Beiträge von WorkingDogs

    *Wozu man gesetzlich und gesellschaftlich immer mehr gezwungen wird*

    Aber es wäre schön, wenn man Sachen nicht so aus dem Kontext reißen würde. Es gibt um Auskreuzungen und Streuung, ich habe mich viel mit dem Thema Beschäftigt. Entgegen der herrschenden Meinungen passiert sowas nämlich im VDH und ich selbst würde das Risiko wohl nicht eingehen wollen da am Ende einen Wurf liegen zu haben, der nicht aufgegangen ist. Sei es gesundheitlich oder auch charakterlich. Zum einen natürlich aufgrund der Haftung, zum anderen weil man auch sehr schnell an den Pranger gestellt werden kann. Gerne auch mal mehr oder weniger öffentlich. Am Ende ist der Züchter der Dumme, auch ganz egal wie sehr der Käufer aufgeklärt wurde. Und Leidtragend ist der Hund oder eben mehrere Welpen.

    Bei Qualzuchten bin ich deshalb der Meinung, dass das Einstellen der Zucht das einzig sinnvolle ist. Was soll denn bitte sinnvoll eingekreuzt werden? Terrier? Und vor allem bringt das alles nichts, solange sich das Problembewusstsein nicht verändert. Nach 3-4 Generationen ist man sonst wieder dort wo man vorher war und das einzige was man geschafft hat, waren ein Dutzend Welpen die ihren Haltern zu viel Dampf haben oder mit Wesensmängeln. Mal ganz davon ab, dass man erstmal testen muss, welche Linien bei beiden Rassen überhaupt zueinander passen.

    Auskreuzen, das klingt immer so nett in der Theorie.

    Wozu man gesetzlich und gesellschaftlich immer mehr gezwungen wird*


    Es wird keiner gezwungen zu züchten, oder ständig einen (Verkaufs) Wurf zu machen!!!

    Weniger ist/wäre sogar manchmal mehr 🤷


    So lange es Züchter gibt die Würfe produzieren müssen um sich ihre vielen Tiere überhaupt erst leisten bzw finanzieren können, wird sich nichts ändern...

    Wenn man kein Tiermessie ist, wird man nicht drum rum kommen zu verkaufen.

    Weniger ist nicht manchmal mehr, Einzelwelpen sind weder Gesund für die Hündin, noch ist dies eine sinnvolle Aufzucht.

    Kaum ein Mensch kann sinnvoll 6-7 Welpen behalten, ab 3 zuchtfähigen Hündinnen/Tieren bedarf es außerdem einer Erlaubnis nach Paragraf 11, die momentan mit den Änderungen im Tierschutzgesetz kaum erteilt werden und womit sich momentan mit Sicherheit kaum ein Hobbyzüchter belasten möchte.

    Da braucht man gar nicht so sinnlos emotional werden und direkt unterstellen, man würde sich die Tierhaltung finanzieren. Bei vielen Gebrauchsrassen kommt da bei Zucht eh nicht viel rum, da lohnen sich Begleithunde noch am ehesten.

    Ich kann es nur immer wieder betonen: nirgendwo in der Tierzucht hat der Käufer so viel Macht wie in der Hunde- und Katzenzucht. Da fallen Wurfstärken die kaum ein Züchter für den Eigenbedarf benötigt und man ist immer gezwungen sich nach dem Markt zu richten. Völlig egal wie gut die eigenen Vorsätze sind. Man kann es sich nicht erlauben auf dem Welpen sitzen zu bleiben, weil man an der Nachfrage vorbeigezüchtet hat. Außerdem haben wir ein sehr Käuferfreundliches Kaufrecht. Sobald die Nachfrage ausbleibt, werden die Verkäufer sofort reagieren (müssen). Kaum einer kann es sich leisten, dass er auch mehreren Welpen sitzen bleibt.

    Und nein, die Käufer kaufen nicht immer nur das was da ist, die haben oft ziemlich konkrete Vorstellungen und Erwartungen. Vor allem optisch, charakterlich kommt erst danach. Selbst in vermeintlichen Leistungsbereichen, siehe die dunklen Malinois. Und auch bei den Jagdhunden ist vielen die Optik äußerst wichtig, zum Beispiel der Bart beim DD.

    was sollen dann Leute machen, die nen nicht extremen , moderaten, gesunden Begleithund möchten, der keine Qualzucht ist ?

    Sich organisieren und das züchten was man als Idealbild empfindet. So wie das alle anderen auch machen müssen.

    aber im VDH wird rein nach Optik gezüchtet.

    Nein, der Großteil der Population besteht aus Gebrauchs-, Sport- und Arbeitshunden. Über die kann man sich nur nicht so fein aufregen.

    Genetik: Damit der hund auhc ja reinrassig ist, nicht das da irgenwie Fremdblut mit rein kommt, könnte ja zu "bösen" Überraschungen bei den Welpen kommen (falsche Farbe oder so)

    Das hat damit nichts zu tun, sondern mit Streuung und heutzutage, wo Welpen nicht mehr ersäuft werden wenn man die nicht guten Gewissens vermitteln kann, kann man wenig herumprobieren wenn man vernünftige Hunde vermitteln will. Wozu man gesetzlich und gesellschaftlich immer mehr gezwungen wird. Auch hier sind die Züchter immer gerne der Buhmann für alles. In der Realität das selbe, da hat direkt der Züchter schuld. Diese extreme Anspruchshaltung und Verwöhntheit ist das Problem. Hunde sind keine Waschmaschinen und Hundezucht ist kein standardisiertes Industrieunternehmen.

    Ich hab’s gemacht und ich hatte Recht. Zwei Zähne waren komplett Entzündet bis in den Kiefer. Der einzige Anhaltspunkt war eine minimale Abweichung im Griffverhalten beim Sport, glauben wollte mir der TA nicht und stellt eher mal die Ausbildungsmethode infrage.

    Schlussendlich hatte ich Recht gehabt, leider erst erkannt als dann wirklich einer der Zähne auch abgebrochen ist und wir bei einem anderen TA waren.

    Vielleicht ist die Verpaarung auch einfach nicht so aufgegangen wie erhofft. Das passiert einfach auch immer mal wieder, vor allem wenn die Verpaarung Richtung Outcross geht. Sind halt Tiere und keine Waschmaschinen, da lässt sich vorab nicht alles 100% berechnen und mit 8 Wochen kann man auch nicht garantieren wie der Hund sich entwickeln wird.

    Das ist generell etwas an das man sich gewöhnen sollte, bewusste Linienzucht gibt es immer weniger. Generell bewusste Zucht, wird ja auch immer schwieriger in diesem Land. Das meiste ist auch im VDH nur „Ich hab nen tollen Hund und mach mal Welpen“. Zwar mit guter Aufzucht, aber Genetik ist halt essentiell.

    Alternativ muss man sich einfach super gut auskennen, dann weiß man eigentlich immer grob in welche Richtung die Welpen gehen werden. „Ja, woher soll ein Anfänger das wissen?“ Gar nicht, so ist das eben. Dazu gehört viel praktische und theoretische Erfahrung mit der Rasse, die hat ein Anfänger oder jemand „der nur mal einen Begleithund kaufen will“ in der Regel nicht und gelinde gesagt im Zweifel Pech gehabt. Und der Züchter kann auch nur zu dem beraten was ihm erzählt wird. Wenn dann aus „Ich will einen sportlichen Hund“ in Wahrheit eine Couchpotato+ werden soll, ja dann wird man mitunter auch ganz falsch beraten.

    Selbst wenn ein Mops 10km am Fahrrad schaffen würde, wäre das für mich keine Rechtfertigung dafür, einem Hund die Nase wegzuzüchten. Ich denke Hunde in ihrer Anpassungsfähigkeit können tendenziell wirklich viel kompensieren und dabei fit wirken, aber das ist doch kein Grund alles auszureizen was geht.

    Ob Rassehunde so viel kaputter sind, ist halt wieder verallgemeinerter Blödsinn. Gibt bei den Mixen mehr als genug Hunde mit grottigem Gebäude und diversen Krankheiten, untersucht einfach keiner systematisch. Dieses Märchen ist nicht weniger schädlich als die Vermarktung des Rassehundes als Rund-um-Gesund. Beides ist eine völlig unrealistische Ideologie, aber viele scheitern ja leider am eigenen Tellerrand und brauchen dieses bekloppt schwarz-weiß denken.

    Finde es kommt auch arg auf den Hund drauf an. Wir machen das grade bei einem Aussiedoodle, wo der Pudel stark durchkommt. Der Hund ist winzig und entsprechend klein sind die Tagesportionen. Aber da ist die Aufgabe auch, dass es nun wirklich nicht wichtig ist, ob der Hund es direkt perfekt macht, es geht einfach um „zusammen macht es Spaß“ und der Pudel geht darin natürlich total auf und liebt dieses freie tricksen auch einfach.

    Bei hunderassen die da anders selektiert sind, macht das oft überhaupt keinen Sinn.

    hm, ich glaube, das kommt daher, dass man - im TV - meist das schlecht gemachte dieser Version der Fütterung sieht: nämlich Hund wird mit Futter zur Mitarbeit (die ihm aus welchen Gründen auch immer nicht taugt) erpresst, weil er gar kein Futter bekommt, wenn er nicht mitarbeitet. Oft auch über erstmal 1-2 Tage hungern lassen bevor man mit dem Training beginnt.


    Wenn man aber die Arbeit so auswählt und vermittelt, dass der Hund ohnehin Bock drauf hat und dem Hund halt Futter aus'm Napf gibt, wenn's aus Gründen wenig/kein Training gab, dann ist das ja was ganz andres. Nur hat man diese Form vllt aufgrund der im TV gezeigten Version gar nicht richtig im Kopf.

    Naja, hat halt das selbe Niveau als wenn Martin Rütter einen Agility-Hund trainieren würde. Dass man sich diesem Zwang in der Erziehung bedient hat ja wenig mit Hundesportaufbau zu tun. Da darf man ruhig Differenzieren.

    Hinzu kommt... ich bin so ein Typ Mensch, ich kann ohne Essen kaum die Wohnung verlassen, ich ess normalerweise mindestens 3x täglich. Vmtl. fühlt es sich aufgrund meiner eigenen Essensgewohnheiten falsch an, einem Hund keine "ordentlichen" Mahlzeiten hinzustellen und erstrecht die armen Hunde ohne Frühstück über den Tag kommen zu lassen |) Ich find es auch immer befremdlich, wenn mir Kolleg*innen sagen, dass sie nicht frühstücken - da essen die Leut den halben Tag nichts und denen geht's damit trotzdem gut :shocked: Ich würd's vmtl. kaum bis zur Mittagspause schaffen, evtl. sogar umkippen...

    Ist einfach alles individuell. Ich wüsste jetzt auch keinen Grund einem Hund kein Futter zu geben, wenn diesem merklich flau im Magen ist, ist ja leistungstechnisch total kontraproduktiv. Aber nun braucht das auch nicht jeder und Hunde sind eben keine Menschen. Außerdem schreibe ich zum Beispiel ja gar nicht davon, dass die Hunde den halben Tag nichts bekommen. Ich schreibe, dass wir stattdessen trainieren und es die Portion dort gibt.

    Das hatte ich gar nicht bedacht. Aber ja, ich habe Jin auch nie unmittelbar vorm Coursing gefüttert (wobei es mir reicht, wenn 2-3 h zwischen Fütterung und Sport liegen, viele Windhundhalter füttern gar nicht vor Rennen/Coursing) und ebenso nicht unmittelbar vorm Agi. Aber das BH-Training hab ich bislang nicht als "richtig" körperlichem Sport betrachtet - wobei das vorige Füttern jeweils wirklich ein Versehen war -, da muss ich vllt nochmal drüber nachdenken...

    Hier kommt das drauf an, ich füttere zum Beispiel auch vor der Fährtenarbeit, grade bei den Erwachsenen Hunden ist es auch „egal“, weil die ja eh arbeitsmotiviert sind. Oder die Motivation andere Gründe hat. Hier arbeitet keiner aus dem Grund, dass es sonst nichts zu fressen gibt.

    as ist hier auch so. Aber meine Mädels sind - v.a. als Junghunde - ziemlich gute Verbrenner. Wobei ich auch sagen muss, dass ich nicht immer eine fest abgemessene Portion in den Napf tu, sondern nach Augenmaß, z.T. auch relativ unbewusst. Ist halt beim Whippet auch gut zu erkennen - ist so bei andren Rassen, gerade solchen mit längerem Fell, sicher nicht so einfach machbar.

    Verbrennen ist auch nicht das Thema, fressen ohne enden könnten die auch. Aber wir trainieren einfach viel und wenn es im Training nicht genug gab, dann gibt es abends noch was aus dem Napf und wenn es genug gab, dann nicht. die sind schon auch kurzhaarig und mitunter im Zwinger, grade bei den Junghunden komme ich da im Winter gar nicht umher zuzufüttern, weil das dann auch im Training schwer wird.

    Ich sehe ehrlich keinen Nachteil darin, dass ein Hund seine Portion in der Regel im Training bekommt. Die Leben ja auch ein absolutes Luxusleben, die kriegen keine Sinnkrise weil sie nicht jeden Tag noch 2x „bedingungslos“ fressen dürfen. Ich würde wohl sofort tauschen 😄 Entspannter leben geht kaum. Statt morgens Futternapf gibt es halt 5-15 Minuten kurzes Training.

    Denke über dieses Futter im Training Thema machen sich auch einige einfach viel zu viele Gedanken. Aber unser Bezug zum Thema essen wird ja im gesamten immer verrückter.