Antigiftködertraining

  • Hallöchen,

    Mein Hund (3 Jahre, Rüde) fand Futter schon immer großartig, seit er chemisch kastriert ist und ich sein Futter umgestellt habe, hat das aber nochmal zu deutlich dramatischeren Ausmaßen geführt (An seiner Futterzusammenstellung bin ich bereits dran und hoffe, dass er sich dadurch satter fühlt).

    Er geht beim Gassi sobald er in den Freizeitmodus (herumwieseln ohne aktive Beschäftigung durch mich) entlassen wird, sofort auf die ständige Suche nach Fressbarem. Es nervt tierisch!

    Ich habe mir letztes Jahr ein Buch zum Antigiftködertraining gekauft, bin aber vom Training nicht so wirklich begeistert. Die Übungen passen für uns nicht, es werden aber auch keine Alternativen aufgeführt, wenn es nicht wie im Buch beschrieben funktioniert. Ich habe es daher frustriert aufgegeben und mich den üblichen festlichen Endjahresthemen gewidmet 😉

    Jetzt möchte ich aber wieder mit neuer Motivation starten und suche daher nach anderen Trainingsmöglichkeiten.

    Könnt ihr ein Programm empfehlen mit dem ihr erfolgreich gearbeitet habt? Online oder auch Persönlich. Ein Seminar oder längeres Training. Kostenfrei, kostenpflichtig... alles egal, Hauptsache es funktioniert 😬

    Falls ihr Trainer kennt, die da passen könnten: Gesucht wird im Raum Ostwürttemberg.

  • Programm nicht, bei "Trainieren statt Dominieren" gab es mal eine Variante, aber das ist nicht mehr online.

    Wir sind damals mehrgleisig gefahren, ich kann aber nicht sagen, ob es 100% klappt, weil Nouska sich einfach nicht so sehr für schlimme Sachen interessiert (wohl für 2, aber die sind nur maximal eklig und tauchen nur alle paar Monate mal auf).

    Einerseits war das das Anzeigen von "Ködern" die der Hund selbst findet, dann das Abwenden und an die Seite des Menschen kommen, wenn der Mensch den Köder als erstes entdeckt und ein Signal dazu gibt sowie das Tauschgeschäft.

  • Einerseits war das das Anzeigen von "Ködern" die der Hund selbst findet, dann das Abwenden und an die Seite des Menschen kommen, wenn der Mensch den Köder als erstes entdeckt und ein Signal dazu gibt sowie das Tauschgeschäft

    So soll auch das Ergebnis nach Übung mit dem Buch aussehen.

    Nur die konkreten Übungen klappen so einfach nicht. Wir erreichen das Trainingsziel nicht.

    Es gibt z.B. eine Übung bei der etwas Fressbares auf einen Teller gelegt werden soll und nun soll man den Hund mit einem Leckerlie davon abwenden. Übung wiederholen bis er sich selbstständig abwendet. Das geht aber nicht, weil mein Hund schon nach dem ersten Versuch verstanden hat, dass es darum geht, dass er das Futter nicht nehmen soll und es in Folge dessen gar nicht mehr versucht. Also wirklich überhaupt nicht. Wie soll ich ihn fürs aktive Abwenden loben, wenn er gar nicht erst hinsieht? (Ehrlich gesagt glaube ich, dass viele Hunde so schnell schalten)

    Vielleicht ist das Thema ein ganz anderes, nämlich dem Hund beizubringen, dass er lernt normal spazieren zu gehen.

    Es wäre natürlich schön, wenn er gar nicht mehr auf die Suche ginge, aber ich weiß nicht, ob dieser Anspruch realistisch ist...? Wie gesagt sind die Ausmaße im Allgemeinen dramatisch.

    Die Futtersuche begrenzt sich nicht nur aufs Gassi. Besuchen wir Freunde ginge er ebenfalls suchen, wenn ich ihn einfach ableinen und machen lassen würde.

    Auch Zuhause nutzt er jede Gelegenheit. Er hat mir Essen vom Tisch und Katzenfutter geklaut. Für das Katzenfutter hat er sich durch die Katzentür im Türgitter gedrückt...

    An der Arbeit kann er nicht mehr unbeaufsichtigt aufs Gelände, weil er sich im Futterwahn unter dem Zaun durchgedrückt hat.

    Er bettelt insgesamt auch extrem.

  • Es wäre natürlich schön, wenn er gar nicht mehr auf die Suche ginge, aber ich weiß nicht, ob dieser Anspruch realistisch ist...? Wie gesagt sind die Ausmaße im Allgemeinen dramatisch.

    Die Futtersuche begrenzt sich nicht nur aufs Gassi. Besuchen wir Freunde ginge er ebenfalls suchen, wenn ich ihn einfach ableinen und machen lassen würde.

    Auch Zuhause nutzt er jede Gelegenheit. Er hat mir Essen vom Tisch und Katzenfutter geklaut. Für das Katzenfutter hat er sich durch die Katzentür im Türgitter gedrückt...

    An der Arbeit kann er nicht mehr unbeaufsichtigt aufs Gelände, weil er sich im Futterwahn unter dem Zaun durchgedrückt hat.

    Er bettelt insgesamt auch extrem.

    Das spricht eigentlich alles dafür, dass es sinnvoll wäre "normales Leben" zu üben und zu fördern.

    Ich muss an eine Kundin denken, die mit ihrem Hund einer Rasse zu mir kam, die bekannt dafür ist verfressen zu sein und vor allem bei Stress Unrat zu sammeln. Sie sagte vorher schon, dass sie gefühlt alle Varianten, dass der Hund nichts vom Boden fressen sollte, durchtrainiert hatte. Auch mit Trainern. Dem war auch so. Was mir aber direkt auffiel: Das Unvermögen des Hundes normale Hundedinge zu tun. Er konnte gar nicht normal spazieren gehen. Daran hatte noch nie wer gearbeitet.

    Natürlich ist davon die Fressgier nicht weg. Aber es war der richtige Schritt eine wirklich nachhaltige Veränderung zu erreichen. Wenn ich mich richtig erinnere, ist Dein Hund ja schon immer ein ziemlicher Stresskeks?

    Im Übrigen weiß ich sehr genau wie sehr eine Kastration bei einem Spitz die Fressgier auf ein perverses Maß steigert. Ich kann Dir aus der Erfahrung mit meinem Spitz sagen, dass der Versuch "den Bauch voll zu machen", das Ganze eher verschlimmerte. Je mehr er zu fressen bekommt, desto mehr will er. Es ist, als ob die Droge in einem höheren Maß das Gehirn an dieser Stelle komplett wegbläst ... Für mich ist daher die Kastration auch ein Schritt gewesen, der tatsächliches Leid nach sich zog. Leider war sie alternativlos, weil sie aufgrund gesundheitlicher Ursachen (im Alter von acht Jahren) erfolgen musste.

  • Das spricht eigentlich alles dafür, dass es sinnvoll wäre "normales Leben" zu üben und zu fördern.

    Wie würdest du das angehen und was verstehst du darunter?

    Sie sagte vorher schon, dass sie gefühlt alle Varianten, dass der Hund nichts vom Boden fressen sollte, durchtrainiert hatte.

    So weit sind wir "zum Glück" nicht an dieser Front. Da wäre also noch Trainingspotential und Hoffnung ☺️

    Wenn ich mich richtig erinnere, ist Dein Hund ja schon immer ein ziemlicher Stresskeks?

    Im Übrigen weiß ich sehr genau wie sehr eine Kastration bei einem Spitz die Fressgier auf ein perverses Maß steigert.

    Ich stehe im Grunde vor der Wahl zwischen Pest und Cholera: Übersteigerter Sexualtrieb gegen Futterwahn...

    Der Chip hat viele seiner Stressthemen deutlich reguliert. Das alles aufzulisten führt jetzt zu weit, aber ganz besonders hervorheben mag ich seine nun endlich verlässlich vernünftige Verdauung, kein breiiger Kot mehr und kein ständiges Popowaschen, weil wieder alles im Fell klebt. Keine nächtlichen Magenschmerzen mit rastlosem herumlaufen und schmerzvollem quietschen mehr.

  • Wie würdest du das angehen und was verstehst du darunter?

    Wie das für Euch trainiert werden könnte, kann ich aus der Ferne nicht sagen. Was ich darunter verstehe, ist beim Gassi zum Beispiel entspannt vor sich hin laufen, normal Zeitung lesen, sich entspannt die Umwelt mal anschauen etc ...

    Der Chip hat viele seiner Stressthemen deutlich reguliert. Das alles aufzulisten führt jetzt zu weit, aber ganz besonders hervorheben mag ich seine nun endlich verlässlich vernünftige Verdauung, kein breiiger Kot mehr und kein ständiges Popowaschen, weil wieder alles im Fell klebt. Keine nächtlichen Magenschmerzen mit rastlosem herumlaufen und schmerzvollem quietschen mehr.

    Das ist auf jeden Fall krank machend gewesen. Dein Spitz ist ja von einem Züchter, richtig? Was sagt der dazu? (Ich erlebe leider immer wieder, dass dieses Thema bei der Zucht oft ignoriert wird. Vor allem beim Spitz muss da in meinen Augen ein Schwerpunkt drauf liegen.)

  • Was ich darunter verstehe, ist beim Gassi zum Beispiel entspannt vor sich hin laufen, normal Zeitung lesen, sich entspannt die Umwelt mal anschauen etc ...

    Das kann er schon auch, nur ist es als ob plötzlich ein Schalter umgelegt wird (er wittert irgendwas) und dann sucht er wie im Wahn.

    Vielleicht hilft es mal eine Weile konsequent mit Maulkorb Gassi zu gehen, damit er keinen Erfolg hat.

    Das ist auf jeden Fall krank machend gewesen. Dein Spitz ist ja von einem Züchter, richtig? Was sagt der dazu? (Ich erlebe leider immer wieder, dass dieses Thema bei der Zucht oft ignoriert wird. Vor allem beim Spitz muss da in meinen Augen ein Schwerpunkt drauf liegen.)

    Die Züchterin weiß nicht, dass ich meinen Hund habe chippen lassen.

    Sie selber hat alle ihre Hunde kastriert und züchtet auch nicht mehr. Die beiden Hündinnen wurden aus unterschiedlichen medizinischen Gründen kastriert und der Vollbruder meines Hundes wegen übersteigertem Sexualtrieb. Über Fresswahn hat sie nicht berichtet.

    Es gibt noch einen weiteren intakten Vollbruder, aber die Besitzerin hat keine besondere Lust auf Kontakt. Ihr Hund soll aber rüdenunverträglich in Folge einer Attacke sein.

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