ANTI-JAGD-TRAINING oder Dr. Jekyll und Mr. Hyde
-
-
Eigentlich dachte ich ja, dass wir auf einem recht guten Weg sind. Aber ist wohl doch nicht so!
Bei jeder Wildsichtung angehalten, gewartet bis Hund von sich selbst ruhiger wurde und zu mir kam. Die Abstände wurden kürzer, die Hunde waren weniger aufgeregt/nervös.
Dann war Anfang Juli ca. 1 Woche extrem warm und wir waren nur selten im Wald unterwegs. Seitdem ist es richtig schlimm geworden, bei Wildsichtung wird wieder voll aufgedreht. Letzt ist ein kleiner brauner Hund über das Feld gewandert und meine Hündin hing schreiend in der Leine, weil sie dachte es sei ein Hase. Wäre sie frei gewesen, wäre sie auch hin.
Besserung stellt sich seitdem nichtmehr ein
Jagderfolg hatten beide Hunde bei mir nie und ich bezweifle, dass sie den vorher hatten (kommen zwar aus Spanien, aber dort in der Gegend habe ich so gut wie kein Wildtier gesehen).
Ausschlaggebend ist die Hündin, die ist immer beobachtend und vorrausschauend, sichtet auch Tiere auf 100m. Mein Rüde nur, wenn sie direkt vor uns hoppeln oder wir über eine ganz frische Spur laufen. Fängt meine Hündin jedoch an zu brüllen, merkt auch er dass wohl irgendwo ein Tier ist und schaut.Gehe ich mit den Hunden getrennt, sind sie deutlich weniger an Wild und Co interessiert, der Rüde fast garnichmehr. Dies ist jedoch nicht dauerhaft möglich und auch nicht mein Plan.
Ich bin echt ratlos, so kann es nicht weitergehen

- Vor einem Moment
- Neu
Hallo,
hast du hier ANTI-JAGD-TRAINING oder Dr. Jekyll und Mr. Hyde schon mal geschaut ?*
Dort wird jeder fündig!-
-
Aber genug ausgelastet sind sie von Kopf und Körper?
gesendet vom Handy
-
Vom Körper her: Ja, denke ich schon. Morgens gehe ich ca 45min mit ihnen, beide laufen an einer 8m Flexi und laufen da auch viel vor/zurück. Abends ca 1h nochmal. Tagsüber spielen sie nochmal zwischen 30min und 1h im Garten mit viel rennen. Ab und an gibt es Futterdummy (ca 2 mal die Woche)
1-2 mal die Woche gehe ich noch auf ein 1000qm eingezäuntes Grundstück, dort toben sie nach belieben oder Futterdummy (da hier einfach eine größere Strecke zurückgelegt werden kann ohne Leine)Mit der Hündin mache ich auch Tricks (täglich ca 5min) und sie ist da eifrig dabei, mein Rüde hat da kein Interesse daran.
Sonstiges für den Kopf: Ich lege im Garten eine Futterspur, über den Rasen, Blumenbeet usw. -
Hallo ihr lieben Jagdhundehalter,
ich würde gerne wissen, wie ihr mit Rückschlägen umgeht. Heute war wieder ein Tag zum "In-die-Tonne-kloppen" :|
Es lief die letzten Tage echt gut und dann ein riesen Rückschlag. Beim Rückruftraining ist er einfach, statt zu mir zu kommen, ins Feld gerannt und wollte Vögel jagen. Ich bin umgedreht und weggerannt und er ist auf dem Parallelweg in meine Richtung gerannt und als er mich nicht mehr sah, hat er mich gesucht und kam auf meinen Pfiff direkt zu mir. Ich hab ihn mega gelobt. (Also halb so wild, er schaut schon, wo ich bin und wildert nicht minutenlang). ABER, wenn ich auf dem offenen Feld stehe und er mich sieht, kommt er nicht zu mir sondern sucht sich was interessanteres
Auch wenn ich wegrenne, kommt er in meine Richtung mit und geht dann weiter aufs Feld. Daher ist er immer mit der Schleppleine gesichert, die lag aber auf dem Boden weil ich "nur" einmal abrufen wollte und das mehr als 10m...
Danach hat er beim übernächsten Rückruf genau denselben Quatsch gemacht und rennt beim Kommando ins Feld und will Vögel jagen, irgendwie hat er sich angewöhnt beim Rückruf zu schauen, was es besseres gibt und ich frage mich, wieso? Wir haben den Rückruf nur positiv und immer wieder in allen möglichen Situationen aufgebaut und nicht nur in solchen Situationen in denen er grade was besseres sieht oder riecht.
Das war jetzt ziemlich viel aber macht das jetzt unsere ganze Arbeit kaputt oder sollte ich es als "shit-Happens" abhaken? Ich kam mit der besten Stimmung nach Hause (bestandene schriftliche Abschlussprüfung im Studium) und es hätte so gut weitergehen können und dann sowas. Er macht das ja nicht um mich zu ärgern und ich bin auch nie nachtragend und versuche mit einer positiven Erfahrung den Spaziergang zu beenden. Er war am Ende auch wieder Zucker aber wenn er im Tunnel ist, ist es schwierig. Also gerne Erfahrungen von euch
-
Ich würde mich schon fragen "warum". Mein Weg wäre es nach der Belohnung zu schauen, also wie belohne ich? Sinn der Belohnung ist es für mich interessanter zu sein als Wild oder was auch immer. Das erreiche ich meistens durch verschiedene Belohnung die den Bedürfnissen entsprechen. Der Rückruf soll also nicht immer ein "Spielverderber" sein sondern eine Ankündigung auf was ganz super mega tolles. Rider zum Beispiel findet es ganz toll das Feld abzuscannen. Auf den Rückruf kommt er dann und darf dann "scannen". Oder er schnüffelt, ich rufe ihn ab und als Belohnung darf er weiter schnüffeln.
Ich nutze auch oft einen Umorientierungspfiff wo sie nicht kommen müssen sondern nur anschauen. So bilden wir irgendwie einen Kompromiss: " du darfst Wildspuren hinterher (natürlich im angemessenen Radius!) solange du ansprechbar dabei bleibst".
So kommen wir sehr gut klar

Ansonsten haben wir natürlich auch mal einen blöden Tag. Meist merke ich das schon in den ersten 5-10min und dann weiss ich, dass ich halt weniger Ansprüche haben muss. Dann bleiben sie auch mal an der 3m Leine bevor alles schief läuft.
-
-
Wir sind noch am Belohnungen suchen und ich versuche ihn auch mit schauen und weiterschnüffeln zu belohnen aber ich frage mich, wie er das mit dem zurückkommen verknüpfen soll. Er hat verknüpft, Rückruf = doof trotz Hähnchenbrust, Leberwurst und weiterscannen dürfen.
Wie kann ich ihn als Belohnung scannen lassen, er scannt immer und zurückkommen und weiter schauen dürfen ist nicht toll, dazwischen muss er sein scannen ja unterbrechen, also doof.
War heute ein doofer Spaziergang, morgen wird wieder alles besser schon allein weil wir Stunde bei unserer Trainerin haben, sie wird mir sagen, was ich anders/besser machen kann. -
Kannsz du ihn nicht scannen lassen und wenn er fertig ist erst abrufen? Kommt jetzt natürlich auf den Hund und die Situation drauf an. Ich werde jetzt auch eher über Stopppfiff arbeiten da ich glaube dass es bei flüchtenden Wild gerade für Rider einfacher ist stehen zu bleiben als sich umwenden zu müssen.
Gibt es etwas was er lieber macht als scannen? Rückruf lässt sich bei meinen Hunden zumindest am besten mit Bewegung belohnen...
-
Ich versuche grade einen Hasendummy so mega interessant zu machen, dass er als Super-Belohnung fürs nicht-jagen diesen jagen darf, aber ich bin noch nicht sicher, ob das zieht. Bisher findet er ihn toll aber er würde nicht für töten.
Ansonsten versuche ich ihn absitzen zu lassen statt zurückkommen zu lassen, das klappt besser, dann kann er schauen und danach kommen. Aber meistens ist es ein einfacher Rückruf den er zum abzischen nutzt, also völlig unerwartet. Und ich kann ihn ja nicht nur abstoppen und sitzen lassen, er soll auch auf Ruf zurückkommen in nicht ganz so intensiven Situationen. Hab meine Prioritäten schon deutlich verändert
-
Super-Belohnungen wirken nicht einfach so, das muss man tatsächlich auftrainieren - ein entscheidender Punkt, den viele Leute vergessen. Da kommen da so Argumente wie "da könnte ich mit einem Schnitzel/Huhn wedeln, der würde nicht kommen". Der Stellenwert von Belohnungen ist nicht einfach fix, der verändert sich mit den Erfahrungen, die der Hund macht. Das ist vielen Leuten absolut nicht klar - wie der HH, die so enttäuscht war, dass das hippe Wundermittel Mantrailing in der 3. Lektion ihre Beaglehündin nicht davon abhielt, Wildspuren interessanter zu finden. Sie war total erstaunt zu hören, dass sich das durch Training ändern kann. Die Leute sind einfach fixiert darauf, eine Belohnung zu finden, die jetzt und in jedem Fall alles toppt, was an Verleitungen möglich ist. Und wenn das nicht funktioniert, meinen sie, dass ihr Hund auf positive Verstärkung nicht anspricht in dem Fall.
Wenn der Hund eine Belohnung unter "normalen" Bedingungen toll findet, ist das doch super!
Nun beginnt die lange Arbeit, die Wertigkeit durch viiiiele Erfolgserlebnisse hochzuschrauben.... -
Ja, es ist ein langer Weg und wir sind gerade am Anfang. Ich habe erst angefangen den Hasendummy aufzutrainieren und erwarte ganz bestimmt nicht, dass mein Hund, wenn ich nun damit wedel, angeflitzt kommt und alles stehen und liegen lässt was für ihn einfach so selbstbelohnend und toll ist.
Wir lernen uns gegenseitig noch kennen und versuchen, mit meiner Trainerin, einen Weg zu finden, der für uns passt. Er ist eben kein Hund mit "will to please", sondern ein eigenständiger Jäger der bestimmt viele Erfahrungen in dieser Hinsicht auf der Straße gemacht hat. Somit bin ich für jeden klitzekleinen Erfolg dankbar und stolz auf uns beide.
Mantrailing schwebt uns auch vor als Beschäftigung, aber erst nach dem Mensch-Hund-Team-Kurs. Zur Zeit machen wir ZOS, gehen joggen und Futterdummy. Bis wir mit dem Futterdummy auf der Wiese hinter dem Haus trainieren konnten, dauerte es Monate weil das für ihn schon viel zu viele Reize waren und er für den Dummy "keine Zeit" hatte. Aber ein Schritt nach dem anderen. - Vor einem Moment
- Neu
Jetzt mitmachen!
Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!