Rückruf klappt einfach nicht....
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Hallo
ich schreib das jetzt doch mal hier rein:
Mein Hund ist nun 5 Jahre alt und leider kann er immer noch nicht frei laufen da es mit dem Rückruf nicht klappt. Er läuft seit 3 Jahren durchgehend (bis auf ganz ganz wenige Ausnahmen) an der Schleppe. Leider habe ich die damals falsch angefangen und halt einfach als lange Leine benutzt. Es handelt sich um einen Border (Mix). Er ist generell sehr gelehrig. Lehrnt sehr schnell und ist auch bei der Sache. Wenn er denn Lust hat....
Draußen bin ich scheinbar einfach nicht interessant genug für ihn. Egal ob Leckerlie oder Spiel. Sofern er einen guten Tag hat kann ich ihn wunderbar abrufen und er kommt angeflitzt. Aber wehe wenn nicht... Da könnte ich nen Kopfstand machen und es interessiert ihn nicht.
Ich hatte schon diverse Trainer die mir auch nicht wirklich weiterhelfen konnten. Habt ihr mal ein paar Tips für mich was ich versuchen könnte?
Ich möchte ihn erst von der Leine lassen wenn er wirklich zu 99,99 % hört da er ein Problem mit fremden Menschen/Kindern hat und ich nicht möchte das er dann im Freilauf mal drauf zustürmt sondern dann abrufbar ist. Klar, bis dahin ist es ein weiter weg aber wir sind ja gewollt hart daran zu arbeiten

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Hallo,
hast du hier Rückruf klappt einfach nicht.... schon mal geschaut ?*
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Was machst Du denn sonst so mit ihm außer Spazierengehen? Ich frage das, weil Hundesport im allgemeinen eine gute Bindungsarbeit ist und vielleicht helfen könnte.
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Wäre jetzt die Frage, wie Du das übst?
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Also erst mal was wir sonst noch machen:
Früher haben wir Agillity gemacht. Schaffe ich zur Zeit aber nicht mehr. Wir machen viele Suchspiele (drinnen wie draußen), Klickertraining, Dummyarbeit, "Hausarbeit" (einfach zur Beschäftigung) und sonst weiß ich grad gar nicht. Ist immer etwas unterschiedlich.
Wie ich den Rückruf aufgebaut habe: in der Wohnung angefangen. Mich hingestellt, relativ nah bei ihm, "gelockt", sobald er auf mich zugelaufen ist hier gesagt, gelobt (Futter oder Spielzeug. Je nachdem was er grad toller fand). Das in der Wohnung weiter ausgebaut. Dann in den Garten, und als es dort gut geklappt hat beim Spaziergang wenn er gerade eh auf mich zugekommen ist oder sehr nah dran war und keine Ablenkung hatte. So haben wir das dann langsam gesteigert. Manchmal funktioniert das ja auch wunderbar. Aber ich kann mich nicht drauf verlassen. Ich hoffe mal ihr wisst was ich meine.
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Leider hast Du nicht erzählt ob Du es DURCHGESETZT hast, das er zu dir kommen soll, wenn Du Ihn an der Schlepp hast...Hast Du???
Du schreibst auch nicht ob er gelernt hat an der Leine bei Fuß zu gehen.
Kann er das??? -
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Da wir den Rückruf nun auch neu einüben, erklär ich einfach mal, wie wir nun anfangen werden.
Ich arbeite zwar mit Clicker, aber ich denke das dürfte sich auch ohne ganz gut umsetzen lassen.
Vor einigen Monaten hatte ich schon einmal mit dieser Methode angefangen und ständig Erfolge gesehen bis ich es habe einknicken lassen >.>1. Schritt
Überlege dir ein vollkommen neues Hörzeichen für den Rückruf (oder greif zur Pfeife) und dann eine Situation, in der der Hund auf alle Fälle zu dir kommt, z.B. wenn du sein Futter fertig machst oder zum Spaziergang aufbrichst.
Bist du nun z.B. gerade dabei sein Futter herzurichten und er kommt freudig zu dir gelaufen, dann gib ihm das neue Hörzeichen noch bevor er dich erreicht hat. Ist er bei dir wird er gelobt und bekommt sofort sein Futter.
So soll der Hund langsam eine Verknüpfung herstellen: "Hörzeichen" = Herkommen -> es gibt was tolles (Futter, Spaziergang, Spiel).2. Schritt
Jetzt wird ausprobiert ob das neue Hörzeichen schon durchgesickert ist (ich habe Schritt 1 ca. eine Woche lang bei beiden Mahlzeiten und vor allen Spaziergängen durchgeführ).
Du gehst dorthin, wo du auch normalerweise das Futter zubereitest und rufst den Hund jetzt mit dem neuen Hörzeichen noch bevor er von sich aus angelaufen kommt.
Kommt er? Prima! Loben und Futter geben.
Im selben Schritt wird langsam die Zeit zwischen Heranrufen und Futtergeben verlängert, schlussendlich fängt man erst mit der Futtervorbereitung an, wenn man den Hund zu sich gerufen hat.3. Schritt
Bisher hat man den Hund ja nun immer z.B. in die Küche fürs Futter gerufen oder an die Haustür fürs Rausgehen. Jetzt wird der Hund auch mal gerufen wenn man im Wohnzimmer, im Schlafzimmer, Flur etc. steht. Also auch unabhängig von den Gassigeh- und Fütterungszeiten. Natürlich bekommt er bei jedem Herankommen auch jetzt eine Belohnung (je nach Hund Futter oder ein Spiel)4. Schritt
Jetzt wird nicht mehr jedes Herankommen belohnt, sondern nur besonders Schnelles. Trottet er langsam an wird er zwar gelobt, bekommt aber kein Futter/Spiel (wenn du mit dem Clicker arbeitest wird auch nur bei zügigem Rankommen geclickt)5. Schritt
Ab nach draußen!
Wenn du einen Garten hast, üb zuerst dort, ansonsten in sehr reizarmer Umgebung. Steck dir etwas ein, worauf dein Hund auch richtig abfährt (besonderes Leckerlie oder Lieblingsspielzeug).
Ruf ihn auch nicht unbedingt gleich während er komplett abgelenkt ist (z.B. gerade intensiv an einer Stelle schnuppert), sondern wenn er zwar etwas herumschnüffelt, aber die Ohren nicht auf Durchzug stehen.
Befolgt der Hund das Hörzeichen nicht, wird er NICHT herangezogen, wenn du ihn an der Leine hast. Dann war der Schritt einfach noch zu früh oder in diesem Moment die Ablenkung noch zu groß.6. Schritt
So, jetzt kommt die Ablenkung und dazu gehen wir wieder nach drinnen.
Am besten wäre es, wenn du einen Helfer hast. Der soll nun zum Futternapf gehen - das kann der Hund auch ruhig sehen - während du selbst ein paar Meter weg oder in einen anderen Raum gehst. Jetzt ruf den Hund, am besten noch mit deinem alten Hörzeichen, denn sehr wahrscheinlich wird er erstmal zum Helfer mit dem Futternapf laufen. Der soll den Hund vollkommen ignorieren während du dein altes Hörzeichen auch ruhig noch wiederholen kannst bis der Hund auf die Idee kommt es mal bei dir zu versuchen. Perfekt! Ist er auf dem Weg zu dir, lass das neue Hörzeichen einfließen und lobe ihn beim Ankommen (bzw. clicken). Jetzt bekommt er auch sofort sein Futter.
Dieser Schritt soll so lange wiederholt werden bis der Hund sofort zu dir kommt, wenn du ihn rufst, obwohl jemand anders das Futter in der Hand hat oder vll. die Leine zum Rausgehen. Am besten wäre es auch, wenn du unterschiedliche Leute als Helfer anheuern könntest.
Findest du gar keinen Helfer, dann positionier das Futter so, dass der Hund es zwar sieht, aber von sich aus nicht dran kommt.7. Schritt
Und jetzt mit dem 6. Schritt ab nach draußen.
Binde den Hund an der langen Leine an einem Baum o.a. fest. Es geht nicht darum, den Hund zu dir zu ziehen, er soll von sich aus kommen.
Ein Helfer ist jetzt allerdings fast unentbehrlich. Dieser kann z.B. jetzt etwas leckeres essen, mit dem Spielzeug des Hundes spielen, den Hund ansprechen, locken etc. Du rufst deinen Hund in dieser Ablenkung zunächst mit dem alten Hörzeichen, da er auf das neue bei dieser Ablenkung wohl auch nicht gleich reagieren wird. Das alte Hörzeichen kann man außerdem auch beliebig oft wiederholen, bis der Hund auch hier auf die Idee kommt zu dir zu laufen. Ist das der Fall, schnell das neue Hörzeichen geben und loben/Click wenn er bei dir ist. Am besten ist es, wenn die Belohnung immer die Ablenkung ist (ein Stück von dem, was der Helfer gegessen hat, das Spielzeug, er darf zu dem Helfer laufen etc., hast du jemanden mit einem freundlichen Hund, kannst du auch das zur Ablenkung nutzen, so dass die Belohnung das Spiel mit dem anderen Hund ist)
Der Hund soll so lernen, dass er bekommt was er will, wenn er sich zuerst an dich wendet.
Auf den Spaziergängen habe ich es oft so gemacht, wenn ein anderer Hund entgegenkam: Ich positionierte mich mit Balou so, dass er nicht von sich aus zum anderen Hund laufen konnte (er war an der 10m-Leine) und lockte ihn mit dem alten Hörzeichen. Kam er zu mir: Click und entweder durfte er zu dem gesichteten Hund, wenn es für den anderen Besitzer okay war oder er bekam extra viel Hühnchenstückchen. So hat er übrigens auch ganz schnell gelernt nicht einfach so zu anderen Hunden hinzurennen.8. Schritt
Wenn der vorherige Schritt viel und ausgiebig geübt wurde, fängt man an die Belohnung etwas abzubauen. Mal gibt es nur ein Streicheln und ein freundliches Wort, dann ein Leckerlie von dir und eben auch mal die Ablenkung als Belohnung/"Superleckerlie" etc.9. Schritt
Die Ablenkung wird erhöht.
Der Helfer bekommt ein Spielzeug in die Hand und beginnt damit freudig selbst zu spielen, den Hund also zu einem Bewegungsspiel zu animieren. Beginnt der Hund darauf einzugehen und den Helfer zu "verfolgen" bist du wieder dran: Hund mit dem neuen Hörzeichen abrufen. Kommt er nicht, soll der Helfer sofort zur Salzsäule erstarren und auch das Spielzeug wird für den Hund unerreichbar. Kommt er aber stattdessen, gibt es sofort das Lob/den Click und der Helfer kann dir entweder das Spielzeug zuwerfen oder du hast ein anderes dabei mit dem du dann mit deinem Hund ein Bewegungsspiel anzettelst.
Zeitgleich zum 9. Schritt kannst du anfangen mit deinem Hund mit der Reizangel zu spielen (Spielzeug an einer Schnur, dass dann über die Schnur über den Boden geschliffen wird während der Hund es verfolgen darf). Die Reizangel soll eine Belohnung für besonders gutes Herankommen werden, z.B. wenn er sich aus dem Spiel mit anderen Hund abrufen lässt.10. Schritt
Jetzt bekommt ein Helfer die Reizangel und animiert den Hund zum Spiel. Den Hund hast du dabei an einer lockeren Leine, die du auch selbst in der Hand hältst. Geht der Hund auf den Helfer ein (zeigt Interesse am Spiel, hetzt der Reizangel aber noch nicht hinterher) versuch ihn abzurufen. Wenn du denkst, dass er wohl nicht kommt, nimm das alte Hörzeichen, ansonsten das Neue. Jetzt wird schon ein Blickkontakt mit dir belohnt (Lob/Click und Reizangelspiel).
Sieht er aber nicht mal in deine Richtung fang einfach an rückwärts zu gehen bis der Hund sich wieder auf dich konzentriert. Tut er das: Lob/Click und Reizangelspiel.11. Schritt
Nun reizen wir das ganze aus.
Der Hund darf der Reizangel hinterhersprinten, wird von dir aber noch gerufen BEVOR er das Spielzeug erreicht hat. Auch hier musst du selbst entscheiden welches Hörzeichen zu wählst. Reagiert er nicht muss der Helfer schnell sein und die Reizangel an sich bringen bevor der Hund das Spielzeug erreicht hat. Wenn der Hund es schon hat, dann so schnell wie möglich abnehmen und neuer Versuch.
Auch jetzt wird bereits der reine Blickkontakt zu dir belohnt, immerhin registriert er dich trotz des Spiel-/Beutetriebs.12. Schritt
Finale!
Jetzt reicht es nicht mehr, wenn dein Hund nur zu dir sieht. Nur vollständiges Herankommen wird belohnt (was er ja vielleicht in den vorherigen Schritten auch schon gezeigt hat).
Hetzt er also gerade der Reizangel oder einem geworfenen Spielzeug hinterher und du rufst ihn ab, gibt es nur eine Belohnung wenn er vollständig zu dir herankommt. Auch jetzt sollte der Hund keine Chance auf Eigenbelohnung haben. Reagiert er also nicht oder kommt nicht ganz heran, gibt es auch kein Spielzeug und keine Reizangel o.a.
Klappen diese simulierten Situation gut, kannst du dir auch mal eine Strecke mit großem Wildaufkommen für einen Spaziergang suchen - den Hund natürlich an der Schleppleine. Das Wild ersetzt nun quasi den Helfer. Lässt er sich abrufen obwohl er gerade einem Hasen hinterherwollte rechtfertigt das natürlich eine Superbelohnung, am besten ein Beutespiel.Ich finde diese Methode so gut, weil sie vollkommen ohne Zwang oder Heranziehen des Hundes auskommt. Arbeitest du mit dem Clicker, wird natürlich immer geclickt, wenn der Hund bei dir angekommen ist oder bei bestimmten Schritten zumindest den Blickkontakt aufbaut.
Wichtig ist, dass du ihn nicht aus jedem Spiel mit dem Helfer abrufst, sondern bei vll. 5 Spielen nur zwei oder drei Mal - oder auch mal gar nicht, ansonsten wird der Hund irgendwann einfach gar nicht mehr auf das Spiel eingehen, weil er ohnehin schon weiß was kommt.Ich hoffe die Beschreibung war einigermaßen verständlich, die stammt aus dem Buch "Clickertraining für den Familienhund" von Birgit Laser (im Buch ist die Beschreibung auch ausführlicher).
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Oh mein Gott Knöpfchen
...das ist ja RICHTIG Arbeit 
Ich hab beim Rückruf vor allem ein Handzeichen eingeführt ( Finger nach oben zeig....Haaaalooo, hier bin ich
), das klappt super... -
Zitat
Leider hast Du nicht erzählt ob Du es DURCHGESETZT hast, das er zu dir kommen soll, wenn Du Ihn an der Schlepp hast...Hast Du???
Du schreibst auch nicht ob er gelernt hat an der Leine bei Fuß zu gehen.
Kann er das???Natürlich habe ich das immer durchgesetzt. Zu 100 %. Er hatte die letzten Jahre KEINERLEI Erfolg mehr damit bei einem Ruf nicht zu kommen. Deshalb hab ich die Schleppe ja dran.
Und bei Fuß gehen kann er auch. Wir haben BH Kurs gemacht und wären für die Prüfung bereit gewesen. Hab sie nur nicht gemacht weil ich keine Lust hatte. Was Fuß gehen allerdings mit Rückruf zu tun hat erschließt sich mir nun nicht wirklich. Ich kenne viele Hunde die bei Rückpfiff sofort da stehen und sonst aber keinerlei Komandos können.
Wow das ist ja ne mega anleitung. Für mich teilweise nicht so machbar da mir der Helfer fehlt um regelmäßig zu üben. Aber ich schaue mal was ich daraus verwenden kann

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Nun ja...für MICH hat Bei Fuß gehen können sehr viel damit zu tun das der Hund BEI FUß MACHT :D...also der Hund sollte VERSTANDEN haben das er neben Dir laufen soll... und wie hast Du das dann in dem BH Kurs dann gemacht...mußtest Du ihn dann nicht mal ranrufen???

Übrigens kenn ich auch einen Hund der trotz guter Ausbildung nicht gerade perfekt hört...persöhnlich ist mir das auch ein Rätsel.
Ich denke wenn Du den Bh Kurs gemacht hast, wirst Du auch ein Handzeichen angewendet haben. -
Klar musste ich ihn da auch ranrufen. Muss man bei der BH ja auch

Aber es ist ein Unterschied ob ich ihn irgendwo ablege, er somit unter einem Kommando steht und ich ihn dann abrufe (was zu 99,99999 % immer klappt) oder ob wir normal spazieren gehen und ich ihn dann abrufe.
Übringens: auf dem Hundeplatz hört er wie ne eins. Da ist er ein absoluter Musterhund und jeder war immer neidisch wie man nen Hund so toll erziehen kann
Wenns beim "richtigen" freilauf nur halb so gut wäre wäre ich ja absolut glücklich 
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