Pflegehund plötzlich verstorben

  • Hallo!
    Ich bin zur Zeit in Spanien und helfe seit einer Woche beim Tierschutz mit. Letzten Samstag ging ich mit einer Fundhündin (seit ca. 5 Tagen bei den Tierschützern) ca. 2-3 Stunden spazieren, unter anderem um Suchplakate aufzuhängen und um evtl. Besitzer ausfindig zu machen. Bei der Hündin handelt es sich um einen ca. 1-jährigen Podenco-Mix.

    Die Hündin war fröhlich, lief gut (ohne zu Humpeln) und hatte sichtlich Spaß am Spaziergang. Auffällig war, dass sie nach kurzer Zeit schon pausieren mußte und kurz vorm Einschlafen war. Sie hatte zudem großen Hunger, weshalb ich ihr ein paar Hundeleckerli gab. Ansonsten kaufte ich Wasser in Flaschen, welches wir uns teilten. Die Hündin frass nichts von der Straße. Zwischendrin quietschte sie und hielt ihr Pfötchen in die Höhe, welches ich untersuchte, aber nichts augenscheinliches feststellen konnte. Kurz drauf lief sie weiter. Nach einer weiteren halben Stunde blieb sie mitten auf der Straße stehen, woraufhin ich sie auf den Arm nehmen wollte, sie aber laut aufschrie, als ich ihren Körper/Bauch berührte. Als es mir dann gelang, brachte ich sie bis zu einem Rasenstück, auf welches ich sie legte. Hier trank sie noch etwas von unserem Wasser und schlief dann ein. Ich rief die Tierschützerin an und bat um Abholung. Als die Tierschützerin die Hündin hochnehmen wollte, wurde sie gebissen, weshalb sie der Hündin eine Betäubungsspritze verabreichte. Als die Wirkung nicht gleich einsetzte, bekam sie noch eine zweite Spritze. Dann wurde die Hündin zurück zum Tierschutz gefahren. Ich durfte nicht mehr mit hinein, da mir unterstellt wurde, die Hündin hätte einen Unfall gehabt und ähnliches.
    Am nächsten Tag wurde mir mitgeteilt, dass die Hündin nur apathisch auf ihrer Decke liegen würde. Sie hätte wohl Gift gefressen, und ich hätte nicht richtig auf sie aufgepasst.

    Heute abend kam der Anruf: Die Hündin ist tot! Sie würde mit einem dick angeschwollenen Fuß im Haus liegen. Das hat mich umgehauen!!! Die Tierschützerin gab allein mir die Schuld am Tod der Hündin. Zum Tierarzt war sie nicht, wollte sie wohl heute abend. Wie kann das passieren? Ich mache mir große Vorwürfe, kann aber andererseits nicht erkennen, was ich falsch gemacht habe. Die kleine hatte noch ihr ganzes Leben vor sich! Es tut mir so leid, aber ich kann es nicht ungeschehen machen.

    Ca. 5 Tage vorher wurde sie von der Polizei aufgefunden, zum Tierschutz gebracht, aber lediglich auf Chip und Tatoo untersucht. Zwei Tage zuvor wurde sie von einigen anderen Hunden gezwickt, woraufhin sie sich auf drei Beinen hinter einem Gebüsch verkroch. Nach ca. 2 Stunden Spazierengehen fing sie an zu humpeln. Als ich den Bauch bzw. die Brust anfasste, jaulte sie laut auf. Als sie auf dem Rasenstück lag, konnte ich ihr Bein abtasten, ohne dass sie etwas sagte. Später jaulte sie bei jedem Anfassen laut auf.

    Ich möchte gern wissen, was die Hündin gehabt haben könnte. Ich mache mir große Vorwürfe und bin todunglücklich über ihren Tod. Kann mir jemand helfen?
    Danke.
    Kim

  • Puh also was die Hündin gehabt hat kann ich dir nicht sagen aber was ich dir sagen kann ist, dass die Türschützerin sich total dämlich verhält. Dich trifft garkeine Schuld. Wenn du sagst sie hatte nichts von der Straße gefressen dann wird das auch so sein und sie hat sich das eventuell vorher zugezogen. Finde es echt arm, dass man nun dich anprangert und dir die Schuld zuschiebt. Das der Tierschutz dann nicht beim TA war obwohl die Hündin sichtlich Schmerzen hatte ist ja wohl die Höhe.

    Sprachlose Grüße,
    JimJonson.

    Und lass dir nicht einreden, dass du Schuld an diesem tragischen Schicksal bist.

  • Hallo,

    Lass Dir nicht sie Schuld in die Schuhe schieben. Mal ne andere Frage woher hatte diese Tierschützerin die Beruhigungsspritze, ist sie Tierärztin? Gott weiß was sie dem armen Hund gespritzt hat und in welcher Dosis.

    Ich will der Dame jetzt nichts unterstellen aber vielleicht war sie ja schuld am Tod der Hündin, man kann doch nicht einfach mal so irgendetwas spritzen ohne das Tier vorher untersucht zu haben und dann auch noch mal einen Nachschlag von dem Medikament zu geben :???:

  • Ach Mensch Du Arme, ich weiß nicht ob ich den Hund oder Dich mehr bedauern soll. Armes Tier. Und Du wolltest doch nur helfen .... Mach dir keine Vorwürfe, Dich trifft da wahrscheinlich keine Schuld. Komisch, dass die Dame eine Spritze dabei hatte. Und blöd von ihr, dass sie Dir Dinge unterstellt. Die Todesursache wird doch wahrscheinlich ein Rätsel bleiben. Lass Dich mal drücken - Kopf hoch.

  • Bitte fühl dich nicht verantwortlich! (leichter gesagt gell...) aber wenn du alles so gemacht hast wie du es hier beschrieben hast dann trift dich doch keine Schuld. Du hast ja angerufen damit du abgeholt wirst weil es der Hündin nicht gut ging. Das sollten die doch "honorieren" und dir nicht noch Vorwürfe machen. Die Verletzung kann alles mögliche sein, Infektion, Blutvergiftung, innere Verletzungen im Bauchbereich, was auch immer. Auf jedenfall hätte sie wohl bei JEDEM anderen auch sterben können!
    Kopf hoch! Und wenn die dort so komisch sind und nicht mal einen Hund richtig durchchecken dann würde ich persönlich wieder gehen. Gibt bestimmt ganz viele andere (bessere) TH die froh um Helfer wären...

  • ohh je das tut mir unendlich leid. Aber auch ich meine, das du dir davon nichts annehmen brauchst.
    Auch wenn ich 2-3 Std. gehen schon recht viel finde.

    Ich an deiner Stelle würde sehen, ob ich nicht woanders helfen kann. Das die gute Frau gleich ne Spritze bzw. mehrere dabei hatte, find ich sehr eigenartig.
    Auch das bei der Hündin kein Gesundheitscheck gemacht wurde.

    Gibt es ne Möglichkeit den Hund noch untersuchen zu lassen? Es wäre für dich zwar "nur" ne Gewissenberuhigung, aber du würdest dann auch sehen bzw. wissen, woran sie gestorben is, ob es schon länger vorhanden war und evtl sogar auch, was wirklich gespritzt wurde.

    Es tut mir wirklich leid, was da geschehen is, aber lass dir nicht die Schuld geben.

    Alles Gute!

  • Hallo Kim,

    ich bin auch der Meinung, dass du dir nicht die Schuld für den Tod der Hündin geben solltest...

    Ich finde es arg bedenklich einem fremdem Hund (und der Hund ist fremd wenn er erst seit 5 Tagen in der Orga ist) den man nicht tierärztlich durchchecken lassen hat, gleich 2 Spritzen zu verabreichen... gegen die Bissigkeit, hätte ja auch ein Maulkorb gereicht...

    Bitte lass dich nicht so fertig machen... es ist schrecklich was passiert ist, aber ändern kannst du es nicht mehr und du hast das richtige getan, du hast den Hund hingelegt und ihm wasser gegeben und hilfe geholt. was hättest du sonst noch tun sollen?

  • hallo kim

    Quarantäne?

    wenn ein teirheim meint darauf verzichten zu müssen,bitte.
    aber ein fundhund gehört zur beobachtung und medi. erstversorgung in genau diese.

    also ,lass dir keine schuld einreden,denn du bist schliesslich "nur" die praktikantin. ;)

    gruss krusti

  • Hallo,
    was die Hündin hatte - da wirst Du sicher nicht mehr hinterkommen. Und wenn Du es doch wüsstest, hilft es Dir ja nicht weiter.
    Ich meine auch, Du hast alles getan, was Du tun konntest, hast Dich eingesetzt und geholfen. Mach Dir bitte keine Vorwürfe, es ist eine traurige Erfahrung für Dich, wie sie aber Menschen, die im Tierschutz arbeiten, wohl leider oft ertragen müssen. Versuche besser, für Dich selbst herauszufinden, wie Du am besten mit diesem Erlebnis fertigwerden kannst. Dem einen helfen Gespräche mit anderen darüber, anderen hilft es, wenn sie weinen. Ich wünsche Dir, dass Du nicht allzulange an diesem Erlebnis zu knapsen hast.
    LG Francisca

  • Hallo!
    Ich danke Euch für die netten Antworten - sie haben mir ein bisschen Trost gegeben. Das war ganz lieb von Euch!
    Natürlich habe ich die ganze Nacht drüber nachgedacht und bin zu dem Schluß gekommen, dass die Hündin innere Verletzungen gehabt haben muss (evtl. eine Trombose oder ähnliches). Da sie fünf Tage lang nur hinter einem Gebüsch lag, hat der Spaziergang vielleicht irgendwas ausgelöst. Trotzdem - sie war so lieb - ich hätte sie mit nach Deutschland genommen und gute Leute für sie gefunden. Tja ...
    Die Tierschützerin hat immer eine ganze Kiste voller Medikamente bei sich, da sie oft Hunde in den Bergen einfängt und gleich erste Hilfe leistet. Nun will und kann ich sie aber nicht in Schutz nehmen. Der Hund hätte wirklich sofort in die Notfallklinik gemusst, wenn nicht am Samstag dann bestimmt gleich Montagmorgen! Hätte ich gewußt, dass sie allein bei der Tierschützerin im Flur liegt und mit dem Tod kämpft, dann hätte ich alles getan, um ihr zu helfen!
    Im nachhinein war es überhaupt nicht in Ordnung, der Hündin die Spritzen zu verabreichen, aber vor Ort ging alles so schnell und die Tierschützerin war im Stress.
    Eben gerade bin ich nochmal den Spazierweg abgegangen, da ich die Suchplakate wieder einsammeln mußte - es war schrecklich und die Tränen sind nur so gelaufen. Wenn nochmal Samstagmorgen wäre, würde ich einiges anders machen...
    Danke für Euer Mitgefühl! Und alles Liebe für Eure Hunde!
    Kim

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