, davon ist mindestens 50% Muskelfleisch „so wie es sein soll“.

    Ich hab ja nun auch nen lauten Sheltie. Aber den erreiche ich und kann ihm sagen, er soll den Scheiß lassen. Lucifers Unansprechbarkeit in einigen Situationen ist auch so eigenartig. Hab ich so noch nicht gehabt.

    Kann immer verschiedene Gründe haben. Es kann sein, dass er dich aktiv ausblendet, es kann auch sein, dass ihm die Nerven fehlen.

    Ich lasse mich im Futtertreiben zum Beispiel nicht beißen und meiner Erfahrung nach ist das auch kontraproduktiv weil die sich dann nicht ausreichend konzentrieren, sondern reinsteigern in ein falsches Verhalten. Ja, es heißt FutterTREIBEN, aber auch nicht FutterBEIẞEN. Die sollen aktiv werden, nicht in ein Frustverhalten fallen, sondern sich auf Bewegungsabläufe konzentrieren.

    Für mich wäre das schon der erste Moment wo ich eine Grenze setzte. Aktiv arbeiten, ja gerne. Mir in die Hand knabbern, nein lass es. Sprich: Korrektur fürs beißen, danach direkt wieder aktiv arbeiten. Dabei darf es Regeln geben. Leider gibt es genug Sportler die diese nicht ziehen wollen und sich munter in die Hände oder sonstwohin hacken lassen.

    Schwieriges Thema. Es gibt da einfach keinen natürliche Regulierung und als Tierhalter ist man auf Bejagung leider angewiesen, ich denke viele könnten da gut drauf verzichtet. Außer einen Ausbleibenden Schaden und viel Arbeit hat man da doch auch nichts von.

    Das ist auch das woran kastrationsideen scheitern, auch beim restlichen Raubwild. Auch kastrierte Tiere fressen und kommen auch immer wieder. Es beißt sich dann auch mit der Idee einer artgerechten Haltung von Nutztieren wenn man die bei Raubwildaufkommen nur noch in den Ställen lässt.

    Da treffen Ziele aufeinander die Miteinander in Konflikt stehen und irgendwo wird man Prioritäten setzen müssen.

    Ist gut, dass du das sagst. Denn du hast ja angefangen damit, dass der hase im Pfeffer begraben läge, weil man sich den falschen Hund ausgesucht hat.

    So als hätte man planvoll nen Collie angeschafft und würde sich jetzt geklagen, dass der ja Fell hat.

    Nein, das habe ich so nicht gesagt. Der Hund wird seine Rassebeschreibung nicht rückwirkend lesen und umsetzen und hier wurde auch schon häufiger gesagt, dass der Hund für seine Linie nicht unüblich sei.

    Es geht mir aber gar nicht um eine Schuldfrage, sondern darum, eine Erwartungshaltung anzupassen.

    Aber das ist dabei leider oft das Problem, dass man sich bei dieser Analyse häufig selbst angegriffen fühlt. Zum Glück ist die TE da wesentlich sachlicher bei.

    WorkingDogs aber "Hundewahl" ist ja nun wirklich...schwierig.

    Ich weiß jetzt nicht, bei welchem Welpen man zu 90% sicher sagen will "der passt dort, aber nicht da hin" oder sowas.

    Von (un)passender Hundewahl kann man vielleicht bei erwachsenen Hunden sprechen, die man gut kennenlernen konnte, bevor man sie zu sich holt, aber selbst dann kann es je nach Rasse, Charakter, Quelle, Zuhause, ... noch anders kommen als gedacht.

    Wie gesagt, letztendlich doch auch egal, der Hund ist nun mal da und ist wie er ist. Da finde ich eine Schuldsuche rückwirkend schwierig. Es weiß doch auch niemand was kommuniziert wurde miteinander. Und es sind keine Maschinen, eine Rassebeschreibung ist auch keine entgültige Garantie. Und dann wie du sagst: die Aufzucht endet nicht beim Züchter. Einen lauten Collie finde ich nun aber genauso üblich wie einen lauten Sheltie und als Hütehund ist reizoffenheit nun auch nichts unnormales. Ein Rückruf ist dann wieder überhaupt keine genetische Sache.