Hals- und Beinbruch... Wenigstens war es nur das Bein.

  • Ich denke da auch, wie Zucchini, an ein Hühnerauge, das nun herausgefallen ist und diesen kugelrunden Krater hinterlassen hat.

    Durch die Schiene kann das ja wirklich entstanden sein und sich dann verschlimmert haben, eben weil der Bube so wenig gelaufen ist. Jede Menge Zeit zur Verhornung. Und jetzt, wo das Laufen wieder beginnt, wird die Stelle besser durchblutet und kann beginnen, sich neu zu organisieren.

    Zeigt er denn irgendwelche Schmerzen dort?

  • Nö, überhaupt nicht. Seit der OP humpelt er ja nicht einmal mehr oder läuft irgendwie unrund... Wenn er könnte, würde er einfach weiter sein Leben leben.

    Deswegen hat mich das ja so geschockt 🥲

  • Ich dachte immer, dass Knochen gut acht Wochen bräuchten um zu heilen, aber vielleicht habe ich das auch falsch verstanden. Ich hatte damals auf jeden Fall länger für Null-Programm bei meinem Spitz gesorgt. Aber das ist ja auch schon einige Jahre her, vielleicht hat sich da ja was geändert in der Zeit.

  • Das waren meine Recherchen direkt am OP-Tag, einfach um für mich ein Gefühl dafür zu bekommen, wo wir eigentlich stehen.

    In den ersten ein bis zwei Wochen passiert erstmal nur die absolute Basisarbeit. Der Körper fängt an, die Bruchstelle wieder zu verbinden. Da hält noch nichts wirklich, deshalb ist diese Phase auch so heikel.

    Jetzt, nach ungefähr drei Wochen, sind wir an dem Punkt, an dem der Knochen zwar wieder „zusammenhängt“, aber eben noch sehr weich ist. Kleine, kontrollierte Belastung geht, alles andere wäre einfach zu viel.

    Ab Woche vier wird das Ganze dann langsam fester. Der Körper baut das Provisorium Schritt für Schritt um und macht daraus etwas Belastbares. Und auch nach sechs Wochen ist das noch kein „alles wieder normal“.

    Deswegen eben dieses Schritt für Schritt.

    Den Knochen wochenlang komplett „in Watte zu packen“ und absolut nichts zu machen, wäre halt auch falsch. Der Körper braucht ein kleines bisschen Reiz, sonst baut er genau das ab, was er später dringend braucht – Muskulatur, Stabilität, Koordination.

    Da liegt halt dieser schmale Grat. Ein bisschen gezielte, kontrollierte Bewegung ist sinnvoll und wichtig, zu viel oder zu früh ist es eben nicht.

  • Bewegung würde ich in so einem Fall eher über passive Methoden machen. Zumindest habe ich das aktuell so gelernt. Aber letztendlich ist es wichtig sich an das zu halten, was die Ärzte sagen. (Wobei man da auch aufpassen muss. Bei meiner Aina ging es darum, was das Optimum für die Heilung war, damit rückten sie zunächst nicht heraus, weil sie glaubten, dass ich als Halterin eines Arbeits-Border-Collies eh sagen würde, dass das nicht ginge. Ich musste denen das förmlich aus der Nase ziehen. Sie hätte sich im Übrigen über so einen kurzen Zeitraum absolute Schonung vermutlich sehr gefreut.)

  • Hier haben sie eher das absolute Minimum empfohlen um das dann aufzulockern als sie gesehen haben das ich noch daran halte. Die Regel ist wohl meistens, wie bei Kragen und Co, das die Leute das einfach nicht durchziehen.

    Blöd war nur das er mir tatsächlich in den drei Wochen zweimal die Treppe hochgewischt ist.

    Einmal hat er Angst vor dem Schneeschieber gehabt, normalerweise bleibt unten, wenn wir zum Gassi wollen. Seitdem ist er immer angeleint, während ich mich an bzw ausgezogen habe, aber gestern hat er wohl unbemerkt den Kopf aus der Leine gezogen. Passiert ist nichts und Treppe hoch ist immer noch besser wie Treppe runter, aber meine Güte.... Einfach mal nicht machen.

  • Huhu, um dir vielleicht etwas Mut zu machen: Willy hatte länger einen Verband und dann eine Druckstelle am Ballen. Die ist schnell und problemlos verheilt, als die Belastung (bei ihr der Verband) weggefallen ist. Hab die Wunde saubergehalten, desinfiziert und sie trug draußen einen Schuh.

    Liebe Grüße

  • Hat die Fixierung eines Bruches mit Platten und Schrauben, neben der Richtung des Bruches, nicht ebenfalls den Sinn den Bruch zu stabilisieren und dadurch gefahrlos minimale Belastung zu ermöglichen damit der Körper nicht zu sehr abbaut? Während bei einer Versorgung ohne Platte etc. eine wesentlich länge komplette Schonung notwendig wäre; dadurch aber viel an Kondition und vor allem Muskeln, die ja später wieder alles halten sollen abgebaut wird?

    LG

    Franziska mit Till

  • Ich habe mal gelernt, dass eine Plattenosteosynthese nur übungsstabil aber nicht belastungsstabil ist. Als Mensch darf man dann immer nur mit einer Teilbelastung laufen.

  • Ich versuche das mal aus meiner laienhaften Sicht zusammenzufassen, so wie ich es mir inzwischen erklärt bekommen und verstanden habe, ohne Anspruch darauf, das fachlich perfekt ausdrücken zu können.

    So wie ich es verstanden habe, wird eine Versorgung mit Platte und Schrauben ja nicht gemacht, damit sofort wieder volle Belastung möglich ist, sondern damit der Bruch stabil geführt wird und eine ganz minimale, kontrollierte Bewegung überhaupt erst erlaubt werden kann. Gerade beim (jungen) Hund ist eine komplette Immobilisation über Wochen weder realistisch noch unbedingt sinnvoll, weil gerade Muskeln sonst stark abbauen würden. Es geht also nicht um „Belasten“, sondern um vorsichtige, geführte Bewegung im Rahmen dessen, was die Stabilisierung hergibt.

    Bisher war es bei uns so, dass Abrakadabra von 24 Stunden am Tag mindestens 22 Stunden in der Kiste verbracht hat. Seit Kurzem ist es tagsüber im Salon so, dass er sich dort frei bewegen darf, allerdings wirklich nur deshalb, weil dort keine Bewegung an der Tagesordnung ist, sondern Ruhe, Schlafen und Dösen. Er nutzt diese Zeit fast ausschließlich, um mit den anderen zu kuscheln, Körperkontakt zu haben und zu schlafen, was ihm sichtlich guttut und er wirklich sehr vermisst hat.

    Alles, was irgendwie Schwung, Tempo oder unkontrollierte Bewegung bedeuten würde, findet weiterhin nicht statt. Kurze, langsame Leinenrunden bzw eben Bewegung an der Leine, während die anderen frei laufen, bleiben das Höchste der Gefühle.

    Und auch wenn ich mich wirklich sehr darauf gefreut hatte: Mein Tierarzt hat mir heute am Telefon noch kein grünes Licht fürs Schlafen im Bett nächste Woche gegeben. Also zögern wir das schweren Herzens noch weiter hinaus, auch wenn es mir ehrlich gesagt echt schwerfällt, weil ich mich darauf emotional sehr eingestellt hatte. Aber am Ende geht Sicherheit eben vor.

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