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Dritter Hund: Ignorieren, kneifen, ausflippen

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    Hallo,
    ich bin ganz neu hier, hoffe aber, dass keiner mir böse ist wenn ich direkt mit der Tür ins Haus falle und Euch mit unseren Schwierigkeiten zuquatsche.
    Also, wir haben vor ein paar Monaten eine wunderschöne Schäfermixhündin aus einer Tiervermittlung bekommen (Ausland).
    Sie ist nun ca. 9 Monate alt, sehr groß (75cm) und- trotz allem- ein freundliches Mädchen. Trotzdem macht sie riesige Probleme. Ich möchte noch kurz erwähnen, dass ich bisher nie Probleme mit meinen Hunden hatte, es waren auch schon "Problemhunde" dabei, aber ich habe das bisher immer ganz gut in den Griff bekommen, bin also kein absoluter Anfänger.
    Die anderen beiden Hunde, ein Labrador und ein Spitzmix, sind sehr brav, folgsam und anhänglich.
    Die Schäfermixdame, um die es geht, zeigt, trotz verstärkter Bemühungen in viele Richtungen unsererseits, auch nach einigen Monaten noch sehr unschöne Verhaltensweisen:
    1. Sie hört einfach nicht oder kaum, trotz verschiedener Erziehungsmethoden, reagiert sie immer noch nur auf "Sitz" und "Hier"...und auch das nicht zuverlässig.
    2. Sie zerstört alles, wofür ich jedoch noch Verständnis aufbringe wegen ihres alters
    3. Sie flippt völlig aus wenn die anderen beiden sich freuen weil jemand nach Hause kommt, sie beißt dann die anderen Hunde und uns Menschen, sie selbst freut sich aber nicht über uns sondern sieht uns dann gar nicht...auch sonst versucht sie uns zu ignorieren und läuft "irgendwo" rum
    4. Sie beißt eh viel, beim Spielen zB. hat sie meinem Mann in den Arm gebissen dass es blutete. Ich meinte dann: Konsequenzen aber andererseits auch Verständnis, weil es ja praktisch "aus Versehen" war, mein Mann meinte aber dass die anderen beiden NIE "aus Versehen mal" beißen...das stimmt schon
    5. sie fällt quasi aus Spass öfter mal über die Labradormaus her, beißt ihr in den Nacken, schüttelt sie, diese wehrt sich nicht und guckt nur traurig
    6. dieser Hund macht mich wahnsinnig und ich habe Mühe die Nerven zu behalten, da sie einfach nicht aufhört damit


    Was soll ich machen???
    Sprayhalsband? Maulkorb? Hundeschule?
    In letzterer war ich auch schon, es hat aber nix gebracht, sie ist immer total aufgeregt und nicht aufnahmefähig...war aber auch irgendwie eine blöde Hundeschule, meiner Meinung nach. Also eine andere probieren?


    Wir wohnen auf dem Land, die Hunde rennen den ganzen Tag rum, sind ausgelastet, es ist fast immer jemand da, ich bin nicht berufstätig. Sie haben Familienanschluss und irgendwer hat fast immer Zeit für sie...
    :help:

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  • Hallo Mathilda!



    Uff.. chaotisch bei Euch daheim.. 9 Monate ist ein blödes Alter, saublöd um ehrlich zu sein. Irgendwie hab ich das Gefühl, dass sie versucht, die anderen Hunde und auch Euch runterzudrücken.
    Eure zwei "Alten" dürfen sich nicht mehr freuen, es wird grundlos auf sie losgegangen, ihr werdet gebissen und sie ignoriert Euch.
    Auf alle Fälle wärs wohl praktisch, wenn sie einen Platz hätte, wo ihr sie hinschicken könnt und damit aus dem Weg habts. Vor allem auch, wenn ihr heimkommt. Spazierengehen würd ich im Moment nur mit Schleppleine, spielt mit ihr am Spaziergang, macht irgendwas, damit sie merkt, dass es beu Euch am interessantesten ist. Füttern würd ich nur noch aus der Hand, damit sie merkt, dass sie von Euch abhängig ist. Und Futter gibts nur für Leistung, Sitz, Platz, Steh, Hier.. irgendwas (geht halt nur wirklich gut mit Trockenfutter ;-))


    Sprayhalsband würd ich die Finger davon lassen - weil für was??? Und außerdem gibts da wirklich andere Möglichkeiten.


    Maulkorb.. hm.. so wirklich beißen tut sie ja nicht. Wenn ihr Angst habt, dass mal wirklich was passiert, dann vielleicht...


    Hundeschule würd ich auf alle Fälle nochmal probieren. Sucht Euch eine gscheite aus und gehts regelmäßig hin, auch wenn am Anfang noch gar nix was hilft. Das ist für die Kleine ne neue Situation - anderen Hunde, anderer Platz, andere Menschen.. da muß man sich auch erst mal dran gewöhnen...


    Hm.. was meinst Du mit ausgelastet?? Dass sie genug Auslauf haben? Das allein reicht den wenigsten als Auslastung.. probier doch mal Schnüffelspiele oder kleine Tricks einzustudieren, der Kopf braucht auch Auslastung und das ist bei Hunden einfach als man denkt ;-)


    Wenn sie beim Spielen beißt - auch wenn nur aus "Zufall" würd ich das Spiel sofort abbrechen und sie ruhig stellen. (Auf den Platz schicken).


    So, ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig helfen -aus der Entfernung ist das immer schwer und außerdem bin ich ja auch nicht grad ein "Superfrauchen" *ggg*


    bis denn - kopf hoch und nerven zusammenhalten!


    lg
    schnupp & Rasselbande

  • Hallo!


    Zunächst mal könntest du Face beschreiben: Immer hibbelig, immer auf 180, Übersprungshandlungen (Beißen) zum Streßabbau.


    Ich denke, vor dir liegt ein langer Weg, bei dem du jetzt einfach Geduld und Ruhe bewahren mußt. Vergiss das mit dem Sprayhalsband und dem Maulkorb - beides verursacht nur noch mehr Stress bei ihr und der Maulkorb ist eh nur eine Symptom- aber keine Ursachenbehandlung.


    So wie andere Leute mt ihren Hunden das Sitz und Platz üben, mußt du mit ihr das ruhig sitzen, sich auf dich konzentrieren, dich anschauen üben. Und zwar tagtäglich, konsequent und dauerhaft.


    Dazu kommt, daß der Hund Möglichkeit bekommen muß, sich auszupowern einmal täglich - in welcher Form auch immer. Und zwar alleine - ohne die anderen Hunde, damit er sie nicht verletzt - aber: Immer mit der zusammen.


    Weiterhin gib ihr gezielte Ruhepausen. Das rumlaufen auf dem Gelände kann sie u. U. noch viel wuschiger machen. Gib ihr Auszeiten - auch ohne die anderen Hunde.


    Das mit dem Hereinkommen und die anderen Hunde beißen unterbinde sofort! Und wenn du mit deinem Mann ein Zeichen ausmachst, auf das du sie erstmal weg packst, bevor er reinkommt (z. B. kurz das Telefon klingeln lassen, wenn er fast daheim ist).


    Obendrein duch dir eine Hundeschule, die erstmal Einzelunterricht anbietet und evtl. eine Jungdhundegruppe hat. Beides mache mit ihr. Einzelunterricht um das konzentrierte Arbeiten zu lernen. Junghundestunde um den Umgang mit anderen Hunden zu lernen. Aber: Keine Spielstunde wo man einfach mal die Hunde laufen läßt und zwischendruch bisschen was macht (wie es in vielen Hundeschulen der fall ist), sondern wo immer gezielt jemand drauf achtet, wie dein Hund sich verhält und geschult eingreifen kann.


    Das ist m. M. nach sehr wichtig.


    Schreib doch mal aus welcher Ecke du kommst, vielleicht kann dir dann jemand hier einen guten Trainer in deiner Nähe empfehlen?

    Liebe Grüße
    Silvia und die Mogwais

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  • Hallo und erst einmal ein dickes "Danke" für die super Antworten.
    Ich habe das in den letzten Wochen- aus Verzweiflung und nicht aus Überlegung- schon so gemacht, dass ich die drei getrennt habe. Erstens um den anderen beiden ein wenig Ruhe zu gönnen und damit ich mich mal wieder (ohne Attacken von Dritten) mit ihnen beschmusen konnte, und zweitens um die Schäferdame in ihre Schranken zu weisen. Ich hab das nämlich, bis jetzt, nur dann gemacht wenn sie anfing zu beißen.
    Andersherum habe ich die beiden anderen auch öfter im Haus gelassen und mit ihr alleine etwas unternommen. Sie ist dann sehr viel ruhiger, allerdings darf man nicht mit ihr toben weil es dann losgeht.
    Was mich am meisten an ihr stört, neben der Beißerei, ist ihre Ignoranz. Es kommt mir einfach so vor als würde überhaupt keine übliche Bindung zwischen ihr und mir/uns entstehen. Wir sind ihr so unwichtig. Ich bin das nicht gewohnt, bisher hatte/habe ich immer Hunde die total auf mich fixiert sind/waren. Das soll jetzt nicht beleidigt klingen, ich könnte gut damit leben, halte es aber einfach für unnormal und denke dabei auch an daraus resultierende Folgen(z.B. Weglaufen). Oder gibt es solche Hunde? Ich meine, solche die eben keine Bindung mit ihrem Menschen eingehen?? Oder ist das meine Schuld?
    Ich habe mir schon vor längerer Zeit angewöhnt einmal am Tag eine Runde mit dem Fahrrad nur mit ihr zu fahren, das klappt gut, sie ist danach ausgepowert (aber keine Angst, nicht "halbtot"), aber wenn wir zuhause ankommen beißt sie erstmal die Labbihündin einmal... so viel dazu.
    Wir wohnen in der Nähe von Bremerhaven, für Tipps bzgl. Hundetrainer/Schule wäre ich sehr dankbar.
    Ich werde Eure Ratschläge in der nächsten Zeit befolgen und hoffe, dass sie uns so gut helfen wie sie sich anhören.
    Weitere sind natürlich sehr willkommen.
    Also, auf in den Kampf :ritter:


    Grüße von
    Mathilda

  • Hallo!


    Mensch - Bremerhaven - da bist du stressmäßig absolut bestens versorgt. Schau dir bitte mal diesen Hundeplatz an: http://www.weser-ems-hoppers.de/ Rolf Franck ist für mich da eine absolute Fachkraft - und zwar nicht nur für Border Collies, wie man annehmen könnte.


    Geh da mal hin und sprich mit den Leuten! Besonders eben mit Rolf.


    Es gibt so Hunde. Du schreibst du hast sie aus der Nothilfe - man weiß NIE wie der Hund vorher gelebt hat, wie er seine Welpenzeit verbracht hat. Wenn in der wichtigstens Prägephase die Prägung auf den Menschen nicht da war - dann ist das ganze eine Heidenarbeit, das nachzuholen.


    Bleibt am Ball und ihr werdet euch freuen über jeden kleinen Schritt.


    Face kam mit ca. 7 Monate aus Irland zu uns aus einer Tötungsstation dort. Mit ihr hatten wir auch arge Probleme ein Team zu werden. Sie war zwar nicht ignorant - aber wahninnsig unterwürfig, ängstlich die erste Zeit. Man brauchte sie nur anschauen, da pieselte sie schon unter sich. Dazu die Beißerei - egal in was - hauptsache Streß abbauen. Sie ist jetzt 1 3/4 Jahr bei uns. Es passiert immer noch MAL, daß sie sich selbst entgleitet und irgendwas oder wer wieder Löcher hat - aber es ist seltenst geworden. Die Arbeit hat sich absolut gelohnt. Wir haben viel geclickert, Aktivitäten in die unterschiedlichsten Richtungen gemacht - actionreiche Sachen ebenso wie gaaanzr ruhiges Arbeiten (Obedience).


    Achso - noch eine Bitte: Dein Hund ist noch zu jung um am Fahrrad mitzulaufen. Das solltest du noch unterlassen - gerade bei einem Schäferhund könnten da (wie eigentlich bei jedem anderen Hudn auch) enorme Knochen- und Gelenksprobleme draus resultieren. Generell finde ich dann aber fahrradfahren für solche Kandidaten (ab 12 bis 15 Monate) nicht schlecht. Aber: Immer nur im ruhige Arbeitstrab, damit die Hunde abschalten können - müde bekommt man solche Energiepakete eh nur über Kopfarbeit (Suchspiele, Fährtenarbeit usw.)

    Liebe Grüße
    Silvia und die Mogwais

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


    Das hat mir die weitere lange Suche nach dem richtigen Futter erspart: Hier müssen Ihr lediglich wenige Minuten investieren und einige konkrete Fragen zu Ihrem Hund oder Katze beantworten. Anschließend erhaltet Ihr, abgestimmt auf Ihren Liebling, bis zu fünf Futterproben als kostenloses Paket zugeschickt!


    Einfach den Futtercheck ausprobieren - ich bin sehr glücklich, auf diesem Weg nun das richtige Futter gefunden zu haben.


    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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  • Hi,


    nur als Trost. Als wir unsere Maus mit 9 Monaten aus 3. Hand bekamen (die TH-Stationen nicht mitgerechnet), hat sie uns ebenso ignoriert. Allerdings war sie nicht bissig oder überdreht.
    Sie war eher total untrainiert - nach 15 Minuten Gassi gehen keine Puste mehr. Sie war zu jedem Menschen freundlich, genauso wie zu uns, aber sie behandelte uns auch wie jeden anderen Menschen. Gehört hat sie nur, wenn sie wollte und es war ihr zum Teil egal, wenn sie uns aus den Augen verlor. Eine Bindung aufzubauen, dauernde bei uns ca. 1 Jahr und hat sich erst wirklich durch den Hundesport und später durch die Rettungshundearbeit gefestigt. Mittlerweile kann ich kaum einen Schritt gehen, ohne das sie dabei sein muß. Aber einen unbahängigen Charakter und eine extreme Selbstständigkeit hat sie sich bisher immer noch bewahrt.
    Auf jeden Fall müßt ihr sehr viel Zeit, Geduld und Arbeit reinstecken.
    Wahrscheinlich wäre sie als Einzelhund einfacher handhabbar.


    Gruß Nadine

  • Hallo,


    ich kann eigentlich auch nur zum Thema Bindung sagen, dass nicht jeder Hund automatisch am Menschen hängt und ihn abgöttisch liebt.
    Wenn sie in der Prägephase keine Menschen kennengelernt hat und auch später nur Hunde als konstante Bezugspersonen hatte (oder niemanden?), dann muss sie das Familienleben ganz neu lernen.


    Meine Lizzy hatte zwar wohl ein Herrchen aber der scheint sich nur wenig um sie gekümmert zu haben. Da war wohl kein Verlass drauf. Das merkt man meinem Hund immer noch an. Wir haben sie im Alter von 8 Monaten aus dem Tierheim übernommen, welches den Hund nicht zum Ursprungsherrchen zurückgeben wollte wegen Vernachlässigung (außerdem wollte der die Pensionskosten die während 2 Wochen Aufenthalt im Tierheim aufgelaufen waren, nicht bezahlen).


    Mach viel Tolles allein mit der Schäferdame. Handfütterung finde ich auch einen guten Tip. So wirst du sozusagen zur wichtigen Resource.
    Leiden denn die anderen beiden Hunde? Oder stecken sie die rüde Behandlung durch die Neue ganz gut weg?


    Viel Glück und Erfolg
    Frauke

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