Mein Welpe schnappt bei Frust

  • Hallo,

    mein Freund und ich haben seit knapp 3 Wochen unseren jetzt 12-wöchigen Labradorwelpen Bruno bei uns. Im Großen und Ganzen klappt es ganz gut (Stubenreinheit, erste Kommandos, Benehmen im Haus, Hundeschule, ...). Leider haben wir aber ein ziemliches Problem mit dem Schnappen.

    Beim Spielen hat er die Beißhemmung mittlerweile gut im Griff und wenn er uns doch Mal erwischt, zieht er immer gleich zurück. Ganz anders aber, wenn wir Grenzen durchsetzen. Dann ist er immer sehr gefrustet und schnappt nach uns. Wenn er z.B. auf die Couch geht / gehen will und wir ihn nicht lassen, schnappt er nach dem 2. oder 3. Mal nach uns und lässt sich dann von seinem Tun auch nicht mit kurzem Spiel / Leckerli / Kommando, dass er schon kann (von Hundeschule empfohlen) ablenken. In diesem Moment ist es ihm auch egal, wenn wir Aua rufen oder den Raum verlassen....

    Mein Freund hat ihn beim Schnappen dann auch schon mal kurzfristig am Boden fixiert, weil wir keinen Ausweg mehr wussten. Allerdings ist das natürlich keine Lösung und sorgt dann eher dafür, dass er "aggressiver" auf mich losgeht und nicht mehr von meinen Klamotten/Händen etc. ablässt....

    Wie können wir ihm beibringen, dass es absolute Grenzen gibt (z.B. Couch / Bett / an Möbelstücken knabbern) und er diese einhalten muss und nicht nach uns schnappen darf, wenn wir ihn davon abhalten?

  • lasst den Quatsch mit böse werden und den Hund zu Boden drücken! Das macht ihm bloss Angst. Lernen tut er dabei nur, dass ihr nicht vertrauenswürdig seid.

    Euer Hund hat ein Problem damit, wenn ihr ihn begrenzt. Die Frage ist, wie macht ihr das. Was genau passiert da, dass der Hund so reagiert. Ist dieses Grenzen setzen für ihn klar, oder so missverständlich, dass er in einen enormen Frust kippt?

    Schubst ihr ihn herum? Fasst ihr ihn dabei an? Was macht ihr da genau?

    Wie haltet ihr ihn davon ab?

  • ruht und schläft er ausreichend? Welpen schlafen rund 20h am Tag.

    Nach müde kommt blöd. 🙃

    Ich selbst bin Ersthundebesitzerin, weshalb ich das noch nicht ganz so gut einschätzen kann wie einige andere hier im Forum.

    Aber für mich klingt das so, als wäre er überdreht. Ich selbst habe anfangs den Fehler gemacht, dass ich viel zu viel mit meinem Welpen gemacht habe. Weil jeder immer meint, Hunde brauchen mentale Auslastung usw. Aber als Welpen werden die mit so vielen, neuen Reizen konfrontiert..das ist schon mental anstrengend genug.

    Ob das mit deinem Problem zusammenhängt kann ich, wie bereits erwähnt, nicht einschätzen.

  • Aber ganz sicher nicht! Ausser du schreibst von Saugwelpen und das waere in diesem Fall mehr als unpassend!

    Warum liest man das dann überall? Also in Büchern oder im Netz. 🤷‍♀️ Da zählt ja das ruhen dazu.

    Das ist so eine schwachsinnige Regel, die einfach weiterhin verbreitet wird. Überleg mal, das bedeutet der kleine wäre nur 4h am Tag wach und aktiv. Ist doch utopisch


    Entweder euer Jungspunt versteht nicht, was ihr wollt und reagiert mit Frust. Oder er maßregelt zurück. Einmal deutlich, angemessen und körperlich ohne zu schreien ist für einen Hund verständlich. Wenn nicht, war’s nicht deutlich und er schnappt zurück.


    Kompetenten Trainer suchen und weniger im Internet lesen 🤗 wo kommt ihr her?

  • Ihr habt da keinen „problematischen“ Hund, ihr habt ein Baby. Einen zwölf Wochen alten Welpen. Und mit einem Baby wird man hoffentlich niemals körperlich – selbst dann nicht, wenn es in Haare greift, kneift oder zieht. Ein Welpe in diesem Alter hat weder Impulskontrolle noch Frustrationstoleranz noch irgendeine Idee davon, wie man mit starken Emotionen vernünftig umgeht.

    Was ihr da erlebt, ist klassischer Frust. Frust entsteht, wenn ein Bedürfnis blockiert wird: Ich will da hin und darf nicht. Ich will etwas und bekomme es nicht. Für so einen jungen Hund ist das extrem überwältigend. Und jetzt die entscheidende Frage: Woher soll der Welpe wissen, wie man mit Frust ordentlich umgeht, wenn ihm das niemand beigebracht hat?

    Aktuell erlebt er: Er ist frustriert, er schnappt, der Mensch wird körperlich. Die Situation eskaliert. Das, was dabei hängen bleibt, ist nicht „Grenzen akzeptieren“, sondern: Frust endet in körperlicher Auseinandersetzung. Dass er sich dann immer mehr reinsteigert, nicht loslässt oder gezielt nach Händen und Kleidung geht, ist keine Aggression, sondern eine logische Folge dieses Lernprozesses.

    Frust muss man lernen, und zwar in sehr kleinen Dosen. Nicht, indem man einen Welpen immer wieder blockiert, bis er explodiert, sondern durch gutes Management: Situationen so gestalten, dass er gar nicht erst regelmäßig scheitert, frühzeitig umlenken, Distanz schaffen, bevor er hochfährt. Grenzen sind wichtig, keine Frage. Aber Welpen lernen Grenzen nicht durch Durchsetzen und körperliche Gewalt.

    Ein Hund in diesem Alter kann Frust noch nicht gut aushalten, Emotionen nicht regulieren und Impulse nicht kontrollieren. Das ist keine Erziehungsfrage, das ist schlicht Hirnentwicklung.

    Bitte hört mit jeglicher körperlicher Maßregelung sofort auf. Wenn ihr merkt, dass ihr an eure Grenzen kommt, holt euch Unterstützung bei jemandem, der wirklich mit Welpen arbeitet und nicht mit Dominanz oder Durchsetzen. Euer Hund zeigt kein Fehlverhalten – er zeigt Überforderung. Und das lässt sich lösen.

  • Aber ganz sicher nicht! Ausser du schreibst von Saugwelpen und das waere in diesem Fall mehr als unpassend!

    Warum liest man das dann überall? Also in Büchern oder im Netz. 🤷‍♀️ Da zählt ja das ruhen dazu.

    Man liest auch überall immer noch, dass man Hunde nicht Baden sollte, dass man nur lange genug mit dem Hund laufen muss, damit man keine Krallen schneiden muss.... Ist genauso Bullshit und das Internet ist trotzdem voll damit.

  • und lässt sich dann von seinem Tun auch nicht mit kurzem Spiel / Leckerli / Kommando, dass er schon kann (von Hundeschule empfohlen) ablenken.

    Wieso "ablenken"?

    Es kann durchaus sein, daß Ihr im Aufbau was falsch gemacht hat, so daß der Hund das Ganze als Belohnung für "sein richtiges Verhalten" versteht und deshalb natürlich auch so weiter macht. Wieso auch nicht? Es gab doch immer wieder diese schöne Bestätigung.

    Ich würde ja ohnehin eher das richtige Verhalten belohnen wollen, und nicht erst aktiv werden, sobald das falsche Verhalten gezeigt wird.

    Mit "Dominanz" kommt Ihr nicht wirklich weiter. Ich glaube, eher "fördert" Ihr genau das, was Ihr eigentlich nicht haben wollt.

  • Warum liest man das dann überall? Also in Büchern oder im Netz. 🤷‍♀️ Da zählt ja das ruhen dazu.

    Ein Hauptproblem ist oft, daß inhaltlich richtige Aussagen zu bestimmten Kontexten total falsch verstanden, und somit dann auch im Alltag umgesetzt werden.
    Dann wird das, was ohnehin schon selbst verstanden wurde, auch noch Stille-Post-mäßig falscher (wenn es sich steigern läßt) weiter gegeben wird.

    Deshalb muß immer pro Situation und Ausgangslage beachtet werden.

    Hier "dreht der Hund hohl", weil bei Grenzensetzung was falsch gemacht wird. Da Hunde nun einmal nicht sprechen können, bleibt halt nur die hündische Art der Kommunikation. Die verstehen viele Menschen nicht mal richtig. Zumindest die ersten beiden Stufen nicht. Also, geht der Hund direkt weiter in die nächste Stufe.


    Wichtig ist, den eigenen Hund lesen zu lernen. Und dann mit dem Hund zusammen lernen. Nur so kann das Zusammenleben funktionieren!

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