Mythos Magenumdrehung?

  • Hallo liebe Foris,

    die Threads zu diesem Thema fand ich nicht wirklich aufschlussreich, deswegen mal meine Frage:

    Wir haben öfter mal Gasthunde bei uns. Ich lasse beide fressen und sehe dann auch immer zu, dass sie nicht unmittelbar danach toben.

    Tja.. aber genau das machen sie dann erst recht.
    Ich lasse beide ablegen.
    Gut, ich gebe zu, ich bin nicht ganz so konsequent. Beide spielen immer mal wieder und toben rum.

    Jetzt habe ich aber noch diesen Absatz gefunden. Das ist natürlich kein wirklicher Maßstab, es wird aber darauf hingewiesen, dass scheinbar das TroFu eine Ursache für die Magenumdrehung sein KÖNNTE.

    Zitat

    Da bei wildlebenden Caniden in natürlicher Umgebung keine verendeten Tiere mit einer Magendrehung gefunden werden und auch in früheren Jahrhunderten die Magendrehung bei Haushunden weitgehend unbekannt war, kann davon ausgegangen werden, dass die gefürchtete Magendrehung eine Zivilisationskrankheit der modernen Haushunde ist und zusätzlich zu bestimmten Rassedispositionen zu einem hohen Prozentsatz von Trockenfutter verursacht wird.

    http://www.rundum-hund.de/files/rundum_roh.pdf

    Wie sieht das denn nun aus`?

    Also toi toi toi, bisher hat Paula durch ihre Toberei noch keine Magenumdrehung erlitten ( und ich hoffe echt, das bleibt so ). Auch unsere Gasthunde sind gesund ( auch hier toitoitoi ). Wie gesagt, ich hab sowieso immer ein Auge darauf, dass die Hunde soweit abliegen, aber ich krieg das nicht immer hin und seh sie dann wieder toben..

    Wie ist das also? Ist Spielen nach der (Roh)Fütterung ein absolutes No-Go?

  • Das Problem ist, daß Trofu im Magen stärker aufgast als Naßfutter oder Fleisch. Und eben dieses Aufgasen verursacht dann die Magendrehung. Sehr oft übrigens auch nach dem Ruhen, wenn die Verdauung läuft.

  • Das würde mich auch stark interessieren,weil ich zu Hause immer stress mache wenn ich sehe dass jmd mit dem Hund tobt obwohl der gefressen hat.

    Durch Rohfütterung soll die Gefahr einer Drehung ja vermindert werden,weil das Futter nicht so aufquilt.
    Aber trotzdem kann ich mir gut vorstellen dass der Magen sich auch mit Fleisch drin dreht,da er ja praktisch wie an einer "Wäscheleine" hängt und hin und her schwingt.
    Sollte das nicht so sein,korrigiert mich bitte ;)

  • Zitat

    Das würde mich auch stark interessieren,weil ich zu Hause immer stress mache wenn ich sehe dass jmd mit dem Hund tobt obwohl der gefressen hat.

    Durch Rohfütterung soll die Gefahr einer Drehung ja vermindert werden,weil das Futter nicht so aufquilt.
    Aber trotzdem kann ich mir gut vorstellen dass der Magen sich auch mit Fleisch drin dreht,da er ja praktisch wie an einer "Wäscheleine" hängt und hin und her schwingt.
    Sollte das nicht so sein,korrigiert mich bitte ;)

    Ganz genau, auch wenn wir keinen Gasthund haben: es hieß von Anfang an, seitdem Paula bei uns ist: es wird nicht nach dem Füttern gespielt!!

    Auch das mit dem Aufgasen, was ihr zwei geschrieben habt, klingt logisch.

    Trotzdem bin ich ganz unsicher und überlege, ob es nun doch eine Art Panikmache oder reinste Wahrheit ist?

  • Eine Magendrehung kommt (hört, hört!) durch die Umdrehung des Magens zustande. Das passiert, wenn den Magen (zu) voll ist und durch entsprechende Bewegung (Rollen auf den Boden usw.) der Zu- und Ausgang abgeschnürt werden.

    Was der Hund vorher gefressen hat, ist doch wurscht! Der springende Punkt ist, dass er in den allermeisten Fällen zu viel davon gefressen hat. Es ist also nicht das Futter selbst schuld, sondern die Menge und zu viel Bewegung nach dem Fressen.

    (Dass Trofu im Magen aufgeht, ist ja klar. Deshalb gibt man ja auch weniger, oder?!)

  • Zitat

    Eine Magendrehung kommt (hört, hört!) durch die Umdrehung des Magens zustande. Das passiert, wenn den Magen (zu) voll ist und durch entsprechende Bewegung (Rollen auf den Boden usw.) der Zu- und Ausgang abgeschnürt werden.

    Was der Hund vorher gefressen hat, ist doch wurscht! Der springende Punkt ist, dass er in den allermeisten Fällen zu viel davon gefressen hat. Es ist also nicht das Futter selbst schuld, sondern die Menge und zu viel Bewegung nach dem Fressen.

    (Dass Trofu im Magen aufgeht, ist ja klar. Deshalb gibt man ja auch weniger, oder?!)

    Na aber wenn man dem Hund die angegebene Menge TroFu gibt, geht sie ja trotzdem auf.
    Es kommt zumal auch darauf an, dass der Hund in gewisser Hinsicht satt ist ( was bei manchen Hunden schier unmöglich scheint :lol: ) und der Magen ist so oder so voll.
    Also scheinbar ist es nicht ganz so wurscht, was der Hund gefressen hat, wenn der Magen sich durch die Völle bedingt drehen kann.


    Eine andere Frage - ich war mir nicht sicher, ob ich sie tatsächlich stellen soll - ist ja : Hunde/Wölfe in der Wildbahn. Wie sieht es damit aus`? Die werden nicht gezügelt beim Spiel nach der Mahlzeit.
    Ist das alles eine Sache der Domestikation?

  • Zitat

    Eine andere Frage - ich war mir nicht sicher, ob ich sie tatsächlich stellen soll - ist ja : Hunde/Wölfe in der Wildbahn. Wie sieht es damit aus`? Die werden nicht gezügelt beim Spiel nach der Mahlzeit.
    Ist das alles eine Sache der Domestikation?

    Genauso interessant!! Denn das fragt mich jedesmal mein Vater,wenn ich ihn wieder zurechtweise. Dann kommt immer,die Wölfe würden sich ja nach dem Fressen auch nicht gleich hinlegen und sich 2 h nicht bewegen...

  • Das Phänomen Magendrehung ist leider nicht schlüssig zu erklären.
    Es gibt viele Theorien und Beobachtungen dazu, jedoch keine allgemein gültige Erklärung, warum sie auftritt und wann und wie sie verhindert werden kann.

    In Untersuchungen wurde festgestellt, dass Hunde, die neben Trockenfutter auch mal Tischreste bekommen am wenigstens von Magendrehungen heimgesucht werden, am meisten, die Hunde, die nur Trockenfutter bekommen. (Fertigfutterbereich)

    Schlussfolgerungen darauf dem Hund dann eben eine Gemischtkost anzubieten und relativ sicher zu sein, sind übereilt.
    Vielleicht hängt die Bereitschaft zur Magendrehung nicht nur am Füttern, sondern ist in den Haltungsbedingungen schlechthin zu suchen und die sind eben von Halter zu Halter total verschieden.
    Eine genetische Disposition scheint auch gegeben.

    Meine Hunde hatten von Welpenbeinen an nach dem Fressen ein paar Minuten, in denen sie regelrecht herumtobten und sich dann zur Ruhe legten.

    Im Wartezimmer einer Tierklinik traf ich mal auf einen Hundebesitzer mit einen Berner Sennenhund, der bereits dreimal eine Magendrehung hatte, auch im Ruhezustand bei völlig leerem Magen.

    LG, Friederike

  • Ich hab mal ein bisschen rumgesucht.

    Zitat

    Magendrehung -was dabei passiert:
    der aufgegaste und/oder mit futter ueberladene magen dreht sich im uhrzeigersinn um die Speiseroehre herum. die folge ist ein teilweiser oder auch voelliger verschluss von speiseroehre und magenausgang. der magen wird sozusagen abgeklemmt, und durch die einwirkung der magensaeure auf das futter entsteht gas, das den magen immer mehr aufblaeht, da es nicht entweichen kann. die milz, die mit dem magen ueber eine duenne Gewebeplatte, das sog. netz verbunden ist, kann sich uebrigens mitdrehen. es entsteht ein lebensbedrohlicher zustand. besonders haeufig sind grosse hunderassen betroffen, die magendrehung kann aber auch bei mittleren und kleinen hunden auftreten.

    http://www.tiermedizin.de/public/fragen/hund/diskdo2.htm

    ALso es scheint unter anderem vor allem bei großen Hunden vorzukommen. Ich hab bei Wiki nachgeschaut, da stand, Dt.Doggen seien zu 50% betroffen..

    Als Ratschlag stand im oberen Link auch, man solle nicht zu viel auf einmal füttern und den Hund 1 - 1,5 Std ruhen lassen.

    Stress sei auch ein "Verursacher".

    Nungut, es gibt wohl kein "eindeutiges" Ergebnis, aber so recht zufrieden geben, will ich mich damit nicht.. klingt etwas kindisch und ich will auch nicht darauf zurückgreifen, dass bei anderen Hunden bisher nie etwas passiert ist, das ist ja keine Garantie.

    Hm..

  • Hallo,
    also mein Altdeutscher Schäferhund hatte vor 9 wochen einen Magendreher mit drehung der Milz.Hab es gottseidank sofort bemerkt und sind dann sofort in die Tierklinik.Er wurde erfolgreich operiert und es ging Ihm dann 6 Wochen supergut als ob nichts gewesen wäre.
    Er hat vor dem Fressen nicht gespielt und nach dem Fressen auch nicht ,hab immer sehr darauf geachtet weil sein Vorgänger daran gestorben ist.Der Tierarzt meinte das es immer passieren kann es reicht wirklich nur eine verkehrte Bewegung.Leider hat es unser Hund dann doch nicht geschafft ,es ging im plötzlich ganz schlecht mit Flüssigkeitsansammlung am Herzen und Blut aus dem After.So das Ihm der Tierarzt trotz wirklich aller Versuche nicht mehr helfen konnte und wir Ihn gehen lassen mussten.
    Hab immer noch sehr daran zu knabbern.
    mfg Tamara

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