Machen wir zuviel oder zuwenig?

  • Hallo und herzlichen Glückwunsch zum Familienzuwachs!

    Gebe auch mal meinen Senf dazu ;)

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    wenn ihr keiner Aufmerksamkeit schenkt, beißt in Hände und Füße, jault, fiept, bellt, springt umher und kann einfach nicht still bleiben.

    Da sie aus dem Tierheim kommt, nehme ich an, dass sie einfach nie gelernt hat, dass das nicht geht. Was man sonst schon einem Welpen beibringt, musst du nun mit 9 Monaten nachholen. Aber das kann sie lernen, keine Angst.

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    Versucht man sie auf ihren Platz zu schicken, sieht sie das als Spielaufforderung an.

    Das Problem hatten wir auch. Ebenfalls die Sache mit dem dauernden hinterher trampeln.
    Ein Tip hier aus dem Forum hat Wunder bewirkt.
    Wir haben ihr eine Platz geschaffen, der abgegrenzt war, bei uns wars mit einem Holzbrett. So hoch, dass sie alleine drüber konnte, aber das doch als Grenze wahrgenommen hat. Von dem Platz aus hatte sie eine gute Sicht auf alles was ich tue. Wenn sie dann nervte oder einfach nicht zur Ruhe kam, habe ich sie durch "Abdrängen" auf den Platz "geschoben. Ohne Worte, kein Kommando. Ein Kommando hätte ich ja dann wieder auflösen müssen und das war nicht Sinn und Zweck der Übung. Wenn sie den Bereich verliess, habe ich sie wieder zurückgedrängt. Natürlich NIE grob, einfach in diese Richtung gedrängelt. Ohne Worte ohne gross an zu sehen. Wenn sie sich dann an diesem Platz ganz ruhig benahm, beinahe eindöste, entspannt war, habe ich das Brett weggemacht. Nach wenigen Wochen war sie viel entspannter und nun geht sie auch alleine dorthin wenn es ihr zu bunt wird.

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    15 Minuten Leckerchen und Ball im Gras versteckt

    Hier könntest du auch ihre erste Mahlzeit in einem Dummy verstecken und sie so ihr Essen erarbeiten lassen. Dadurch, dass du sie dann möglichst nahe am Körper aus dem Dummy belohnst/fütterst sorgst du auch für eine enger werdende Bindung. Habe ich zumindest so erfahren.

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    13:00 Uhr 20-30 Minuten raus, pieseln, dafür ist sie kaum wach zu bekommen, danach gehts auch wieder freiwillig auf ihre Decke

    Wieso weckt ihr sie dann? Ist sie danach länger alleine und sollte sich daher nochmal lösen oder ist es einfach Gewohnheit. Wenn es nicht wirklich sein muss, würde ich das lassen. Geh lieber, wenn sie aufwacht. Es ist wichtig ihr die Ruhe zu geben, wenn sie sie schon mal findet.

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    Wenn allerdings meine Eltern in Bett gehen und das Licht ausmachen ist sie auf einmal ruhig, bzw. mosert noch etwas rum und legt sich dann freiwillig auf ihren Platz im Wohnzimmer (sie kann jederzeit zu meinen Eltern ins Schlafzimmer!), dann ist bis morgens wieder Ruhe.

    Für mich klingt das wie ein Hund, der so lange so viel entbehren musste und nicht verstehen kann, dass nun, da all das da ist (Zuneigung, Spielen, Beschäftigung) das nicht immer zur Verfügung steht und abrufbar ist. Anscheinend weiss sie, wenn die schlafen ist ruhe. Und offenbar akzeptiert sie das ja auch. Scheint also, als müsste sie einfach noch lernen, dass nicht alles immer und überall zu bekommen ist. Vermutlich hungert sie einfach nach all dem was bisher fehlte und kann gar nicht mehr zur Ruhe kommen. Das muss sie lernen.

    Wie schon oft geagt, da hilft nur Konsequent und Geduld und auch mal ein "Nein".

    Wenn sie wieder mal so aufdreht und die Wohnung auseinander zu nehmen droht, würde ich sie auf ihren Platz drängen (nicht schicken, sonst musst du das mit einem Kommando verbinden und sie soll den Platz als einen Ort erfahren, der Ruhe beitet und auf den sie selber gerne geht, ohne geschickt zu werden).

    Die Abendrunde finde ich ok, reicht aber völlig. Da würd ich persönlich (auch wenns schwer fällt ;) ) noch weniger betüdeln. Einfach die Welt kennen lernen.
    Was ich bei meiner (auch eine der nie was schnell genug gehen kann) gerne mache sind Parcours. Baumstämme laufen, Leitern, Hindernisse, Untergründe, Röhren... Da muss sie den Kopf einschalten, kann nicht einfach losrennen. Und wenn doch ist das eine Sache, bei der ich die Flexi mal gar nicht so blöd finde...
    Sowas kannst du in jeden Spaziergang einbauen, da findet sich immer was, auch wenns mal eine Woche lang das selbe ist, ist ja egal.
    Irgendwann kannst du da ein "sitz" oder "platz" auf dem Baumstamm einbauen, oder ein "warten".

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    Ich hab die ganze Zeit das Gefühl ich würde den Hund quälen, weil ihr einfach langweilig ist und sie dringend Aufmerksamkeit haben muss. Ich finde kein Mittelmaß. Auf den ganzen Tag verteilt bekommt sie viel Aufmerksamkeit und muss auch noch nie alleine sein. niedermayr anbeten

    Das kann dir niemand verübeln. Ein Helfersyndrom haben wir wohl fast alle :D
    Leider hilft ihr das nicht. Auch wenns schwer fällt, sie muss lernen, dass auch Langeweile dazu gehört (glaube nicht dass sie das hat, sie kann einfach nicht abschalten, hat ev. Angst was zu verpassen). Auch der Umgang mit Frust gehört zum Hundeleben dazu. Sie ist wichtig, aber sie ist nicht der Nabel der Welt. Auch wenn wir das manchmal wohl alle gerne vergessen (würden)
    Lass dich von den Ausbrüchen und auch den herzzerreissenden Blicken nicht weichkochen.

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    Sorry das ich so rumjammere aber im Moment macht sie mich einfach wahnsinnig. Und wenn sie dann endlich schläft, liege ich wach und grüble darüber nach, was ich falsch mache.
    Müssten wir sie vielleicht tagsüber länger "wach halten"? Ohne groß mit ihr zu spielen damit sie sich an einen anderen Rhytmus gewöhnt.
    Ich weiß, sie ist gerade mal eine Woche bei uns, und wir müssen Geduld haben. Leider ist bloß mein Vater von Freitag bis Montag mit ihr allein zu hause. Da weiß ich nicht, ob er damit klar kommt.

    Dazu ist ein Forum auch da :smile:
    Du machst nichts falsch, du willst es höchstens zu gut machen. Du bist hier und fragst nach, holst Hilfe. Besser kann man es doch nicht machen oder?

    Mehr wachhalten? Nein. Wenn sie schläft, schlafen lassen. Hunde schlafen seeeehr viel. Und sie wird sich an euren Rhythmus anpassen ohne, dass du da dran rumschraubst.

    Wenn du dir Sorgen machst, dann sprich das Thema bei deinem Vater an. Nichts ist schlimmer als totschweigen und dann irgendwann hören, dass man schon lange ein Problem damit hat.

    So, das war mal wieder etwas viel.
    Ich wünsche dir viel Geduld und Kraft und auch Spass!

  • Danke Fee, auf Verständniss zu treffen tut schon mal sehr gut und zu sehen, dass es bei dir so gut keplappt hat, macht Mut.

    wir versuchen wirklich sie zu ignorieren. Aber ihre Hartnäckigkeit ist schon sehr extrem. Im Tierheim hat sie in einem kleinen Rudel gelebt und jederzeit zumindest die Aufmerksamkeit von anderen Hunden bekommen.
    Jetzt kann sie zwar jederzeit zum kuscheln kommen, aber dieses extreme Spielen geht einfach zu weit und kostet mich den letzten Nerv.
    Würde sich meine egoistische Ader durchsetzten würde ich abends einfach in meine Wohnung nach oben verschwinden und die Trennungstür zu machen. :sad2: Dann würde ich nur leider, wie gestern vor dem Schlafengehen mitbekommen, dass sie wieder Radau macht und meine Eltern total genervt sind.
    Sie hat leider seid Mittwoch keine Möglichkeit mehr gehabt mit anderen Hunden zu spielen. Ich weiß nicht, inwieweit ihr das was ausmacht. Darüber mache ich mir auch einen Kopf. Treffen wir Hunde auf der Straße oder im Wald wird erstmal gründlich gebellt. Heute morgen wollte sich auch zu einem alten Neufundländer hin. Der hat dann erst einmal nach ihr geschnappt.
    Ich hab einfach das Gefühl, dass sie Frust schiebt. Das gestern war ja auch eindeutig Protestpinkeln.

    Das Problem liegt ja auch bei mir. Ich bin mir jetzt gar nicht mehr so klar, ob die Entscheidung für einen Hund so richtig war. In einem anderen Beitrag wurde auch schon mal der Begriff der Kognitiven Dissonanz erwähnt.

    https://www.dogforum.de/ftopic9759.html
    https://www.dogforum.de/viewtopic.php?…itive+dissonanz

    So geht es mir im Moment auch. Ich habe die Entscheidung getroffen, und jetzt habe ich Probleme die Konsequenzen zu "ertragen". :sad2:
    Irgendwie bekommt man erst mit, was das alles mit sich bringt einen Hund zu haben. Begegnungen mit anderen Hunden sind für mich echt aufreibend. Weil ich einerseits Spielkameraden für die Motte suche, andererseits hab ich aber auch Angst, dass es zu einer Rauferei kommt und mein Hund nicht auf mich reagiert. Und diese Unsicherheit merkt sie natürlich auch.
    Freilauf ist die andere Sache. Solange sie nicht sicher abrufbar ist, kann ich sie nicht frei laufen lassen. An der Schleppleine klappt das nur solange gut, bis ein anderer Hund auftaucht. Also kann sie sich gar nicht so richtig austoben.

    Dazu kommt dann leider auch noch mein Paps der dem Hund nur gutes will, aber leider so viel missversteht. Z. B. beugt er sich weit über sie und brummelt dann mit seiner tiefen Stimme: "Gutes Mädchen!", oder sie bellt andere Hunde an, und anstatt weiterzugehen damit sie sich beruhigen kann bleibt er stehen und versucht den anderen Hundehaltern zu erklären, dass sie neu ist und aus dem Tierheim kommt. Währenddessen dreht Hund an der Leine am Rad.

    Für meine Eltern ist das ganze gar nicht so stressig, weil sie auch die ganze Zeit mitbekommen, wenn sie tagsüber total friedlich auf ihrem Platz liegt und schläft.

    Muss wohl ganz viel an mir selbst arbeiten um damit ruhiger und gelassener umzugehen.

    Sorry, musste mich einfach mal "ausquatschen".

    Flecki: hab leider zu lange zum schreiben gebraucht und deinen Beitrag erst hingerher gelesen. Danke dir sehr. Das hilft wirklich weiter. :gott:

    Gestern wurde bei uns im Garten mit einem Bagger gearbeitet. Dass war ihr absolut zu laut, da hat sie sich dann auf ihren zweiten Schlafplatz in mein Schlafzimmer ins Obergeschoss verkrümelt und wurde den ganzen Tag nicht mehr gesehen.
    Ich hab mich so auf den Hund gefreut, und jetzt solche kalten Füße bekommen, dass ich wahrscheinlich auch selbst zu überdreht bin. Tief durchatmen, alles keine Katastrophen.

  • Ein neuer Tag, ein neues Glück :smile:

    Ich glaube, fast jeder Hundehalter hat Momente, in denen er daran zweifelt, ob diese Entscheidung einen Hund zu holen, richtig war.

    Ging mir auch so.
    War das richtig so?
    Bin ich nicht in der Lage, einen Hund zu erziehen?
    Warum auch ausgerechnet so ein quirliges Fellbündel?
    Warum nicht ein alter, gemütlicher Hund?
    Oder gar keiner?
    Oh Gott... sicher bekomme ich das NIE hin, das alles so klappt...

    Kenne ich alles und sicherlich kennen das auch viele Andere.

    Und dann kuckt dich das Hupf an und plötzlich fällts dir wieder ein :liebhab:

    Aber es braucht halt wirklich Arbeit und auch die "perfekt" hörenden Hunde sind nicht so zur Welt gekommen. Auch sie haben Konsequenz, Durchhaltevermögen und Nerven gekostet *g*

    Wie fläcki schon schrieb: du musst jetzt halt das nachholen, was eben die ersten 9 Monate auf der Strecke geblieben ist.

    Meine Maus war auch 8 Monate, als ich sie holte und konnte nichts - außer am Rad drehen, frech sein und machen, was sie wollte und das konnte sie gut :lol:

    Wie gesagt, die ersten Wochen/Monate war ich auch auf diesem "Ach Gott die Arme... die hatte ja nichts und niemanden"-Verhätschel-Trip und erst vor ein paar Wochen hab ich mal geschnallt, dass dieser Gedanke gar nichts bringt, außer eben einen Hund, der dir auf der Nase rumtanzt.

    Hartnäckig ist sie auch; was ihre Masche war ging folgendermaßen:

    Ich sitze am Rechner, Madame will spielen, kuscheln oder sonstwas, nur eben nicht nicht beachtet werden *g*

    Sie stellt sich links neben meinen Bürostuhl, macht riesige Kulleraugen, legt die Stirn in Falten und fiept entzückend niedlich in allen Tonlagen.

    Ich ignoriere sie, obwohl ich SEHR kämpfen muss, nicht zu lachen, wiel sie wirklich süß dabei ist :D

    Sie geht auf die rechte Seite und fängt dasselbe Spiel an.

    Ich (gebe mein Bestes und) ignoriere weiterhin.

    Jetzt ist der Punkt, wo sie entweder ungefragt mit einem Satz auf meinem Schoß landete oder aber sämtliche Sachen abspult, die sie schon kann (Sitz, Platz usw. - alà "Kuck mal, was ich alles kann und wie toll lieb ich bin und nun lob mich auch dafür.").

    Das war der Moment, wo es meistens rum war und ich anfing zu lachen.

    Und ich schwöre, sie WUSSTE das!

    So süß das war, so nervig war es auch (vor allem im Büro).

    Also habe ich mich gewungen, diese Kulleraugen etc. nicht anzusehen und wenn ich kurz vorm Lachen war, bin ich aufgestanden und einfach weg gegangen.

    Wenn sie dann abgedackelt ist, habe ich sie später zu mir gerufen, ihr ein paar Streicheleinheiten oder Spacko-Attacken gegeben und das war dann auch ok.

    Das habe ich vielleicht 10 Mal gemacht und habe seit dem Ruhe.

    Ab und zu versucht sie es noch, aber lange nicht mehr so penetrant.

    Heute fiept sie ein, zwei Mal und zieht dann ab.


    Weißt du, was ich meine?

    Klar fällt es schwer, aber wenn man erst mal über seinen Schatten gesprungen ist, ist es nicht so schlimm, wie man denkt und vor allem: es funktioniert *g*


    Wenn ich meine an der Leine zu anderen Hunden lasse, wird sie auch blöd. Ich halte auch, ehrlich gesagt, nichts davon.

    Entweder spielen und dann ohne Leine oder eben nicht und dann aber zügig am anderen Hund vorbei.
    Wenn sie beim Vorbeilaufen Theater macht, würde ich sie schon davor mit Leckerli ablenken und mit dem Leckerli über der Nase am anderen Hund vorbei führen.

    So hab ichs auch recht schnell hinbekommen.

    Hast du sie denn schon mal ohne Leine mit einem anderen Hund laufen lassen oder woher die Angst vor einer Rauferei?

    Was macht sie, wenn du sie von der (Schlepp)Leine läßt?

    Den Ausdruck "Protestpinkeln" halte ich persönlich für eine Erfindung von Menschen. Meines Erachtens pinkelt kein Hund absichtlich und um den Menschen zu ärgern in die Wohnung.


    Zu deinen Ängsten und Sicherheiten kann ich die zwei Sachen sagen, die mir sehr geholfen haben:

    1. Relax!
    2. Vertraue deinem Hund!

    Hört sich simpel an, gell? Ist aber was dran.
    Wie du selbst schon erkannt hast, bist du noch relativ unsicher, ängstlich, verkrampft; das überträgt sich natürlich auch auf den Hund.

    Aber es ist auch verständlich, dass man bei seinem ersten Hund oder wenn man ihn noch nicht richtig einschätzen kann, nicht so entspannt ist, wie vielleicht beim zweiten, dritten Hund oder bei einem, den man schon ein paar Monate oder Jahre kennt.

    Zu 2.
    Irgendwann wirst du deinen Wuff von der Leine lassen und wenn du das niemals machst, wirst du nie wissen, wie sie reagiert und/oder ob sie wirklich `ne Klopperei anfängt oder dabei ist.

    Ich persönlich bin der Meinung "Je früher, desto besser."

    Zumindest mal schauen, wie sie überhaupt reagiert. Vielleicht hat sie auch nur `ne große Klappe, weil ja Mama am anderen Ende der Leine noch da ist *gg*

    Paps würde ich ganz klare Regeln aufstellen.
    Mußte ich auch machen und hab blöde Blicke geerntet, aber sie habens letztendlich verstanden, dass ICH nun mal das Frauchen bin und ICH bestimme, wer wie mit meinem Hund umzugehen hat.
    Das ist - finde ich - besonders am Anfang ziemlich wichtig.

    Wenn der eine nämlich so und der andere so macht, kann das nix werden.


    Alles in Allem: du bist völlig normal und deine Gedanken auch :gut:

  • Ich kann nicht mehr. Sie nimmt mir gerade mein Schlafzimmer auseinander. Toilettenrollen liegen zerfetzt auf dem Boden, sie zerkaut ein Kissen, schleppt ihr Schlafkissen durch die Gegend und sobald jemand vor dem Fenster vorbeigeht fängt sie wie wild an zu bellen. Ständig muss ich ihr was aus dem Maul holen. Alles empfindet sie als Spiel.

    Das Wochenende mit meinem Vater war die reine Katastrophe. Sie hat überhaupt keine Ruhe mehr gegeben, alles auseinander genommen und zweimal nach meinem Vater geschnappt. Gestern dann das dritte mal.
    Dann ist gestern endlich die Bestätigung von der Tierhalterhaftpflicht gekommen. Also habe ich direkt bei der Hundeschule bei uns angerufen, die wurde allseits empfohlen. Sie haben gerade Urlaub.
    Dann heute bei der nächsten angerufen, da meldet sich niemand.

    Dieser Hund möchte Rund um die Uhr Aufmerksamkeit. Ignorieren hilft nichts. Sie nimmt einfach alles auseinander. Mittlerweile fängt sie auch schon an, meine Klamotten zu zerfetzten, wenn sie sie irgendwie bekommen kann.

    Alles dreht sich nur noch um den Hund. Ich bin total mit den Nerven fertig. Mein Vater ist fix und alle. Bei meinen Meerschweinen guck ich nur noch kurz rein, versorge sie, und muss dann schon wieder gucken, dass der Hund nicht in der Zwischenzeit wieder irgend eine Scheiße baut.
    Andere Hunde bekommen mitlerweile schon Angst vor ihr.

    Was hab ich bloß für einen Mist gebaut. Die Ablehnung gegen den Hund wird immer größer. Ich empfinde sie als extreme Last und werde schon richtig körperlich krank davon. Ich will ihr doch nur Gutes, dass sie ein schönes Zuhause hat wo sie sich wohl fühlt. Ich kann mich aber doch nicht 24 Stunden am Tag um diesen Hund kümmern. Kann mich doch nicht ständig damit rumquälen, dass ich denke das es dem Tier schlecht geht.

  • Bhu, das tut mir leid für dich.

    Klingt nicht so berauschend... und dass dir da langsam die Nerven ausgehen ist klar.

    Ich bin sicher, dass es hier Leute gibt, die mehr Erfahrung mit solchen Hunden haben als ich, daher schups ich das hier mal etwas hoch.

    Ich selbst würde wohl zu einem Laufstall greifen. Oder gegebenenfalls zu einer Box um selbst etwas Ruhe zu bekommen (was nicht garantiert ist, da sie ja sicher auch geräusche machen kann) und den Hund zu "zwingen", ruhig zu werden.
    Ein Laufstall deshalb, weil er etwas mehr Platz bietet als eine Box, aber den Hund von DEINEN Sachen fern hält, von dem aus, sie dich aber immer noch sehen kann, also am Leben teil hat. Nicht in ein separates Zimmer sperren.

    Ich würde das wohl ungefähr so machen:

    Hund rennt, zerstört, kläfft -> kommentarlos ab in den Laufstall und wieder tun was ich vorher tat.

    Hat sich der Hund beruhigt und döst langsam, Laufstall auf, Hund darf raus.

    Dreht er wieder auf -> Spiel von vorne.

    Anfangs würde ich ihm da gar nichts mit rein stellen, damit wirklich Ruhe in die Sache kommt.
    Irgendwann würde ich dann ein Spielzeug rein geben, damit er weiss, das was da drin ist, ist mir. Das darf ich auch kaputt machen...

    Ich würd dann auch mal ab und an zu ihr hin sitzen, damit sie Kontakt aufnehmen kann, sie streicheln.

    Was wohl am wichtigsten ist, sicher aber auch am schwierigsten, ist, dass du dir weder deine Wut noch deine Unsicherheit oder dein schlechtes Gewissen anmerken lässt. Das merkt der Hund auch und die Spirale dreht sich weiter.

    Kannst du sie denn für Übungen oder Spiele begeistern? Dinge, die ihr zusammen macht, nicht Dinge, die sie alleine tut?

    Hoffe wirklich, dass ihr zusammen findet.

  • Ich bin wieder auf dem Boden. Beim letzten Beitrag war ich total fertig. Mittlerweile hatten wir auch wieder gute Tage dazwischen. Wobei dann gestern wieder einer der schlimmsten überhaupt war. Vielleicht lag es daran, das Sonntag war und alle Familienmitglieder zu hause waren. Abends ist sie komplett "durchgeknallt". Sie ist uns ständig nachgelaufen, hat die Gardinen zerfetzt, ihre Decken zerwühlt und zerfetzt, ständig ihren Schwanz gejagt, ist die Treppe hoch und runter gefegt und durchs ganze Haus getobt. Sie hatte bis 20 Uhr nur einen kleinen Moment wo sie sich auf ihre Decke gelegt hatte und da waren ihre Augen auch sofort zu und sie hat geschlafen. Das war, als wir alle beim Abendessen gesessen haben. Beim Tisch abräumen fing das ganze dann von vorne an.

    Mir ist dann die Hutschnur gerissen und ich habe sie in den Flur gesperrt. Die Türen bestehen aus Milchglas wo man teilweise durchgucken kann. Sie kann uns sehen und hören. Komischerweise hat sie sich da fast sofort beruhigt und auf ihre Decke gelegt und hat uns beobachtet. Ließen wir sie rein, ging's wieder los.

    Um halb neun war es dann o.k. Sie hat sich erst auf ihren Platz im Wohnzimmer gelegt und sich dann in den Flur verkrochen und fest geschlafen.

    Ich weiß, dass ich nerve und mich wahrscheinlich total lächerlich mache. Der Hund ist die Beste Diät. Ich bekomm nichts mehr runter.

    7 Uhr kurze Pippi Runde
    9 Uhr Snackball mit Frühstück
    12 Uhr 1 Stunde durch Wald und über die Straße
    14 Uhr eine Straußensehne zum Kauen
    16 Uhr kurze Pippi Runde
    18 Uhr Spielen und Kommandos üben (ca. 20 Minuten)
    danach habe ich versucht sie mir ihrem Abendessen ins Auto zu locken (Schnauze war schon drin :smile: )

    18:30 bis 20:30 Uhr komplett überdreht
    22 Uhr letzte kurze Pippi Runde

    Das war viel zuviel, oder? :sad2:

    Heute morgen hat sie dann viel länger geschlafen als sonst.
    Alles im allen waren das gestern noch nicht einmal 2 Stunden die sie neben dem "Durchknallen" an Aktivität hatte. Reicht dem Hund das und wir unterschätzen das total? Das sie ausgeflippt ist, ging erst los als ich um 18 Uhr mit ihr draußen war und wir wieder rein sind. Zum Spielen hatte sie draußen gar keine richtige Lust.
    Ist ihr die ganze Welt zuviel, weil sie eben nur das Tierheim kennt, und wir sollten noch weiter runter fahren? Ist es denn schlimm, wenn wir sie in den Flur "sperren"? Ist das noch zusätzliche Quälerei für sie?

    Eigentlich müsste mir mal jemand richtig in den Hintern treten. :sad2: :sad2:

    fläcki: Ein Laufstall würde wahrscheinlich nicht funktionieren, da sie mit ihrer Schulterhöhe von 54 cm doch schon ziemlich groß ist. Vielleicht ist der Flur ja ein ähnlicher Ersatz.

  • Hi du

    Ich finde nicht das das zu viel ist.

    Ich würde den Snackball durch ein Suchspiel ersetzen, bei dem sie nichts hinter her jagt. Aber das ist Ansichtssache.
    Ich hatte eine Zeit lang auch so einen Ball, meine fand das Essen darin doof und das rumtreiben super. Dann kam er weg. Das hat sie richtig aufgedreht.

    Dass sie im Flur ruhig war ist doch schon mal super! :gut: Das hat sie offenbar nicht gequält, wie du befürchtest, sonst hättest du das gemerkt.

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    da waren ihre Augen auch sofort zu und sie hat geschlafen. Das war, als wir alle beim Abendessen gesessen haben. Beim Tisch abräumen fing das ganze dann von vorne an.

    Zitat

    Komischerweise hat sie sich da fast sofort beruhigt und auf ihre Decke gelegt und hat uns beobachtet. Ließen wir sie rein, ging's wieder los.

    Scheint so, als käme sie nur zur Ruhe, wenn ihr zur Ruhe kommt. Bzw, wenn ihr euch irgendwo still haltet.
    Meine hat das, wenn wir irgendwo hin zu besuch gehen. Sie kann erst liegen, wenn alle irgendwo sitzen oder eben "angekommen" sind.

    Das mit dem Laufstall ist dann wohl wirklich nichts :smile: Ich persönlich finde den Flur mit Glastür nicht schlimm, kannst sie ja auch anbinden, und die Tür auf lassen, dann sieht sie euch noch besser. Oder du machst so ein Kinderschutzgitter in die Tür.
    Für mich scheint es aber (von so weit her betrachtet), als wäre der Ort für sie ok, dann kannst du das für dich nutzen.

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    Um halb neun war es dann o.k. Sie hat sich erst auf ihren Platz im Wohnzimmer gelegt und sich dann in den Flur verkrochen und fest geschlafen.

    Hat sie da auch einen Schlafplatz? Im Flur? Scheint als gefiele es ihr da.

    Zitat

    Ich weiß, dass ich nerve und mich wahrscheinlich total lächerlich mache.

    Blödsinn! Du machst dir Gedanken, wie du aus einer ziemlich anstrengenden Situation raus kommst, ist doch toll.
    Nerven tut das keinen, glaub mir. Frag weiter, dafür ist das Forum da.
    Irgendwann wird jemand von deinen Erfahrungen profitieren können.

    Wünsche dir weiterhin viel Geduld und Kraft

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