Dackel + Baby
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Hallo Zusammen,
Wir haben eine 4,5 Jahre alte Dackeldame, die lange bei uns Prinzessin war (sie durfte mit ins Bett, aufs Sofa und ihr wurde auch sonst viel durchgelassen). Für uns stand lange nicht im Raum, Nachwuchs zu bekommen und als ich dann schwanger wurde, waren wir leider blauäugig und haben ihr auch nichts abtrainiert – „sie ist doch super und wird das schon machen“-Mentalität.
Als das Baby dann da war, hat sie es anfangs für uns auch super gemacht. Sie lag viel dabei, hat ab und an mal über das kleine Händchen geschleckt und es auch im Gesicht versucht (uns schleckt sie IMMER im Gesicht, aber wir haben es beim Baby nicht zugelassen) und sie hat uns auch in vielen chaotischen Momenten erlebt. Da ich starke Geburtsverletzungen hatte, hat sie mich definitiv als schwächer gesehen und angefangen sich ums Baby zu kümmern. Das artete leider schnell aus und sie ging mehrmals knurrend offensiv aufs Baby zu, wenn es einen Laut gemacht hat.
Wir haben uns dann schnell Hilfe von ner Hundetrainerin geholt und auf ihren Rat hin, unserer Dackeldame leider das Bett verboten und auch sonst die Rolle entzogen sich kümmern zu wollen. Das ging auch einige Monate gut.
Vor kurzem (Baby ist jetzt 6 Monate) gab es wieder einen kleinen Rückschlag und unsere Dackeldame hat nicht nur geknurrt, sondern auch nach dem Baby geschnappt. Es war in Bauchlage, mein Mann zwischen den Beiden, hat sie gestreichelt. Wir wissen wo hier der Fehler lag. Neuerdings haben wir auch Babygitter in den Räumen integriert, um vor allem unseren Dackel mal Ruhe zu geben und ne Rückzugsmöglichkeit.
Nun meinte die Trainerin, dass es durchaus 2-3 Jahre dauern kann, bis sich die beiden aneinander gewöhnen. Und ich merke, dass mir dieses ständige Auf der Hut sein, es könnte was passieren, ziemlich zusetzt.
Gibt es hier Personen, die ähnliches erlebt haben und jetzt aber positiv berichten können, dass mit ständigem Training irgendwann Besserung kam? Ich brauche einfach irgendein Licht am Ende des Tunnels und ein paar positive Erfahrungen, um stark zu bleiben. Hier liest man immer nur von den aktuellen Problemen natürlich, aber niemand schreibt „hey! Mein Beitrag vor 2 Jahren, wisst ihr noch? Das hat sich gebessert“
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Hi,
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Ich kann eigentlich nur raten, niemals den Hund und das Baby zusammen alleine zu lassen, wenn die Möglichkeit besteht, dass der Hund an das Baby rankommt. Egal wie das Training läuft. Es bleibt immer ein Restrisiko.
Üble Geschichten dazu gibt es genug. -
Ich kann eigentlich nur raten, niemals den Hund und das Baby zusammen alleine zu lassen, wenn die Möglichkeit besteht, dass der Hund an das Baby rankommt. Egal wie das Training läuft. Es bleibt immer ein Restrisiko.
Üble Geschichten dazu gibt es genug.Das ist mir bewusst. Mir ging es eher darum auch zu hören bei wem es irgendwann umschwankte und der Hund das neue Rudelmitglied als höheres akzeptiert hat?
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Als höheres Rudelmitglied schon mal gar nicht, darauf kannst du nicht hoffen. Babys und Kleinkinder werden von Hunden nicht als Autoritätspersonen wahrgenommen, auch größere Kinder noch lange nicht. Das ist eher ab der Pubertät der Fall.
Ich kann verstehen, daß du dir durch positive Erfahrungsberichte hier Hoffnung holen willst, nur haben diese für deine Hündin und deine Familie keinerlei Aussagekraft. Jeder Fall ist ein Einzelfall.
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„Höheres Rudelmitglied“, „Autoritätsperson“ oder „der Hund ordnet sich dem Baby unter“ sind keine sinnvollen Konzepte. Hunde denken nicht in menschlichen Hierarchien und schon gar nicht in abstrakten Rangordnungen mit Säuglingen. Ein Baby ist für einen Hund weder Rivale noch Vorgesetzter, sondern schlicht ein unberechenbarer Umweltfaktor: laut, geruchsintensiv, motorisch chaotisch und für den Hund nicht lesbar.
Deine Hündin hat durch die Geburt, deine Verletzungen und die neue Situation massiv Sicherheit verloren. Nicht „sie sah dich als schwächer“, sondern ihr Orientierungssystem ist weggebrochen. Hunde, die sich dann stark auf ein Baby fixieren, tun das häufig aus Stress, Überforderung oder dem Versuch, Kontrolle herzustellen. Knurren und Schnappen sind keine Dominanz, sondern Eskalationsstufen von Überforderung.
Ein gutes Zusammenleben mit Baby bedeutet deshalb nicht Rangordnung, sondern Management, Schutz und Vorhersehbarkeit:
– klare räumliche Trennung
– feste Ruhe- und Rückzugszonen für den Hund
– kein „Zusammenführen“ oder Gewöhnen durch Aushalten
– Baby und Hund nie als soziale Einheit behandeln
– ruhige, positive Verknüpfungen aus Distanz
– Stressquellen reduzieren statt Verhalten „wegtrainieren“
Dass eure Trainerin von 2–3 Jahren spricht, ist realistisch. Nicht, weil der Hund irgendwann das Baby „akzeptiert“, sondern weil Kinder berechenbarer werden und weniger Stress auslösen. Das ist ein riesiger Unterschied.
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Ich kann eigentlich nur raten, niemals den Hund und das Baby zusammen alleine zu lassen, wenn die Möglichkeit besteht, dass der Hund an das Baby rankommt. Egal wie das Training läuft. Es bleibt immer ein Restrisiko.
Üble Geschichten dazu gibt es genug.Das ist mir bewusst. Mir ging es eher darum auch zu hören bei wem es irgendwann umschwankte und der Hund das neue Rudelmitglied als höheres akzeptiert hat?
Deine Gedankengänge sind falsch. Hier geht es nicht um den Status von Rudelmitgliedern, sondern darum die unterschiedlichen Bedürfnisse unterschiedlich Individuen zu erfüllen und dabei dafür zu sorgen, dass keine Konflikte entstehen. Das wird immer so bleiben.
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Ein gutes Zusammenleben mit Baby bedeutet deshalb nicht Rangordnung, sondern Management, Schutz und Vorhersehbarkeit:
– klare räumliche Trennung
– feste Ruhe- und Rückzugszonen für den Hund
– kein „Zusammenführen“ oder Gewöhnen durch Aushalten
– Baby und Hund nie als soziale Einheit behandeln
– ruhige, positive Verknüpfungen aus Distanz
– Stressquellen reduzieren statt Verhalten „wegtrainieren“
Dass eure Trainerin von 2–3 Jahren spricht, ist realistisch. Nicht, weil der Hund irgendwann das Baby „akzeptiert“, sondern weil Kinder berechenbarer werden und weniger Stress auslösen. Das ist ein riesiger Unterschied.
Danke! Dein Text hat mir schon sehr geholfen.
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Hunde, die sich dann stark auf ein Baby fixieren, tun das häufig aus Stress, Überforderung oder dem Versuch, Kontrolle herzustellen. Knurren und Schnappen sind keine Dominanz, sondern Eskalationsstufen von Überforderung.
Mit den „Stressquellen“ sagst du übrigens was richtig wichtiges. Unsere Kleine war seit Geburt an sehr fressgetrieben und hat immer zu viel gewogen (6,8 kg), egal wie wenig wir ihr gegeben haben.
Pünktlich zur Geburt vom Baby ist es bei ihr umgeschwankt und wir dachten erst, die Diät schlägt an. Als es dann immer weniger auf ihren Rippen wurde, haben wir den Stress durchs Baby als Ursache vermutet. Wir sind aktuell mit der Tierärztin dran, trotzdem einmal organisch abzuchecken. Momentan liegt der Verdacht auf Bauchspeicheldrüse und dass sie die Enzyme nicht mehr hat. Sie bekommt aktuell sehr viel mehr Futter und nimmt trotzdem enorm ab, ist aber ständig auf der Suche, auch draußen (jetzt wiegt sie nur noch 4,2kg und das innerhalb von 6 Monaten).
Auch das Sofa, auf dem die Knurrattacken passiert sind, verbindet sie sonst viel mit Goodies und ist sicherlich auch gestresster.
Es stresst sie schon extrem, wenn ich morgens ihr Futter vorbereite und sie dreht total durch.
Long Story Short: ich hoffe, wenn wir das gesundheitliche Problem in den Griff kriegen und es nicht doch einfach durch Stress durchs Baby verursacht wird, kommt sie auch besser zur Ruhe – natürlich trotzdem durch räumliche Trennung, die wir jetzt auch schon durch die Babygitter haben und vorher auch schon durch nen Laufstall fürs Baby.
Also danke nochmal! -
Ich drücke euch ganz feste die Daumen.
Wenn man selbst ein bisschen ruhiger und besser mit der Situation klar kommt, gibt sich der Rest oft von alleine. Ihr habt schon die ersten richtigen Schritte unternommen. Wenn ihr jetzt noch diesen Rudelführeredanken und Unterordnungskram hinter euch lasst, ist das schon die halbe Miete.
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Long Story Short: ich hoffe, wenn wir das gesundheitliche Problem in den Griff kriegen und es nicht doch einfach durch Stress durchs Baby verursacht wird, kommt sie auch besser zur Ruhe – natürlich trotzdem durch räumliche Trennung, die wir jetzt auch schon durch die Babygitter haben und vorher auch schon durch nen Laufstall fürs Baby.
Mh. Das ist vermutlich keine Einbahnstraße: Damit der Hund wieder gesund werden kann, benötigt er Ruhe und Entspannung.
- Vor einem Moment
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