Territorialverhalten und Unsicherheit
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Hallo zusammen,
meine (alleinlebende) Mutter hat sich vor 2 Jahren einen Französischen Schäferhund Mix (Berger de Piccardie) als Welpen zugelegt und ihr den Namen Gretchen gegeben. Es ist ihr dritter Hund.
Sie war mit dem Welpen bei einigen Trainingsstunden (keine durchgehende Hundeschule), alle 2 Wochen ist der Hund für einen Tag in der HuTa und sie macht Agilitytraining. Das mit der Erziehung hat in vielen Punkten super funktioniert. Spazieren gehen macht super Spaß mit ihr, sprich sie zieht kein bisschen, lässt sich super abrufen etc. Sie ist auch mit anderen Hunden (auch an der Leine) total unkompliziert und sogar eher der verspielte Typ. Auch andere Menschen sind außerhalb des Hauses überhaupt kein Problem.
Die Baustellen die wir mit dem Hund haben spielen sich v.A. im Haus ab. Nach der Pubertät haben wir festgestellt, dass sich deutliches Territorialverhalten entwickelt hat. Im Garten wird gern gebellt, wenn jemand am Zaun entlang geht oder sich im Bereich der Straße aufhält. Im Haus ist das ganze noch stärker ausgeprägt. So hat Sie irgendwann angefangen auf das Klingelgeräusch sofort „anzuschlagen“. Es wird viel gebellt und sie ist sofort sehr erregt. Sie geht auch sofort Richtung Wohnzimmertür. Man merkt generell, dass sie bei Besuch sehr wachsam ist und hat schon die Tendenz „nach vorne zu gehen“, wenn der Besuch dann das Wohnzimmer betritt. Wenn der Besuch sitzt, ist es in der Regel in Ordnung, sie ist jedoch auch dann sehr wachsam. Wenn sich Besuch bewegt, im schlimmsten Fall plötzlich ist sie jedoch sofort wieder in Alarmbereitschaft und bellt. In letzter Zeit hatten wir hier teilweise ein ungutes Gefühl, ihrer Haltung nach zu urteilen (teilweise Nackenhaare aufgestellt). Bei einer größeren Familienfeier haben wir sie dann kurzerhand ins Schlafzimmer gebracht, da uns das ganze zu unsicher war. Dort hat sie dann viel gebellt und ist nicht wirklich zur Ruhe gekommen.
Auch wenn kein Besuch da ist und sie im Körbchen liegt, kommt es vor, dass sie bellt oder brummt, wenn sie irgendetwas hört.
Im Grunde ist uns bewusst, dass v.a. meine Mutter wohl zu unkonsequent war und Gretchen v.a. unsicher ist bzw. ihre „Hüteaufgaben“ zu ausgeprägt ausleben konnte. In jüngerer Vergangenheit haben wir schon einige Dinge besprochen und neue Regeln etabliert.
Es gibt mittlerweile nur noch einen zugewiesenen Platz, nämlich das Körbchen und Gretchen wird öfter dorthin geschickt. Wir versuchen diesen Platz positiv zu besetzen, durch eine von ihr geliebte Decke etc. Sie akzeptiert den Platz auch grundsätzlich und fühlt sich dort wohl. Wenn sie meine Mutter kontrolliert (stellt sich teilweise direkt vor sie und beobachtet sie, oder folgt ihr etc.) wird sie dorthin geschickt. Auch beim Spazieren gehen wird konsequenter Fuß gegangen und erst in den Feldern „freigegeben“. Hinzu kommen Abbruchübungen, teilweise in Kombination mit Deckentraining.
Besucher werden gebrieft, den Hund komplett zu ignorieren. Sollte der Hund den Besuch kennen und ihm positiv gegenüberstehen, darf Gretchen erst hin, wenn meine Mutter sie freigibt. Auch dann soll nur kurz geschnuppert werden und dann zurück ins Körbchen. Oft merkt man aber eben, dass der Hund angespannt ist, z.B. im Körbchen liegt und brummt.
Die wirklich größte Baustelle ist, dass sie denkt, sie müsste beim Klingeln sofort anschlagen und den Besuch stellen. Habt ihr Tipps wie man ein solches Verhalten in geregelte Bahnen bekommt? Vllt durch Klingeltraining um die Klingel positiv zu besetzen?
Uns ist auch nicht ganz klar, ob man im Rahmen des Klingelns mit positiver Bestätigung arbeiten kann, beispielsweise Sie zu loben wenn sie „nur“ noch brummt oder aber auf ihren Platz geht, um zu bellen. Wir sind sehr unsicher, da wir nicht falsche Signale setzen wollen damit sie nachher nicht denkt „ich schlage an und bekomme dafür Leckerchen“.
Da sie an sich super auf Ansprache reagiert und sehr lernfreudig ist sind wir sehr optimistisch. Andererseits merken wir auch dass sie sehr sensibel ist und offensichtlich sehr schnell denkt, dass sie Aufgaben übernehmen muss.
Über Tipps und Erfahrungen mit unsicheren und zugleich territorialen Hunden sind wir dankbar! 😊
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Ich erlebe diese Piccardies nicht wirklich als einfache Hunde.
Mit 2 Jahren dürfte sie nun so langsam erwachsen geworden sein, und ihr wahres Wesen sich deutlicher zeigen.
Was sagt denn der Trainer? Dies wäre meine erste Anlaufstelle.
Oder anders herum gefragt, habt Ihr noch noch einen Trainer vor Ort, der sich das Ganze anschauen könnte? -
Betrachtet deine Mutter dieses Verhalten als Problem?
Falls ja, sollte sie sich Hilfe holen. Eine Anlaufstelle hat sie ja.
Falls nicht, kannst du nichts machen, weil es der Hund deiner Mutter ist.
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Ich erlebe diese Piccardies nicht wirklich als einfache Hunde.
Mit 2 Jahren dürfte sie nun so langsam erwachsen geworden sein, und ihr wahres Wesen sich deutlicher zeigen.
Was sagt denn der Trainer? Dies wäre meine erste Anlaufstelle.
Oder anders herum gefragt, habt Ihr noch noch einen Trainer vor Ort, der sich das Ganze anschauen könnte?Hi, danke für die erste Rückmeldung. Ja wir haben einen Trainer (gleichzeitig der Betreiber der HuTa). Der meinte vor einiger Zeit relativ allgemein, dass hinge mit mangelnder konsequenter Führung zusammen. Konkrete Dinge, wie z.B. Klingeltrainining etc. haben wir noch nicht mit ihm besprechen können. Ein "Einzeltraining" mit ihm im Haus haben wir leider erst in 3 Wochen. Bis dahin müssen wir das ganze erstmal so angehen.
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Betrachtet deine Mutter dieses Verhalten als Problem?
Falls ja, sollte sie sich Hilfe holen. Eine Anlaufstelle hat sie ja.
Falls nicht, kannst du nichts machen, weil es der Hund deiner Mutter ist.
Ja sie betrachtet das ganze als Problem. Ich schreibe hier quasi in meinem und ihrem Sinne. Ich bin halt relativ oft da und sozusagen zweiter Erziehungsberechtigter.
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Ein "Einzeltraining" mit ihm im Haus haben wir leider erst in 3 Wochen. Bis dahin müssen wir das ganze erstmal so angehen.
Das Problem ist, niemand hier im Forum, also am Handy / PC, kann den Hund live sehen. Deshalb kann man nur ins Blaue schießen und raten, woran es liegen könnte.
Ihr habt bestimmt bisher schon einige Dinge ausprobiert, und wißt also schon, was (nicht) geklappt hat. Möglich wäre immerhin, auch die Motivation beim Hund falsch zu interpretieren, und somit auch das "Training" falsch anzugehen.Ich glaube, Ihr könnt nur Management betreiben und abwarten, bis zum Termin mit dem Trainer

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Dann muss deine Mutter aktiv werden, bis dahin nicht selbsttätig rumdoktren.
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Das ist die falsche Rasse für die Erwartungen. Die Genetik ist noch nicht fertig. Den größten Schub beim Wachen machen diese Hunde ab dem Alter von zweieinhalb bis vier Jahren.
Wie kam denn die Idee zu dieser Rasse?
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Vielleicht könnte zu der Rasse auch expecto.patronum was beitragen, falls sie noch hier reinschaut.
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