Gezielter Angriff - Wie verhaltet Ihr Euch?

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  • Hallo,
    da ich einen Labbi habe und mehrfach täglich mit Ihm rausgehe, begenen wir auch anderen Hunden.
    Nun habe ich einige Fragen zum Verhalten von Hunden & Ihrem "Dosenöffnern".
    Ich selbst würde von mir behaupten, dass ich ein kommunikativer Mensch bin.
    Beim Spazierengehen grüße ich entgegenkommende Menschen mit Hund freundlich und kann eventuell schonmal zu klären, ob das Gegenüber eine Hündin bzw. Rüde ist. (Bzw. ob es irgendwelche Besonderheiten gibt, warum sich die Hunde nicht begegnen sollten.)

    Nun ist die Situation wie folgt:

    Mein Labbi ist 14 und ist an Spondylose erkrankt.
    Die Hinterhand ist inzwischen recht schwach und außerdem ist er am Erblinden (Grauer Starr).
    Wir billigen also unter keinen Umständen ein Aufreiten oder zu schnelles Anspringen mehr von fremden Hunden.
    Da mein Wauzi sonst das Gleichgewicht verliehrt und sich im schlimmsten Falle irreparable Schäden in der Wirbelsäule zuziehen kann (Querschnittslehmung).

    Wir leinen unseren Wauzi also IMMER an, wenn wir einen anderen Hund nur sehen, um den anderen Haltern zu signalisieren:
    "Bitte nicht einfach Hund auf uns zu laufen lassen."

    Bei 60% alle Zusammentreffen ist es auch kein Problem und es ist sogar ein Ableinen möglich.
    Mein Hund ist zwar groß (40kg) aber absolut nicht aggressiv.
    (Bellt 1 x im Jahr und angeknurrt hat er Rüden nur 2 x in 8 Jahren, die schon in seinem Nacken hingen, um zu domineren. - Dann machen die aber auch Platz vor ihm.)

    Er nimmt Abstand, wenn andere Hunde mit Angst oder Spannung reagieren und ignoriert sie manchmal auch ganz.
    Es gibt auch einige (nichtkastrierte) Rüden in unserer Gegend mit denen er zusammen loszieht zum Schnüffeln.
    Für Mädels interessiert er sich allerdings noch sehr ;-) (Er ist nicht kastriert.)

    So jetzt das Problem:
    Manche Halter gehen Spazieren und lassen ihren Hund weit weglaufen, treffen wir nun zufällig so einen Hund, und er nimmt unseren ins Fadenkreuz, ist erstmal kein Halter zu entdecken. - SUPI
    Manche Halter sind zwar in Sichtweite, aber interessieren sich nicht die Bohne. (Handy am Ohr ist wichtiger.)
    Stichwort: Der will doch nur Spielen!
    Versucht man nun Kontakt mit dem fremden Hund aufzunehmen, ignoriert er uns Menschen ganz und bewegt sich gezielt mit Spannung auf unseren Hund zu.

    Wie löst Ihr so eine Situation?

    Und dann hatte ich zusammen mit meinem Freund & unserem Wauzi vor 2 Jahren noch ein Schlüsselerlebnis:

    Frau kommt mit 2 großen Hunden uns entgegen. (gefährlicher Rasse - Ich nenne bewußt nicht die Rasse, um niemanden zu diskriminieren.)
    Mein Freund nimmt unseren Wauzi an die Leine und bei Fuß (mit Beinkontakt).
    Beide Hunde sind über 60cm groß (meiner auch). Die Halterin ist 10m hinter ihren Hunden und beide Hunde gruppieren sich links und rechts vor meinem Wauzi & meinem Freund.
    Mein Freund also: "Können Sie bitte Ihre Hunde anleinen."
    Frau von weitem: "Die machen das schon unter sich aus."
    Mein Freund irgnoriert also die Frau und spricht den größeren von beiden an: "Geh weg!"
    Daraufhin nehmen beide Hunde unseren von links & rechts in die Zange. Mein Freund wird dabei einfach ignoriert.
    Er nimmt sich also den Größeren vor und tritt ihm in den Hintern mit den Worten: "AUS!"
    Frau: "Jetzt sind sie selber schuld. Reagieren sie doch nicht so aggressiv."
    - Hunde setzten Ihren Zangengriff inzwischen weiter Richtung Brustkörb von unserem.
    Mein Freund tritt den Größeren noch fester in den Hintern, worauf er ihn anknurrt, aber immernoch mit dem Brustkorb von unserem im Maul.
    Dazu ist hinzuzufügen, dass unser Hund sich nicht ergibt. Nie.
    Aber er wird auch nicht aggressiv. Er verharrt im Stand und hält die Spannung in solchen Situationen.
    Da der Größere ja meinen Freund anknurrte, dachte ich nun: Der springt ihm gleich an den Hals. Ich begann also auch in den Größeren reinzutreten -mit aller Kraft.
    Beide Hunde ließen dann plötzlich ab und fanden 3 gegen 2 wohl doch unfair.
    Es gab dann noch einen "nicht ganz freundlichen Wortwechsel" mit der Frau, die sich die ganze Sache schön im 5 m Abstand angeschaut hatte.

    Die ganze Situation war kurz vorm eskallieren, wie kann man sowas erst gar nicht entstehen lassen, wenn man nicht ausweichen kann.

    Unser TA meinte gehen sie woanders spazieren. Wir haben festgestellt, dass es egal ist, wo man spazieren geht. Vor einigen Monaten hatten wir das Gleiche Problem mit einem jungen Rottweiler, dem es allerdings nur an der richtigen Führung fehlte, aber nicht wirklich böse war.

    Ich glaube, dass 99% der Hunde nicht wirklich böse sind, d.h. natürlich nicht, dass es nicht zu einer Beißerei kommen kann, aber die beiden obigen Hunde sind schon berühmt und berüchtigt.

    Was kann man tun, wenn man seinen "alten Haudegen" diesen Stress ersparen will?

    Nie mehr rausgehen?
    Immer im 5km Abstand zu anderen Hunden?

    Was habt Ihr für Erfahrungen?

  • Nun ich lasse es in der Regel gar nicht so weit kommen, das die anderen Hunde meinen in die Zange nehmen können. Ich stelle meine Hunde hinter mich und werde sehr deutlich und das in Stimme und Körpersprache. Da brauche ich keinen Hund zu treten oder anzufassen.
    Im Zweifel schmeiße ich eine Hand voll Leckerchen und fordere meine Hunde klar auf mit mir zu kommen und verlasse die Situation so schnell und ruhig wie es eben geht.

    Wenn das alles nicht geht, lasse ich die Leine von meinem Großen los und schicke ihn vorraus und gehe mit dem kleinen konsequent nach. Das löst dann auch meist brenzlige Situationen sehr gut auf.

    Bei Hunden wo ich weiß, wie diese drauf sind, gehe ich konsequent einen Bogen und Hunde die ich nicht kenne, da bitte ich klar und deutlich, den Hund abzurufen und meist mit einem kurzen Hinweis auf ansteckende Erkrankungen oder Parasiten. Das wirkt in der Regel immer sehr gut.

  • Ich kann dich mehr als gut verstehen, hab aktuell auch wieder einen, der aus Krankheitsgründen von allem abgeschirmt wird - ansonsten entscheide ich aber auch gerne selber, mit welchem "Der tut nix" meine Hunde Kontakt aufnehmen dürfen.

    Bei uns gibts auch so ignorante, respektlose HH, die, obwohl man demonstrativ anleint, ausweicht und die Bitte, den Hund doch zurückzurufen äussert, ihren Köter einfach laufen lassen. Ich finds einfach unverschämt und sag das auch .

    Nun, meine Variante ist recht rigoros, gehts doch auch um die Gesundheit meiner Hunde. Wenn der Halter nicht reagiert, dann versuche ich es erst verbal, körpersprachlich den anderen Hund wegzuschicken.
    Reagiert ein Hund nicht darauf, ignoriert er mein Stoppsignal, dann kann ich auch anders.
    Entweder klatscht dann das Leinenende schwungvoll auf die Nase, etc. des anderen Hundes oder, wenn er wirklich ungebremst in mich und Hunde hineinläuft, dann wird er weggetreten - nicht Rippen brechend, aber ernst genug zum Selbstschutz.

    Sinnvoller wäre, dem Halter rechts & links :zensur: , aber damit schütze ich meine Hunde nicht.

    Wenn nötig und möglich weiche ich aber so aus, daß ich jeglicher Konfrontation dieser Art entgehe.

    Gruß, staffy

  • Ja das kenne ich, über unsere Tierhalter hier kann ich mich auch in regelmässigen Abständen aufregen. Sei es das sie ihre Hunde 3 Felder entfernt einen Hasen an meinen beiden vorbei jagen lassen oder meinen alle Hunde dieser Welt müssen sich lieben und verstehen und "machen das unter sich aus" wie du so schön schreibst...

    Ich möchte das aber nicht, nie! Zum Erschrecken der meisten wähle ich selber und ganz alleine sehr genau die Spielgefährten meiner Hunde aus und leider gibt es oft genug solche seltsamen Menschen.

    Das mit der ansteckenden Hautkrankheit etc. pp. sag ich auch immer wenn der Besitzer gerade in der Nähe ist und mich nicht kennt. Die anderen haben dummerweise diese Masche schon erkannt. Da versuch ich dann auch einfach so vorbei zu kommen und möglichst souverän dem anderen Hund klar zu machen: Schleich dich.
    Klappt auch meistens ganz gut das allein durch die Körpersprache zu regeln.

    Meistens schau ich eh das ich zu Zeiten geh wo kein anderer geht.
    Wenn es sich gar nicht vermeiden lässt schnapp ich mir den anderen Hund auch am Halsband, nachdem ich meine Kleene ins Stoppen gebracht hab und übergeb dem Halter seinen Hund, ist dieser nicht zu sehen wird der Hund halt an die Leine gemacht und ich nehm ihn mit während meine laufen darf. Das ist dann das Problem des Halters wenn er seinen Hund nicht im Blick hat. Zuhause ruf ich dann an...

  • Mein Hund hat die Hundesprache 100 Mal besser drauf als ich und ich gehöre zu den Menschen, die nicht sofort eingreifen. Es gibt schon mal brenzlige Situationen, in denen ich mich zum Eingriff bereit mache und dann doch nicht eingreifen muss, weil sie es eben schon unter sich geregelt haben.

    Allerdings würde ich bei einem alten Hund, der eh schon Gebrechen hat, es nicht mehr soweit kommen lassen.

    Bei uns am See gab es einen sehr alten Boxer (leider nicht mehr), der es sehr am Rücken hatte. Und alle die es wussten, haben aus Rücksicht ihre Hunde an die Leine genommen, bzw. abgerufen.

    Meiner Meinung nach gibt es goldene Regeln: Ist ein Hund alt, oder hat irgendwelche Gebrechen und/oder ist er an der Leine, geht mein Hund da nicht hin und basta. Läuft der andere allerdings frei, ist es für mich immer ein Zeichen, dass Kontakt gewünscht und auch okay ist.

  • Ich lehne es zwar ab andere Hunde zu füttern, aber wenn auf der Bitte den Hund ranzunehmen keine Reaktion erfolgt, kannst du eine große Handvoll Leckerlies auf den entgegenkommenden Hund werfen, der guckt was ihn getroffen hat und sammelt das Futter ein... ihr könnt unbehelligt weitergehen (der Tipp ist voon P. McConnel).

    Bei echten Raufern würde ich eine Wasserflasche mit Sqeezeverschluss mitführen und den Hund mal eine Ladung schenken....

  • Ich gebe meinen "Schülern" immer den Tipp, sie sollen schon von weitem rufen, dass ihr Hund Flöhe oder Zwingerhusten hat und sollte das nicht helfen, haben die Menschen halt noch Schweinegrippe!

    Solche Menschen wird es immer geben, allerdings halte ich deeskalation für wichtig. Wenn man den anderen Hund tritt, so stachelt man ihn nur noch mehr an. Besser wäre wirklich zügig weiter gehen, wenn´s irgendwie möglich ist!

    Ich "parke" meine Hunde auch meist hinter mir und schirme sie so von den anderen Hunden ab.

  • Da meine keine lust auf Rauferein haben oder das sofort lassen, wenn ich dazwischen gehe (wie in deinem Fall), lasse ich im Notfall sofort die Leine von meinen los und packe den anderen Hund sofort (das ist aber mit Risiko für dich behaftet!).

  • Hi,
    "Wie löst Ihr so eine Situation? "
    Tja, das wüßte ich auch gerne. Habe auch eine an Grauem Star erblindete Hündin mit panischer Angst vor anderen Hunden, die leider sofort zupackt, wenn einer zu nah kommt.... ;-( (weiß nciht, warum und was sie erlebt hat, ist erst im Feb. zu mir gekommen aus der Tschechei). Die meisten hier kennen sie inzwischen, aber ab und an gehen halt doch unbekannte HF in der Gegend mit ihren Hunden genau so spazieren, wie Du das geschildert hast.
    Werde also gespannt mitlesen, eine Lösung hab ich selbst noch nicht.
    LG,
    BieBoss

  • Hi,

    auch wenn MEIN Hund die Hundesprache kann, heißt das nicht, das andere das auch können ( gelernt haben ).

    Auszutragen haben sich unbekannte Hunde auf freier Bahn meiner Meinung nach NICHTS. Das ist für mich schlichtweg schlechtes Benehmen ( fehlende Erziehung ).

    Austragen durften meine Mädels nur im EIGENEN Rudel daheim !!!!!!!
    Und das passiert meist schon beim Neuankömmling im Welpenalter. Und zwar nach von mir bestimmten Regeln: Erziehenja, mobben NEIN.

    Das war bisher jedes Mal in 1 Woche anhaltend geklärt, da meine älteste Lady eine coole souveräne Chefin ist die keinen Stress mag.

    Meine Dame wurde oft genug von solchen Hundesprachlichen Inkompetenzen attackiert und sie hat weiterhin versucht zu beschwichtigen und es endete leider mehr als 1 Mal mit TA Besuchen der unschönen Art.

    Daher beschütze ich meine Mädels wie eine Tigermutter :D und greife auch vehement ein, egal wie groß der andere Hund ist.

    Ins Halsband greifen und zudrehen hilft. Treten und Schlagen macht den anderen Hund oft noch wilder !!!! Vorsichtig damit !!!

    Ausserdem lass ich es erst garnicht soweit kommen. Ich kann sehr deutlich und sehr vehement werden, wenn es darum geht, mein Mädel zu beschützen und seid einiger Zeit hat das auch immer gut geklappt mich als Hunde fressendes Monster aufzuführen :roll:

    Liebe Grüße
    Alexandra

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