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Der Angsthund-Thread....

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    Na schöner wärs natürlich, wenn er es von sich aus möchte. Meinst du, dann ist Zwangsstreicheln kontraproduktiv? Ich hab halt das Gefühl der Hund igelt sich hier jetzt so ein und bleibt in der Strategie - möglichst viel Abstand. Er mag grundsätzlich gerne gestreichelt werden, ich nutze das massieren im Bereich der Hinterhand z.B. auch wenn er sich entspannen soll. Darauf springt er ganz gut an. Er hatte wohl eine Blockade und wurde osteopathisch behandelt und immer mal wieder im Bereich der Hüfte massiert. Da hat er das wohl als angenehm abgespeichert.

    Ja, du hast recht und ist gut , dass mir das auch bewusst wird. Mein Mann möchte Kontakt zum Hund.

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  • Ich würde den Hund nicht "zwangsbestreicheln" also definitiv jetzt noch nicht. Über sowas kann man nachdenken, wenn der Hund im Haus stehts entspannt wirkt und dann wird es wahrscheinlich nicht mehr nötig sein.


    Mein Hund lässt sich nicht gern streicheln. Kuschelt nicht. Maximal wilde 30sekunden Handwresteln. Jetzt nach bald zwei Jahren das erste Mal über 17Minuten Kontaktliegen und dreimal Bauch wischen. Anarscheln vorm Gassigehen.

    Da muss man als Mensch einfach lernen dass das eigene Bedürfnis, noch nicht zu dem vom Hund passt.

    Und bei euch kann das in ein paar Wochen schon einfach so funktionieren.


    Mit drüberbeugen und wie auch immer am Platz bedrängen. Uf. Da bekomme ich Gänsehaut. Aber mein Hund geht dann auch in großer Not nach vorne und schnappt. Deshalb ein sehr gewagter Tipp der Trainerin für einen Hund, den ihr kaum kennt...

  • Als ich Lilly übernommen habe, hat mein Mann mir mitgeteilt, dass ich einen an der Klatsche habe. Was völlig ok war, habe ich ihm auch gesagt, als er Ronja unbedingt wollte :lol: Wir wusste, was uns erwartet. Und mein Mann hat zugestimmt, den Hund erstmal mit zu tragen, ohne etwas von ihm zu erwarten. Zumindest als Erstzustand. Lilly war mein Hund und das hat auch gut geklappt.


    Erstmal: Ein Monat ist wirklich noch gar nix. Da hat man bei einem ängstlichen Hund gerade mal ein paar Anhaltspunkte fürs Verhalten.


    Zum „Zwangsstreicheln“ und „immer wieder mal von der Decke holen“: Das kann funktionieren. Die Theorie dahinter ist, dass der Hund durch Konfrontation lernt - und schneller lernt - dass ihm in diesen Situationen nichts passiert. Dafür brauchst Du aber eine nochmal eine feinere Beobachtungsgabe als eh schon und ein sehr gutes Gefühl, wanns wirklich zu viel wird. Und Du musst Dich innerlich 100% davon überzeugen. Wenn Du in dieser Situation selbst halbherzig oder unsicher bist, dann wird das nix. Für dieses Training sollte idealerweise drumherum alles stimmen, also kein Knatsch in der Luft hängen, kein Termindruck, keine hormonellen Wallungen oder anfliegende Migräne :smile:


    Ich hatte diese Trainingsform mal mit einer Tierheiminsassin. Nicht, weils meine erste Wahl gewesen wäre, sondern weil die Umstände so waren, dass ich mich nur ein- bis zweimal in der Woche mit ihr beschäftigen konnte. Und sonst niemand, keine Zeit dafür.


    Der Haken an dieser Trainingsform ist: Wenn Du die zu schnell oder mit zu viel Druck oder Ungeduld aufbaust, dann kannst Du damit mehr kaputt als heil machen. So dass Du dann einen Hund hast, der in Deiner Nähe (bzw. der Deines Manns) und Deiner Wohnung überhaupt nicht mehr zur Ruhe kommt und komplett dicht macht. Ich würde dafür wirklich einen guten Trainer an der Hand haben wollen.


    Mit Lilly wollte ich diesen Weg nicht gehen. Zum Einen ist sie „lernbehindert“ und zum anderen war da eine tiefe generalisierte Angst vor wirklich allem. Sie hat einen leichten Deprivationsschaden. Da war in ungewohnter stressiger Situation schon ein vorbeifliegendes Blatt ein Sinnesreiz, den sie nicht verarbeiten konnte (es war gleichzeitig traurig und situationskomisch: Bei einem Gassi ist ein Schmetterling gegen sie geflogen - sie hat aus dem Stand einen 3 Meter-Satz nach hinten gemacht und war dann erstmal kopflos).


    Da habe ich durchgesetzt, dass sie in der Wohnung Ruhe hat, bis es „Nötigkeiten“ gab. Ich hätte jetzt nicht mit einer Indoor Toilette angefangen, sie musste mit Gassi. Aber erstmal kurze, gleiche Runden. Abends nach dem Dämmern hat sie sich draußen wohler gefühlt, also habe ich die längeren Wege abends gelegt. Wir haben unseren Alltag weitergelebt, aber laute Sachen wie staubsaugen etc. hat mein Mann vorwiegend dann erledigt, wenn sie nicht dabei war. Undich hab ihn schon gebeten, die Boxen nicht voll aufzudrehen :ugly:


    Alles, was „musste“ haben wir nach Möglichkeiten neutral freundlich, unaufgeregt und ohne großes Gewese, Gefüttere oder Gelobe erledigt. Futter gabs pünktlich aus dem Napf. Leckerchen sind „gerieselt“, bis sie das erste Mal von sich aus an die Gand gekommen ist. Die Entscheidung zu Körperkontakt haben wir ihr überlassen.


    Die Reize draußen haben wir dann angepasst gesteigert. Gleichzeitig halt zugesehen, dass sue rennen kann, da mussten wir anfangs noch mitrennen. Bis sie ableinbar war. Über rennen baut der Körper Stresshormone ab. Das Gleichgewicht war also: Draußen Stress, aber auch Schönes, Drinnen Ruhe und Sicherheit, aber nicht nur.


    Das ging dann - für die Ausgangslage - sehr schnell. Allerdings hatten wir auch einen unglaublichen Vorteil, den Ihr einfach nicht habt: Eine sehr souveräne und sichere Althündin, an der Lilly sich orientieren konnte. Das war hier die halbe Miete, ohne sie hätte es sicher weit länger gedauert. Und Ronja hat - von uns lange unbemerkt - als Dolmetscher zwischen Mann und Lilly fungiert. Das ist uns erst aufgefallen, als sie es krankheitsbedingt nicht mehr konnte, da mussten die Zwei nochmal an ihrer Kommunikation arbeiten.


    Kennt Ihr Hundehalter mit souveränen menschenliebenden Hunden, die gut mut Deinem Mann interagieren und mit denen Ihr gemeinsam laufen könnt? Das wäre ggf. noch eine Idee für eine „Brücke“.


    Sorry für den Roman :ops:

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  • Nochmal zum Thema Handfütterung. Phonhaus du schreibst dass ihr Futter regelmäßig aus dem Napf gegeben habt und Leckerli nur soweit ging. Ich höre hier von allen Seiten (wirklich allen) dass ich auf Handfütterung draußen umsteigen soll. Ich bin mir nicht sicher ob das den Stress nicht nur erhöht. Klar, wenn es funktionieren würde, dann hätte man ggf viel gewonnen. Könnte mit Futtersuche arbeiten etc. Was haltet ihr davon?


    Derzeit ist der Stand, dass er innen im Liegen frisst, wenn man ihm den Napf an sein Kissen stellt. Er braucht dazu, dass ich im Raum bin, aber keiner darf rumlaufen. Draußen nimmt er Futter wenn gute Stimmung. Wenn man eine Situation stellt, wo er gut drauf ist, dann nimmt er Futter aus der Hand. Man kann die Situation so 2-3 mal stellen, dann spuckt er es wieder aus oder rührt es gar nicht mehr an. Zu viel Eindrücke / Überforderung in dem Moment oder? Ergo Handfütterung draußen im Moment auch keine gute Idee? Ich habe halt noch nicht versucht innen nichts mehr oder deutlich weniger zu füttern, heißt es könnte auch sein, dass er einfach keinen Hunger hat. Bin unsicher ob ich das versuchen soll.


    LG Betty

  • Ergo Handfütterung draußen im Moment auch keine gute Idee?

    Hör auf dein Bauchgefühl. Das hat anscheinend mehr Plan als jeder andere, der dir Dinge empfiehlt.

    Sicheres Futter im heimischen Napf, Wasser und ein geschützter Liegeplatz sind das AO.


    Das Futter, dass es draußen/im Training gibt sind bei uns over the top Leckerlis.


    Über Hunger und Stress mit Handfütterung zu trainieren ist... als würde man sein Kind nur beim Zahnarzt füttern, damit es dort weniger drängelt.


    Mir wird auch der Tipp ständig gegeben und ich breche dann im Strahl. (das wird gern als super schnelle Methode beworben)

    Natürlich gebe ich weniger Futter zuhause, wenn wir viel draußen trainiert haben. Aber es gibt immer Futter im Napf ohne Stress, ohne Druck.


    Verständnis für einen Hund, der eben nicht aus der rosa Wolke in eine neue Welt gestiegen ist und nun ganz schnell funktionieren soll nach unserer gesellschaftlichen Meinung dem nehme ich halt das Lebensnotwendige und trainiere ihn in eine Abhängigkeit. Statt im Tools anzulernen selbst mit dem Leben zurecht zukommen.


    Bitte höre auf dein Bauchgefühl. Das schreibt hier viele gute Sachen.

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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  • Handfütterung ist Druck.

    Da geht es um die Existenz und der Hund hat massiven Interessenkonflikt.


    Ist halt eine Empfehlung die eventuell ( wenn Hund nicht komplett dicht macht ) "Erfolg " bringt.

    Ich möchte das mein Hund nie die Erfahrung macht das er aus der Not heraus mit mir zusammenarbeiten muss.



    Lieber aus dem Napf füttern und draußen mit Mega -Leckerlie arbeiten.

  • Zur Einordnung bzgl. Futter nehmen: ich hatte bei 5 Auslandshunden noch keinen, der anfangs normal gefressen hat. Einer hätte Leckerli genommen, sich damit aber hysterisch abgeschossen und wär in Überfressen und Futterverteidigung gefallen. 4 haben 3,4 Wochen mindestens zaghaft aus dem Napf gefressen und kaum oder nicht aus der Hand. Nur 1er war ängstlich.

    Selbst der sunny Als hätt er schon immer hier gelebt Hund, der auch unfassbar verfressen ist, hat anfangs nix genommen. Gut nen Monat lang kaum.


    Der unsichere Hund brauchte etwas mehr Zeit als die anderen um auch ausm Napf normale Mengen zu fressen, nochmal Zeit um aus der Hand zu nehmen und ab dann erst Versuche, was er besonders mag und als Motivation empfindet. Wir haben uns also durch das breite Leckerliangebot gearbeitet. Bei ihm war und ist es zb Brathuhn, Pakatschinken, gekochte Nudeln, Extrawurst in der Wertigkeitsreihenfolge.

  • Okay. Erstmal vorab: Den einen ultimaten Trainingsweg gibts meiner Meinung nach nicht. Es gibt einen Baukasten mit verschiedenen „Möglichkeiten“ und im Idealfall bastelt man sich daraus einen Weg zusammen, der zum jeweiligen Mensch-Hund-Team passt. Deshalb gibts da auch tausend Meinungen und „Widersprüche“ :smile:.


    Handfütterung heißt, an der Stelle die Beziehung über eine klare Abhängigkeit herzustellen. Mal von der moralischen Frage abgesehen: Es kann gute Erfolge zeigen. Bei dem, was Du beschreibst, halte ich das aber für unnötig und kontraproduktiv.


    Ihr habr ja schon einen Fuß in der Tür. Er reagiert auf Euch, ist bereit, Kontakt aufzunehmen, beobachtet Euch. Das sind gute Voraussetzungen, Ihr braucht Euch sein Interesse nicht mit Druck erzwingen.


    Dazu kommt: In seiner früheren Karriere als Straßenhund dürfte er recht wahrscheinlich gelernt haben, Futter unter Druck und nach sorgfältiger Kosten/Nutzen-Abwägung zu ergattern. Also: Schnell dahin, wo das Futter ist, geschnappt und schnell wieder weg. Das Ganze unter Stress, das völlige Gegenteil von entspannt und vertrauensvoll.


    Mit etwas Pech dockt er beim Handfüttern genau an diesem Verhalten an. Dann macht Ihr es Euch eher schwerer als leichter damit. Es sei denn, der Fütternde könnte sich wirklich buddhagleich ewig lange ruhig und tiefenentspannt einfach mit offener Hand hinsetzen und geduldig bröckchenweise fressen lassen - und das so lange (Tage, Wochen, Monate ...) bis der Hund wirklich in dieser Situation entspannt und sicher frisst. Bis dahin hat er amtlich Stress.


    Verweigerte Grundbedürfnisse machen Stress. Mein Ansatz war daher, dass Lilly eben eine ganz verlässliche Bedürfnisbefriedigung hat als ein Stellschräubchen zur Stressreduktion hat: Regelmäßig und zu ähnlichen Zeiten Futter, genug Rückzugsmöglichkeit, damit sie auch mal tief schlafen kann, Auszeiten von uns. Und Druck zur Stubenreinheit gabs auch nicht, niemals Mecker fürs Erleichtern (sie hat lang gebraucht, ich meine etwa 12 Wochen).


    Es gibt Hundetypen, die igeln sich in ihrer Angst wie in einem Schlafsack ein. Die brauchen stärker Druck, um aus dieser „(Anti-)Komfortzone“ und dem festgefahrenem Verhalten herauszukommen. Aber, wie gesagt: Falsch angewendet macht man damit auch viel kaputt.

  • Da ich gerade im Junghundethread auch gefragt wurde - ich kann es hier nur wiederholen. Ich finde das aus-der-Hand-Füttern für unsichere Hunde weder sinnvoll noch ernsthaft zielführend. Da ist das Werfen deutlich effektiver (hab ich dort im Thread grad beschrieben).


    Wenn mich ein existentielles Bedürfnis treibt, überwinde ich auch Ekel und Scham und Angst, um es zu befriedigen - das ändert aber nichts daran, welche Gefühle ich meinem Gegenüber entgegenbringe.

    Zack Zack, Malinois (*30.3.2018), Thilde, Malinois (*14.06.2013) - und alle lieben Begleiter, Sportskollegen und Lehrer vor ihnen


    Die Hummel-Hunde


    Alles Wissen, die Gesamtheit aller Fragen und alle Antworten sind im Hund enthalten. (Franz Kafka)

    • Neu

    Welches Futter ist das beste?

    Einer meiner Hunde war Allergiker und zudem ein eher mäkeliger Esser. Jetzt habe ich einen gemütlichen Senior aus dem Tierschutz, der leicht verwertbares Futter benötigt und außerdem Nährstoffe für die arthritischen Gelenke braucht.


    Bei jedem meiner Hunde stellte sich die Frage nach dem richtigen Futter: Welches verträgt der jeweilige Nahrungsspezialist am besten? Welches wird seinen Ansprüchen gerecht und kommt seiner Gesundheit zugute?


    Es war müßig und natürlich auch teuer, für meinen Allergiker das geeignete Futter zu finden. Ich weiß nicht mehr, wie viele Hersteller und Sorten ich durchprobiert habe - es war zum Verzweifeln. Irgendwann stieß ich auf den Futtercheck Schaden kann es nichts, also versuche ich es einfach, dachte ich.


    Gesagt, getan: Details zu meinem Hund wurden abgefragt und schon einige Tage später erhielt ich kostenlose Futterproben - optimal auf die Bedürfnisse meines Sensibelchens hin ausgesucht. Es gibt bis zu fünf Proben unterschiedlicher Hersteller. Tatsächlich war genau das Richtige dabei und die lange Suche hatte endlich ein Ende.


    Ich habe natürlich nicht lange gezögert, später auch für meinen Senior gleich einen Futtercheck gemacht und dank der kostenlosen Proben schnell das für ihn beste Futter gefunden. Versucht es selbst - auch für Katzen gibt es übrigens den kostenlosen Futtercheck!


    LG Chris hugging-dog-face


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