ANTI-JAGD-TRAINING oder Dr. Jekyll und Mr. Hyde
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Hallo, ich möchte mich hier nun endlich auch mal einreihen.
Ich besitze seit 7 Monaten einen Podenco(Mix) mit mir unbekannter Vorgeschichte. Ich glaube nicht, dass sie auf der Straße lebte, da sie anfangs vor allem draußen sehr panisch auf Reize reagierte (nun haben wir das Problem nur noch drinnen, sie erschrickt einfach leicht).
Von Anfang an sind wir mit Schleppleine unterwegs, zwischenzeitlich war sie auf 3m gekürzt aber das war wohl zu früh. Ich kämpfe mit Madammes mangelnder Motivation - essen ist langweilig, Spielzeug ist langweilig, Dummy ist langweilig. (diese Dinge gefallen ihr 1-2x, danach kann ich 2 Monate warten, bis sie es wieder spannend findet). Ihr liebstes Hobby ist buddeln, allerdings möchte sie das nur alleine und an ausgewählten Mäuselöchern, d.h. so gut wie nie das gleiche (da ich hier grade den Tipp vom Lieblingsloch las), im Bestfall ohne mich und mit Ohren auf Durchzug.Was ich bisher versuchte: Blickkontakt belohnen - allerdings gibts den nur in langweiligen Gebieten und wie gesagt, Leckerlie sind jetzt nicht 100% ihr Ding, es sei denn es fliegt Fleischwurst. Das "Halt" Signal am Ende der Leine, das klappt bisher am Besten. Ab und an kann ich sie dabei ins Sitz bringen (wenn sie mal motiviert ist), ansonsten bekommt sie das Kommando "warte" dazu. Bei Hasensichtung darf sie schauen, wenn sie sitzt, das klappt auch ganz passabel. Vögel interessieren sie nicht groß und eine gute Nase hat sie auch nicht.
Das Buddeln versuchte ich bisher mit einem Pfiff zu belegen (ich muss sie ein Mäuseloch suchen lassen - Vorschläge von mir werden ignoriert - dann lasse ich sie buddeln, versuche dann ein Stoppsignal einzubringen, was königlich belohnt wird (Nassfutter, aber das Buddeln würde sie dennoch vorziehen) und pfeife sie dann mit dem Pfiff wieder zum Loch. Meist buddelt sie weiter, ab und an geht sie aber auch einfach genervt weg).
Nebenbei ist sie eher ein faules Naturell von Windhund - sie döst gerne und bei Hitze gondelt sie eher hinter mir her und schnuffelt durch die Gegend. Sieht beinahe etwas verträumt aus, wenn sie da so rumdaddelt.Was mir wirklich Probleme bereitet ist, dass ich sie kaum bis gar nicht motivieren kann und sie am liebsten ihr Ding alleine durchziehen würde. Ich würde die Spaziergänge gerne spannender gestalten, aber wenn ich Equipment mitnehme kann ich es in 90% der Fälle eh nicht gebrauchen. Mittlerweile lässt sie auf dem Feld auch öfters ihren (Futter)Dummy liegen
Der Rückruf... naja
klappt im wildarmen Gebiet zu 50%.Ich habe jetzt nur eine grobe Zusammenfassung geliefert, ggf. könnt ihr mir helfen? Wenn noch fragen bestehen, fragt :)
Oh und noch ein paar Sachen, die ich nun nach lesen dieses Threads (und Gesprächen) einbringen will:
- mit dem Clicker beginnen, damit vor allem das "schau" erarbeiten
- Wildreste vom Jäger ergattern (ggf. fährt sie ja darauf ab)
- Leckerliewerferei einstellen (also die zu jedem Blickkontakt)
Das wären zumindest die kurzfristigen Ziele.Ich nehme auch sehr gerne Buch/Kurs oder HuSchu Empfehlungen an - Hund und ich leben in Gießen, sind aber auch ab und an in FFM und FD :)
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Hallo,
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Hallo Frofu,
Willkommen in unseren Reihen. Bei meiner Hündin ist auch ein Podenco oder sonstiges Windei dabei gewesen. Wie ist denn dein Hundi sonst so? Eher unsicher oder selbstbewusst? Du schreibst, du möchtest die Spaziergänge spannender gestalten. Das ist toll, das musste ich auch erst lange lernen. Mein Schweinchen macht auch gern ihr eigenes Ding draußen, wir sind auch mit Schleppi unterwegs. Anders gehts auch bei uns nicht. Da meine Hündin eher unsicher ist, bin ich angefangen mit ihr Tricks zu üben und auch Schnüffelspiele. Das hat unserer Bindung und ihrer Sicherheit sehr gut getan und auch ihrer Aufmerksamkeit auf mich. Sie schaut jetzt automatisch hin und wieder zu mir um ja nichts zu verpassen. Auch der Blickkontakt klappt seither sehr viel besser.
Die Jagerei wird bei uns immer ein großes Thema bleiben, hatte ja schon in vorigen Beiträgen angedeutet, wie wir daran arbeiten.Liebe Grüße,
irre36

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@Janoschi:
Dein Hund sieht (nach dem, was man auf dem Avatar erkennen kann) aus, als hätte da ein Setter mitgemischt, oder? Dann ist das Vögel aufspüren/jagen ja nicht so verwunderlich.@Frufo:
Wie groß ist denn ihr jagdliches Interesse?
Warum willst du die Spaziergänge denn interessanter machen? Ist sie denn sonst nur in ihrer Welt und nicht mehr ansprechbar oder würde sie sich vom Acker machen?
Ich hab´s jetzt eigentlich so verstanden, dass sie draußen recht entspannt ist. Vielleicht braucht sie gar keine "Extrabespaßung"? Wenn ich da falsch liege, dann sorry.
Ansonsten würde ich auch eher variabler belohnen, z.B. den Blickkontakt, aber das hast du ja schon geschrieben. -
Tjaa unsicher oder entspannt, das ist eine Gradwanderung

Wir haben hier ein reges Hasenparadies, mit denen konnte ich also schon viel üben. Bei Hasensichtung ist sie noch so weit ansprechbar, dass sie sich hinsetzt. Dabei ist sie aber tierisch aufgeregt.
Ansonsten würde ich entspannt sagen - aber schreckhaft.
Mein Ziel wäre einfach ein Hund, der mehr mit mir zusammen machen will, deshalb möchte ich die Spaziergänge interessanter gestalten. Ansprechbar ist sie eben auch nicht immer und vor allem nicht zuverlässig. Zeitweise verweigert sie Futter, aber ich glaube nichtmal, dass der Anspannungsgrad dabei sehr hoch ist - mir scheint es förmlich so, als sei ihr das zu langweilig (kann mich natürlich auch irren
).Das mit den Tricks habe ich hier nun auch aufgeschnappt und heute mal direkt umgesetzt. War nämlich mit ihr wandern und es war wirklich klasse. Habe das Halten mit Rückruf verbunden und das ganze mit Fleischwurstweitwurf belohnt - Hund hat sich tierisch gefreut. Habe es auch etwas variiert, teils gabs den Weitwurf, teils ne Streicheleinheit (wenn sie arg aufgeregt war) und teils die paar Tricks, die sie kann (ich habe vorhin vergessen zu erwähnen, dass sie Tricks wirklich gerne macht, ich die aber oft nur in der Wohnung/Garten abfrage(n kann)).
Natürlich klappte heute, nachdem ich mich aufgeregt habe, alles spitze und sie lief 90% des Spaziergangs an der schleppenden Leine.Heute ist es aber auch ziemlich angenehm von den Temperaturen her, ich vermute mittlerweile, dass mein Südhund keine Bewegung und Bespaßung bei allem über 23° mitmacht

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@ friedapaula: Da ist ganz bestimmt ein Setter mit drin und eventuell Kooiker und ganz viel anderes Jagdtier
Wundert mich also auch nicht, dass er Vögel super findet, nur wie bekomme ich das in den Griff?@Frufo: Ich finde mich und Janosch bei deinen Beschreibungen wieder, nur ist er gar nicht schreckhaft und statt zu buddeln würde er lieber fliegen. Aber auch 0,0 kooperativ und macht sein eigenes Ding, teilweise nicht ansprechbar und dann wieder relativ viel interessiert an mir, aber das nach seinem Rhythmus und nicht wirklich beeinflussbar. Blickkontakt gibt es mal mehr, mal weniger und Leckerli/Spielzeug sind uninteressant, wenn es grade was besseres zu schauen/schnüffeln gibt. Seit 7 Monaten hüpfe, quietsche, verstecke ich mich und versuche die Vorlieben meines Hundes herauszufinden und er macht sein Ding. Also, wenn du die richtige Methode gefunden hast, ich bin für alle Tipps offen

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@Frufo: Wir haben hier auch ein tolles Kaninchenhoppelparadies, wo wir auch viel üben können. Heute hat so gar nix klappen wollen. Miss Hundi hat fleißig Kaninchenknödel gefuttert und sich in die Leine gehangen. Wir haben noch nicht mal ein paar Plüschis gesehen. Aber nun, es kommen wieder bessere Tage. Dann ist sie auch noch im See abgesoffen, konnte sich ans Ufer retten. Wir spielen, wenns so warm ist, Leckerli fischen und da ists dann passiert, naja...

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Frufo, hm, ... Beschäftigung draußen ... und gut für´s Selbstbewusstsein ... -
hast du schon mal Leckerlies in Baumrinde versteckt, so dass sie auch dreidimensional suchen muss? Meine Hündin macht das gerne (, aber sie ist halt ein absolutes Nasentier). Wenn sie das Futter dann nicht zu fassen bekommt, schaut sie mittlerweile mich an und erwartet Hilfe, das war anfangs nicht so und ich find´s schön, dass sie sich an mich wendet.Oder "Waldagility" (über Baumstamm springen, balancieren, auf Baumstumpf setzen etc.)?
Ihre Reaktion auf Hasen ist ja schon mal "fortgeschritten"!
Bei Paula war das mit dem Anschauen/Nachschauen der potentiellen Beute nicht so erfolgreich. Ihr fällt es "leichter", sich auf Ruf umzudrehen und in die andere Richtung zu rennen. -
Suchen ist leider absolut nicht ihrs, da ist sie sehr schnell frustriert von (manchmal findet sie nichtmal Leckerlies vor ihren Füßen
), das würde ich unheimlich gerne machen. Ggf. könnte man das ja hinbekommen, wenn man es sauber aufbaut? Wenn du irgendeine Seite weißt, wo ich das nachlesen kann wäre es super :)Wald- und Wiesenagility macht sie an Tagen wie heute tierisch gern, hüpfen, klettern und springen sind einfach ihr metier! Aber an wärmeren Tagen...

Das klappt bei ihr wiederrum bisher gar nicht, wenn sie in Bewegung ist, kann es passieren, dass sie doch noch was hört und umdreht (ich glaube die Ohren sind ihr ausgeprägtestes Organ^^ )
Vieeelen Dank für all die guten Tips! Das werden arbeitsreiche Semesterferien

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Mit dem Schnüffeln kannst du wirklich langsam aufbauen. Ich habe ein Tupperdöschen genommen, ein paar Leckerlis reingetan und draufgelegt und sie da gezielt draufgeschickt. Wenn die Nase das Ding berührt gibts was feines. So habe ich die Abstände vergrößert und auch ein davor Ablegen etabliert. Das passiert zwar noch nicht automatisch aber nach Kommando legt sie sich. Mittlerweile sind wir soweit, dass ich kurz um die Ecke verschwinde und das Ding wegschmeiße. Das macht die Suche logischerweise für sie noch schwieriger, wegen der fehlenden Fußspuren. Um das so hinzubekommen, hat es bei uns circa ein halbes Jahr gedauert. Zwischendurch ist sie mir ausgestiegen,da ich zu schnell im Aufbau war und ich sie damit überfordert habe. Da durfte ich wieder von vorn anfangen. Aber die Mühe hat sich gelohnt, es macht ihr Spaß und wir machen etwas gemeinsam.
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Toll, so weit sind wir noch nicht, aber auf einem guten Weg
Von unterweg mit TapatalkWer Fehler findet, darf sie behalten, ich habe noch genug davon

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