Erziehungsstile - positiv, aversiv, wie erzieht ihr und wieso?

  • Nur weil man straft heißt das nicht das dem Hund nicht deutlich gezeigt wird was erwünscht ist und Dinge/Kommanos ohne Belohnung beigebracht wird. Das wurde oft genug betont.

    Ich selbst arbeite im Alltag primär über Umorientierung, das baue ich sehr sauber auf und je nach Hund ist das sehr schnell schlichtweg ein Automatismus für den es niemals ne Absicherung braucht oder später im Leben durch externe Faktoren nachträglich ein "muss".

    Wenn einige Leute hier das so gehandhabt haben ( schlecht Strafen , nicht vernünftig belohnen , nicht vernünftig erklären was man will )bevor sie "geläutert" wurden , ja nun. Selbst Schuld.

    Hier zeigen ja diverse Beiträge auch schon deutlich das absolute Grundlagen fehlen in Bezug auf Lernverhalten und Begrifflichkeiten. Ist mir auch unverständlich wie man das vor Anschaffung des Hundes nicht getan haben kann.

    Einen Abbruch "nett" aufbauen ist je nach Hund einfach komplett kontraproduktiv bzw im besten Falle sinnlos.

    Nefeli da du ja durchaus noch aktiv bist - mich hätte eine Antwort tatsächlich interessiert. Schade.

  • Ich bin ja nun ein paar Jährchen aus der positiv-Trainer-Szene raus aber vor ca 10 Jahren war da Gang und Gebe auf Vermeidung aufzubauen. Löst der Hund bei 10m aus soll man halt schauen dass man immer mindestens 11m Distanz aufbaut. Was halt genau null alltagstauglich ist und (bei mir und meinem Hund) nur zu Stress führte. Denn nichtmal am Land konnte ich so viel Distanz aufbauen. Dafür klappte hier klare Führung im Sinne von "mir ist klar dass du den anderen fressen willst aber du hast das zu unterlassen weil ich dir das verbiete" viel bessere Erfolge.

    Ist halt die Frage ob es alltagstauglich ist?

    Ich hab ja selber nen Hund der an der Leine auf Hunde reagiert aufgrund einer Mischung von schlechten Erfahrungen (angegriffen wurde) und massiver Strafe beim auslösen. Und was hat mein Hund davon gelernt?
    Wenn andere Hunde kommen gibts Ärger, die Alte regt sich total auf... was dazu geführt das sie beim nächsten Hund noch extremer und schneller ausgelöst hat.

    Ich habs lange nicht verstanden und dachte es liegt an der Stärke Korrektur. Liegt es aber nicht. Es liegt daran dass sie den Zusammenhang der Korrektur nicht versteht. Und ich nicht verstanden habe WARUM sie auslöst. Seit ich das weiss und dementsprechend handle sind unsere Hundebegnungen viel entspannter geworden. Ich muss keine 10m mehr weg gehen aber sie will und braucht eben Platz... und den kriegt sie. Was spricht da dagegen? Was ist schlimm daran zur Seite zu gehen wenns möglich ist?

    Oder mal Management zu benutzen wenns nicht möglich ist?

    Und wenn verbieten für deinen Hund besser klappt, gut. Bei uns nicht.

    Hä? Hast du den Thread gelesen? Hier haben doch mind. 95 % der User geschrieben, dass sie grundsätzlich belohnungsbasiert trainieren/aufbauen und nicht einmal erwähnt, dass belohnungsbasiertes Training sei, Hunde mit Futter vollzustopfen? Genau diese - gerne von Hardcore-Positivlern genutzte - Unterstellung macht solche Diskussionen kaputt.

    Das war generell gemeint und nicht auf den Thread bezogen. Und das sind keine Unterstellungen, sondern etwas da du im Internet ständig, überall lesen kannst :ka:

    Ja, kann man. Hab ich naiverweise bei Junghund Jin auch gemacht - unter Anleitung einer Trainerin, welche auf explizite Nachfrage die Nutzung dieses Abbruchs zum Beenden von übermütigen Aktionen von Jin gegenüber dem kleineren Ersthund frei gab. Das Ergebnis war, dass Jin erstrecht auf den Ersthund hüpfte, um eine Belohnung zu kassieren. Obwohl wir das bei der zweiten absichtlichen Aktion von Jin erkannten und danach natürlich diesen Abbruch nicht mehr anwendeten, hab ich das Verhalten lange nie komplett abgestellt bekommen - erst als ich 3 Jahre später massiv eingewirkt habe, hat Jin das Verhalten komplett eingestellt.

    Nur weil es bei dir und in der Situation nicht geklappt hat (warum auch immer, das kann hier niemand einschätzen), heisst es aber nicht das es generell nicht funktioniert. :ka:

  • Nur weil man straft heißt das nicht das dem Hund nicht deutlich gezeigt wird was erwünscht ist und Dinge/Kommanos ohne Belohnung beigebracht wird.

    Das hat auch keiner behauptet. :ka:


    Und es ist leider sehr überheblich zu sagen das Menschen selber Schuld sind nur weil ihnen als Ersthundehalter Wissen fehlt, dass du dir nach jahrelanger Hundehaltung angeeignet hast.

  • noda_flake es gibt überall Dummfug zu lesen / hören.

    Nur weil du Probleme mit unangepasster Strafe vergrößert hast heißt das dennoch nicht das es per se falsch ist KORREKT zu strafen. Es kann auch die Konstellation von euch zweien sein weshlb das nicht funktioniert hat,da spielt so viel rein.

    Es ist doch vollkommen OK wenn du so wie es jetzt ist gut klar kommst und VIEL wichtiger auch dein Hund.

    Das ist aber etwas das bei allen Extremen / Leuten die ihr Ego / ihre Ideologie in den Vordergrund stellen ein Problem ist. Es sollte immer in erster Linie um den Hund gehen .

    Hier bestreitet auch niemand das es Hunde gibt die schlichtweg Selbstläufer sind und einfach nur nett wodurch man geringen Aufwand im Bereich Erziehung allgemein hat.

    Man sollte aber aufhören von seiner eigenen ( und mitunter extrem begrenzten ) Erfahrung ewig auf alle drauf zu hauen die nicht so arbeiten wie man selbst es präferiert ( sofern keine Unbeteiligten gefährdet werden!) .

    "Ihr" wollt nicht auf "werfen nur Kekse wie dumme Trottel" reduziert werden & "wir" nicht auf " die verkloppen die Hunde eh nur und belohnen nie, alles Sadisten ". Bisschen Toleranz für alle.

  • Danke für die Erläuterung Phonhaus ich finde das immer sehr hilfreich, wenn konkrete Sachen mal genau durchleuchtet werden.

    Die Feinheiten der Begrifflichkeiten (und was da aktiv dahintersteckt) klingen für mich, wenn ich sie bei Euch lese, immer sehr klar. Im täglichen Umgang bei mir selber krieg ich das nicht verfummelt. Ich würde mal sagen, wir arbeiten hauptsächlich ohne Strafe, egal ob negativ oder positiv. Manchmal denke ich, das sollte ich vielleicht mal mehr machen, denn Bucky würde das bestimmt gut aushalten, er ist keine Mimose. Aber das ist einfach nicht meine Natur und deswegen tue ich mich da schwer mit.

    Ich gebe zu, wir haben nie einen richtig guten Abbruch aufgebaut. Denke das ist der typische Anfängerfehler. Man hat so ein halbseidenes "nein" und manchmal noch, ein schärfer ausgesprochenes "lass das" als quasi Eskalationsstufe zum nein. Und das war es.

    Das ist dann wahrscheinlich das, was einen Anfänger zum Anfänger macht. Man hat die verschiedenen Möglichkeiten und was sie wie beim Hund bewirken noch nicht so verinnerlicht und probiert sich mit mehr oder weniger Geschick beim ersten Hund erstmal aus, bevor mal es schafft ein besseres Gefühl dafür zu bekommen.

  • Nur weil man straft heißt das nicht das dem Hund nicht deutlich gezeigt wird was erwünscht ist und Dinge/Kommanos ohne Belohnung beigebracht wird.

    Das hat auch keiner behauptet. :ka:


    Und es ist leider sehr überheblich zu sagen das Menschen selber Schuld sind nur weil ihnen als Ersthundehalter Wissen fehlt, dass du dir nach jahrelanger Hundehaltung angeeignet hast.

    Dein erster Beitrag klingt da Abschnittsweise schon arg nach :ka:

    Ja es hat Vorteile mit Hunden aufzuwachsen und die immer schon lesen zu lernen . In der Zeit heutzutage wo Informationen aber sehr einfach zugänglich sind seh ich das Argument " Erst Hundehalter" so einfach nicht mehr als gut funktionierende Erklärung für mangelndes Grundwissen.

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