Ich glaub ich erzieh mir nen Jogger- und Fahrrad-poebler....
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Shoppy...wir können noch zwei Tage lang schreiben und werden nicht auf einen Nenner kommen! Deine Methode scheint bei deinem Hund zu funktionieren, meine Methode bei meinen Hunden...belassen wir es dabei!
Es gibt wirklich viele Wege, die nach Rom führen und jeder Hundehalter sollte die für sich und seinen Hund passende wählen...Patentrezepte scheint es nicht zu geben...
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Hallo,
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Shoppy...wir können noch zwei Tage lang schreiben und werden nicht auf einen Nenner kommen! Deine Methode scheint bei deinem Hund zu funktionieren, meine Methode bei meinen Hunden...belassen wir es dabei!
Es gibt wirklich viele Wege, die nach Rom führen und jeder Hundehalter sollte die für sich und seinen Hund passende wählen...Patentrezepte scheint es nicht zu geben...
genau so ist es
schlussendlich muss jeder die beste methode finden mit seinem hund umzugehen. -
Wie schade, dass man bei "und wenn wir mit nichts Nettem mehr weiter kommen, hauen (auch hier nicht wörtlich zu nehmen) dann doch drauf"-Methoden immer wieder die "viele Wegen nach Rom" Argumente zur Hilfe herbei zu zerren versucht.
Denn die verschiedenen Wege führen tatsächlich NICHT alle nach Rom, jedenfalls nicht in den gleichen Stadtteil - und, was wichtiger ist, die Wahrnehmung von Rom unterscheidet sich bei den beiden Wegen gewaltig!.
Es MACHT einen Unterschied, wie man nach Rom gelangt, denn es wird niemals nur ein "Verhalten" verknüpft, sondern immer auch ein klassisch konditioniertes Gefühl.
Ich kann nicht nachvollziehen, wieso ihr das ausser Acht lassen wollt?
Die "Auf die Mütze"-Methoden haben gravierende Nebenwirkungen, die vielleicht nicht sofort erkennbar sind, und die wenn sie dann auftreten, auch nicht mehr mit der "Jogger-Mütze" in Verbindung gebracht werden können.
Womit sie sich aber auf alle Fälle Verknüpfen ist mit der Anwesenheit von Herrchen/Frauchen.
Herrchen/Frauchen + Jogger = auf die Mütze kriegen.
Herrchen/Frauchen + Radfahrer = auf die Mütze kriegen
Herrchen/Frauchen + Reiter = auf die Mütze kriegen
Herrchen/Frauchen + anderer Hund = auf die Mütze kriegenHunde sind schlecht im Generalisiseren, aber ganz hervoragend darin zu differenzieren. Was ist in den Beispielen wohl der gemeinsame Nenner, mmmhh grübel, denk kopfzermarter.
Sie sind offentsichtlich und auf den Ersten blick zu erkennen:
Herrchen/Frauchen + egel was = vielleicht auf die Mütze kriegentolle Verknüpfung...
Und noch mal zu dem Jogger - Du hast geschrieben, dass der Hund "Die Mütze" tatsächlich mit dem Jogger verknüpfen soll.
Ja, das klappt vielleicht sogar (wenn man das differenzierungsproblem mal aussen vor läßt), aber ziemlich sicher verknüpft es der Hund NICHT mit seinem Verhalten.Weil er nämlich gar nicht in der Verfassung ist, zu lernen, während er pöbelt,
Während er pöbelt, werden vom Körper Streßhormone ausgeschüttet, die unter anderem schmerzlindern sind - siehe "Runners High" oder auch "Adrenalin-Kick". Die "Mütze" trägt nichts dazu bei, diese Hormonausschüttung zu verhindern, im Gegenteil!Das einzige, was die Mütze bewirkt, zumindest bei leicht beeindruckbaren Hunden, ist, dass ihr Verhalten für eine unbestimmte Zeit gehemmt wird.
Wichtig in dem Satz ist das Wort "unbestimmt" das Verhalten ist nicht weg, sondern nur gehemmt, und wird, bei genügender Intensität des Auslösereizes wieder auftreten, in dem Fall wahrscheinlich mit größerer Intensität, als das jetzige Verhalten.
Es IST wirkungsvoll, die Einstellung des Hundes zum Jogger zu verändern, aber nicht in "oh scheiße, immer wenn so einer auftaucht, wird Herrchen/Frauchen aggressiv gegen mich" sondern in "so ein Läufer ist toll - da springt immer was tolles bei mich dabei raus!"
Das ganze ist nicht auf meinem Mist entsprungen, sondern beruht auf jahrelangen Forschungen. Wer da zu mehr wissen will, kann mit "Das Aggressionsverhalten des Hundes" von James O'Heare anfangen, und dann mit den darin zitierten Quellen weitermachen...
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Konnte leider ein paar Tage nicht ins Internet... aber nochmal danke, die Beitraege sind super und ich find die Diskussion echt interessant, da sie so viele Fragen zum Thema positive/negative Bestaetigung aufwirft.
Ich hab uebers Wochenende noch weiter geuebt mit dem Joggerschreck - mit gemischtem Erfolg. Aber vielleicht darf ich so schnell keine Wunder erwarten. Am besten scheint sich noch das sture Weitergehen bzw. Richtungswechseln zu bewaehren, da ist er am schnellsten wieder ruhig. Was ihn erst recht rasend macht, ist wenn ich seine Aufmerksamkeit versuchte zu erzwingen, wenn er schon aufgeregt ist (z.B. ich blockiere den Sichtkontakt zum Jogger und sage streng NEIN und SITZ, und er versucht dann immer wilder zwischen meinen Beinen durchzukommen und regt sich erst recht auf, je "haerter" ich ihn stimmlich anfasse). Nicht gut, seh ich ein. Aber freudig "ablenken", d.h. bespassen, kann ich in dem Moment auch vergessen. Also renn ich einfach weg mit ihm an der Leine, da muss er zwangslaeufig mit, und Laufspielchen macht er eh gerne.
Ueber das Problem, Jogger/Radfahrer nicht negativ zu verknuepfen, hab ich auch schon nachgedacht. Hier sind ein paar meiner Gedankenerguesse, ihr duerft ruhig lachen!
1. Viele meiner Kollegen (die meisten kennt Milo gut), joggen ab und zu in der Mittagspause. Hab mal angedacht, dass man sich ja "zufaellig" treffen koennte, bzw ich absichtlich an deren Strecke entlang gehe. Milo koennte aus einiger Distanz zuschauen, und wenn er ruhig ist, bleiben die Kollegen stehen, kommen rueber und wir unterhalten uns ganz laessig, er kriegt ein Gutzi, und sie laufen weiter. Und das moeglichst oft machen, mit unterschiedlichen Leuten.
2. Hab auch schon ueberlegt, ob ich mich auch mal ab und zu in Joggerkluft werfen und das "Opfer" spielen soll (sollte eh mal wieder Sport machen...), waehrend Milo mit meiner Kollegin spazieren geht (bei der er recht gut hoert und die ihn dann sitzenlassen soll). So quasi, als Belohnung fuers Bravsein kommt der geheimnisvolle Jogger rueber und ist das sehnlichst vermisste Frauchen. Oder verwirrt das den Hund zu sehr?
3. Heute bin ich mal spasseshalber im Hof mit dem Fahrrad im Kreis um meinen Hund herumgefahren, waehrend Hundi mit einem Stueck Holz beschaeftig war. Erst war ihm das Fahrrad ziemlich suspekt, aber dann hat er wohl geschnallt dass da auch ein Mensch dazugehoert. Dann hat es ihn nicht die Bohne interessiert. Vielleicht muss ich einfach oefter selber mit ihm radfahren (natuerlich nur Schritttempo oder schieben)?
Keine Angst, ich wuerd das alles nicht "einfach so mal" machen, ohne mich vorher von nem Trainer beraten zu lassen. Aber mir ging eben auf, dass es ja zig Moeglichkeiten gibt, mit dem Hund zu ueben, ohne dass es immer der Ernstfall sein muss (d.h. fremde Leute, am besten mit Hundephobie :/ ).
Ach ja, und falls das alles Unsinn ist, wuerd ich es doch lieber mit nem Trainer zusammen ueben. Kennt jemand nen guten im Raum Zuerich?
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1. Viele meiner Kollegen (die meisten kennt Milo gut), joggen ab und zu in der Mittagspause. Hab mal angedacht, dass man sich ja "zufaellig" treffen koennte, bzw ich absichtlich an deren Strecke entlang gehe. Milo koennte aus einiger Distanz zuschauen, und wenn er ruhig ist, bleiben die Kollegen stehen, kommen rueber und wir unterhalten uns ganz laessig, er kriegt ein Gutzi, und sie laufen weiter. Und das moeglichst oft machen, mit unterschiedlichen Leuten.Die Idee ist gut. Ich bin damals bewußt in Joggerstrecken gegangen. Man nennt das desensibilisieren. Du kannst auch erst die Jogger deinem Hund vorstellen. Wichtig ist, dass genügend Abstand bleibt, nicht dass dein Hund sich einen Jogger krallt. Die Jogger sollen langsam am Hund vorbeigehen, ja nicht rennen. Das kannst du üben, wenn dein Hund mit der Situation besser klar kommt. Verlange nicht zuviel in der kurzen Zeit, das dauert.
2. Hab auch schon ueberlegt, ob ich mich auch mal ab und zu in Joggerkluft werfen und das "Opfer" spielen soll (sollte eh mal wieder Sport machen...), waehrend Milo mit meiner Kollegin spazieren geht (bei der er recht gut hoert und die ihn dann sitzenlassen soll). So quasi, als Belohnung fuers Bravsein kommt der geheimnisvolle Jogger rueber und ist das sehnlichst vermisste Frauchen. Oder verwirrt das den Hund zu sehr?
Würde ich nicht machen. Erstens erkennt ein Hund, dass du das bist und zweitens würde ich den Job nicht einem Fremden überlassen, den Hund ruhig zu bekommen.3. Heute bin ich mal spasseshalber im Hof mit dem Fahrrad im Kreis um meinen Hund herumgefahren, waehrend Hundi mit einem Stueck Holz beschaeftig war. Erst war ihm das Fahrrad ziemlich suspekt, aber dann hat er wohl geschnallt dass da auch ein Mensch dazugehoert. Dann hat es ihn nicht die Bohne interessiert. Vielleicht muss ich einfach oefter selber mit ihm radfahren (natuerlich nur Schritttempo oder schieben)?
Ja, je normaler die Dinge für deinen Hund werden, desto unwichtiger werden die. Und künstliche Situationen zum Üben zu schaffen, ist nicht verkehrt.
Ach ja, und falls das alles Unsinn ist, wuerd ich es doch lieber mit nem Trainer zusammen ueben. Kennt jemand nen guten im Raum Zuerich? -
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Am besten scheint sich noch das sture Weitergehen bzw. Richtungswechseln zu bewaehren, da ist er am schnellsten wieder ruhig.
Das ist logisch. Wenn Du die Distanz zum Auslöser vergrößerst, verrigerst du im gleichen Maße seine Notwendigkeit, sich darüber aufzuregen.Das ist ein Ansatzpunkt zum Training: finde raus, welchen Abstand er zum Jogger benötigt, um ein von dir gewünschtes Alternativverhalten ausführen zu können.
Tipp: anfangs eignet sich "sitzen" oftmals deshalb ganz gut, weil Mensch dabei nicht auch noch eigene Bewegung koordinieren muß, sprich, es ist für den Mensch leichter, den Hund auf sich zu konzentrieren, gutes Verhalten zu markieren und zu bestärken.
Mit zunehmendem Trainingsfortschritt kannst Du die Distanz zum Jogger verringern. Wenn der Joggerschreck auf geringere Distanz dann ganz gut sitzen bleiben kann, fängst Du wieder in größerem Abstand an, das ganze nicht emhr statisch ("sitzen"), sondern bspw. an lockerer Leine gehend, zu üben.Zitat
Was ihn erst recht rasend macht, ist wenn ich seine Aufmerksamkeit versuchte zu erzwingen, wenn er schon aufgeregt ist (z.B. ich blockiere den Sichtkontakt zum Jogger und sage streng NEIN und SITZ, und er versucht dann immer wilder zwischen meinen Beinen durchzukommen und regt sich erst recht auf, je "haerter" ich ihn stimmlich anfasse). Nicht gut, seh ich ein. Aber freudig "ablenken", d.h. bespassen, kann ich in dem Moment auch vergessen. Also renn ich einfach weg mit ihm an der Leine, da muss er zwangslaeufig mit, und Laufspielchen macht er eh gerne.Wenn er Laufspielchen bestärkend findet, mußt du darüber nachdenken, welches Verhalten Du damit bestärkst... Wenn er da gerade schon am pöblen war, bestärkst Du u.U. genau das...
Stell ihm die "seh den Jogger und bleib ruhig dabei"-Aufgabe so, dass er sie erfolgreich meistern kann (also mit einer genügend großen Distanz zum Jogger....).
Auf was ich bisher auch noch nicht eingegangen bin: ich halte es für kontrapruduktiv, den hund dabei zu "bespaßen", wenn darunter verstanden wird, dass man sich selber dabei schnell bewegt, aufgeregt redet, oder den hund versucht, mit einem zappelnden Spielzeug "abzulenken". Eines der von Fr. Rugaas benannten Beschwichtigungssignale ist "Zeitlupenbewegung" - jedenfalls, wenn der Körper dabei entspannt ist.
Ich habe mit Leinenpöblen den meisten Erlfolg, wenn sie den "Reiz" in einer für sie handlebaren Entfernung war nehmen können, wenn ich dan sofort mit dem Bestärken anfange und es häufig und großzügig tue, ich es schaffe dabei ruhig zu stehen (oder je nach Trainingsfortschritt ruhig zu gehen), und wenn ich ein Signal für "da kommt ein Jogger" einführe.Zitat
Ueber das Problem, Jogger/Radfahrer nicht negativ zu verknuepfen, hab ich auch schon nachgedacht. Hier sind ein paar meiner Gedankenerguesse, ihr duerft ruhig lachen!1. Viele meiner Kollegen (die meisten kennt Milo gut), joggen ab und zu in der Mittagspause. Hab mal angedacht, dass man sich ja "zufaellig" treffen koennte, bzw ich absichtlich an deren Strecke entlang gehe. Milo koennte aus einiger Distanz zuschauen, und wenn er ruhig ist, bleiben die Kollegen stehen, kommen rueber und wir unterhalten uns ganz laessig, er kriegt ein Gutzi, und sie laufen weiter. Und das moeglichst oft machen, mit unterschiedlichen Leuten.
Das ist eine super Idee. Such Dir einen Platz an der Strecke, an dem Du die Distanz zum Jogger so einrichten kannst, dass Milo Erfolg hat.
Du kannst anfangen, ihn zu bestärken, sobald er den Jogger wahr nimmt, aber ver giß die "ein guzi" Idee - gib ihm viele winzige aber saugute Leckerchen hintereinander in 1-3 Sekunden Abstand, solange er ruhig ist:
Du willst einen Kontrast: ruhiges "Joggergucken" = viel Leberkäse / aufregen beim "Joggergucken" = end of Leberkäse (Anmerkung, jaaaa, ich würde anfangs fast Ausschließlich mit Essen arbeiten, weil das das "ruhuigbleiben" fördert - spielen halte ich anfangs für Kontraproduktiv.
Später kann man aber mit den BEstärkern so variable werden, wie man kreativ ist...)
Und lass die Kollegen auch nicht auf ein Schwätzchen ran kommen - wenn sie sich eh schon als "Joggerdummies" zur verfügung stellen, nutze sie lieber, und lasse sie mehrfach hin und herlaufen, damit Du ihre Joggingzeit für viele, viele, viele Bestärkungen nutzen kannst.Zitat
2. Hab auch schon ueberlegt, ob ich mich auch mal ab und zu in Joggerkluft werfen und das "Opfer" spielen soll (sollte eh mal wieder Sport machen...), waehrend Milo mit meiner Kollegin spazieren geht (bei der er recht gut hoert und die ihn dann sitzenlassen soll). So quasi, als Belohnung fuers Bravsein kommt der geheimnisvolle Jogger rueber und ist das sehnlichst vermisste Frauchen. Oder verwirrt das den Hund zu sehr?
Würde ich erst in sehr fortgeschrittenem Training machen, denn es ist eine ziemlich schwierige Generalisierungsübung für Deinen Hund: nicht dass Du plötzlich joggst, sondern, dass er bei jemand anderem sein geübtes Verhalten zeigen soll.
Es ist eine gute Übung! MAcht aber nur Sinn, wenn er auch tatsächlich mit anderen Menschen spatzieren gehen soll.Zitat
3. Heute bin ich mal spasseshalber im Hof mit dem Fahrrad im Kreis um meinen Hund herumgefahren, waehrend Hundi mit einem Stueck Holz beschaeftig war. Erst war ihm das Fahrrad ziemlich suspekt, aber dann hat er wohl geschnallt dass da auch ein Mensch dazugehoert. Dann hat es ihn nicht die Bohne interessiert. Vielleicht muss ich einfach oefter selber mit ihm radfahren (natuerlich nur Schritttempo oder schieben)?
Radfahren ist sicher eine tolle Beschäftigung. Nur mußt Du, bevor Du das da betreiben kannst, wo Euch andere Fahrer oder Jogger begegnen, seine Probleme mit ebenjenden Auslösern behoben haben, sonst segelst Du nämlich wunderschön von deinem Zweirad runter.
Das ist wieder eine Übung für den "sehr Fortgeschrittenen" Hund. --> die Aufgabe "Jogger sehen und ruhig bleiben" ist um so schwieriger, desto schneller der Hund dabei selber unterwegs ist...Zitat
Keine Angst, ich wuerd das alles nicht "einfach so mal" machen, ohne mich vorher von nem Trainer beraten zu lassen. Aber mir ging eben auf, dass es ja zig Moeglichkeiten gibt, mit dem Hund zu ueben, ohne dass es immer der Ernstfall sein muss (d.h. fremde Leute, am besten mit Hundephobie :/ ).Ach ja, und falls das alles Unsinn ist, wuerd ich es doch lieber mit nem Trainer zusammen ueben. Kennt jemand nen guten im Raum Zuerich?
Fang mit "sitzend Jogger gucken auf große Distanz" an, und arbeite Dich langsam (seeeeehr langsam!!
) näher ran. Übrigens, es macht auch einen großen Unterschied, wie schnell der Jogger unterwegs ist. Wenn Du einen Kollegen hast, der sich als "Opfer" zur Verfügung stellen mag, ist das ein Punkt an dem ihr rumspielen könnt, wenn es z.B. Probleme gibt, wenn Ihr bei einer Distanz von ich sach ma 2 Meter angekommen seid, und Milo das patou nicht verpacken kann, könnt Ihr versuchen, ob es ihm Hilft, wenn der Jogger dann in ca. 5m Abstand "in Schritt" schaltet, langsam an Euch vorbei geht, und wenn er 5 Meter an Euch vorbei ist, langsam wieder in Trab hochschaltet. Nach und nach kann dann die "Schritt-Passage verkürzt, und oder das Tempo weniger gedrosselt werden.
Toll ist, dass du schreibst, dass mehrere Deiner Kollegen joggen - denn an je mehr "Opfern" du die einzelnen Szenarien durchtrainieren kannst, desto besser natürlich.Das ganze klingt langsam und langweilig und zeitraubend.
Ist es aber nicht, wenn Du folgendes beachtest:
Die Bestärkung müssen mindestens im Lotto-Jackpot-Wertigkeitsbereich liegen und großzügigst verteilt werden.
Starte auf einer Distanz, die Milo Erfolg (und damit ziemlich viele Jackpot-Gutis) garantiert.
Taste Dich nur vorwärts, wenn er ein bis zwei Tage (oder aufeinanderfolgende Sessions) auf die derzeitige Distanz erfolgreich war.
Wenn er doch mal lospoltert, versuche mit einigen ehr langsamen Schritte etwas die Distanz zu vergrößern, ihn wieder ruhig zu bekommen, damit er wieder erfogreich ist. NICHT aus der Situation ganz und vorallen Dingen raus RENNEN!!
Üb nicht, wenn er (oder auch Du) eh einen schlechten Tag hast...
Sei selber möglichst ruhig und entspannt: stelld Dir zu Hause auf dem Sofa genau vior, wie es aussehen soll: Hund sitzt (und kriegt Keks), die Leine ist locker (der Hund bekommt Keks), der Jogger kommt näher (Kekse), der huns beleibt ruhig (mehr Kekse), der Jogger läuft winkend vorbei (Kekse) und hund sitzt immer noch ruhig, wow!Wenn Dein Bauch sagt - das kann er jetzt nicht, das klappt nicht, versuch langsam und ruhig den Abstand zum Jogger zu vergrößern - denn es wird dann auch tatsächlich nicht klappen - und durch die Distanzvergrößerung verhinderst du dann wenigstens, dass er sein Pöblen üben muß.
Genau, muß, denn er kann einfach nicht anders - Pöblen ist das Verhalten, dass für ihn Momentan "funktioniert" egal warum...
Jetzt muß Du ihm "erklären" warum "ruhig Joggergucken" für ihn viel lohnenswerter ist.
Hunde machen nur was funktioniert! -
Hallo,
will mich auch kurz dazu äußern, ohne dass ich alle Beiträge gelesen habe:
Mein Hund Kimber hat von Anfang an Jogger, Radfahrer, rennende Kinder, Autos und überhaupt alles was sich schneller bewegt fixiert und wollte hinterher rennen. (Hat einmal ein Kind von den Rollschuhen geholt und einmal nen Radfahrer zur Vollbremsung gezwungen, von den vielen Joggern die er erschreckt hat will ich gar nicht reden)
Seid Kimber nun 7 Monate ist arbeiten wir mit dem Clicker. Bei Radfahrern, Kindern, Joggern usw. nehm ich ihn an die Leine und clicker ihn daran vorbei. Klappt super. Manchmal lass ich ihn sogar ohne Leine im Fuß.
Aber bei Autos funktioniert das bei uns leider nicht. Ich lass ihn absitzen (sonst hab ich ihn gar nicht mehr unter Kontrolle) Er fixiert das Auto mit den Augen und ich bin schon froh, wenn das Auto vorbeifährt ohne dass Kimber in die Leine schießt. Ich übe öfters an einer Strasse, wo die Autos allerdings 5 Meter entfernt an uns vorbei fahren. Da kann ich ihn dann auch im Fuß (natürlich an der Leine und mit dem Clicker) gut führen. Kommt das Auto jedoch direkt neben unserem Fußweg muß ich ihn absitzen lassen.
ich vermeide es größtenteils Autos zu begegnen. Habe die Hoffnung aufgegeben, dass Kimber jemals ruhig direkt an fahrenden Autos vorbei geht;-(
So das wollt ich noch kurz loswerden zu dem Thema.
Viele Grüße von Christina
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*lesezeichensetz*
Der Thread interessiert mich, aber habe im Moment keine Zeit alles zu lesen!! -
@ Shoppy, Schopenhauer: Vielen Dank für die klasse formulierten und wirklich hilfreichen Tips!
Hier mal ein Update:
Wir haben das seit letzter Woche immer wieder geübt, eigentlich mit eher mässigem Erfolg und eher noch mehr Rumgepöbel. Also manchmal dachte ich, das wird eher schlimmer als besser
ABER! HEUTE beim Gassigehen! Ich kann es immer noch nicht glauben:
1. Situation (Albtraum...): mein Hund an der Schlepp, anderer Hund an Flexi-Leine kommt angerannt, Rollbraten-Gefahr. Ich leine Milo ab, denn die Umgebung schaut sicher genug aus. Hunde spielen, der andere HH geht mit seinem Hund weiter und ich geh ein paar Schritte in die andere Richtung, damit Milo mir nachkommt. Auf einmal tauchen auf aus dem Nichts: Zwei Jogger, auch noch Männer (laufen i.d.R. schneller), sind nur 20m von meinen Hund entfernt. Und ich bin 30 m entfernt, Hund ist abgeleint, HIER kann ich vergessen. Ich seh schon die Katastrophe vor meinem inneren Auge... und mir wird heiss und kalt, mir verschlägt es die Sprache und meine verschwitzte Hand klammert sich an den Leckerlis fest. Jeden Augenblick macht er nen Satz und düst los... Und was passiert? NICHTS!!! Mein Hund steht, schaut den Joggern entgegen, sie laufen in 10m Entfernung an ihm vorbei, er schaut ihnen nach, schaut zurück zu mir, ich ruf HIER, er kommt angehüpft und ich stopf halb lachend, halb verdattert Leckerlis in ihn rein. Gefreut hab ich mich wie ein Schnitzel!
2. Situation: ein einsames Fahrrad fährt in ca. 50m Entfernung vorbei, Milo (angeleint) schaut, fixiert aber nicht. Ich ruf ihn ins Fuss, er macht es sofort (obwohl das eher ne neue Übung für ihn ist).
3. Situation: ein Jogger (Mann) kommt sehr schnell auf uns zugelaufen, bleibt aber ca. 20m vor uns bei einem Haus stehen und macht Stretching. Ich lass Milo (angeleint) sitzen, als der Jogger noch auf uns zuläuft, und er setzt sich von selber (!!) mit dem Rücken zum Jogger hin und wartet auf sein Gutzi. Wir gehen am stretchenden Jogger vorbei, der für Milo inzwischen Luft ist (klar, er rennt ja auch nicht mehr).
4. Situation: Milo (angeleint) und ich auf nem schmalen Betonwegchen, kein Platz zum Ausweichen. Radfahrerin fährt im Abstand von 1m (!) an uns vorbei. Milo sitzt auf mein Kommando wie ne Eins, mampft Käse (konnt ich zum Glück schnell genug auspacken), knurrt leise als das Fahrrad vorbeisaust, bleibt aber ruhig sitzen.
Das alles wohlgemerkt auf ein und demselben Spaziergang. Was ist da los? Wer hat meinen Hund ausgetauscht? AUF EINMAL???
Hat er etwa nach so kurzer Zeit schon verstanden, was er machen soll? Oder hatte er heute nur mal besonders Hunger? Hab ich endlich den richtigen Belohnungs-Käse gekauft?
Ich darf mich jetzt net zu früh freuen, gell?
Da kommen sicher noch ein paar Rückschläge. Aber toll angefühlt hat es sich trotzdem. -
mensch alex das ist doch klasse!!!
vielleicht gibt es rückschläge, vielleicht aber auch nicht. mach weiter so, denn er scheint zu begreifen was du von ihm willst und es sich auch noch für ihn lohnt.übrigens dein schreibstil ist klasse!

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