• Dankeschön für die Seite.. da stehen wirklich gute Infos drin. Leider hatte er einen 2. Anfall. Nicht so stark wie der erste...dennoch heftig! Wir werden jetzt eventuell Luminaletten verabreichen. Das Notafallmedi haben wir hier ;) Dem Dicken bleibt aber auch nichts erspart :(

    Beim 2. Anfall hat er ide Augen verdreht. Beim ersten waren sie definitiv weiß angelaufen. Kann es passieren. Das er für kurze Zeit "tot" war.. aufgrund eines kurzen herzstillstandes? Die Augen waren wirklich wie als wäre der Hund tot... das war echt grausam!! :(

  • Hallo Helen,

    habt ihr jetzt eigentlich alles beim TA durchchecken lassen?
    Entweder habe ich es nur überlesen, oder aber es ist wirklich so, dass ihr lediglich annehmt und spekuliert, was es denn nun wirklich sein könnte.

    Alles Gute jedenfalls für euer Boxerchen, und ich würde ihn von einem Fachmann, falls noch nicht geschehen, auf Herz und Nieren prüfen lassen, er ist noch so jung.

    LG Britta

  • Zitat

    Wir haben Blutwerte und alles durchchecken lassen ;) Wir haben auch schon mit 4 TA gesprochen!!! Nichts zu finden!! Das Boxerchen ist gesund ;) Die Bulldogge ist krank ..


    Das ist ja schön zu hören, aber was hat dann die Bulldogge?

    LG Britta

  • Hallo BoxerSchnautze,
    da habt Ihr ja gleich zwei Fellnasen, die Sorgen machen!

    Nochmal zu den Augenveränderungen beim Krampfanfall: als Intensivpflegekraft sehe ich häufiger Krampfanfälle beim Menschen, bei Hunden hab ich erst zwei gesehen und die waren verhältnismäßig leicht. Beim Menschen ist es bei einem generalisierten Krampfanfall so, dass es häufig zu einem kurzfristigen Atemstillstand kommt, dies führt zu einer maximalen Weitstellung der Pupillen, was beim Menschen aber eher aussieht wie "große schwarze Löcher". Falls der Hund vielleicht bereits eine leichte Linsentrübung hat, kann es milchig-weiß-trüb aussehen - je weiter die Pupille, desto schlimmer sieht es dann aus. Unsere 15-jährige Dackeline hatte kürzlich ein Vestibular-Syndrom mit ZNS-Beteiligung - sie hatte kurzfristig eine Pupillendifferenz und durch ihre altersbedingte Linsentrübung sah das auch sehr seltsam aus. Nicht rein-weiß, aber milchig-trüb-weiß.

    Um in einem generalisierten Krampfanfall über einen länger anhaltenden Atemstillstand (über drei Minuten) zu einem reflektorisch bedingten Herzstillstand zu gelangen, muss dieser Krampfanfall schon verdammt lang anhalten - das geht dann mehr in Richtung eines Status Epilepticus.
    Ein Atemstillstand setzt nicht sofort mit Beginn des Krampfanfalls ein.

    Die Dramatik eines Krampfanfalles (bei Mensch und Tier) kann einen schon umhauen, wenn man das alles noch nicht erlebt hat - aber tot war Dein Hund nicht. Konzentrier Dich nicht so auf das, was mit den Augen los war - vielleicht findet sich noch eine Erklärung, vielleicht nicht.

    Wichtiger ist, die Krampfbereitschaft zu senken, z. B. mit den Luminaltabletten und sich Gedanken zu machen, was Ursache und Auslöser gewesen sind. Zur Ursache hilft nur eine ausgeprägte Diagnostik (MRT, Liquorpunktion, etc.), die Auslöser können vielfältig sein, z. B. Aufregung, Unterzuckerung, Schlafmangel, akustische oder optische Reize (Lichtflackern, etc.).

    Die Zuckungen, die Du beschreibst, können bereits kleinere partielle Anfälle sein.

    Ich drück Euch die Daumen, dass ein wenig Ruhe einkehrt.

    Liebe Grüße,
    Chris

  • Danke für deine Ausführliche Beschreibung!! Das mit den Augen wird uns denke ich einfach ein Rätzel bleiben... da er ja nun einen 2. Anfall hatte und wir mit unserem TA gesprochen haben.. fangen wir nun langsam an mit Luminaletten eine geringe Dosis. Hilft dies nicht wird die Dosis langsam erhöht. Luminat wollen wir noch nicht geben. Da das Mittel doch sehr stark ist. Unser TA hat uns ausführlich aufgeklärt und wir denken auch, dass wir erstmal langsam anfangen mit Tabletten. Starke Lichteinflüsse oder flackerndes Licht sowie laute Geräusche und Stress versuchen wir weitestgehend zu vermeiden. Also er ist zur Zeit "in Watte gepackt" ;) Jetzt hoffen wir einfach nur, dass weiter Anfälle ausbleiben... wir schrecken ja schon bei jedem kleinen Geräusch auf das uns komisch vorkommt.. aber so etwas möchte man wirklich nicht miterleben!

    Weißt du wie hoch die Gefahr ist, dass der Hund bei einem Anfall sterben kann? Und was ich tun kann, wenn der Hund keine Luft mehr bekommt... Haben ein Notfallmedikament aber das wirkt in der Regel auch erst nach 4-5 minuten!

    Liebe Grüße

    Helen

  • Ich würde unbedingt ein CT des Kopfes machen lassen. Gerade bei der Rasse (generell bei Rassen mit einer solchen Kopfform) sollte man Hydrocephalus bei sowas ausschließen bevor man Epi-Medikamente gibt.

    Viele Grüße
    Corinna

  • Hallo Helen,
    wichtig für den Umgang mit antiepileptischen Medikamenten ist, dass bei Beginn der Therapie erst mal ein Medikamenten-Spiegel im Blut aufgebaut werden muss. Das heißt, nach der Gabe der 1. Tablette(und der nächsten paar Tabletten) ist dieser Spiegel noch nicht vorhanden - es können also noch Anfälle auftreten! Nach einigen Tagen der Medikamenten-Gabe (wann genau sagt der TA) wird normalerweise der Medikamenten-Spiegel im Blut des Hundes bestimmt, um zu erfahren ob der Wirkungs-Spiegel im Blut erreicht ist. Erst dann wird die dauerhafte Dosierung festgelegt.

    Bei den antiepileptischen Medikamenten ist die genaue Einhaltung der Dosierung und der Einnahmezeit enorm wichtig. Immer zu selben Uhrzeit geben! Ein Vergessen oder auch nur ein Verschieben der Medikamenten-Gabe (am Wochenende beim Ausschlafen....z. B.) kann fatale Folgen haben, nämlich einen Krampfanfall auslösen!

    Bis der erforderliche Medikamenten-Spiegel im Blut erreicht ist, würde ich den Hund weiter "in Watte packen" wie Du ja schreibst.

    Was die Sterblichkeitsrate IM Anfall angeht - die ist, was man bei der Dramatik des Geschehens kaum vermuten würde, sehr gering! Auch die Lebenserwartung von gut medikamentös eingestellten Hunden ist fast normal!

    Im akuten Geschehen - also wenn der Hund krampft, kannst Du fast gar nichts tun, so schwer das ist. Nur dafür sorgen, dass der krampfende Hund sich nirgends verletzen kann. Für Ruhe und abgedämpftes Licht sorgen und versuchen, die eigene Panik in Zaum zu halten (schreibt sich leichter, als es ist). Wichtig ist: Auf die Uhr sehen! Bei Beginn und Ende des Krampfanfalls. Es kommt einem vor wie Stunden, aber oft ist es gerade mal eine halbe Minute.

    Die Dauer der Krampfanfälle ist wichtig, um zu wissen, wann z. B. das Notfall-Medikament (ich vermute jetzt mal Diazepam-Rektiole????) gegeben werden sollte. Dies besprecht am besten mit der Tierärztin.

    Eine Atemspende bei einem krampfenden Hund ist aussichtslos. Du würdest gar nicht gegen die Krämpfe an"pusten" können. Das ist aber gar nicht problematisch, weil die Krampfanfälle normalerweise gar nicht so lange andauern, dass das kurzfristige Aussetzen der Atmung Folgen hätte. Wichtiger ist es, bei Ende des Krampfanfalles den Hund zu beobachten, ob er wieder normal atmet, was in der Regel der Fall ist.
    Auch die Atemspende beim Hund kann Dir/Euch am besten die Tierärztin zeigen - live ist das immer einprägsamer. Du wirst es nicht brauchen, aber Dich sicherer fühlen, wenn Du weißt, wie es geht.

    Bei einzelnen, kurzen Krampfanfällen übersteht der Hund das alles unbeschadet. Bei sehr häufigen, dicht aufeinanderfolgenden und/oder längeren Krampfanfällen gehen Hirnzellen zugrunde. Deshalb ist die medikamentöse Einstellung so wichtig. Deshalb würde ich mich von den Nebenwirkungen zunächst nicht abschrecken lassen.

    Ich drück Euch weiter die Daumen!

    LG, Chris

    Edit: Der Hinweis mit dem CT oder MRT ist zur Ursachenfindung auch sehr wichtig.

  • Vielen Dank, dass du dir so viel Zeit nimmst um mir das ganze zu Erklären und Tipps zu geben. Das mit dem "Blutwert" hat unsere Tierärztin auch gesagt. Wir werden jetzt auch demnächst zur Blutkontrolle gehen. Sie ist zur Zeit leider in Urlaub aber ruft uns von dort aus jeden Tag an. Die Frau ist so klasse!!!
    Bis jetzt gehts im gut... ich hoffe nur, dass nicht noch ein Anfall kommt, wobei ich eigentlich denke, dass auf jeden Fall noch welche folgen werden. Aber die Daumen sind gedrückt!
    Eine kleine Frage hätte ich allerdings noch . Die beiden ersten Anfälle sind im Schlaf passiert. Können wir davon auseghen, dass es eine primäre Epilepsie ist? Oder das die Anfälle vorwiegend im Schlaf auftreten werden. ODer hat das gar keine Bedeutung. Die beiden ANfälle die er hatte gingen einmal 5 min und das 2. mal 4 min etwa...


    Liebe Grüße

    Helen

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