Ich glaub ich erzieh mir nen Jogger- und Fahrrad-poebler....
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bei so jungen Hunden würde ich noch gar nicht groß korrigieren und Einfluss nehmen, sondern mit ihnen in einen Park mit vielen, vielen Joggern und Radfahrern gehen, mir ein Buch mitnehmen, mich entspannt hinsetzen, den kleinen Großkotz mit 2-3m anleinen und jedes Theater was kommt komplett ignorieren.
Ist bei dem Wetter zwar bescheiden, aber hilft in dem Alter besser als alles andere.Unterwegs kannst du probieren, ihn einfach und ruhig an einem Pfosten oder Baum anzuleinen, wenn er den dicken Max markiert und einfach weggehen. Kein Ärger, keine Aufregung, sondern ein nüchternes "wenn du pöbelst, pöbelst du ohne mich". Er wird anfangs perplex sein. Diese Ruhe kannst du nutzen für ein Lob. Sobald er ruhig ist, gehst du wieder hin. Lob, ableinen, weitergehen.
Ablenken würde ich ihn nicht, denn er soll sich mit der Situation auseinandersetzen und lernen, was erwünscht ist und was nicht. Je mehr du auf sein Treiben eingehst, desto aufgeregter wird er und setzt das offenbar nach vorne um. Ruhe heißt die Devise.
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Hallo,
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das wirkt bei meinem Wunder, er ist sofort still und hat nur noch mich im blick.
Öfter mal die Leinenschlaufe über einen Zaunpfosten hängen
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feffi: Danke Veronique! Ja, bin grad stolz wie Bolle, dass er das begriffen hat. Ich seh ihn grad mit ganz anderen Augen, weil er so toll mitmacht, sieht aus als motiviert ihn das zusätzlich. Ich hab gemerkt, ich denk nicht mehr gleich "Oh Sch..., ein Jogger, jetzt geht er gleich wieder ab", sondern eher "Ui, Jogger, wollen wir doch mal sehen, ob das wieder so schön klappt wie vorhin"...
Hatten auf dem Heimweg nochmal drei Begegnungen auf engstem Raum (1. an der Uni: Mann von hinten, der eng an uns vorbei ging und dann direkt vor uns anfing zu rennen ->musste wohl das Tram erwischen, 2. Radfahrerin, kommt uns an einem Engpass entgegen, 3. Radfahrer im Dunkeln von hinten, 1-2m Entfernung). Bei 1. und 3. hat mein Hund kaum reagiert, ist brav Fuss gegangen. Bei 2. hab ich nicht schnell genug reagiert, da sprang er kurz in die Leine, kam dann aber ohne Ziehen meinerseits Sekunden später ins Fuss. Ich seh echt, wie es in dem Moment in seinem Kopf rattert und er sich zusammen reisst (für die Belohnung, klar). Deshalb spar ich mir auch inzwischen das NEIN, sondern versuche stattdessen, nur FUSS oder SITZ zu sagen. Wenn ich sehe, dass er sich eh kaum interessiert (z.B. wenn der "Feind" weit weg ist), mach ich gar nichts und geh normal weiter. Gucken darf er ja schliesslich.
@ LaGuapa: Na ja, wir müssen leider schon immer unter Extrem-Bedingungen üben. Ich arbeite an einer Universität, da joggt und radelt es an jeder Ecke. Auf dem (Fuss-)Weg zur Arbeit lassen sich solche engen Begegnungen oft schlecht vermeiden, obwohl ich schon immer versuche, ein bisschen Distanz zu halten. Das mit der Bank ist trotzdem ein guter Tip. Ich hab das bei schönem Wetter manchmal bei uns auf dem Marktplatz gemacht, damit er sich an spielende Kinder, viele Leute usw. gewöhnt. Das war auch vorher nie ein Problem gewesen, das Pöbeln ging relativ plötzlich vor ca. 3 Wochen los (vielleicht hat er einfach mal angetestet und weitergemacht, weil ich damals falsch reagiert habe).
In einer Pöbel-Situation anbinden und weggehen werd ich erst mal nicht, solange das jetzt so gut mit dem Fusslaufen/Sitz und belohnen klappt. Da bleib ich mal besser bei einer Methode, oder. Aber falls ich damit nicht mehr weiter komme, behalte ich es mal im Hinterkopf.
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Zitat
Das alles wohlgemerkt auf ein und demselben Spaziergang. Was ist da los? Wer hat meinen Hund ausgetauscht? AUF EINMAL???
Hat er etwa nach so kurzer Zeit schon verstanden, was er machen soll? Oder hatte er heute nur mal besonders Hunger? Hab ich endlich den richtigen Belohnungs-Käse gekauft?
Ich darf mich jetzt net zu früh freuen, gell?
Da kommen sicher noch ein paar Rückschläge. Aber toll angefühlt hat es sich trotzdem.Das ist ja sehr super!!! Gut gemacht.
Vielleicht hatte er einen sehr guten Tag, vielleicht hat es "klick" gemacht...
Ja, vielleicht hängt es mit der Belohnungsqualität zusammen, die sollte bei solch schwierigen Sachen so gut wie nur igendwie geht sein, und in entsprechenden Mengen gegeben werden.Richtig, nicht zu freu freuen, und "alles stehen und leigen lassen". Toll ist, dass Du auf die sehr schwierigen Situationen mit Jackpots reagiert hast. Genau so soll es sein! Und es ist super, dass es sich für Dich gut anfühlt, denn so wird DEIN Verhalten auch bestärkt
.Mach einfach so weiter: mit sehr vielen, sehrsehr Hochwertigen Belohnungen, bis Du wirklich merkst, dass milo da einen Automatismus entwickelt. Wenn so ein rennendes Zweibein (Radfahrer und was aoch immer sonst ihn vorher gestört hat) kommt und er auf Deine Signale reagieren kann oder diese Verhalten sogar von sich aus schon anbietet, und er dass über wenigstesn ein bis zwei Wochen konstant zeigt, kannst Du schritt für Schritt die Menge und die Wertigkeit der "Kekse" anfangen zu variieren und auch andere BEstärker (kleines Laufspiel mit Dir, zergeln, Ballspiel...) benutzen.
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Selma: deine Ausführungen finde ich Klasse. Ich selbst habe ja auch einen Pöblerin, früher bei Radfahrer und Joker (ich machte es so wie du und heute tut sie das nur noch selten
), dafür zwickt sie jetzt manchmal Passanten (eigentlich immer Männer) im Vorbeigehen ins Bein. Zumindest tut sie als ob. Das nervt mich ganz schön. Und auch Hunde pöbelt sie vermehrt an. Muss mich nun mal wirklich wieder intensiv mit dem Thema auseinandersetzten. -
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Danke

Nein, ich freu mich nicht zu früh. Es kommt ja immer noch auf alle 1-2 Erfolge mindestens eine Pöbel-Attacke. Es ist noch sehr unvorhersehbar, wann er sich entschliesst zu pöbeln - ich glaube, manchmal weiss er es selber nicht...
Gestern ging es recht gut. Ersten Jogger in Ruhe gelassen (mit Leckerchen und sitzen lassen), erstes Fahrrad auch, zweites Fahrrad angepöbelt, zweiten Jogger in Ruhe gelassen, drittes Fahrrad fixiert, dritter Joggerin freudig entgegengerannt (meine Schuld, hab sie nicht gesehen und hatte die Schlepp nicht in der Hand) und von ihr beschmusen lassen (!). Viertes, fünftes und sechstes Fahrrad wurden aufreizend langsam an uns vorbeigeschoben, und Milo musste entspannt sitzen und zugucken. Klappte auch.
Heute wollte er dafür nen Fussgänger anpöbeln, aber weil die Leine zu kurz war und ich dazwischen stand, hat er seine Wut an meinem Bein ausgelassen (Hosenbein angeknurrt und immer wieder leicht reingeschnappt). Darf er natürlich auch nicht und gibts ein NEIN für, aber bezeichnend find ich es schon, dass er so unterschiedlich reagiert. Er kommt mir dann so hilflos vor, er ist wütend :motz: aber ich lass ihn nicht.
Armer Kleiner :veg:Also soll ich einfach so weitermachen, oder was meint ihr?
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Du bist auf dem richtigen Weg.
Natürlich weiß er noch nicht hundertprozentig, wie er sich Verhalten soll.
Das er machmal keine Probleme hat und mit menchen Situationen schon doch noch, hängt eben damit zusammen, dass Hunde großartige Differenzierer und furchtbar schlechte Generalisierer sind. Deshalb ist es sehr wichtig, dass Du Dich jetzt zunächst mal auf eine "Behandlungsweise" reduziertst: Egal was gelaufen oder gefahren kommt, Milo sitzt und bekommt lecker Essen. Je öfter die Gleichung "Entgegenkommer" = "Sitzen, Essen" geübt wird, desto schneller hast du den Automatismus, dass Milo, wenn ER einen Jogger/Fahrradfahrer sieht, die Idee "Essen" bekommt, und sich somit an Dich wendet. Du bekommst so einen Jogger-Sucher Hund, der aber nicht mehr pöbelt, weil er damit beschäftigt ist, den Futterautomaten (Dich
) zu bedienen.
Wenn Milo ein guter Jogger-Anzeiger ist, kannst Du anfangen ein neues Verhalten dazuzunehmen: langsames an lockerer Leine weitergehen, oder Fuß. ABER wichtiger ist erstmal, dass er entspannt ist, also mach die Kekse nicht davon abhängig ob die Leine suiperschön durchhängt oder das "Fuß" Milimeter genau und Hundsporttauglich aussieht. Essen gibts für "Jogger-gucken" nicht für Stechschritt-Fußarbeit...Versuch zu lernen, die Körperspannung Deines Hundes gut lesen zu können, da bekommst Du dann gute Hinweise, was für ihn in der Situation machbar ist. Ob "Fuß" klappen kann oder ob vielleicht sitzen noch zu schwierig ist, und er eigentlich größere Distanz bräuchte.
Vielleicht führst Du ein Joggerbegegnungstagebuch, für ein paar Wochen, in das Du einträgst, wie er sich bei jeder Begegnung verhalten hat, und schreib uhrzeit, Wetter, Ort, und Sachen, wie wan vorher welches Futter bekommen hinzu, wie der Jogger bekleidet war, wie schnell der Gelaufen ist, ob Milo sich vielleicht vorher über irgendwas erschrocken hat oder so.
Oft kann man erst so Konstellationen erkennen (z.B. vorher Schweineohr gefressen, dann Jogger angeknurrt), die vielleicht dazuführen, dass milo manchmal gereizter auf Jogger reagiert - z.B. weil er Schweineohren gar nicht soooo gut verträgt, und ihm das Ding schwer im Magen liegt...
Bei älteren Hunden ist es manchmal naßkaltes Wetter, wenn die alten knochen dann mehr zipperlein machen, als wenn es schön warm wäre... -
Hallihallo,
Komme grade vom Spaziergang und könnte den Joggerschreck vor Freude nur noch knuddeln
Kurz, es läuft echt super. Wir sind jetzt seit einigen Tagen so weit, dass ich ihn ohne Leine zu mir rufen kann, wenn ich in der Ferne was auf uns zukommen sehe. Dann lass ich ihn sitzen, knie mich neben ihn und fass ihm nur ganz locker ins Geschirr, bis der Jogger/Radfahrer vorbei ist. Meistens schaut er mich schon von alleine an und wartet auf das Leckerli. In der Stadt werden rennende Leute und vorbeifahrende Radler höchstens leise angebrummelt, meistens aber ignoriert weil mich Hundi auf mein "Uuii, schau mal" ganz aufmerksam anschaut (wo bleibt das Gutzi?).Nochmals danke für die guten Tips! Ich hab fast alles irgendwo mal angewendet: mit NEIN korrigieren am Anfang, dann beim Joggersichten und anschliessendem Ruhigbleiben viel Leckerli und Loben, bei schwierigen Situationen Jackpot auspacken, und natürlich stundenlanges gemeinsames Joggergucken - einmal bin ich sogar selber in Leggings neben ihm hergejoggt - fand er erst zum Reinzwicken gut, danach langweilig

Da stimmte mal ausnahmsweise der Satz: viel hilft viel!

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LG Alex mit Milo
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