Laufgitter als Schlaf- und Ruheort

  • Hallo zusammen,

    ich bin Halterin eines 8,5 Monate alten Welsh Corgi Pembroke Rüden. Ich habe ihn damals im Alter von 10 Wochen bei der Züchterin abgeholt. Er ist mein erster Hund.

    Von Beginn an, hatte ich für ihn ein Laufgitter in der Wohnung stehen. Er schläft/ruht darin und wenn er alleine ist, dann kommt er auch dort rein.

    Perspektivisch wäre es nicht schlecht, wenn das laufgitter irgendwann aus der Wohnung raus wäre. Aber momentan sehe ich das noch nicht. Er geht auch nicht von alleine da rein, sondern ich muss immer ein Leckerli werfen, damit er dort rein geht und dann die Tür schließen, damit er dort auch bleibt und zur Ruhe kommt.

    Wie arbeite ich gezielt daran, dass er die Begrenzung nicht mehr braucht? Ich möchte den Moment nicht verpassen, am Ende muss das vielleicht noch dauerhaft stehen🙈


    Vielen Dank im Voraus.

  • Ich selbst habe bei keinem meiner Hunde ein Laufgitter oder eine Box gebraucht, damit sie zur Ruhe kommen. Deshalb tue ich mich ehrlich gesagt schwer damit, dass das inzwischen so oft als normal oder notwendig dargestellt wird … für mich wirkt das eher wie ein Trend.

    Was würde denn passieren, wenn man einfach sein normales Leben lebt und den Hund entweder dort schlafen lässt, wo er sich von selbst hinlegt – was ich persönlich bevorzuge – oder ihm notfalls einen festen Platz zuweist, an den er sich legen soll, ganz ohne räumliche Begrenzung?

    Und ganz ehrlich gefragt: Wie soll ein Hund lernen, selbstständig zur Ruhe zu kommen, wenn er von Anfang an lernt, dass Ruhe nur in einem abgegrenzten Raum möglich ist? Dann ist es ja keine eigene Regulation, sondern etwas, das von außen erzwungen wird.

  • Ich hatte die ersten ~ 2 Wochen ein Welpengitter. Aber nicht, damit der Hund dort zur Ruhe kommt, sondern damit ich ihn "sicher Verwahren" kann, wenn ich mal nicht schauen konnte, wir mussten uns ja erst ein wenig kennenlernen. Mein Hund hätte das Gitter auch niemals so lange akzeptiert. Die würde es wohl einfach umwerfen :D

    Sie hatte allerdings von Anfang an auch ausserhalb Ruheplätze und schlief halt, wo es ihr grad gefiel. Lass das Gitter offen und stelle auch außerhalb Körbe/ Decken hin. Er wird sich schon einen Ort suchen, an dem er dann Ruhen kann. vorausgesetzt, du lässt ihm auch seinen Freiraum dafür.

    Warum hast du denn das Gitter überhaupt so lange genutzt? Hast du Sorge, dass er außerhalb zu viel Unsinn anstellen kann, wenn du nicht dabei bist?

  • Wenn es derzeit so funktioniert, dann mach es erst Mal so weiter. Du verlierst nichts, wenn Du das jetzt noch ein paar Monate so beibehälst. Bei Änderungen besteht in dieser Phase die Gefahr, dass er die Dinge nicht mehr so abrufen kann wie Du es bis jetzt etabliert hast.

  • Ich hatte schon sehr viele Hunde in mehr als 40 Jahren Hundehaltung, meist als Welpe bekommen, und habe so ein Gitter zum ersten Mal für meinen Border Collie Welpen benutzt, der anders leider nicht so richtig zur Ruhe kam und auch den anderen Hunden ziemlich auf den Geist gegangen ist. Klar kann und muss man managen, aber für eine ziemlich lange Zeit war das Gitter einfach hilfreich. Mit der Zeit habe ich es immer weniger gebraucht, inzwischen gar nicht mehr (Hund ist jetzt 13 Monate alt und wir haben es vor ungefähr 4 Monaten komplett abgebaut). Ich will damit sagen: das wird. Und ich würde auch behaupten, dass es ihm 0 geschadet hat. Im Gegenteil, meine Trainerin meint, dass er für einen Border in dem Alter ziemlich gechillt ist.

  • Feifel

    Danke für dein Kommentar.

    Eine Frage noch dazu..

    Hast du gezielt daran gearbeitet, oder hast du es auch einfach immer ausgereizt und geschaut, ob er sich denn nicht von selbst ablegt? Und wenn du daran gearbeitet hast, wie oder was hast du gemacht?


    Bei mir hatte es die Züchterin empfohlen und das aus Erfahrung der Welpenkäufer aus den vorherigen Jahren. Da gab es einige Probleme bei denen, die ihre Hunde nicht begrenzt haben.

    Auch aus dem Wurf meines Hundes gab es Welpenkäufer die anfangs kein Laufgitter nutzen, die haben es aber auch nach wenigen Tagen nachgerüstet.

    Mir war es auch einfach erstmal wichtiger er schläft/ruht genug. Das ist für eine gute Entwicklung doch wichtig..

  • Bei mir hatte es die Züchterin empfohlen und das aus Erfahrung der Welpenkäufer aus den vorherigen Jahren. Da gab es einige Probleme bei denen, die ihre Hunde nicht begrenzt haben.

    da liegt für mich ehrlich gesagt der Knackpunkt. Wenn in einer Zucht oder über mehrere Würfe hinweg die Erfahrung gemacht wird, dass gesunde Hunde angeblich nicht zur Ruhe finden können, wenn man sie nicht räumlich begrenzt, dann läuft aus meiner Sicht an einer anderen Stelle etwas gewaltig schief.

    Ein gesunder Hund bringt grundsätzlich die Fähigkeit mit, sich hinzulegen, zu schlafen und Pausen zu machen. Das ist kein erlerntes Spezialverhalten, sondern ein biologisches Grundbedürfnis. Wenn das dauerhaft nur durch Gitter, Boxen oder Wegsperren „funktioniert“, würde ich nicht beim einzelnen Halter oder beim einzelnen Hund ansetzen, sondern sehr kritisch hinterfragen, was diese Hunde im Alltag überhaupt lernen und vorleben.

    Ich habe nie gezielt darauf „hingearbeitet“, dass meine Hunde sich ablegen. Ich habe normal gelebt, klare Regeln gehabt, aber kein Dauer-Management betrieben. Hunde, die ausreichend ausgelastet sind und deren Umfeld nicht permanent überdreht ist, legen sich irgendwann von selbst hin. Und ja, gerade am Anfang dauert das manchmal, aber das ist Teil des Lernprozesses.

    Für mich ist ausreichend Schlaf extrem wichtig, da stimme ich dir vollkommen zu. Aber ich halte es für einen großen Unterschied, ob ein Hund lernt, sich im normalen Leben selbst abzulegen, oder ob er von Beginn an die Erfahrung macht, dass Ruhe nur hinter einer Begrenzung möglich ist. Letzteres verhindert aus meiner Sicht genau das, was man eigentlich möchte.

  • Ich muss Fuchshexchen da ein bisschen widersprechen. Wenn ein Welpe oder Junghund lernen muss, dass er nicht auf jeden Reiz zu reagieren hat, dann hilft so ein Gitter.
    Ich habe das nicht groß geübt - er kam hinter das Gitter, ich hab ganz ruhig "leg dich hin" gesagt und das hat er ziemlich schnell verstanden. Auch jetzt, ohne Gitter, klappt das "leg dich hin" super. Er muss dann nicht in`s Platz, sondern kann sich so hinlegen wie er möchte und wo er möchte.
    Und er konnte in dem abgetrennten Bereich auch spielen, es war nicht immer nur Ruhe angesagt. Er ging dann halt auch einfach den anderen Hunden nicht auf den Keks.
    Wie gesagt, der Border war der erste Hund mit dem ich das so gemacht habe und ich bin mit dem Ergebnis echt zufrieden. Jetzt ist er ein Hund, der überall gut liegen und Ruhe halten kann.

  • Bei mir hatte es die Züchterin empfohlen und das aus Erfahrung der Welpenkäufer aus den vorherigen Jahren. Da gab es einige Probleme bei denen, die ihre Hunde nicht begrenzt haben.

    da liegt für mich ehrlich gesagt der Knackpunkt. Wenn in einer Zucht oder über mehrere Würfe hinweg die Erfahrung gemacht wird, dass gesunde Hunde angeblich nicht zur Ruhe finden können, wenn man sie nicht räumlich begrenzt, dann läuft aus meiner Sicht an einer anderen Stelle etwas gewaltig schief.

    Ein gesunder Hund bringt grundsätzlich die Fähigkeit mit, sich hinzulegen, zu schlafen und Pausen zu machen. Das ist kein erlerntes Spezialverhalten, sondern ein biologisches Grundbedürfnis. Wenn das dauerhaft nur durch Gitter, Boxen oder Wegsperren „funktioniert“, würde ich nicht beim einzelnen Halter oder beim einzelnen Hund ansetzen, sondern sehr kritisch hinterfragen, was diese Hunde im Alltag überhaupt lernen und vorleben.

    Ich habe nie gezielt darauf „hingearbeitet“, dass meine Hunde sich ablegen. Ich habe normal gelebt, klare Regeln gehabt, aber kein Dauer-Management betrieben. Hunde, die ausreichend ausgelastet sind und deren Umfeld nicht permanent überdreht ist, legen sich irgendwann von selbst hin. Und ja, gerade am Anfang dauert das manchmal, aber das ist Teil des Lernprozesses.

    Für mich ist ausreichend Schlaf extrem wichtig, da stimme ich dir vollkommen zu. Aber ich halte es für einen großen Unterschied, ob ein Hund lernt, sich im normalen Leben selbst abzulegen, oder ob er von Beginn an die Erfahrung macht, dass Ruhe nur hinter einer Begrenzung möglich ist. Letzteres verhindert aus meiner Sicht genau das, was man eigentlich möchte.

    Oder aber die Menschen bekommen es nicht hin, dem Hund weder zu viel noch zu wenig Input zu bieten. Da wird der Wecker gestellt, weil 'man muss alle 2 Stunden raus!', der Welpe wird ununterbrochen kontrolliert ('er macht alles kaputt!'), usw.

    Ja so kann auch der Welpe aus den tollsten Eltern und der besten Aufzucht eben keine Ruhe finden. Ohne das da jemand Mist gezuechtet hat..


    Ich wuerd das Gitter noch stehen lassen, aber einfach mal gucken, ob der Hund auch zur Ruhe kommt, wenn er ausserhalb ist. Also nicht, weil 'es ist 13 Uhr, er MUSS jetzt runterfahren', sondern einfach mal schauen ob er sich ohne Gitter hinlegt (nachdem alle Beduerfnisse befriedigt sind!)

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!