Er macht mich noch wahnsinnig...

  • Hallo Foris,

    irgendwie bin ich mit meinen Nerven total am Ende.
    Mein Kleiner gehört eher zu der stürmischen Sorte Hund, die irgendwie immer aufgedreht sind und kaum zur Ruhe zu bringen sind.
    Und genau das ist mein Problem, seit etlichen Wochen übe ich mit ihm das "Bei Fuß-Gehen". Nach einiger Zeit dachte ich, der Knoten sei bei ihm geplatzt. Er ging neben mir her, als habe noch nie was anderes getan.
    Nur in letzter Zeit ist er "wie ein sturer Ochse". Nicht mal die Leckerlies in der Hand interessieren ihn. Und wenn doch, dann holt er es sich ab - geht also brav neben mir - und wenn er´s dann hat, dann prescht er wie wild nach vorn. Habe es mit Stehenbleiben und Richtungswechsel versucht. Aber egal, die Leine steht immer auf Spannung. Und dann verliere ich auch schnell die Geduld.
    Ich weiß einfach nicht mehr, was ich machen soll.
    Arco hat inzwischen 35 kg und ich Muskelkater nach jedem Spaziergang.

    Könnt ihr mir helfen?
    Ich weiß, es gibt schon etliche Threads zu diesem Thema. Aber die haben mir nicht wirklich weiter geholfen.

  • Huhu,

    wie alt ist dein Hund?

    Also, wenn er nach dem Leckerchen wieder abhaut, ist das Leckerchen wohl "Auflösung des Kommandos" für ihn.

    Aber muss er denn schon perfekt Fuß laufen können?

    Schau mal hier die Tipps zur Leinenführigkeit, vielleicht ist ja was für dich dabei.

    Und noch ein Tipp: :ohm: in der Ruhe liegt die Kraft ;)
    Nicht ganz einfach, bei so einer Masse an der Leine.... aber wohl auch machbar.

  • Mein Gott ich fühle sooo mit mit dir :D !!

    Daika ist jetzt 9 Monate alt und so laaangsam wird es mit der Leinenführigkeit. Aber regelmässig macht sie wieder einen Satz nach vorne, dann nach hinten, dann recht, dann links, dann wieder irgendwohin. Nein, sie zieht ja nicht nur einfach in eine Richtung, sie zieht überallhin! Und am besten gleichzeitig!

    Gott sei Dank wiegt sie nur 20 kg, viel mehr könnte ich nicht halten...

    Das einzige was bei uns hilft/geholfen hat ist Geduld, Geduld und noch mals Geduld. Und ganz konkret TOTALE Konsequenz. Er darf absolut NIE ziehen dürfen! Gib ja nicht der Versuchung nach, dich ein paar Meter halt einfach mal ziehen zu lassen wenn du es mal eilig hast. Das wirft dich wieder auf Null zurück.

    Stehenbleiben half bei uns nicht, das hat sie nicht gecheckt. Irgendwann hat sie sich dann hingesetzt, aber sobald es weiter ging, zog sie wieder wie blöd. Obwohl ich es echt lange so probiert habe, hat sie den Zusammenhang nicht kapiert.

    Dann kam In die Gegenrichtung gehen. Das funktionnierte wirklich sehr gut. Nur muss man das halt auch wirklich konsequent machen und darf dann echt nicht das Ziel haben irgendwohin zu gehen. Denn man geht da mehr rückwärts als vorwärts. Und auch da gewöhnte sie sich es dann irgendwann an, einfach einen Kreis um mich zu laufen, sobald ich Umdrehen wollte. Sie machte also sozusagen das "umdrehen-wenn du nicht mehr ziehts wieder in die richtige Richtung umdrehen" von selber, und zog dann erst wieder nach vorne.

    DIE Lösung war für uns im Endeffekt eine Kombination aus mehreren Dingen.

    1) IMMER alleine mit Daika gehen. Weder einen anderen Hund mitnehmen, noch meinen Mann. Denn die lenken Daika ab und sabotieren meine Vor-zurück-Taktik.

    2) Ihr das Kommando "Hinter" beibringen. Das lernte sie im Haus, im engen Gang und auf der Stiege. Auf Kommando "hinter" muss sie hinter mir bleiben. Sie kann zurückfallen, wenn sie will, sie darf mich aber nicht überholen. Die beste Art das beizubringen war: jedes mal wenn sie mich überholt "hinter" sagen und stehen bleiben. Ich wiederhole dann solange "hinter" und zeige mit dem Finger hinter mich (das kennt sie, das heisst "geh dort hin"), bis sie hinter mich geht. Wenn sie ganz auf der Leitung stand, ging ich ein paar Schritte rückwärts, damit sie in Gang kommt. Sobald sie dann hinten ist grosses Lob und weiter gehts. Sie prescht anfangs sofort wieder vor, und wieder die gleiche Nummer. Sobald sie mich überholt (NICHT erst wenn sie schon zieht!) "Hinter"!

    Dadurch, dass wir im Gang im Stiegenhaus waren, gab es genau null Ablenkung und Daika wollte einfach schnell raus. Sie konnte auch nur vor und zurück, nicht aber seitwärts. So kapierte sie eigentlich sehr schnell, dass wir nur raus gehen, wenn sie hinter mir bleibt. Dieses Kommando ist bei mir ganz wichtig, denn wenn ich mit allen drei Hunden raus gehe, DÜRFEN die mich nicht die Stiege runterziehen, sonst brich ich mir alle Knochen.

    3) Das "hinter" draussen anwenden. Jedes mal kurz BEVOR Daika zu ziehen anfangt "hinter" und sie muss hinter mich gehen. Mir reicht es wenn Daika an der losen Leine geht, sie muss NICHT unbedingt von selber Bei Fuss gehen. Daher habe ich sie dann kommentarlos wieder nach vorne gehen lassen und erst wieder "hinter" gesagt, wenn sie kurz davor war zu ziehen. Sie darf nicht hinter mir kreuzen, sie muss auf der gleichen Seite wieder nach vor gehen, wo sie nach hinter gegangen ist (um zu verhindern, dass sie wieder anfängt Kreise um mich zu laufen).

    Die ersten paar Tage hatte ich noch die verschärfte Version davon, da durfte sie prinzipiell nur hinter mir gehen, auch draussen. Das "hinter" kam also schon, wenn sie nur überholen wollte. Als das dann halbwegs ging, durfte sie dann auch vor gehen, aber halt nicht ziehen.

    Wenn ich diese Sache konsequent durchziehe, zieht Daika nur noch kaum. Und kaum bleibe ich stehen, oder gehe auch nur einen Schritt rückwärts folgt sie der Leine, anstatt sich reinzustemmen, wie am Anfang.

    Wenn wir einen Hund sehen, oder Tauben, oder Daika mit meinem Mann unterwegs ist (dem ist dieses konsequente vor und zurück zu blöd), zieht sie natürlich trotzdem. Sie ist aber auch erst 9 Monate alt und ausserdem noch Schlittenhund. Sie lernt also schon jetzt paralell, dass sie im Geschirr ziehen soll, dadurch lernt sie natürlich auch die Leinenführigkeit am Halsband langsamer.

    EDIT: Sorry für das lange Post, aber dafür kennst du jetzt meine GANZE Taktik in Sache Leinenführigkeit :^^: .

  • Hallo @ all!

    Vielen lieben Dank für Euer Mitgefühl.

    Arco ist jetzt 7 Monate alt und sollte eigentlich schon an der Leine laufen können.
    Wie schon gesagt, es gibt Tage, da ist er ein Engel. Und an anderen Tagen glaube ich, hat er alles wieder vergessen.
    Und an solchen Tagen ist meine Geduld dann auch nicht die beste.
    Vielleicht sollte ich ihm auch noch mehr Zeit geben?! Aber ich trainiere das ja auch schon seit er bei mir ist. :???:
    Wenn er dann so neben mir läuft, dann lobe ich ihn, locke ihn mit Leckerlies und gebe immer wieder das Kommando "Fuß".
    Aber dann fällts ihm ein, es ist zu langweilig - was ich nicht so sehe, denn wir machen viele Richtungswechsel usw. - und dann prescht er wie ein Wilder vor und ist nicht mehr zu halten. Ich tippe ihm auf den Rücken, um seine Aufmerksamkeit zu bekommen. Er guckt mich auch an, aber noch bevor ich ihn loben kann, sind die Ohren wieder auf Durchzug und die Leine gespannt.
    Manchmal denke ich auch, ich quatsche ihn tot.... :irre:

  • In der Ruhe liegt die Kraft, da stimme ich zu!

    OHHHHMMMMMM! Auch für mich ein heißes Thema momentan!

    Wichtig ist aber zu wissen: Hundekinder können sich (hab ich mal gelesen) max. 10 Minuten am Stück konzentrieren und "Fuß gehen" ist ja schon mit ziemlicher Konzentration verbunden!
    Da kann das "Konzentrations-Kontingent" auf einem Spatziergang mit soooo vielen tollen und interessanten Geschehnissen schonmal schnell aufgebraucht sein!

    Unsere Züchterin sagt immer: Weniger ist mehr!

    Edit: 7 Monate alt, hmmm! Die meisten Sprechen von einer Besserung ab dem 18. Monat! Mach dir mal keinen Kopf, er ist ja echt noch klein! ähhhh jung!

    :D

  • Wow! Das ist wirklich nicht "klein" :lachtot:

    Meine hat jetzt 18 Kilo bei 50 cm Schulterhöhe! Sie ist jetzt 5 Monate alt!
    Ich bin aber auch nur 1,59 m groß und da passt das ganz gut!

    :ua_wink:

    Aber wie gesagt, ich würde mir da im Moment keinen Kopf drum machen!
    ChaCha fängt jetzt mit genau dem selben "Spiel" an!
    Bis vor ein paar Tagen war alles super und jetzt ist sie ein "Flegel".

    :D

    Ich übe viel mit ihr daheim und im Garten. Dann laufe ich mit ihr bei "Fuß" um Tische und Couchen oder Bäume und Sträucher. Übe Richtungswechsel und "Komm bei Fuß".
    Das macht sie auch (meistens), aber wenn wir raus gehen ist eben alles andere interessanter und sie meistens viel zu abgelenkt!

    Ich versuche mit ihr zu üben und dabei das Leckerchen nicht in der Hand zu halten. Also stecke ich es mir in die Hosentasche und/oder versuche mit dem Clicker zu arbeiten.

    Auf unserer üblichen Spatzierrunde hab ich mir ein Stück gesucht, dass sie immer "Fuß" gehen muss. Die andere Zeit lasse ich sie Hundekind sein und üben dann zwischen durch "Stopp" wenn wir an Straßen kommen und sie vor mir läuft (dann soll sie stehen bleiben und sich hinsetzten, warten bis ich bei ihr bin und "bei Fuß" mit mir zusammen über die Strasse laufen) und hinsetzten, wenn ein Auto kommt und ich das sage! Wir haben aber auch viel damit zu tun, dass nicht alles essbar ist, was auf der Strasse liegt! Obwohl sie da meistens andere Meinung ist als ich!

    :ua_lol:

  • ... ist ein Denkansatz, vielleicht sollte ich doch wieder im Garten anfangen. Meinem Mann ist das ewige Stehenbleiben und Richtungswechsel auch zu blöd. Ich nehme ihn schon gar nicht mehr gern mit. Außerdem habe ich das Gefühl, das Arco dann testet, ob ich noch aufmerksam bei ihm bin oder ob er mal "aus der Reihe tanzen" kann.
    Aber wenn sich das gibt, gebe ich die Hoffnung mal nicht auf und harre der Dinge, die da kommen :gott:

  • Auf keinen Fall die Hoffnung aufgeben!

    Es wird ein Tag kommen, da kehrt das Erlernte in die Köpfe der kleinen Fellmonster wieder zurück!

    :D

    Das ist auch meine Hoffnung!

    Und im Moment gehe ich auch lieber allein mit ihr raus, denn mein Mann ist da ein wenig ungebuldig!

    Also, den Kopf nicht hängen lassen und immer daran denken: du bist nicht allein!

    ;)

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