ANTI-JAGD-TRAINING oder Dr. Jekyll und Mr. Hyde

  • Ich habe eine Frage an euch und hier bin ich bestimmt richtig.

    Janosch ist total auf Vögel fixiert, prescht mir ohne Vorwarnung in die Felder und reagiert noch nicht auf das Abbruchsignal (wir trainieren gerade den Rückpfiff sowie den Triller fürs ablegen, aber lange noch nicht in diesen Extremsituationen). Natürlich ist er durch die Schleppleine gesichert, aber ich frage mich, was ich machen soll, wenn er losrennt und dann minutenlang nicht ansprechbar ist. Er reagiert draußen auf kein Spielzeug, Futterdummy etc. und auch in diesen Situationen werden Megaleckerlis ausgespuckt, er blendet mich komplett aus.
    Kennt ihr diese Situation und habt ihr Tipps, wie ihr das gehandhabt habt? Ich bin total ratlos, er steht am Ende der Schleppleine und fixiert den Himmel, selbst anstubsen, pfeifen, Leckerli werfen interessiert ihn nicht. Ich kann ihn dann nur einsammeln und neben mir laufen lassen, aber es dauert Minuten bis er wieder ansprechbar ist.
    Bei größeren Tieren fixiert er meistens und da kann ich ihn rausholen bzw. absetzen und viel schneller auf mich fixieren, aber bei Vögeln gibt er mir (ab und zu) keine Chance. Wie kann ich das umlenken wenn er draußen auf nichts anspringt?

    Er ist seit 7 Monaten bei mir und hat vorher in Griechenland auf der Straße gelebt, er ist sehr autark draußen wobei er schon nach mir schaut (Blickkontakt haben wir geclickert) und der Rückruf klappt mittlerweile auch bei Hundebegegnungen sehr gut. Nur die Vögel sind unser größtes und leider allgegenwärtiges Problem...

  • Ich mache es genau umgekehrt. Bei mir steht das Fixieren unter Signal ("scannen") und sie dürfen solange scannen wie sie lustig sind. Angefangen haben wir als man bei einer Wildsichtung den Spaziergang abbrechen konnte, jetzt schaut man hinterher bis es zu weit weg ist oder ganz ausser Sichtweite ist und kann ganz entspannt weiter gehen.

  • irre36: Das macht mir Mut und ich gebe nicht auf und werde am Ablegen trainieren und ihn dann neben mir laufen lassen. Die Sicht versperren ist am Himmel fliegender Vögel echt schwer, vielleicht ne Kappe aufs Köpfchen :D Stöckchen werfen findet Janosch leider nicht so toll, vielleicht kann ich Leckerlis werfen, wenn er nicht mehr so im Jagdmodus ist. Danke für deine Antwort.

    sabarta: Bei Hasen und Rehen mache ich das auch, aber bei Vögeln ist es echt ne Nummer schwieriger, die sind nämlich nicht irgendwann außer Sicht, es gibt sie überall... Ich habe mit "zeigen und benennen" angefangen aber wie soll ich vorgehen, wenn er einfach ohne Vorwarnung lossprintet? Er braucht die Vögel nur im Feld vermuten und geht ab.

  • Ich hoffe dass sind jetzt nicht zu viele parallele Themen auf einmal.... darf ich auch nochmal?

    Hier in dem Thread sind einfach die meisten "Profis" !

    Wir haben gerade einen mittelschweren Rückfall. Kennt das jemand?
    Kurzfassung: Unser Grosser ist ein Mega-Jäger, Hütehundmischling, mit 10 Monaten zu uns gekommen, da hatte er leider schon einige positive selbstbelohnende Jagderfahrungen gemacht. Er geht auf Sicht und Spur - schnell und leise....
    NAch anfänglicher Unwissenheit haben wir viel und hart dran gearbeitet und bis vor ca 4 Wochen lief es gut, ich konnte ihn zu Fuss, am Rad und sogar als Reitbegleithund im Wald gut und sicher abrufen, nur in sehr wildreichen unbekannten Gegenden habe ich ihn zur Sicherheit angeleint , um kein Risiko einzugehen. In bekannten Gegenden war er tiefentspannt und super toll abrufbar.

    Jetzt ist unsere alte Zweithündin sehr krank, die gemeinsamen Spazier-runden sind auf ein Minimum reduziert. Wir achten sehr drauf, dass er extra Bewegung bekommt, da müssen alle helfen, mit HErrchen und Fahrrad oder mit den Jungs zum Joggen, mit mir auf Ausritte... aber es ist halt anders. Vielleicht auch kopfmässig, dass er grad nicht so "dran" ist.
    Und dann passierte es halt irgendwann, eine Spur in der Nase, Herr Hund weg. Kurz, keine 2 min, aber trotzdem. Dann trotz aufpassen ein 2. Mal....ich war eine Sekunde zu langsam... und jetzt ist er wie wieder auf "Droge". SHIT!!!
    Er weiss sehr gut ,dass es nicht erlaubt ist - ist gerade so eine Negativ -Schleife. Klar, erstmal Leine, Rückruf üben - aber dass kennt er ja auch alles. Wie komm ich am besten da wieder raus? Habt ihr noch Ideen, kennt ihr das? Ich kann ihn wieder an die Schlepp nehmen, aber ich weiss jetzt schon, dass da nix passiert, er ist 7Jahre und erfahren, er wird da nett sein Programm abspulen und warten dass ich ihn ableine :roll: .

    leicht verzweifelte Grüsse,
    Trixi

  • Zitat

    irre36: Das macht mir Mut und ich gebe nicht auf und werde am Ablegen trainieren und ihn dann neben mir laufen lassen. Die Sicht versperren ist am Himmel fliegender Vögel echt schwer, vielleicht ne Kappe aufs Köpfchen :D Stöckchen werfen findet Janosch leider nicht so toll, vielleicht kann ich Leckerlis werfen, wenn er nicht mehr so im Jagdmodus ist. Danke für deine Antwort.

    sabarta: Bei Hasen und Rehen mache ich das auch, aber bei Vögeln ist es echt ne Nummer schwieriger, die sind nämlich nicht irgendwann außer Sicht, es gibt sie überall... Ich habe mit "zeigen und benennen" angefangen aber wie soll ich vorgehen, wenn er einfach ohne Vorwarnung lossprintet? Er braucht die Vögel nur im Feld vermuten und geht ab.


    Hast du schonmal versucht mit Vögel-Hetzen zu belohnen? Ich finde es nicht so schlimm, ein paar Vögel vom Hund aufscheuchen zu lassen...
    Ich würde warten bis der Hund ruhig und gehorsam ist (vllt bei eher uninteressanten Vögel, welche die weit weg sind oder so und in geeignetem Gebiet), und ihn dann entweder mit einem "ok" /"lauf" oder so freigeben oder ein spezielles Wort fürs Hetzen aussuchen... Das wäre dann bedürfnisorientierte Belohnung :D

    Wir haben das mit Vögel so gemacht, und die sind für meine Hündin nun die uninteressantesten Jagtobjekte. Schade, dass ich das bei Rehen oder Kaninchen nicht machen kann :pfeif:

  • Zitat

    irre36: Das macht mir Mut und ich gebe nicht auf und werde am Ablegen trainieren und ihn dann neben mir laufen lassen. Die Sicht versperren ist am Himmel fliegender Vögel echt schwer, vielleicht ne Kappe aufs Köpfchen :D Stöckchen werfen findet Janosch leider nicht so toll, vielleicht kann ich Leckerlis werfen, wenn er nicht mehr so im Jagdmodus ist. Danke für deine Antwort.

    sabarta: Bei Hasen und Rehen mache ich das auch, aber bei Vögeln ist es echt ne Nummer schwieriger, die sind nämlich nicht irgendwann außer Sicht, es gibt sie überall... Ich habe mit "zeigen und benennen" angefangen aber wie soll ich vorgehen, wenn er einfach ohne Vorwarnung lossprintet? Er braucht die Vögel nur im Feld vermuten und geht ab.

    Kappe ist klasse, ich häkel dir eine. :lol:

  • Zitat


    Hast du schonmal versucht mit Vögel-Hetzen zu belohnen? Ich finde es nicht so schlimm, ein paar Vögel vom Hund aufscheuchen zu lassen...
    Ich würde warten bis der Hund ruhig und gehorsam ist (vllt bei eher uninteressanten Vögel, welche die weit weg sind oder so und in geeignetem Gebiet), und ihn dann entweder mit einem "ok" /"lauf" oder so freigeben oder ein spezielles Wort fürs Hetzen aussuchen... Das wäre dann bedürfnisorientierte Belohnung :D

    Wir haben das mit Vögel so gemacht, und die sind für meine Hündin nun die uninteressantesten Jagtobjekte. Schade, dass ich das bei Rehen oder Kaninchen nicht machen kann :pfeif:

    Das habe ich mir schon überlegt, aber ich habe Angst, dass er entweder zwischendurch eine andere Witterung aufnimmt und eventuell ein Kaninchen vor ihm aufspringt und er dieses jagt oder er nicht mehr bzw. sehr spät zurückkommt. Denn in solchen Situationen sitzt der Rückruf eindeutig noch nicht, woran ich hart arbeite aber fast verzweifel, da er so unglaublich ignorant ist wenn er Vögel sieht. Warum findet er keine Mäuse toll? Das wäre einfacher ihn da bedürfnisorientiert zu belohnen, wenn er sich kontrollieren kann :???:

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