ANTI-JAGD-TRAINING oder Dr. Jekyll und Mr. Hyde

  • Ich kann auch mal wieder berichten: Bei uns klappt es im Moment richtig gut. Ayu guckt zwar nach Wild, wenn sie welches sieht bleibt sie stehen und guckt mich an. Ich rufe dann und es gibt natürlich den Jackpot ( Hund ist natürlich weiterhin an der Schlepp) Hasen geht sie gar nicht hinterher :gut: Unser Hasenstalltraining hat sich also bezahlt gemacht.

    Die netten Vögelchen werden zwar sabbernd zur Kenntnis genommen, aber sie jagt nicht mehr hinterher. Ihre Reizschwelle ist echt sehr hoch geworden. Katzen sind unter "zurückinstierheim" ( sprich, Besi wird sowas von sauer...) verboten! Das hat sie wohl an meiner Stimme, die keinen Zweifel mehr offen lies, gemerkt gehabt als sie dem Nachbarskater hinterher wollte :ops: Na ja, die Katzen sind jetzt auch kein Thema mehr, werden durch stehen bleiben gemeldet.

    Ich scanne halt sehr viel die Gegend und kann Ayu viel besser lesen. Außerdem machen wir Pfefferminze suchen und das Tier würde jetzt wohl als Drogensuchhund zur Ehre reichen. Es macht ihr total viel Spaß und lastet sie aus. Ich muss mir mittlerweile echt was einfallen lassen, damit sie länger suchen muss :lepra:

    Mitlaufen am Rad und reiten sind wieder möglich :D

  • D.h. ein Arbeitspfiff kannst du auch nutzen, wenn Hund pennt, tobt, jagt ...

    Hund weiß dann einfach, dass er nun mit dir tolle Action hat und rennt zu dir

    oder wie darf ich es mir vorstellen?
    Und wie konditionierst du es?

    Sorry für die dummen Fragen, aber les sowas zum 1. Mal gerade

  • Ja genau, so in der Art. Im Freilauf kannst du es auch nutzen um dem Hund anzukündigen "Schluss mit Freizeit, jetzt wird etwas getan". Dass viele Hunde sich damit sehr gut abrufen lassen ist ein netter Nebeneffekt.

    Also es ist nicht der Sinn, dass du nach dem Arbeitspfiff mit deinem Hund rumblödelst, es soll schon eine konzentrierte Arbeit sein (UO, Duftsuche, Dummy, etc)


    Zum Aufbau bin ich auch mal gespannt, machen das am Samstag, werde dann berichten.

  • ok, also Arbeitspfiff = Ankündigung an ernste Arbeit
    hat also mit nem Rückruf nicht wirklich was zu tun - nur einige Hunde kommen dann dennoch angelaufen

    :???:

    Korrekt?

    Dann hätten wa den Stopp-Pfiff, als Abbruch
    den normalen Pfiff als Rückruf
    den Superrückruf, der eigentlich auch ein stinknormaler Rückruf ist
    und den :???: genau, doppelter Rückruf heißt es, wo man quasi erst den Anker setzt, wie beim normalen Stopp-pfiff, um den Hund dann ran zu pfeifen

    oder hab ich was "übliches" an Alltagspfiffen vergessen?


    Hier gibts nur Nr. 2, weil Luna gerne in Bewegung bleibt, beim Jagen also wunderbar in nem Bogen abdrehen und zu mir rennen kann :fondof:
    was aber nicht heißt, dass ich die anderen unnötig finde
    nur für diesen einen Hund unpassend

    würde ichs bei Kira brauchen, würde es 1 und 2 geben

  • Zitat

    Also es ist nicht der Sinn, dass du nach dem Arbeitspfiff mit deinem Hund rumblödelst, es soll schon eine konzentrierte Arbeit sein (UO, Duftsuche, Dummy, etc)

    Für Mehrmehrhundehalter wie mich daher nicht umsetzbar :lol: Oder ich akquiriere irgendwen, der mich mit Pick up und Anhänger begleitet :hust:

  • Also bei uns gibt es bis jetzt nur den doppelten Rückruf (Umorientierung und dann Anker) und das mit dem Arbeitspfiff werden wir mal ausprobieren. Eine Sitzpfiff bau ich vielleicht irgendwann mal auf, aber nicht jetzt, ich kann mir auch nicht vorstellen, dass im Ernstfall sie sich einfach hinwerfen würden, sie bleiben auch lieber in Bewegung.

    Zitat

    Für Mehrmehrhundehalter wie mich daher nicht umsetzbar :lol: Oder ich akquiriere irgendwen, der mich mit Pick up und Anhänger begleitet :hust:

    Warum? Man muss ja nicht zig Dummys mit sich rumschleppen, ein Wattepad mit Duft reicht ja völlig aus.

    Ich sag ja auch garnicht, dass das jeder machen muss. Soll ja auch Hunde geben die wenig Interesse an gemeinsamer Arbeit haben. Für uns ist es einfach mal ein Versuch :smile:

  • Zitat


    Ich sag ja auch garnicht, dass das jeder machen muss. Soll ja auch Hunde geben die wenig Interesse an gemeinsamer Arbeit haben. Für uns ist es einfach mal ein Versuch :smile:

    Ich würd auch sagen, dass das bei Aussies jetzt nicht so utopisch ist, dass es klappt. Viel Erfolg! :smile:

  • Ich kann auch mal wieder berichten, denn wir machen im Moment riesige Fortschritte =)
    Ich führe das aber nicht auf eine fantastische neue Trainingsmethode zurück (die haben wir auch nicht, wir arbeiten immer noch nach unserer eigenen Mischung aus AJT/JET Gröning/Zaugg), sondern einfach auf den Frühling.
    War letzten Frühling nämlich auch schon so.

    Meine Theorie also:
    Winter: Rehe finden wenig Futter + im Wald sind kaum Menschen = Rehe laufen überall hin, auch über die Wege - die stehen ja teilweise einfach in, ähh, Rudelhordengruppen, was auch immer Rehe so machen, da rum. Können sie auch ganz entspannt tun, kommt ja keiner.
    Frühling: Es gibt überall viel Futter + viele Menschen laufen durch den Wald = Rehe bleiben lieber in abgeschiederen Gebieten und meiden tagsüber die Wege.

    Man begegnet trotzdem noch Rehen (wäre ja auch zu schön, wenn nicht), aber es hat sich doch stark reduziert.
    Und insgesamt bleibt mein Hund viel klarer im Kopf. Ich führe das darauf zurück, dass eben der "Rehgeruch" nicht mehr überall so intensiv ist, wie im Winter.

    Unser Signal für "Lauf langsam" sitzt mittlerweile (vorher musste sie immer zwanghaft "rasen"), ich setze die konditionierte Entspannung noch mehr ein und merke dadurch wirklich Verbesserungen.
    Es ist sogar so gut, dass wir im Moment "durch den Wald laufen, wenn andere Hunde uns begleiten" üben können. Das haben wir ja gründlich vermieden, weil sie da einfach ziemlich durchgeknallt ist: "Oh, ein anderer Hund, lass uns spielen! Ne, Moment, wir sind im Wald, hier gibts Rehe, wo sind die Rehe, ich muss sie jagen! Ey, du blöder Hund, spiel mich nicht an, das nervt, ich muss die Rehe suchen! Hm, na gut, ein bisschen können wir spielen! ... Nein, doch nicht! Verschwinde! Die Rehe, ich muss die Rehe finden! Ich kann sie schon riechen, wirklich, bin mir ganz sicher! Verschwinde, du doofer Köter, siehst du nicht, dass ich arbeite?!" :hust:
    Unser "Übungspartner" ist im Moment der "rasseunentsprechenste" Aussie der Welt, eine knapp dreijährige Hündin, deren schnellste Gangart ein langsamer Zockeltrab ist und die nicht die Bohne an Wild oder anderen Hunden oder irgendetwas interessiert und immer tiefenentspannt ist. Für Pina ein tolles Training! Sie bleibt wirklich ansprech- und händelbar.

    Unsere letzten Rehbegegnungen (alle auf sehr kurzer Distanz) liefen alle super ab, Pina zeigte Reh an, war dann kurz sichtbar hin und her gerissen zwischen "Hetzen oder zu Frauchen?", entschied sich aber immer für mich, wurde bei mir natürlich entsprechend belohnt und dann sind wir betont langsam zu der Stelle gegangen, wo das Reh eben noch war, ich hab mein "Ist da ein Reh?"-Kommando gegeben, Hund durfte sich sattglotzen ;) nochmal Belohnung, konditionierte Entspannung und weitergings.
    Bei Trainingsbeginn (vor fast 1,5 Jahren) hatte ich ja einen schon bei Waldbetreten schreiend in der Leine hängenden Hund.

    Im Moment bin ich sehr begeistert! Ich überlege ernsthaft, irgendwo hinzuziehen, wo immer Frühling ist. (Oder es alternativ eben keine Rehe gibt :D)
    Weil das aber nicht so realistisch ist, hoffe ich einfach, dass wir bis zum nächsten Winter so extrem viele Fortschritte gemacht haben, dass dann auch die allwinterliche "Rehplage" kein Problem mehr ist.

    edit: Mir ist doch noch was eingefallen, was ich geändert habe, und zwar die Art und Weise der Belohnung.
    Ich belohne jetzt viel mehr mit dem Reh-gucken-Kommando und außerdem mit "Keksen aus meiner Hand pulen", da lecken/knabbern/kauen, ja entspannend wirken soll, darf sie ihre Belohnung nun jedes Mal aus meiner Hand friemeln. Ab und an werfe ich auch Kekse, aber nie öfter als 2x hintereinander, weil sie das dann schon wieder völlig Plemplem machen würde.
    Gar nicht mehr belohnen tue ich mit allem, was aufputscht, obwohl mir das ja oft geraten wurde ("bedürfnisorientiert" - Hund möchte Reh hetzen, also lass ihn einen Ball hetzen, o.Ä.), da sie dadurch nur noch mehr hochdreht.

  • Zitat

    Warum? Man muss ja nicht zig Dummys mit sich rumschleppen, ein Wattepad mit Duft reicht ja völlig aus.

    Alle meine Hunde haben ein anderes Hobby ;)

    Oder ich züchte mir eine Miniaturschafherde für die Jackentasche, dann hab ich es für fast alle abgedeckt :p

    Nein, mal im Ernst: Gassi ist für mich und meine Hunde Freizeit und Seele baumeln lassen. Da werde ich keine Beschäftigung einbringen.

    Für manch andere Hunde und Hundehalter kann die Idee dagegen durchaus sinnvoll sein - da sag ich ja gar nix gegen.

    Ich war nur neugierig, was man darunter versteht. Das war eigentlich alles. Nicht mehr und nicht weniger.

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