Machen wir zuviel oder zuwenig?

  • Ruf doch mal im Tierheim an und frage, wann die dort gefüttert haben, also zu welchen Uhrzeiten. Vielleicht gibts bei denen immer gegen 18 Uhr Futter und da Hunde eigentlich eine sehr gut funktionierende innere Uhr haben, nehme ich an, dass es schon vor der Futtervergabe in den Zwingern hoch her geht, für viele Hunde ist die Fütterung ja DAS Highlight des Tages.
    Vielleicht sind auch um 18 Uhr die Gassigeher gekommen???

    Ich würde mal anrufen und fragen, ob um diese Uhrzeit regelmäßig was spektakuläres passiert ist.
    Und wenn Du die Möglichkeit dazu hast, würde ich einfach einen Spaziergang um diese Uhrzeit einplanen, oder aber ein wildes Spiel - und das dann nach und nach abbauen und den Hund auf Deinen Tagesablauf schulen.

  • Wir haben das ganze heute mal runter gefahren. Heute morgen nur eine halbe Stunde zum Brötchen holen. Gleich geh ich noch mal mit ihr, damit sie sich lösen kann und um 18 Uhr kommt ein Freund mit mir mit, dann werden wir versuchen sie mal 45 Minuten mit Spielen auszupowern. Danach gibts Futter und dann geh ich kurz vor dem Schlafengehen noch mal ein paar Minuten mit ihr raus. Sollte sie wieder anfangen rumzutoben wird sie einfach ignoriert.

    Können wir das so machen? Oder habt ihr andere Vorschläge?

    @bittersweet: Ja, um diese Uhrzeit haben sie Futter bekommen. Da sie sonst wahrscheinlich nur wenig Aufmerksamkeit bekommen haben, wird es wohl einfach daran liegen. Mit 40 Hunden regelmäßig Gassi zu gehen, werden die Leute vom Tierheim zusammen mit den Ehrenamtlichen wohl gar nicht geschafft haben. Verständlicherweise.

  • Lass das Auspowern weg. Das geht nach hinten los. Betrachte es eher als Aufpuschen. Wie wäre es, wenn Du Dir für in ein paar Wochen eine richtige Aufgabe stattdessen überlegst? Etwas, was den Hund nicht hochpuscht, sondern ihn wirklich denken lässt? Eine Aufgabe, die Du dann zwei bis drei Mal die Woche machst.

    Ich hatte mal Kundschaft, die sich auch seeeeeeeeeeeehr um den Hund bemüht hat. Der war auch aus dem Tierheim und sie wollten nur das Beste. Er drehte nach dem Abendgassi auch immer auf. Meinen Vorschlag, dass Abendgassi ganz wegzulassen (dafür aber zwei Mal über den Tag verteilt), nahmen sie ungern an, taten es aber. Und siehe da: Der Hund war plötzlich ruhiger!

    Viele Erfolg.
    Corinna

    PS: Bitte die Grafik aus der Signatur entfernen, sonst gibt's Ärger mit dem Chef ;)

  • Hallo Klabauter,

    das Wesentliche wurde eigentlich schon geschrieben. Wenn dein Hund erst 9 Monate alt ist, dann sind die Zeiten in der Tat zuviel. 90 Minuten am Abend.....das ist dann mit aller Gewalt zu viel.

    Aber was weißt du eigentlich über die Vergangenheit des Hundes? Du sagst, du hast ihn mit 9 Monaten bekommen. Was hat dein Hund in den 9 Monaten zuvor erlebt bzw. erfahren?

    Hast du da was in Erfahrung bringen können?

    Was den Umgang mit deinem Hund angeht....geh weg vom Auspowern indem Du versuchst den Hund "müdezuspielen"! Es ist viel leichter, den Hund durch geistiges Arbeiten so richtig zufrieden und müde zu machen als durch 1-2 Stunden "Dauerpowern" mit Balli etc. 20-30 Minuten geistiges Arbeiten schaffen den Hund mindestens genauso als wärest du 1 Stunde mit ihm draussen unterwegs im "schnöden" Gassigang.

    Lass ihn nachdenken, fordere und fördere seine geistige Entwicklung indem du ihm die Möglichkeit eröffnest, eigene Lösungswege herauszufinden. Mache Suchspielchen, zunächst in der Wohnung, später dann auch draußen. Lass ihn für seine Leckerchen arbeiten, gib ihm Aufgaben.

    Grundsätzlich gilt: Ruhe erzeugt Ruhe! Willst du einen ruhigen Hund haben, dann arbeite auch ruhig mit ihm. Willst du einen actiongeladenen Vierbeiner haben, dann sind Spielchen/Aufgaben gefragt, die Schnelligkeit und Rasanz beinhalten.

    Ich selber habe 2 Aussies. Mein Indy zeigt den absoluten "Will-to-please" und will immer und überall gefallen. Er hat Temperament und es gibt Momente, da hat es den Anschein als brennen ihm die Sicherungen durch, so aufgedreht und nervös zeigt er sich dann. Jetzt das Balli rauszunehmen wäre fatal - es würde ihn noch hibbeliger machen. Also nehme ich 2 Leckerchen und lege sie ihm zu Füßen. Er darf diese nicht antasten, erst wenn ich mein OK dazu gebe darf er dran....aber nur an das, was ich ihm anzeige - das andere bleibt tabu!

    So lasse ich ihn dann manchmal 5 Sekunden vor mir sitzen...manchmal auch 10 oder 30.

    Soweit ein Beispiel. Es gibt wirklich etliche Möglichkeiten einen Hund auszulasten ohne ihn körperlich "an die Wand zu fahren".

    Probier doch mal, den ein oder anderen Trick einzustudieren. Das macht beiden Seiten Spaß und wenn man mal ein paar Tricks einstudiert hat, dann kann man damit auch noch mächtig Eindruck schinden ;-)) Geistig ist diese Arbeit auf alle Fälle sehr hoch anzusetzen und wird deinen Hund sehr schnell zufrieden und müde machen.

    Lg
    Volker

  • Vielleicht ist der Abendpsrziergang einfach zu lang/viel? Ihr spielt dabei ja auch nocht, das dreht auf.

    Abends gibt es bei uns z. Bsp. nur noch mal ne Pipi-Runde von 20 Minuten. Ausgepowert werden die Hunde tagsüber

  • O.k. Vielen Dank für eure vielen Antworten. :gut:

    Wir werden heute abend mal eine ruhige Runde gehen und sie mit kleineren Suchspielen beschäftigen. Vielleicht hat sie Spaß daran, ihr Kauseil im hohen Gras zu suchen. Dann sollen aber auch 30 Minuten reichen.

  • Unser Kleiner musste auch erst lernen wann Ruhephasen sind, und das zuhause nicht getobt wird, sondern nur draussen.
    Wir haben uns dazu abends beide vors Bett gesetzt und den Hund zwischen uns gelegt. und dann haben wir uns ganz normal unterhalten und dabei beide den hund gestreichelt. nach 10 minuten war der eingeschlafen und wir konnten ganz normal ins bett gehen.

    Hört sich vielleicht doof an, aber Einschlaf rituale helfen ja auch Babys also warum nicht auch Kleinen Hunden.

  • Muss dieses Thema leider noch mal aufwärmen. Es wird leider schlimmer anstatt besser. Mittlerweile zerfetzt sie die Gardinen wenn ihr keiner Aufmerksamkeit schenkt, beißt in Hände und Füße, jault, fiept, bellt, springt umher und kann einfach nicht still bleiben.

    Gestern abend hat sie dann leider demonstrativ vor den Augen meiner Mutter auf's Parkett gepieselt. Dabei war sie nicht mal eine Stunde vorher noch draußen und hat dort ihr Geschäft verichtet. :sad2:

    Versucht man sie auf ihren Platz zu schicken, sieht sie das als Spielaufforderung an.

    Die letzten Tage haben wir das so gemacht:

    7:00 Uhr, aufstehen, mit ihr Raus, 15 Minuten Leckerchen und Ball im Gras versteckt und sie suchen lassen, das macht sie offensichtlich gerne, 15 Minuten durch den Wald, 15 Minuten an der Straße laufen (hat Angst vor LKWs)

    8:00 Uhr Frühstück, danach versucht sie mit uns zu spielen, langsam wird sie ruhiger, lässt sich ausgiebig streicheln und kraulen, danach ist meistens Ruhe, sie legt sich gegen 9 Uhr hin und pennt

    13:00 Uhr 20-30 Minuten raus, pieseln, dafür ist sie kaum wach zu bekommen, danach gehts auch wieder freiwillig auf ihre Decke

    17:30 Uhr Abendessen, 10 Minuten Sitz und Platz üben, streicheln und kraulen

    18:30 Uhr Hund fängt total an am Rad zu drehen, springt uns an, kneift in Hände und Füße, bellt, zerrt die Gardine runter, zermalmt ihr Kauseil, pfeffert es durch die Gegend.
    Dann gehen wir meistens mit ihr raus. Spielen mit dem Dummie, laufen mit ihr, lassen sie ausgiebig schnüffeln und versuchen die Grundkommandos abzurufen, lassen sie Leckerchen suchen, nach 40-45 Minuten fängt sie an neben uns her zu trotten und scheint ganz zufrieden.
    Gehen wir dann wieder mit ihr rein ist sie bis 22 Uhr 30 nicht ruhig zu bekommen und wird immer dreister. Ein gefüllter Kong lenkt sie immer nur für 10 Minuten ab.
    Wenn allerdings meine Eltern in Bett gehen und das Licht ausmachen ist sie auf einmal ruhig, bzw. mosert noch etwas rum und legt sich dann freiwillig auf ihren Platz im Wohnzimmer (sie kann jederzeit zu meinen Eltern ins Schlafzimmer!), dann ist bis morgens wieder Ruhe.

    Benimmt sie sich daneben, wird sie ignoriert. Das geht allerdings nur so lange, wie sie die Gardinenstangen nicht runterreißt. :sad2:
    In die Hundeschule gehen, können wir noch nicht, weil die Bestätigung der Haftpflichtversicherung noch nicht da ist (sollte eigentlich schon seit Freitag da sein). In der Hundeschule hätte sie dann auch endlich die Möglichkeit mit anderen Hunden zu spielen. Im Moment treffen wir nur sehr wenig andere Hunde und die dürfen nicht spielen bzw. es wäre von der Umgebung her zu gefährlich.

    Ich hab die ganze Zeit das Gefühl ich würde den Hund quälen, weil ihr einfach langweilig ist und sie dringend Aufmerksamkeit haben muss. Ich finde kein Mittelmaß. Auf den ganzen Tag verteilt bekommt sie viel Aufmerksamkeit und muss auch noch nie alleine sein. :gott:

    Sorry das ich so rumjammere aber im Moment macht sie mich einfach wahnsinnig. Und wenn sie dann endlich schläft, liege ich wach und grüble darüber nach, was ich falsch mache.
    Müssten wir sie vielleicht tagsüber länger "wach halten"? Ohne groß mit ihr zu spielen damit sie sich an einen anderen Rhytmus gewöhnt.
    Ich weiß, sie ist gerade mal eine Woche bei uns, und wir müssen Geduld haben. Leider ist bloß mein Vater von Freitag bis Montag mit ihr allein zu hause. Da weiß ich nicht, ob er damit klar kommt.

    Jammernde Grüße
    Klabauter

  • Hallo Klabauter

    Mir kommt das, was du schreibst, alles seeeehr bekannt vor :roll:
    Schau mal hier https://www.dogforum.de/ftopic59739.html

    Wir hatten genau dasselbe Problem.

    Heute hat sich dieses Thema komplett erledigt und zwar nur durch diese Tipps, die dir auch schon gegeben wurden.

    Man kann den Hund auch dauerbespaßen, es ist ja der arme Hund aus dem Tierheim, um den sich sonst niemand gekümmert hat, gelle? :D

    Meines Erachtens bekommt dein Hund definitiv genügend Beschäftigung und muss es einfach lernen, dass sie zwar wichtig, aber nicht der Nabel der Welt ist und dass sie gefälligst nicht immer dazwischen zu funken hat, wenn du / ihr mal Ruhe möchtet.

    So, wie ich das gerade lese, ist es so, dass sie am Rad dreht und ihr raus geht, dass sie hoch putscht und von euch ein Kong bekommt usw.

    D. h. mit ihren Attacken erreicht sie, dass ihr euch mit ihr beschäftigt.

    Ich würde sie wirklich öfter ignorieren, auch, wenn das schwer fällt und sie dir leid tut. Das muss sie nicht.

    Mir hat der Gedanke geholfen, dass die Alternative ein ewig nervöses Nervenbündel ist, dass ja nicht ruhiger, sonder noch aufgedrehter wird.

    Und bevor ich mir so ein Energiebündel ranziehe, spring ich lieber über meinen Schatten und ignoriere sie öfter.

    Viel macht auch die Zeit von allein.
    Unsere ist jetzt seit 9 Monaten bei uns und seit ca. 3, 4 Monaten ist sie richtig angekommen und auch viel, viel ruhiger geworden.

    Hundeerziehung ist nich immer so leicht, wie man sich das vorstellt. Ich hatte das mit meiner hibbel-Maus auch ziemlich unterschätzt (unser Vorheriger war eher vond er gemütlichen Sorte *pfeif*).
    Aber du müßt ihr (vor allem) die ersten Monate einfach durch.

    Kleine Kinder läßt man ja auch nicht gewähren, wenn sie den Erwachsenen ständig dazwischen quengeln, weil sie dies oder das oder jenes wollen.

    Seid jetzt konsequent oder aber nehmt den Terrorkrümel, den ihr sonst bekommt :D

    Geduld, Geduld und dein Papa wird das die eine Woche schon aushalten (müssen) :p


    Edit: ich würde sie weder "wach halten", noch zum pinkeln wecken.
    Und wenn sie beim Ignorieren Gardinenstangen abräumt, würde ich ihr entweder eine Box oder ihr einen anderen Platz (ihr Kissen o. Ä.) zuweisen.
    Solange du das übst, ist es Kopfarbeit und wenn man es nicht mehr üben muss, kann sie es und räumt nicht mehr ab *g*

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!