Diskrepanz in Aussagen über Erziehungsmassnahmen

  • Zitat

    Also locker 90% meiner Hier-Rufe sind "grundlose" Trainingseinheiten. Heute morgen kam es drauf an, da hat er in 200m Entfernung seinen Hundekumpel gesehen. Sämtliche Hiers und Neins waren ihm egal, er ist hingelaufen und hat mich völlig ignoriert.

    Genau da liegt dein Fehler.

    Dein Hund wird aller Wahrscheinlichkeit nach nie gut hören, wenn er merkt, es geht auch anders.

    In deiner Oben genannten Situation gibt es viele Möglichkeiten zu reagieren, abereinige sind nicht produktiv :D

    1. Das was du gemacht hast: rufen, rufen, rufen schlecht, weil der Hund lernt, dass er deine Kommandos einfach ignorieren kann

    2. Bestrafen (Rappeldose, Sprayhalsband etc.) schlecht, da das den Hund verunsichert und zu Fehlverknüpfungen führen kann

    3. Nicht rufen eine Möglichkeit, es versut dir dein Kommando wenigstens nicht

    4. Einmal rufen und versteckengut, denn dein Hund merkt, dass es negative Konsequenzen hat, dich zu ignorieren

    5. Den Hund sichern und das Kommando durchsetzen→ lerneffekt

  • Zitat

    Kürzlich hat die Kommando-Befolgung unglaublicherweise sogar mit einer Eichhörnchen-Ablenkung geklappt. Heute morgen ist er ausgeflippt, als er einen befreundeten Hund gesehen hat.

    Ein Steigerungstraining mit Ablenkungen wäre somit schlecht möglich.

    dann musst du in deinem trainingsaufbau noch einmal einen schritt zurück gehen und üben, üben, üben :D

    wenn du unter STARKER ablenkung (wie hier der hundekumpel) übst, mussst du den hund absichern (hier mit schleppleine) um den hund dann bei nichtbefolgen (NUR EINMAL RUFEN) dann sofort korrigieren zu können!

  • Zitat

    4. Einmal rufen und versteckengut, denn dein Hund merkt, dass es negative Konsequenzen hat, dich zu ignorieren

    Schon ausprobiert, das juckt ihn nicht, er läuft dann zum Auto und verharrt dort schön im Sitz bis ich komme.

    Zitat

    5. Den Hund sichern und das Kommando durchsetzen[b]→ lerneffekt

    Zitat

    Der ist superflink. Wenn er es nicht will, kriegt den keiner.

  • Mit Hund sichern meine ich eine Schleppleine ;)
    Da brauchste nicht flink sein, nur brav die Schlaufe festhalten.
    Wenn du dich (hoffentlich) dafür entscheidest, es zumindest mal auszuprobieren, hier können dir viele Leute Tips geben :smile:

  • Arbeitest du schon damit, und wenn ja, wie? und wenn nein, wärest du bereit?

  • Zitat

    Du obliegst einem Fehler, der hier sehr verbreitet ist; Du vermenschlichst den Hund.

    #

    Ich glaube eher, dass du da etwas noch nicht verstanden hast.

    Menschen und Hunde sind sich in sehr vielen Punkten sehr ähnlich, wenn man die richtigen Aspekte deutet.

    Du hast nach Leinenruck und Strafen gefragt, weißt nicht, wie du deinem Hund den zuverlässigen Gehorsam beibringen kannst und anstatt, dass du jeden Befehl konsequent durchsetzt und dann auch dementsprechend belohnst, rufst du lieber zigtausend mal und bist sauer auf den Hund, weil er sich ja deinem Befehl "verweigert".

    Dabei übersiehst du den Aspekt, dass gerade hier eine Vermenschlichung deinerseits stattfindet, denn Befehle, wie wir sie verwenden, gibt es in der Hudnesprache nicht!
    Es gibt höher- und nidriger gestellte Tiere, überschreitet das niedrigere Tier eine Grenze beim höheren, wird es gerade so stark gemaßregelt, dass es weiß, wo hier seine Fehler lagen.
    Jedoch wird kein Tier von einem anderen erwarten, dass es "Kommandos" befolgt und ebenso wird sich kein tier von einem anderen herumkommandieren lassen.

    Dein Hund folgt dir doch (beim ersten mal) weil er gelernt hat, dass es vorteilhaft ist für ihn zu tun und das zu erreichen, hatnatürlich auch ne Menge mit Durchsetzungsvermögen zu tun.


    Dein Hund ist doch nicht dumm.
    Erstens : Er ahnt zwar schon, was du mit dem "Hieer" meinst, da das Kommando aber auch verwendet wird, wenn er garnicht kommen soll (so denkt er, da du es ja nicht durchsetzt oder erst viel zu spät) ist er verunsichert und es hat nur eine geringe Bedeutung.
    Und Zweitens: er weiß, dass das Befolgen deines Befehls ihm nichts bringt. Kein Lebewesen macht etwas, ohne dadurch Vorteile für sich zu erfahren - Hunde sind Egoisten und genau das ist dein einziger Punkt in der Hundeerziehung, an dem du ansetzen musst.

    Das heißt im Klartext für dich:
    Du musst jeden Befehl konsequent durchsetzen , aber dann beim befolgen deinem Hund zeigen, dass es sich gelohnt hat und du hast natürlich nur zu rufen, wenn du weißt, dass der Hund auch kommt und du hast natürlich nur "Sitz" unter Ablenkung zu sagen, wenn dein hund so abgesichert ist, dass er den Befehl ausführen muss, bevor er auf Kommando losdüsen darf.

    LG Jana

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!