Schreckliche Anfälle und keine genaue Erklärung!
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Huhu,
ZitatIch persönlich gehe mittlerweile von einer Vergiftung aus weil die Symptome einfach dafür sprechen. Er war heute 17x pinklen und säuft bereits die 4 Riesenschale Wasser aus. Normal ist es eine in zwei Tagen. Er hechelt und wirkt etwas benommen. Er wirkt irgendwie fremd und benimmt sich sehr komisch. Es wirkt fast so, als würde er uns nicht mehr erkennen...
Ich habe selber einen Epi-Hund und dass was du beschreibst klingt SEHR nach Nachwirkungen eines Epi-Anfalls.
Bei jeder Hund sind die Anfälle und auch die Nachwirkungen anders/verschieden ausgeprägt.
Bei meiner Loona ist z.B. das starke Hecheln ein Vorbote von einem Anfall (mittlerweile kenne ich den Unterschied zum normalen Hecheln). Manche Anfälle dauern nur wenige Sekunden und äussern sich z.B. in einem Aussfallschritt beim Laufen, plötzliches/grundloses Aufbellen, ein Zucken, Kieferschnappen ("Fliegenschnappen"), Schmatzen etc. und kann vom Halter ganz schnell übersehen werden.
Vermehrtes Trinken und/oder Essen nach dem Anfall ist häufig. Meine Loona trinkt danach recht viel und frisst bis zur 5-facher Menge ihrer normalen Portion.
Sie ist ausserdem bis zur 3 Tage nach einem Anfall "nicht normal". Sie hat meist einen Mordsmuskelkater und bewegt sich "nicht rund" und zeigt unübliche Reaktionen auf bestimmte Situationen.
Dass dein Hund dich zwischendurch nicht wiedererkennt, kann auch ein Hinweis auf einen "versteckten" Anfall sein.
Was für ein Medikament hat dir die Klinik mitgegeben?
Wenn es Diazepam/Valium ist (hoffentlich als Zäpfchen) solltest du es dem Hund sofort verabreichen, sobald du merkst, dass ein weiterer Krampf im Anmarsch ist oder der Hund schon krampft.
Bitte keine Medis oral verabreichen, der Hund kann daran ersticken!!!
Dieses Medikament wirkt entkrampfen und kann, wenn es schnell genug verabreicht wird, den Krampf unterbrechen, oder wenigstens abschwächen.
Wenn dein Hund mit so kleinen Abständen am Tag mehrmals krampft, ist es für ihn recht gefährlich.
Es kann passieren, dass er in einen "status epilepticus" verfällt und ein Krampf in den nächsten übergeht und er von alleine da nicht rauskommt!
Sollte es dazu kommen, muß du ihn auf den Schnellsten Weg zum TA schaffen, dieser kann ihn mittels einer Voll-Narkose da rausholen. Hört sich bescheuert an, ist aber so.
Wir wollen aber nicht vom Schlimmsten ausgehen.
Die Anfälle werden meist von Streß-Situationen ausgelöst und passieren aber erst dann, wenn der Hund wieder zur Ruhe kommt. Da können Stunden dazwischen liegen. Daher ist der echte Auslöser so schwer zu erkennen.
Um erstmal weitere Anfälle zu vermeiden, solltest du deinem Hudn viel Ruhe gönnen, Gewohnheiten beibehalten (der Besuch bei deinen Eltern kann sogar Auslöser für die Anfälle, ABER nicht die Ursache der Epi sein).
Du solltest den Hund ab jetzt absolut getreidefrei ernähren (Getreide ist ein sehr häufiger Auslöser), vorerst auf alle Impfungen verzichten (ebenfalls ein möglicher Auslöser!).
Wenn der Hund anfängt zu krampfen, bleib BITTE ruhig!!!! Je gelassener du bist, desto einfacher machst du es deinem Hund. Sprich ganz sanft mit ihm, mit gedämpfter Stimme.
Während des Anfalls nimmt der Hund die Geräusche u.U. ganz anders war. Er kann Haluzinationen haben, oder zum Teil blind und/oder taub sein.
Du schreibst, dass er ein Boder-Mix ist. Hast du ihn evtl. vor kurzem entwurmen lassen? Oder gegen andere Parasiten behandeln lassen?
Borders können Träger des MDR1-Gendefekts sein, dass die Hirn-Blut-Schranke für viele Medikamente voll passierbar macht. Was bei gesunden Hund nur die Würmer platt macht, kann bei MDR1-Gen-Träger ziemlichen Schaden am Gehirn verursachen und ein Auslöser für einen Anfall sein.
Deinen Verdacht auf Vergiftung will ich zwar nicht ganz von der Hand weisen, aber ich VERMUTE, dass die Mäuse entweder nicht vergiftet oder nicht genug verdaut waren, um genug Gift aufzunehmen.
Der TA kann tatsächlich anhand von Blutwerten (Gerinnungswerte) eine evtl. Vergiftung ausschliessen.
Die Epilepsie als solche kann man nicht direkt diagnostizieren, sondern durch verschiede Untersuchungen (u.a. Blutuntersuchungen) andere Erkrankungen ausschliessen, die sich symptomatisch mit Anfällen zeigen, aber keine Epi sind.
Schilddrüsenwerte sollte sich der TA anschauen.Soweit ich weiß, kann sowohl ein schlechter Nierenwert (Symptom für eine Erkrankung) einen Anfall auslösen, oder auch ein Epi-Anfall kann schlechte Nierenwerte auslösen.
Es ist verdammt schwer, direkt die richtigen Antworten zu bekommen.
Hunde, die in kürzeren Abständen (unter 4 Wo.) immer wieder Anfälle haben, sollten medikamentös eingestellt werden. Das Medikament der ersten Wahl ist das Luminal.
In deinem Fall würde ich die Anfälle vorerst als einen betrachten, und erstmal schauen ob und wenn ja, wie häufig weitere (zwei) folgen, vorausgesetzt der TA hat andere nahliegende Erkrankungen ausgeschlossen und das Ganze mit seiner Begleitung durchführen.Du solltest IMMER und ÜBERALL Diazepam Zäpfchen mithaben, damit du einen einsetzenden Anfall unterbrechen/abschwächen kannst. Immer heißt auch, wenn du für 2 Min. mit dem Hund vor die Tür gehst.
Krampft der nämlich draussen, kannst du ihn ja schlecht liegen lassen, um das Medi zu holen und im Krampf sollte man den Hund nicht heben, er kann so verkrampft sein, dass du ihm Muskel/Sehnen-Risse zufügen kannst, oder er dich aus Angst/Schmerz beissen könnte.
Es ist leider eine sehr komplexe Erkrankung, mit der aber dein Hund (und du auch) gut leben kann und alt werden kann.
In der letzten Zeit werden hier im Forum immer wieder solche Fälle bekannt. Wissen ist MAcht, also solltest du dich informieren! Du kannst in meinem Profil einige Beiträge zu solchen Themen finden oder du gibst Epilepsie oder Epi in die Suche ein (Vorsicht: Epi ist nicht gleich EPI, es sind zwei verschiede Krankheiten, nicht dass du dich wunderst!
In den Beiträgen findest du einige Links zu Seiten, die viele weitere Informationen enthalten. Es ist gut, schon einiges zu wissen, bevor man zum TA geht!
Ich habe gelesen, du hast den Hund seit 2 Jahren, aber wie alt ist er? Ist er kastriert?
Kastration ist oft (nicht immer) eine Möglichkeit die Anfallsrate zu senken. Bei Epi sind Hormonschwankungen oft krampfauslösend, es sind Fälle bekannt, wo die Kastra die Anfälle hat ganz verschwinden lassen.
Obwohl ich nicht zu den Kastra-Befürwortern gehöre, habe ich meine Hündin kastrieren lassen, um die Chance wahrzunehmen und evtl. auf Luminal verzichten zu können.
Die Kastra ist jetzt erst 4 Wo. her, daher kann ich da noch nichts berichten.
Auf jeden Fall sollte aber die Kastra gut überlegt werden, die Epi erhöht die Narkosegefahren. Ich habe es gewagt und Todesängste ausgestanden, bis meine Maus ganz wach war, aber ich würde es trotzdem nochmal machen, wenn ich wieder vor der Wahl stehen würde.
Du solltest die Ernährung deines Hundes umstellen (ich gehe jetzt davon aus, dass er z.Z. nicht getreidefrei ernährt wird). BARF ist eine wirklich gute Empfehlung!!!
Berichte bitte, was du beim TA erfahren hast

Jede einzelne Erfahrung trägt dazu bei, dass einem anderen Hund/HAlter u.U. schneller geholfen werden kann. Auch du profitierst davon!
LG, Luisa
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schrecklich....hoffe deinen wuff gehts besser
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Hallo!
Vielen Dank für die teilweise sehr ausführlichen Antworten.
Dem Hund geht es wieder sehr gut, er ist wieder ganz der Alte. Ich war auch beim Tierarzt und dort wurde ein großes Blutbild gemacht, das Resultat habe ich aber noch nicht. Die am Anfalltag festgestellten Nierenwerte würden aber für eine Vergiftung sprechen meinte er.
Wir werden jetzt erst einmal abwarten was die nächste Zeit passiert. Sollte er noch einmal solche Anfälle haben, dann werde ich ihm natürlich sofort diese Medikamente verabreichen. Die Ursache herauszufinden wird wohl eher schwierig sein und ändert ja auch nichts an dem Umstand.Ich kann das wirklich niemandem wünschen, seinen Hund so schrecklich leiden zu sehen und ich sehe ihn heute mit ganz anderen Augen. Irgendwie wird er immer als selbstverständlich angesehen, wenn dann aber mal so etwas ist, dann merkt man wie unersetzlich er eigentlich ist!
Unser Hund ist übrigens bereits kastriert und wurde nicht zuvor geimpft oder entwurmt. Auch in seiner Familie gibt es keinen einzigen Epileptiker, das habe ich in Erfahrung bringen können. Er war nach den Anfällen nicht nur komisch, es ging ihm offensichtlich richtig schlecht. Er hat nur geschlafen und sah überhaupt nicht gesund aus. Es wurde nach jedem Anfall schlimmer und der Tag danach war sehr seltsam.
Jetzt warten wir ab und hoffen einfach nur, dass so etwas nicht wieder passiert.
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Die Beschreibung geht sehr in Richtung Epilepsie.
Die Dogge meiner Kollegin hat auch Epi und wurde erstmal per CT untersucht, ob kein Tumor im Kopf vorliegt. Da dies nicht der Fall war, wurde sie auf Epi-Medis eingestellt und es geht ihr soweit gut.
Sie hatte nochmal einen Anfall bzw. zwei hintereinander, aber da war wohl irgendwas, was sie sehr aufgewühlt hat. Seitdem geht es ihr wieder prima.Gruß
Bianca -
Super die Info von josephine!!!
Vielleicht kommt die Epilepsie ja doch von dem Mäusen !
Auch die Chemischen Keulen gegen Zecken und Flöhe stehen im Verdacht sowas auszulösen. Summiert sich halt über Jahre in den kleinen Körpern. Wird ja immer im Verhältniss zu Gewicht gegeben.Meiner wird mit Knoblauch 1x wöchentl und regelmäßiger Hundewäsche ab Mitte januar ,gegen zecken behandelt .
Und mit Ingwer gegen Würmer.Unterwegs darf er keine Stöcke beißen. (Brechreiz und Rachenverletzungen) Und nicht aus Pfützen trinken(Leptospirose) Er wird vorher gefüttert.
Viel Glück noch das dein Hund wieder ganz gesund wird.
Christel -
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