Beiträge von WorkingDogs

    Nouska kommt aus einer der anscheinend seltenen Zuchten, die mir ihren Weißen IGP macht (zumindest mit den Rüden, von den Hündinnen hab ich nur Fährte im Kopf).

    Dass Nouska nun trotzdem den Anschein macht, eigentlich unter ihren Möglichkeiten zu bleiben, kann ich nun als Anfängerglück bezeichnen. Oder es macht in unserer Linie nicht so viel aus, ich weiß es nicht.

    Was ich sagen will: man kann sich gut vorbereiten und Pech haben. Man kann sich schlecht vorbereiten und es passt dann trotzdem.

    Ich hab der Züchterin vertraut, als sie sagte: passt bei euch!

    Wie gut, dass sie recht hatte.

    Kommt auch einfach immer drauf an, grade wenn die Linien nicht so eng sind, ist der Wurf auch gerne mal von-bis. Das ist halt der Nachteil an der Diversitätsgeschichte und da ist auch immer die Frage, ob man am Ende überhaupt die Abnehmer für bestimmte Typen hat. Grade als kleiner Züchte ist eine Linienzucht uU die bessere Wahl, wenn man nicht die passenden Interessenten oder Kontakte hat. In solchen Würfen können drei Welpen der Knaller, zwei im Mittelfeld und wieder 2 sehr schwierig sein. Und dann kann man den Leuten nur vorn Kopf gucken, manche sind sich wirklich nicht darüber klar was sie sich ins Haus holen und welche Nebeneffekte diese Typen so mitbringen. Wir leben Nicht in einer perfekten Welt und am Ende sind auch Züchter nur Menschen, 8 Wochen sind auch keine super lange Zeit und nicht alles kann man vorhersehen.

    Naja, wobei ich hier schon denke, dass die Rassewahl hier schon die richtige war und ist. Nur das Individuum Lucifer ist halt "anders".

    Woher hätte man sowas wissen sollen? (Klar, Linie, und so, aber andere Verwandte von Luci sind, wenn ich das recht in Erinnerung habe, ja auch teilweise anders)

    Ich habe ja aber auch von Hundewahl gesprochen und nein, natürlich kann man nicht alles vorher wissen. Manchmal gehen Planungen auch nicht so auf wie gedacht, usw. Ändert ja aber nichts daran, dass der Hund ist wie er ist, nur weil es nicht so recht passt sagt der Hund ja nicht „ach, dann werde ich jetzt anders“.

    Ich weiß jetzt auch nicht, wonach da überhaupt ursprünglich gesucht wurde, aber in der Realität begegnen mir solche Konstellatiinen oft, wenn bewusst ein „sportlicher“ Hund gesucht wird, was die in der Regel auch sind, aber jede Medaille hat zwei Seiten und der On-/Off-Schalter kommt da manchmal auch etwas kurz. Kann auch nicht immer jemand was dafür, Zucht ist einfach auch nicht 100% planbar.

    Und zu meiner Trainingsregelmäßigkeit, nein auf den Platz komme ich nur selten 2x die Wo, weil entweder bin ich nicht da, oder Trainer krank, oder es fällt aus wegen Regen/ Sturm,... da war in letzter Zeit so einiges. Dennoch übe ich ja die Dinge, die wir gezeigt bekommen. Mal täglich, mal alle zwei Tage bin ich mit Lucifer dran. Halt hier im Garten. Das sollte ja wohl auch als Auslastung zählen.

    Meinen Job kann ich für den Hund nun wirklich nicht aufgeben, wer soll dann das Futter kaufen. ;)

    Ich denke ein großes Thema wird das Mindset sein. In Grunde klingt es mal ganz gemein gesagt so, als hättest du für eine Vorstellungen den falschen Hund gekauft.

    Natürlich braucht nicht jeder Hund eine anlagentypische Auslastung um Glücklich zu sein. Und natürlich hat auch nicht jeder Hund da überhaupt Lust zu.

    Es ist auch überhaupt nicht schlimm, wenn man das nicht leisten kann, nur passt es dann vielleicht auch einfach nicht mit der Hundewahl. Und da liegt dann der Hase im Pfeffer begraben.

    Jetzt machst du ein wenig was, aber im Grunde ja für den Hund damit er in die Vorstellung passt, die du hast und das geht nicht auf. Weil diese Hunde nie so ticken werden die Begleithunde. Du bist also unglücklich, so unglücklich wie jemand wäre der sich einen Havaneser angeschafft hat und plötzlich den IGP Sport für sich entdeckt. Natürlich kann man Dinge trotzdem machen, aber es wird nie so wie mit einem Hund für den es einfach passt und es gibt mitunter einfach Grenzen.

    Ist mir schon klar, dass das nicht 100 % aufgeht. Futter, das mit „keine Schlachtabfälle“ wirbt, ist bei mir eh draußen, das finde ich absurd, ebenso wie Nassfutter mit diesen irrsinnig hohen Fleischanteilen. Normales Trockenfutter mit überschaubarem Fleischanteil kommt meinen Vorstellungen noch am nächsten; natürlich kann man in den komplexen Wechselwirkungen der Nahrungsmittelerzeugung mit anderen Gewichtungen, was man entscheidend findet, zu einem anderem Ergebnis kommen. Solange man nicht auf die Hundehaltung verzichtet, wird da kaum etwas ethisch 100% vertretbares rauskommen.

    Genau. Wer Hunde hält wir nun mal irgendwie die Umwelt belasten. Unsere Nahrungsmittelerzeugung ist ja aber eh sehr aufwendig, da suche ich die Optimierungsmöglichkeit weniger bei den Hundehaltern.

    Es lässt sich da ja auch vortrefflich streiten.

    Ja, das meinte ich. Da habe ich mich ungenau ausgedrückt. Lucifer macht schon direkt nach dem Training einen zufriedenen ausgeglichenen Eindruck, aber ansonsten sehe ich da keine Auswirkungen in den Alltag.


    Ich denke inzwischen schon, dass ich den Teufel ein Stück weit halt so nehmen muss, wie er ist. Laut, reizoffen und nicht ableinbar. Gerade letzteres macht mich einerseits traurig, andererseits kommen wieder die Zweifel. Hab ich nicht genug den RR geübt, dass er ihn halt nur befolgt, wenn er entspannt ist. Wir hatten jetzt auch im Garten, der zugegeben sehr groß und verlockend ist, eine Phase, wo ich ihn nur mit SL hab flitzen lassen, weil er mir die Mittelkralle gezeigt hat, wenn er kommen sollte.

    Nein, reizoffenheit und auch Lautstärke wird sich damit eher nicht verändern. Aber mit langfristiger Auslastung werden sie schon ausgeglichener und lassen sich weniger triggern. Zugegeben sprechen wir da bei Hunden mit IGP-Selektion in erster Linie von Schutzdiensttraining und nicht von Begleithundesport, dieser bildet nur eine Grundlage.

    Der Rückruf ist halt eine Sache des Gehorsams, grade bei kooperativen Rassen. Und es wird mit der Zeit nicht leichter wenn sie bereits gehetzt haben, Ungehorsam als einen Vorteil bzw. Möglichkeit erlernt haben und auch schon klug geworden sind was die Leine angeht.

    Ich denke gar nicht, dass du den RR nicht genug geübt hast, wahrscheinlich hast du diesen einfach nie vernünftig eingefordert und abgesichert. Und das geht je nach Hundetyp dann irgendwann schief, weil Außenreize wichtiger werden und sie genetisch dazu neigen den HF auch mal übergehen zu wollen.

    Der Labrador und Border Collie hier sind da zum Beispiel wesentlich leichter zu trainieren als Mali und DSH. Der Aussie war der einzige der Thema mit Kopflosigkeit in erregungslage hatte.

    Sehe ich auch so.

    Zudem landet im industriellen Hundefutter ja in erster Linie Fleisch, dass nicht zur Verwendung in menschlicher Nahrung geeignet oder gedacht ist. Es sterben nicht wirklich Tiere zusätzlich, und Resteverwertung finde ich eine sehr klassische und vernünftige Form der Hundehaltung. Insofern kann ich mich mit normalem Hundefutter gut arrangieren. Was mir dagegen never ever über die Schwelle käme, wäre Billig-Supermarktfleisch aus Massenhaltung für den Hund; die Nachfrage danach will ich wirklich in keiner Hinsicht steigern, auch mit den Minimengen für einen Kleinhund.

    So basteln sich halt viele ihre persönlich ethisch vertretbare Futterphilosophie zusammen, moralisch perfekt ist das sicher nicht, aber doch ok.

    Quatsch, da wird auch ganz normales Fleisch für verwendet. Hab mal im Einkauf eines Industrieunternehmens gearbeitet. Nassfutter für Hunde war da teilweise besser als die Produkte für Menschen, einfach weil Hundehalter es zahlen.

    Auch wenn ich hier beim regionalen Schlachter kaufe sind das keine extra Teile fürs Hundefutter, sofern man nicht nur Pansen, Schlund, Lunge und Blättermagen füttert, landet man schnell im Bereich der menschlichen Ernährung.

    Da knüpfen wir auch mal an den anderen Thread an, ich füttere manchmal eigene Fleischabfälle und kenne genug Hunde, die würden das überhaupt nicht vertragen.

    C. Tabel aus den 60igern Beschreibt 75% Fleisch und 25% Getreide für den Jagdhund. Genauso wird empfohlen Anbrüchiges Fleisch zu füttern, natürlich roh. Innereien führt er nochmal gesondert auf, der wird also nicht ausschließlich von Innereien schreiben.

    „Ruhiger“ werden meine nicht durch Auslastung, aber ausgeglichener und Gehorsamer was das unterwegs sein wesentlich entspannter macht, weil sie problemlos freilaufen können. In Sportfreien Phasen lasse ich sie lieber an der Leine, sind einfach reizoffener und mehr auf der Suche nach Action.

    Aber Ruhiger im Sinne von geringeres Energielevel haben die nie. Die können und wollen immer. Ist einfach ein Typ Hund den muss man wollen.

    Aus Züchtersicht kann ich beobachten, dass bereits viele Welpen während der Aufzucht in Watte gepackt werden. Aus Angst, es könnte einer eingehen. Auch das sehe ich sehr kritisch, eine gewisse Forderung braucht das Immunsystem einfach um sich entwickeln zu können.

    Da wird mit Desinfektionsmittel rumgemacht ohne Ende, die werden permanent mit Wärme bestrahlt, bei Regen dürfen die nicht raus, im Winter ja schon mal gar nicht, dann wird da mit irgendwelchen Welpenmilch-Startern rumgemacht, die Ausläufe werden sehr steril gehalten.

    Ich sehe das sehr kritisch. Die sollen natürlich nicht verdrecken, aber ein zu viel ist auch nicht gesund.

    Mir kommts auf alle Fälle so vor. Ist bei den Menschen ja auch so.

    Ich finds bedenklich. Bei der Hundezucht sollte vielmehr darauf geachtet werden, dass auch solche Tiere verpaart werden, die eben keine Allergien/Unverträglichkeiten haben und nicht nur immer auf die Optik.

    Es ist leider schwierig, weil da oft die Ehrlichkeit fehlt. Ich frag sowas, aber am besten ist, man kennt die Hunde. Und irgendwo muss man leider doch immer mal Abstriche machen. Aber ich sehe es wie du, den Abstrich sollte man doch eher bei Farben machen als bei der Gesundheit.

    Kann ich so bestätigen. Ich habe ja beide Haltungsformen und bei Hunden im Zwinger geht schon mehr unter. Im Negativen wie auch im Positiven Sinne, vielen Hundetypen tut es ja auch gut nicht 24/7 im Fokus zu stehen.